Der Politik-Thread

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    • Tanis schrieb:

      Und wer regiert seit zig Jahren und hat diesem Neoliberalismus die Tür geöffnet? Es waren CDU/CSU, SPD und die FDP! Deshalb grenzt es schon an Realsatire der AfD zu unterstellen, sie sei die neoliberale Kraft in Deutschland
      Wenn sich die SPD so intensiv um eine verfassungskonforme Vermögenssteuer gekümmert hätte wie sie es jetzt bei der Grundsteuer macht sähe es wohl besser für die kleinen Leute aus, aber die SPD hat lieber unter Schröder den Finanzmarkt entfesselt und später den Steigbügelhalter für eine neoliberale Kanzlerin gegeben. Die Reichen verschonen und von arbeitend nach nichtarbeitend umverteilen... da zahlt dann der VW-Facharbeiter schon mal den Spitzensteuersatz und Konzerne teilweise wenig bis garnix! Alles unter der Schirmherrschaft der Genossen der Bosse!
      Ich sehe, wir haben Gemeinsamkeiten in unserer Einschätzung und in unserem Ärger über die Politik der letzten Jahre. Das freut mich erst einmal, ich ziehe allerdings andere Schlüsse daraus als du.

      Erst einmal ist der Begriff von arbeitend nach nichtarbeitend umverteilen geschickt gewählt, da man damit völlig an Bedürftigkeit - für mich einer der Pfeiler von Solidarität - vorbei argumentieren kann. Eine Umverteilung von arbeitend nach nichtarbeitend ist aber beispielsweise auch die Rente, das Kindergeld, die Finanzierung von Schulen, die Kranken- und Pflegeversicherung und vieles mehr. Das Schlüsselwort ist hier, dass diese Menschen etwas von der Gesellschaft brauchen, sie sind also bedürftig in Bezug auf Altersversorgung, Bildung, medizinische Versorgung oder Pflege.
      Wenn ich nun anerkenne, dass es bedürftige Bevölkerungsgruppen gibt, dann bin ich als Teil der arbeitenden Bevölkerung auch bereit, diese zu unterstützen. Zum Teil, weil ich selbst diese Unterstützung einmal erhalten möchte, zum Teil aber auch, weil ich merke, dass ich unverschuldet in einer verdammt glücklichen Lage bin und es als gesellschaftliche Pflicht ansehe, andere, die dieses Glück nicht haben, zu unterstützen.

      Die Politik der letzten Jahrzehnte hat es sich aber zur Gewohnheit gemacht, Bedürftige gegeneinander auszuspielen, während man Unbedürftige verschont, wie du richtigerweise sagst. So wird die Abwicklung der HSH Nordbank je nach Lesart zwischen 10 und 30 Milliarden Euro kosten (Quelle), das ist in etwa vergleichbar mit Heils Rentenvorschlägen bis 2023 (ca. 25 Milliarden) oder der Versorgung von Flüchtlingen inklusive Fluchtursachenbekämpfung für ein bis zwei Jahre (ca. 15 Milliarden p.a.). Genauso werden im Dieselstreit Konzerne mit Milliardengewinnen verschont, während der Wertverlust bei Eigentümern - in der Regel Einzelpersonen - vom Staat in keinster Weise abgefedert wird.

      Nur sehe ich bei der AfD eben, dass sie sich in noch extremerer Weise daran macht, Bedürftige gegeneinander auszuspielen. Ich höre im Alltag extrem wenig von Vermögenssteuer, Steuerflucht, höherem Spitzensteuersatz für die oberen 10%, höherer Erbschaftssteuer, was alles eine Umverteilung von reich nach arm darstellt (immer unter der Voraussetzung, der Staat setzt diese Einnahmen dann gezielt für Bedürftige ein). Nein, ich höre Vergleiche, wie viel Flüchtlinge kosten versus wie viel wir für deutsche Obdachlose ausgeben. Ich sehe Memes von Flüchtlingen mit Smartphones und Rentnern mit Pfandflaschen. Ich sehe im Osten Wahlerfolge, die sich auf eine anti-Immigrations-Rhetorik stützen, ohne dass es klare Pläne für eine wirtschaftliche Belebung dieser Regionen gibt.

