Der Politik-Thread

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      lunyTed schrieb:

      Gut, zurück zum Anfang.

      Du schreibst aus heiterem Himmel: "Die Islamisten sind die größten Antisemiten! Scheint aber nicht so schlimm...."

      Warum denkst du das? Nur weil es bislang nicht thematisiert wurde? Wir haben auch nicht über Rüstungsexporte usw. gesprochen. Meinst du ernsthaft das interessiert niemanden.
      Nein, nochmals. Oldboy schrieb es ! UND ICH GAB IHM RECHT ! Und nochmals: ich habe die Vermutung, dass es für einige nicht so schlimm ist. Ist halt so.....aus ihrer Kultur heraus etc. heißt es dann !!
      Und dafür gibts Beispiele genug.
      Schönen Abend wünsch ich dir!
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      Vitusbock schrieb:

      Du nennst das Sensibilität? ich nenne das Schuldkomplex!
      Nein, das ist ein sehr weit verbreitetes falsches Verständnis.
      Es geht nicht um Schuld. Es geht schlicht und einfach darum, nicht zu vergessen. Das ist ein ganz gewaltiger Unterschied.
      Ich fühle mich nicht schuldig, in keinster Weise. Aber die Erinnerung an diese schlimmste Phase der modernen Geschichte aufrechtzuerhalten, ist unsere Pflicht.
      Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie man sowas als Schuldkomplex missdeuten kann.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
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      Millhouse schrieb:

      Leute, seid mal bitte vernünftig. Was Österreich, Tschechien, Polen erleben - das ist ein Rechtsruck. Da stehen binnen wenigen Jahren die Rechten in der Regierungsverantwortung, beeinflussen Gerichte, bauen den Machtapparat nach ihren Wünschen um, ändern die Verfassung grundlegend.
      Gut, jetzt könnte man seitenweise über den Begriff "Ruck" streiten.
      Für mich ist es ein Rechtsruck, wenn Zehntausende auf die Straße gehen und öffentlich ihre braunen Vorurteile zur Schau stellen, wenn eine rechtspopulistische Parte auf Bundesebene an der 20%-Marke kratzt und drittstärkste Partei ist, wenn eine etablierte Volkspartei wie die CSU ebenfalls ganz gewaltig nach rechts ruckt (zum Glück erfolglos), wenn immer mehr Vollidioten sich in der Öffentlichkeit (und dazu gehört z.B. Facebook leider) rechtsradikal äußern.
      Aber gut, das ist eben Auslegungssache.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
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      Tigranes schrieb:

      Für mich ist es ein Rechtsruck, wenn Zehntausende auf die Straße gehen und öffentlich ihre braunen Vorurteile zur Schau stellen, wenn eine rechtspopulistische Parte auf Bundesebene an der 20%-Marke kratzt
      Wenn es so wäre, würde ich auch von einem Rechtsruck sprechen.

      Zehntausende, die auf die Straße gehen? Zusammengenommen bei allen Demos der braunen Brut vielleicht. Wenn ich alleine hier in Berlin und Brandenburg sehe, wie die Rechten aber auch wirklich bei so ziemlich jeder ihrer Demos in der Minderheit sind und neutrale sowie linke Gegendemonstranten eigentlich immer die größere Menge stellen, dann ist es schlichtweg nicht so, dass Rechts die Massen mobilisiert.

      Eine AfD, die auf Bundesebene an der 20%-Marke kratzt? In der letzten "Was würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre"-Umfrage vom Forsa-Institut vom 27. Dezember lag sie bei 12 Prozent. Also gleichbleibend mit dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl. Die 20 Prozent sieht die AfD gegenwärtig nicht mal mit dem Fernglas.

      Wir brauchen uns doch hier nicht gegenseitig was vorzumachen. Der Trend einer erstarkenden Rechten ist unverkennbar. Und er macht uns wohl allen Angst. Ob man bei dem, was da grad passiert, von einem Rechtsruck oder lediglich einem Rutsch nach Rechts sprechen will, soll jeder selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass die Rechte hier noch lange nicht so stark ist wie in anderen Ländern. Sie ist weder so gut organisiert noch strukturiert noch finanziell aufgestellt oder medial vertreten sowie in der Gesellschaft akzeptiert. Ich bleibe daher dabei: Wir erleben Prostestwähler, aber noch lange keinen Rechtsruck.
      :hennes: Die Herausforderung "Bundesliga mit Köln" ist für einen Spieler etwas vom Größten. Köln ist ein Mythos. :FC:
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      Nabend zusammen,

      eigentlich wollte ich diesen Thread meiden, aber ich finde Eure Diskussion der letzten Seiten konstruktiv, offen und interessant.