      Und ich muss ehrlich sagen, dass ich die Umverteilung von oben nach unten keinesfalls der in der Schweiz Steuern zahlenden Alice Weidel zutraue. Wer ein solches Aushängeschild hat, hat noch vor jeglicher Regierungsverantwortung die Glaubwürdigkeit verloren.
      Ich habe vor kurzem meinen 1000. Beitrag verfasst. Gratuliere mir doch mit einem Like :tu:
    • CobyDick schrieb:

      lern du mal lesen...bevor du andere Hirngespinste eingehst.
      :facepalm: Quelle ist von 2013, ich hab dann doch eher auf aktuellere Werte gesetzt. Man sieht wieder der Umgang mit der Quellenbeschaffung aus dem Internet ist einfach nicht dein Ding. Wie bewertest du denn dann die Entwicklung von 2013 bis heute? Ist doch dann eigentlich positiv.
      Beim Median Vermögen steht man übrigens mittlerweile mehr als doppelt so gut da wie die im Artikel genannten Zyprioten
      wenn du nach Wikipedia gehst, wirst du feststellen dass das Medianvermögen der Deutschen seit dem von mir zitierten Artikel aus 2013 und 2017 kaum verändert hat. (+/- ergibt sich ggf. Aus dem Wechselkurs USD/Euro). Du machst dir gerne die Welt, wie sie Dir Gefällt. Und im Zusammenhang ist es völlig Wurscht, ob Deutschland letzter, vorletzter oder drittletzter sind...es kann nicht angehen, dass Deutschland für alle anderen zahlt und die Bürger weniger Vermögen haben, als die Empfänger.
      Was macht mein Verein Montags? Na über die Dörfer tingeln!
      Auf und ab und wir sind trotzdem hier...langsam werde ich zu alt für die Scheiße.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FC-international ()

    • LinkeKlebe schrieb:

      FC-international schrieb:

      flykai schrieb:

      vielgeschrieben-nichts gesagt-die NSAFD hat überhaupt kein Intresse ab Arbeitnehmern!
      Quelle?
      Das Programm der Partei deiner Wahl.
      dann muss ich dir leider den gleichen Tipp geben wie Coby. Lesen...und zwar unvoreingenommen.
      Was macht mein Verein Montags? Na über die Dörfer tingeln!
      Auf und ab und wir sind trotzdem hier...langsam werde ich zu alt für die Scheiße.
    • Koelschlenny schrieb:

      Ich sehe, wir haben Gemeinsamkeiten in unserer Einschätzung und in unserem Ärger über die Politik der letzten Jahre. Das freut mich erst einmal, ich ziehe allerdings andere Schlüsse daraus als du.
      Erst einmal ist der Begriff von arbeitend nach nichtarbeitend umverteilen geschickt gewählt, da man damit völlig an Bedürftigkeit - für mich einer der Pfeiler von Solidarität - vorbei argumentieren kann. Eine Umverteilung von arbeitend nach nichtarbeitend ist aber beispielsweise auch die Rente, das Kindergeld, die Finanzierung von Schulen, die Kranken- und Pflegeversicherung und vieles mehr. Das Schlüsselwort ist hier, dass diese Menschen etwas von der Gesellschaft brauchen, sie sind also bedürftig in Bezug auf Altersversorgung, Bildung, medizinische Versorgung oder Pflege.
      Wenn ich nun anerkenne, dass es bedürftige Bevölkerungsgruppen gibt, dann bin ich als Teil der arbeitenden Bevölkerung auch bereit, diese zu unterstützen. Zum Teil, weil ich selbst diese Unterstützung einmal erhalten möchte, zum Teil aber auch, weil ich merke, dass ich unverschuldet in einer verdammt glücklichen Lage bin und es als gesellschaftliche Pflicht ansehe, andere, die dieses Glück nicht haben, zu unterstützen.

      Die Politik der letzten Jahrzehnte hat es sich aber zur Gewohnheit gemacht, Bedürftige gegeneinander auszuspielen, während man Unbedürftige verschont, wie du richtigerweise sagst. So wird die Abwicklung der HSH Nordbank je nach Lesart zwischen 10 und 30 Milliarden Euro kosten (Quelle), das ist in etwa vergleichbar mit Heils Rentenvorschlägen bis 2023 (ca. 25 Milliarden) oder der Versorgung von Flüchtlingen inklusive Fluchtursachenbekämpfung für ein bis zwei Jahre (ca. 15 Milliarden p.a.). Genauso werden im Dieselstreit Konzerne mit Milliardengewinnen verschont, während der Wertverlust bei Eigentümern - in der Regel Einzelpersonen - vom Staat in keinster Weise abgefedert wird.
      bis hier finde ich die Situation sehr gut analysiert/
      zusammengefasst
      Den 2. Teil sehe ich etwas anders. Vermögenssteuer ist das Neidargument schlechthin, genau so Erbschaftssteuer. Das löst keine Probleme. Spitzensteuersatz rauf geht in die gleiche Richtung, wenn man noch mehr bezahlen soll, investiert man nicht mehr. Richtiger ist es, dass der Spitzensteuersatz erst ab Wesentlich höheren Einkommen greift, die Steuerpflicht nerst mit höherem Einkommen beginnt (Freibetrag hochsetzen) und die Progression zu Gunsten der niedrigeren Einkommen anzupassen.

      Bzgl Weidel und Schweiz. Die in Deutschland erwirtschaftete Erträge werden in Deutschland versteuert. Siehe Doppelbesteuerungsabkommen.
      Was macht mein Verein Montags? Na über die Dörfer tingeln!
      Auf und ab und wir sind trotzdem hier...langsam werde ich zu alt für die Scheiße.
    • FC-international schrieb:

      wenn du nach Wikipedia gehst, wirst du feststellen dass das Medianvermögen der Deutschen seit dem von mir zitierten Artikel aus 2013 und 2017 kaum verändert hat. (+/- ergibt sich ggf. Aus dem Wechselkurs USD/Euro). Du machst dir gerne die Welt, wie sie Dir Gefällt. Und im Zusammenhang ist es völlig Wurscht, ob Deutschland letzter, vorletzter oder drittletzter sind...es kann nicht angehen, dass Deutschland für alle anderen zahlt und die Bürger weniger Vermögen haben, als die Empfänger.
      fassen wir zusammen: erst behauptest du Deutschland wäre mit Abstand letzter in dem Ranking, nach dem ich das widerlege ist die genaue Platzierung egal und ich soll derjenige sein der sich die Welt macht wie sie ihm gefällt. Interessante Logik. Mit der gleichen Herangehensweise ignorierst du wohl auch die Argumentation von @PoWi0815
    • Es ist entlarvend und gleichzeitig allerfeinste Realsatire, wenn unsere selbsternannten Supereuropäer und Toleranzwächter Alice Weidel vorwerfen, dass sie bei ihrer Lebensgefährtin in der Schweiz lebt.
      "€ine Währung, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden!"
    • Tanis schrieb:

      Es ist entlarvend und gleichzeitig allerfeinste Realsatire, wenn unsere selbsternannten Supereuropäer und Toleranzwächter Alice Weidel vorwerfen, dass sie bei ihrer Lebensgefährtin in der Schweiz lebt.
      Wo hat sich wer hier selbst zum Supereuropäer oder Toleranzwächter ernannt? Zeig das mal anhand von konkreten Beiträgen.

      Darüber hinaus habe ich keinen Beitrag gefunden, in dem Weidel vorgeworfen wurde, bei Ihrer Partnerin zu leben, warum auch? Es ging rein um die steuerliche Betrachtungsweise.
      Zeig mir den bitte auch gleich mit.
      Premium Member

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von 8neun ()

    • htTps://m.blöd.de/politik/ausland/politik-ausland/verteidigung-oder-zensur-putin-will-das-internet-abschalten-60092840.bildMobile.html

      Absolut nachvollziehbar finde ich...ich würde mir wünschen wir würden den Weg auch gehen. Ich vermute mal das wir beim Zusammenbruch des Netzes ganz dumm aus der Wäsche gucken weil bisher das Thema vernachlässigt wird. Ich mag mich zwar täuschen aber ich fürchte so sieht es aus.
      Sich in der Hinsicht zumindest so "abzusichern" das nicht das Chaos ausbricht wäre schon wünschenswert. Bei dem ganzen Digitalisierungswahn der letzten Jahre wird mir angst und bange 0geduld
      FC im Blut...egal welche Liga...
    • FC-international schrieb:

      Koelschlenny schrieb:

      Ich sehe, wir haben Gemeinsamkeiten in unserer Einschätzung und in unserem Ärger über die Politik der letzten Jahre. Das freut mich erst einmal, ich ziehe allerdings andere Schlüsse daraus als du.
      Erst einmal ist der Begriff von arbeitend nach nichtarbeitend umverteilen geschickt gewählt, da man damit völlig an Bedürftigkeit - für mich einer der Pfeiler von Solidarität - vorbei argumentieren kann. Eine Umverteilung von arbeitend nach nichtarbeitend ist aber beispielsweise auch die Rente, das Kindergeld, die Finanzierung von Schulen, die Kranken- und Pflegeversicherung und vieles mehr. Das Schlüsselwort ist hier, dass diese Menschen etwas von der Gesellschaft brauchen, sie sind also bedürftig in Bezug auf Altersversorgung, Bildung, medizinische Versorgung oder Pflege.
      Wenn ich nun anerkenne, dass es bedürftige Bevölkerungsgruppen gibt, dann bin ich als Teil der arbeitenden Bevölkerung auch bereit, diese zu unterstützen. Zum Teil, weil ich selbst diese Unterstützung einmal erhalten möchte, zum Teil aber auch, weil ich merke, dass ich unverschuldet in einer verdammt glücklichen Lage bin und es als gesellschaftliche Pflicht ansehe, andere, die dieses Glück nicht haben, zu unterstützen.

      Die Politik der letzten Jahrzehnte hat es sich aber zur Gewohnheit gemacht, Bedürftige gegeneinander auszuspielen, während man Unbedürftige verschont, wie du richtigerweise sagst. So wird die Abwicklung der HSH Nordbank je nach Lesart zwischen 10 und 30 Milliarden Euro kosten (Quelle), das ist in etwa vergleichbar mit Heils Rentenvorschlägen bis 2023 (ca. 25 Milliarden) oder der Versorgung von Flüchtlingen inklusive Fluchtursachenbekämpfung für ein bis zwei Jahre (ca. 15 Milliarden p.a.). Genauso werden im Dieselstreit Konzerne mit Milliardengewinnen verschont, während der Wertverlust bei Eigentümern - in der Regel Einzelpersonen - vom Staat in keinster Weise abgefedert wird.
      bis hier finde ich die Situation sehr gut analysiert/zusammengefasst
      Den 2. Teil sehe ich etwas anders. Vermögenssteuer ist das Neidargument schlechthin, genau so Erbschaftssteuer. Das löst keine Probleme. Spitzensteuersatz rauf geht in die gleiche Richtung, wenn man noch mehr bezahlen soll, investiert man nicht mehr. Richtiger ist es, dass der Spitzensteuersatz erst ab Wesentlich höheren Einkommen greift, die Steuerpflicht nerst mit höherem Einkommen beginnt (Freibetrag hochsetzen) und die Progression zu Gunsten der niedrigeren Einkommen anzupassen.

      Bzgl Weidel und Schweiz. Die in Deutschland erwirtschaftete Erträge werden in Deutschland versteuert. Siehe Doppelbesteuerungsabkommen.
      Bezüglich Weidel: Das Doppelbesteuerungsabkommen sagt nur, dass bereits in einem Land versteuerte Erträge nicht auch noch im anderen Land versteuert werden. Maßgeblich für die Besteuerung ist allerdings der gewöhnliche Aufenthaltsort (nicht zwingend gleichzusetzen mit dem Wohnsitz), nicht das Land, in dem die Erträge erwirtschaftet wurden. In einer Stellungnahme schrieb Weidel kryptisch "Steuerrechtlich sind die Verhältnisse vollkommen klar definiert, Spekulationen darüber erübrigen sich." Die Spendenthematik hat mein Vertrauen nicht unbedingt bestärkt.

      Nun aber zur eigentlichen Sache, wo wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt zu sein scheinen. Deinen Ansatz - Freibetrag hochsetzen - halte ich nicht für falsch, da er geringe Einkommen prozentual stark entlastet.
      Was die Progression angeht, muss ich festhalten, dass der Spitzensteuersatz ja derzeit erst bei 55.000 € zu versteuernden Einkommens für Alleinstehende gilt. Wenn ich mir die Einkommensverteilung anschaue (Quelle), dann verdienen drei Viertel der Vollzeitbeschäftigten diesen Betrag derzeit nicht, würden also davon nicht profitieren.