      An dieser Stelle, weil wir Ihr über einen AFD, rechtsruck oder noch mehr bewegen Richtung rechts spricht,
      wollte ich Euch einfach mal ein Beispiel aus meinem Alltag, der nicht oft vorkommt, aber er kam vor, mal zeigen.

      Das soll kein Gejammer sein, noch brauche ich Mitleid,
      sondern einfach mal ein kleiner Erfahrungsbricht aus einer anderer Brille oder Fokus.

      Vorweg: Die mich nicht kennen, oder relativ neu im Brett sind.
      Ich bin in Deutschland geborenn muslimischen Glaubens, so gut es geht praktizierend,
      aus meiner Sicht in der Gesellschaft sehr gut integriert, sowohl was das Privatleben als
      auch meinen Beruf betrifft.

      Wichtig: Ich distanziere mich von der Richtung oder Taten des IS. Das hat nichts mit dem Islam zu tun.

      Ok, nun zu meinem Erfahrungsbericht.

      Über Umwege habe ich in meiner Firma erfahren,dass es in unserem Dorf Stimmen
      gab, die mich und meine Frau hinsichtlich unserer Ausübung des Islams kritisiert haben.

      Daraufhin hatte ich micht gewundert, warum so etwas bin in weite Teile meiner Firma (hinter meinem Rücken)
      hereingetragen worden ist und vor allem worum es denn speziell ginge.

      Es ging darum, dass wir in diesem Dorf umgezogen sind, und als ein Nachbar ein Geschenk vorbeibringen wollte,
      konnte meine Frau nicht aufmachen, weil sie zu dem Zeitpunkt ihr Kopftuch nicht griffparat hatte.
      Dementsprechend konnte sie halt die Tür nicht aufmachen.

      Die Familie war daraufhin irritiert, was ich sogar ein Stück weit nachvollziehen kann,
      hat dieses widerum mit einer anderen befreundeten Familie in unserem Dorf geteilt,
      bis es dann scheinbar durch verschiedene Kanäle innerhalbt meiner Firma ging.

      Und am Ende hiess es: Dass wir zu extremistisch sind, oder vielmehr ich, da ich meine Frau unterdrücke.
      Kurz dazu: Es gibt keinen Zwang im Glauben, und meine Frau trägt das Kopftuch aus freien Stücken und Überzeugung.

      An dem Tag als ich diese Geschichte hinten rum erfahren habe, kam es dann für mich knüppel dick:

      Ich bin jahrelang mit verschiedenen Kollegen dienstlich unterwegs, öfter auch mal Übersee und viele Tage am Stück.
      Bei dieser Person dachte, dass dort ein gewissen Vertrauensverhältnis entstanden ist, weil man viele Tage und Stunden miteinander verbringt,
      und auch hier musste ich leider feststellen, dass diese Person über mich gesagt hat,
      dass ich quasi gesagt hätte, dass die Übergriffe vom vorletzten Sylvester in Köln,
      dass die Frauen selbst schuld sind, weil sie nachts alleine unterwegs sind.

      Und das finde ich schade, enttäuschend und traurig, dass selbst unter kultivierten, intelligenten Menschen
      aus meiner Sicht so ein Rufmord generiert wird.

      Erstens kann ich mich an eine solche Aussage nicht erinnern. Zweitens, würde ich es natürlich nicht gutheissen,
      wenn meine Frau Mitternachts alleine irgendwo rumläuft oder meine Tochter,
      das hat aber in keinster Weise etwas damit zu tun, dass ich die Übergriffe damit legitimiere,
      oder den Frauen die Schuld dafür gebe.

      Absolut nicht, ich schäme mich und ärgere mich darüber,
      dass so welche Leute, die auch noch mit dem Islam in Verbindung gesetzt werden sowelche Taten begangen haben.
      Sowelche Typen würde ich wegsprerren oder abschieben.