      Warum sollen Vermögens- und Erbschaftssteuern Neidargumente sein? Ich habe für eine Erbschaft in der Regel nicht selbst gearbeitet und ob jemand, der ein Millionenvermögen angehäuft hat und daraus zu sehr sanften Konditionen Kapitalerträge erhält, wirklich aufgrund seiner Lebensleistung soviel Kohle hat oder doch eher Glück hatte, mag ich nicht beurteilen.
      Ich finde es asozial, diese Menschen nicht deutlich stärker für das Gemeinwesen heranzuziehen als die Mittelschicht.

      Dein Argument "wenn man noch mehr bezahlen soll, investiert man nicht mehr" halte ich nicht für besonders stichhaltig. Anders herum wird ein Schuh draus. Wer viel Geld hat, der investiert mit dem Ziel, eine Dividende zu erhalten. Wenn man herumliegendes Vermögen besteuert, dann motiviert man die Menschen eher, mit ihrem Geld auch etwas anzustellen.
      Wer aber wenig Geld hat, der konsumiert, wenn man ihm mehr gibt, gibt sein Geld also aus. Das klappt besser als jedes Konjunkturprogramm, weil diese Menschen dann auf einmal eine neue Spülmaschine kaufen oder regelmäßig ins Kino gehen.


      Warum sollen wir es uns als Gesellschaft leisten, die oberen 10% (oder 1%?!) zu verschonen mit dem Argument "Neid", wenn andere Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben oder auch nur in jungen Jahren arbeitslos werden, an der Armutsgrenze leben?
      Ich habe vor kurzem meinen 1000. Beitrag verfasst. Gratuliere mir doch mit einem Like :tu:
    • Soll/Ist schrieb:

      Aber - und das hast du nicht verstanden oder ich habe es nicht deutlich genug ausgedrückt - mein Hinweis auf Solidarität in der Gesellschaft bezog sich eben nicht nur auf Geld und Geldwerte. Sondern auf dieses
      Gefühl des Zueinanderstehens, des Miteinanderwollens. Ich bin ein Mensch des 20ten Jahrhunderts und nicht des 21ten. Das ist meine Sozialisation. Ich bin in der alten Bundesrepublik gross geworden, als Werte wie
      Ehrlichkeit, zusammen arbeiten und zusammen feiern, streiten aber fair bleiben, Fussball spielen für eine Currywurst und nicht für Geld zum nächsten Verein wechseln noch etwas zählten. Das ging quer durch die
      Schichten, quer durch die Generationen. Und alles das hat zusammen geschweisst. Nichts oder wenig davon ist übrig geblieben, das Ich und die Verwirklicklichung des ICHS stehen im Vordergrund. Nicht das WIR.
      Kennedy hat mal gesagt:"Frage dich nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage dich, was du für dein Land tun kannst:" Ich sage: "Frage dich nicht, wie du weiter kommst, sondern frage dich wie wir weiter
      kommen."....Ich, ich, ich, ich - ich kann es nicht mehr hören. Das grosse Gefühl des Zusammenhaltes, diese undefinierbare Band von Solidarität - das ist uns verloren gegangen. Und es ist uns verloren gegangen irgendwann
      in den 90er Jahren, das ist jedenfalls meine Wahrnehmung.

      Du, ihr könnt das alles für altmodisch halten. Ich hätte es gerne zurück. Und ich weiss auch, daß es gut tun würde.
      In dem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass die Deutschen bei großen Katastrophen wie Erdbeben & Tsunamis auf der Welt bei der Spendenbereitschaft ganz vorne mit dabei sind und ihre Bereitschaft zur Solidarität regelmäßig unter Beweis stellen.
      Wenn diese Solidarität, die in meinen Augen aus den Hauptmerkmalen Einzelereignis und Freiwilligkeit besteht, zu einer Bringschuld und anlasslosen Dauerzahlung umfunktioniert wird wie bei uns, um z.B. via illegaler Massenmigration arbeitslose Sozialpädagogen
      und Mitarbeiter in der Sozialindustrie zu alimentieren, ist das ein Raubzug im Namen der Solidarität zwecks Umverteilung vom Steuerzahler hin zu Caritas, Diakonie & Co.! Für ein schönes Sozialpädagogengehalt kann man schon mal Solidarität einfordern^^

      Den Anfang des von dir richtig beschriebenen Verlustes von Solidarität im Alltag verorte ich in den 2000ern mit der Schaffung von Hartz IV, Werkverträgen und der Liberalisierung der Zeitarbeit, womit der Kampf um ausreichend Lohn und bezahlbaren Wohnraum losging.
      Die Massenmigration, für die ebenfalls den Begriff der Solidarität missbraucht wird, ist die Treibladung für eine weitere Verschärfung des Kampfes um Arbeit, Wohnraum und Resourcen und ist geeignet, unseren Sozialstaat sturmreif zu schießen.
      Davon bekommt man in der Blase der links-grün wählenden und/oder bestens versorgten Spitzenverdiener, Medienschaffenden, Beamten, Staatsangestellten, NGOs und Wohlfahrt nichts mit. Bei uns ist Solidarität inzwischen das, was sie nicht sein sollte: Eine Einbahnstraße ins nichts!
      "€ine Währung, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Tanis ()

    • Tanis schrieb:

      Soll/Ist schrieb:

      Aber - und das hast du nicht verstanden oder ich habe es nicht deutlich genug ausgedrückt - mein Hinweis auf Solidarität in der Gesellschaft bezog sich eben nicht nur auf Geld und Geldwerte. Sondern auf dieses
      Gefühl des Zueinanderstehens, des Miteinanderwollens. Ich bin ein Mensch des 20ten Jahrhunderts und nicht des 21ten. Das ist meine Sozialisation. Ich bin in der alten Bundesrepublik gross geworden, als Werte wie
      Ehrlichkeit, zusammen arbeiten und zusammen feiern, streiten aber fair bleiben, Fussball spielen für eine Currywurst und nicht für Geld zum nächsten Verein wechseln noch etwas zählten. Das ging quer durch die
      Schichten, quer durch die Generationen. Und alles das hat zusammen geschweisst. Nichts oder wenig davon ist übrig geblieben, das Ich und die Verwirklicklichung des ICHS stehen im Vordergrund. Nicht das WIR.
      Kennedy hat mal gesagt:"Frage dich nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage dich, was du für dein Land tun kannst:" Ich sage: "Frage dich nicht, wie du weiter kommst, sondern frage dich wie wir weiter
      kommen."....Ich, ich, ich, ich - ich kann es nicht mehr hören. Das grosse Gefühl des Zusammenhaltes, diese undefinierbare Band von Solidarität - das ist uns verloren gegangen. Und es ist uns verloren gegangen irgendwann
      in den 90er Jahren, das ist jedenfalls meine Wahrnehmung.

      Du, ihr könnt das alles für altmodisch halten. Ich hätte es gerne zurück. Und ich weiss auch, daß es gut tun würde.
      In dem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass die Deutschen bei großen Katastrophen wie Erdbeben & Tsunamis auf der Welt bei der Spendenbereitschaft ganz vorne mit dabei sind und ihre Bereitschaft zur Solidarität regelmäßig unter Beweis stellen.Wenn diese Solidarität, die in meinen Augen aus den Hauptmerkmalen Einzelereignis und Freiwilligkeit besteht, zu einer Bringschuld und anlasslosen Dauerzahlung umfunktioniert wird wie bei uns, um z.B. via illegaler Massenmigration arbeitslose Sozialpädagogen
      und Mitarbeiter in der Sozialindustrie zu alimentieren, ist das ein Raubzug im Namen der Solidarität zwecks Umverteilung vom Steuerzahler hin zu Caritas, Diakonie & Co.! Für ein schönes Sozialpädagogengehalt kann man schon mal Solidarität einfordern^^