      Flüchtling, Muslim, nicht Muslim, Christ, Jude Hinduist, etc.
      Egal

      Fazit:

      Soll wie gesagt keine Gejammere sein. Allerdings ist es schade,
      dass sich so welche Probleme halt auch von "unserer" Seite ergeben,
      die ich vor ein paar Jahren noch für nicht möglich gehalten habe.

      In diesem Sinne, weiterhin noch ein gutes, kontruktives Diskutieren.
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      Tigranes schrieb:

      Ich fühle mich nicht schuldig, in keinster Weise. Aber die Erinnerung an diese schlimmste Phase der modernen Geschichte aufrechtzuerhalten, ist unsere Pflicht.

      Also den ''Großen Sprung nach Vorn'' (Etwa 30-45 Millionen Tote) in China und die ''Stalinschen Säuberungen'' (etwa 10 bis 20 Millionen Tote) finde ich auch ziemlich schlimm so als alter Geschichts LKler, und die richteten sich sogar größtenteils gegen das eigene Volk. Aber über Zahlen lässt sich in diesen Zeiträumen, genauso wie beim Holocaust (5 oder doch 7 Millionen?) oder im zweiten Weltkrieg allgemein (70 oder doch bis zu 85 Millionen?) trefflich streiten.

      Und die Erinnerung wird ja aufrechterhalten, allein durch die Schulbildung und die Myriaden an Hitler/2WK Dokus im TV. Wenn man Abends zappt lässt man eigentlich zwangsläufig den Schnäuzer irgendwann mal zumindest ins Wohnzimmer schnuppern. :D:

      Und mit Schuldkomplex bezieht er sich wohl eher (meine Deutung) auf die sogenannte Kollektivschuld. (So übrigens auch geplant von den Alliierten Streitmächten, interessantes Thema aus der Zeit der Gründungsjahre der BRD)
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Vorturner), Ich (Vizeturner), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock, Salival, Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl), lunyTed (Azubi).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Oropher ()

    • Neu

      keine Ahnung ob das vom Thema hier rein passt:

      chicagotribune.com/news/nation…stake-20180113-story.html

      Auf Hawaii ging heut ein offizieller Alarm raus

      "Ballistic missile threat inbound to Hawaii. Seek immediate shelter. This is not a drill."

      auf deutsch

      spiegel.de/politik/ausland/haw…nschen-auf-a-1187734.html

      "Drohende ballistische Rakete nach Hawaii. Sofort Zuflucht suchen. Das ist keine Übung"

      Das find ich schon ziemlich krass, stelle mir das grad hier vor, auch im Zusammenhang mit den weltweiten Spannungen, ich glaub ich würde geistig schon abschließen mit der Welt.
      94:59
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      Achja, das erinnert mich daran als ich zum ersten mal die alten Sirenentests gehört habe:

      stadt-koeln.de/politik-und-ver…fo/probealarm-der-sirenen

      :green:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Vorturner), Ich (Vizeturner), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock, Salival, Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl), lunyTed (Azubi).
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      8neun schrieb:

      keine Ahnung ob das vom Thema hier rein passt:

      chicagotribune.com/news/nation…stake-20180113-story.html

      Auf Hawaii ging heut ein offizieller Alarm raus

      "Ballistic missile threat inbound to Hawaii. Seek immediate shelter. This is not a drill."

      auf deutsch

      spiegel.de/politik/ausland/haw…nschen-auf-a-1187734.html

      "Drohende ballistische Rakete nach Hawaii. Sofort Zuflucht suchen. Das ist keine Übung"

      Das find ich schon ziemlich krass, stelle mir das grad hier vor, auch im Zusammenhang mit den weltweiten Spannungen, ich glaub ich würde geistig schon abschließen mit der Welt.
      ich würde den Keller leer saufen
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      Die Begrifflichkeiten werden von jedem anders Interpretiert, Rechtsruck ja/nein ist Ansichtssache. Was aber ein jeder spürt ist, dass wir deutlich Richtung Rechts tendieren - aber ohne dabei in alte NS Zeiten zu verfallen, ich glaube davon sind wir aber sowas von weit entfernt. Deswegen finde ich ja die Nazikeule immer so maßlos übertrieben. Rechts an sich ist ja nicht gleich böse sondern ich sehe das patriotisch, sogar die hier lebenden Ausländer sind zu großen Teilen "rechts" weil sie Deutschland als Heimat angenommen haben und hier zu 150% integriert sind - selbst die haben einen (lokal) Patriotismus, ganz egal welchen Glaubens sie sind. Und sogar die wählen, zum teil jedenfalls, AfD - oh wunder.

      Probleme mit dem Islam bringen die "neuen" Einwanderer bzw. Flüchtlinge mit sich, weil die aus Ländern kommen in denen der Islam völlig anders gelebt und praktiziert wird, da zeigt diese Religion ihr hässliches Gesicht - würde man bei hier lebenden Muslimen wohl kaum sehen. In diesen Ländern ist Religion = Politik, wohingegen hier die Religion in der Politik keine Rolle spielt. Das beißt sich halt alles und es ist sehr schwer bis nahezu unmöglich denen diese Erziehung auszutreiben (Nicht das ich das wollte...). was ich aber komisch finde ist, das man dann hier auch wenig willen zur Anpassung zeigt und auf gedieh und Verderb seine Religion in allen Ausprägungen unbedingt durchzusetzen versucht. Und genau das macht vielen Angst, da können sie noch so viele säkularisierte Muslime kennen...

      Also generell alle Muslime bzw. Ausländer über einen Kamm scheren; Nein. Auch nicht alle Flüchtlinge, aber ein nicht geringer Teil davon ist mit dem leben in Deutschland (respektive der westlichen Welt) nicht kompatibel und wird es niemals sein. Jedenfalls nicht ohne den Verlust der eigenen Identität. Ich verstehe sehr gut warum man dem entgegen steuern möchte und ich verstehe auch das man das aus Angst vor besagter Nazikeule nicht in aller Öffentlichkeit zur Schau stellen möchte. Gäbe es einen Mittelweg, wäre ja irgendwann alles i.O. aber den gibt es nicht ohne Parallelgesellschaften zu schaffen, no-go Areas etc. Das kann, das darf nicht sein.

      Übrigens, ich bin mit dem Islam aufgewachsen, in meiner Schule waren sicher schon damals 20% Muslime (Bergarbeiter Kinder), ich mag deren Gebräuche und hab das eine oder andere gerne mit gefeiert, sofern ich es verstanden habe. Einige meiner engsten Freunde sind Muslime - kein Thema, selbst die motzen inzwischen weil man sie gleichsetzt mit den "neuen" Einwanderern ...ähnlich wie @jan2010

      Deswegen sehe ich eine AfD als "korrektiv" und als nicht problematisch an, eher als belebend. Sollte diese Partei in Ihren Ausprägungen irgendwann einmal noch weiter nach rechts abdriften werden sie auch ganz schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Darüber hinaus sollte man unbedingt auch mal einen Blick auf deren Programm im hinblick auf Außen/Wirtschaftspolitik werfen, Neoliberal durch und durch - das hätte sich nicht mal die FDP getraut in den besten Zeiten. Da zeigt sich das Goldmann-Sachs Personal der Partei recht deutlich.
      "Im Fußball regelt sich das mit den Erwartungshaltungen von ganz alleine..."
      Hans Meyer beim FC Nürnberg
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      Millhouse schrieb:

      Vitusbock schrieb:

      Rechts an sich ist ja nicht gleich böse
      Rechts ist menschenverachtend.
      Und damit böse.
      Meinst Du nicht das ist zu pauschalisierend? Wenn "rechts" Menschen verachtend ist, dann ist die CSU das ja auch :lol: die sich doch so gern als rechts-konservative hinstellt. Vielleicht ist deine Interpretation von rechts so weit rechts außen dass dies so stimmt, wie gesagt bei den Begrifflichkeiten ist es eben oft so dass da jeder seine eigene Definition hat. Und rechts fängt bei mir schon mit Patriotismus an geht dann über völkisch usw. bis hin ins extreme wo es dann tatsächlich Menschen verachtend (und böse) wird. Das ganze geht natürlich auch mit dem linken Spektrum.
      So weit rechts sehe ich die AfD nicht, eine NSDAP hingegen war extrem und ein vergleich dieser beiden verbietet sich in meinen Augen, das wäre übelste Polemik. Da die AfD im Bundestag sitzt kann man wohl davon ausgehen das sie eine Demokratische Partei ist, rechtsgerichtet ja, aber radikal...und böse? Naaa...