      Den Anfang des von dir richtig beschriebenen Verlustes von Solidarität im Alltag verorte ich in den 2000ern mit der Schaffung von Hartz IV, Werkverträgen und der Liberalisierung der Zeitarbeit, womit der Kampf um ausreichend Lohn und bezahlbaren Wohnraum losging.
      Die Massenmigration, für die ebenfalls den Begriff der Solidarität missbraucht wird, ist die Treibladung für eine weitere Verschärfung des Kampfes um Arbeit, Wohnraum und Resourcen und ist geeignet, unseren Sozialstaat sturmreif zu schießen.
      Davon bekommt man in der Blase der links-grün wählenden und/oder bestens versorgten Spitzenverdiener, Medienschaffenden, Beamten, Staatsangestellten, NGOs und Wohlfahrt nichts mit. Bei uns ist Solidarität inzwischen das, was sie nicht sein sollte: Eine Einbahnstraße ins nichts!
      grübel Kannst du mir das mal genauer erklären?
      FC im Blut...egal welche Liga...
    • Manamana72 schrieb:

      grübel Kannst du mir das mal genauer erklären?
      glaubst Du wirklich an eine sinnige und nachvollziehbare Erklärung von jemandem, der andere pauschal als "dumm" abqualifiziert, wenn sie seine kruden Thesen widerlegen, der andere pauschal in Schubladen, oder Blasen steckt, während er selbst komplette Bevölkerungsgruppen in Summe abqualifiziert, und der sich nur darüber definiert, (erfundene) Probleme zu zeigen, und Lösungen mal eben zur Nebensache deklariert.
      Premium Member
    • Tanis schrieb:

      In dem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass die Deutschen bei großen Katastrophen wie Erdbeben & Tsunamis auf der Welt bei der Spendenbereitschaft ganz vorne mit dabei sind und ihre Bereitschaft zur Solidarität regelmäßig unter Beweis stellen.
      Wenn diese Solidarität, die in meinen Augen aus den Hauptmerkmalen Einzelereignis und Freiwilligkeit besteht, zu einer Bringschuld und anlasslosen Dauerzahlung umfunktioniert wird wie bei uns, um z.B. via illegaler Massenmigration arbeitslose Sozialpädagogen
      und Mitarbeiter in der Sozialindustrie zu alimentieren, ist das ein Raubzug im Namen der Solidarität zwecks Umverteilung vom Steuerzahler hin zu Caritas, Diakonie & Co.! Für ein schönes Sozialpädagogengehalt kann man schon mal Solidarität einfordern^^

      Den Anfang des von dir richtig beschriebenen Verlustes von Solidarität im Alltag verorte ich in den 2000ern mit der Schaffung von Hartz IV, Werkverträgen und der Liberalisierung der Zeitarbeit, womit der Kampf um ausreichend Lohn und bezahlbaren Wohnraum losging.
      Die Massenmigration, für die ebenfalls den Begriff der Solidarität missbraucht wird, ist die Treibladung für eine weitere Verschärfung des Kampfes um Arbeit, Wohnraum und Resourcen und ist geeignet, unseren Sozialstaat sturmreif zu schießen.
      Davon bekommt man in der Blase der links-grün wählenden und/oder bestens versorgten Spitzenverdiener, Medienschaffenden, Beamten, Staatsangestellten, NGOs und Wohlfahrt nichts mit. Bei uns ist Solidarität inzwischen das, was sie nicht sein sollte: Eine Einbahnstraße ins nichts!
      Gibt es diese sinnfreien Texte vorgefertigt von der AfD? Vielleicht sollten die auch jemanden finden, der vorher die Rechtschreibung prüft? Oder ist das dann wiederum nicht authentisch genug?
      Klingt alles gleich bei dir. Niemals Argumente, immer nur Behauptungen und Parolen.

      Macht sich jemand die Mühe, den Unsinn zu entkräften, die Lügen, Halbwahrheiten und nicht im Zusammenhang stehenden Behauptungen als solche kenntlich zu machen (was hier schon x-fach passiert ist), wird dies ignoriert.
      Dann geht es kurz darauf wieder von vorne los - mit der gleichen Propaganda.

      Du sagst es ganz richtig: "Eine Einbahnstraße ins Nichts!"