      Eine Demokratie muss auch solche Parteien aushalten und wir sollten sie ernst nehmen. Eine offensichtlich total überzogene Verunglimpfung führt nur dazu das die Leute gar nichts mehr glauben und die rennen dann in Scharen genau dort hin. Ein Teufelskreis und keiner den ich erleben möchte.
      "Im Fußball regelt sich das mit den Erwartungshaltungen von ganz alleine..."
      Hans Meyer beim FC Nürnberg
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      Oropher schrieb:

      Und mit Schuldkomplex bezieht er sich wohl eher (meine Deutung) auf die sogenannte Kollektivschuld. (So übrigens auch geplant von den Alliierten Streitmächten, interessantes Thema aus der Zeit der Gründungsjahre der BRD)
      Richtig, nach dem dem 2. Weltkrieg. Also vor über 70 Jahren. Wenn man berücksichtigt, wie viele Leute vor den Verbrechen der Nazis die Augen verschlossen haben oder diese direkt oder indirekt unterstützt haben, dann ist dieses Konzept zumindest nachvollziehbar.
      Aber du solltest auch erwähnen, dass die Alliierten diesen Vorwurf der Kollektivschuld in späteren Jahren aufgehoben haben.
      Viel wichtiger ist aber, dass wir heute als Nachgeborene so oder so keinen Anteil an dieser Schuld haben. Und gerade hier scheitern auch oft die Rechten in ihrer Denkweise, die weiter von einer Kollektivschuld sprechen, die den heutigen Deutschen keiner (außer ein paar verbohrten alten Engländern oder Franzosen) mehr vorwirft. Eigentlich wollen die Rechten nämlich nur, dass sie ihre braune Rotze von sich geben können, ohne dass sie gleich an Dritte Reich erinnert werden. Gerade das ist aber eine große deutsche Stärke, dass wir einen sehr bewussten Umgang mit diesem fürchterlichen Abschnitt unserer Geschichte pflegen. Zum Glück wird das auch weiterhin in unseren Schulen geschehen - und zwar auf eine deutlich differenziertere Art und Weise als in den von dir angesprochenen Pseudo-Dokus, die eigentlich nur mit der Faszination Krieg, Schrecken usw. spielen (gibt natürlich auch wenige gute Ausnahmen). :smile:
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
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      Millhouse schrieb:

      Zehntausende, die auf die Straße gehen? Zusammengenommen bei allen Demos der braunen Brut vielleicht. Wenn ich alleine hier in Berlin und Brandenburg sehe, wie die Rechten aber auch wirklich bei so ziemlich jeder ihrer Demos in der Minderheit sind und neutrale sowie linke Gegendemonstranten eigentlich immer die größere Menge stellen, dann ist es schlichtweg nicht so, dass Rechts die Massen mobilisiert.
      Allein Pegida hatte zu Spitzenzeiten über 20.000 Teilnehmer.
      Das ist in einem Land mit einer nicht sonderlich hohen Demo-Bereitschaft in der Bevölkerung schon eine ziemlich beachtliche Zahl.

      Millhouse schrieb:

      Eine AfD, die auf Bundesebene an der 20%-Marke kratzt? In der letzten "Was würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre"-Umfrage vom Forsa-Institut vom 27. Dezember lag sie bei 12 Prozent. Also gleichbleibend mit dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl. Die 20 Prozent sieht die AfD gegenwärtig nicht mal mit dem Fernglas.
      Zugegebenermaßen war die AfD nur bei etwas über 15%. Trotzdem erschreckend viel.

      Millhouse schrieb:

      Wir brauchen uns doch hier nicht gegenseitig was vorzumachen. Der Trend einer erstarkenden Rechten ist unverkennbar. Und er macht uns wohl allen Angst. Ob man bei dem, was da grad passiert, von einem Rechtsruck oder lediglich einem Rutsch nach Rechts sprechen will, soll jeder selbst entscheiden.
      Es hängt wirklich am Begriff. Ich empfinde persönlich einen Ruck schwächer als einen Rutsch. :smile:
      Was in den von dir genannten anderen Ländern geschieht ist deutlich mehr als ein Ruck, das ist schon ein politischer Umschwung.

      Man merke also: Die offiziell zu gebrauchenden Begriffe sind Ruck, Rutsch und Umschwung. :D:
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