      Edit: Damit sich keiner den ganzen Unsinn durchlesen muss, habe ich die Kernparolen der AfD extra hervorgehoben.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tigranes ()

    • Koelschlenny schrieb:

      Bezüglich Weidel: Das Doppelbesteuerungsabkommen sagt nur, dass bereits in einem Land versteuerte Erträge nicht auch noch im anderen Land versteuert werden. Maßgeblich für die Besteuerung ist allerdings der gewöhnliche Aufenthaltsort (nicht zwingend gleichzusetzen mit dem Wohnsitz), nicht das Land, in dem die Erträge erwirtschaftet wurden. In einer Stellungnahme schrieb Weidel kryptisch "Steuerrechtlich sind die Verhältnisse vollkommen klar definiert, Spekulationen darüber erübrigen sich." Die Spendenthematik hat mein Vertrauen nicht unbedingt bestärkt.
      Nun aber zur eigentlichen Sache, wo wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt zu sein scheinen. Deinen Ansatz - Freibetrag hochsetzen - halte ich nicht für falsch, da er geringe Einkommen prozentual stark entlastet.
      Was die Progression angeht, muss ich festhalten, dass der Spitzensteuersatz ja derzeit erst bei 55.000 € zu versteuernden Einkommens für Alleinstehende gilt. Wenn ich mir die Einkommensverteilung anschaue (Quelle), dann verdienen drei Viertel der Vollzeitbeschäftigten diesen Betrag derzeit nicht, würden also davon nicht profitieren.


      Warum sollen Vermögens- und Erbschaftssteuern Neidargumente sein? Ich habe für eine Erbschaft in der Regel nicht selbst gearbeitet und ob jemand, der ein Millionenvermögen angehäuft hat und daraus zu sehr sanften Konditionen Kapitalerträge erhält, wirklich aufgrund seiner Lebensleistung soviel Kohle hat oder doch eher Glück hatte, mag ich nicht beurteilen.
      Ich finde es asozial, diese Menschen nicht deutlich stärker für das Gemeinwesen heranzuziehen als die Mittelschicht.

      Dein Argument "wenn man noch mehr bezahlen soll, investiert man nicht mehr" halte ich nicht für besonders stichhaltig. Anders herum wird ein Schuh draus. Wer viel Geld hat, der investiert mit dem Ziel, eine Dividende zu erhalten. Wenn man herumliegendes Vermögen besteuert, dann motiviert man die Menschen eher, mit ihrem Geld auch etwas anzustellen.
      Wer aber wenig Geld hat, der konsumiert, wenn man ihm mehr gibt, gibt sein Geld also aus. Das klappt besser als jedes Konjunkturprogramm, weil diese Menschen dann auf einmal eine neue Spülmaschine kaufen oder regelmäßig ins Kino gehen.


      Warum sollen wir es uns als Gesellschaft leisten, die oberen 10% (oder 1%?!) zu verschonen mit dem Argument "Neid", wenn andere Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben oder auch nur in jungen Jahren arbeitslos werden, an der Armutsgrenze leben?
      Das Thema mit der Erbschaft und dem Thema wer das verdient hat sehe ich ein bisschen anders, der Verdienst wurde versteuert, egal von wem. Was man machen kann, wäre die pauschale 25% Steuer von Kapitalerträgen abzuschaffen und hier den normalen Steuersatz einzuführen. Da würde ich mitgehen. D.h. für Leute mit viel Kapital fallen dann nicht mehr 25% an sondern eben im Extremfall der Spitzensteuersatz. Meinetwegen erhöht man auch hier den Freibetrag.

      Noch ein Beispiel zur Erbschaftsteuer. Wenn ich vermietete Immobilien aus dem Privatvermögen vererbe und das Erbe wird hoch versteuert.
      Was würde passieren: Entweder man kann die Erbschaftssteuer nicht bezahlen und muss verkaufen (Käufer setz AFA und Zins) von der Steuer ab oder einen Kredit dafür aufnehmen, welchen ich dann wieder von der Steuer absetzen kann - linke Tasche rechte Taschen. Idealerweise überführe ich dann die Immobilien in ein Geschäftsvermögen, dann ist es nach 10 Jahren steuerfrei. Folglich werden aber die Mieten teuerer, da ich dann hier Bilanzieren muss und diese Kosten ja wieder rein müssen....

      Das war jetzt nur ein kleines Beispiel, sicherhlich nicht komplett vollständig. Meines Erachtens ist diese Erbschafts- und Vermögenssteuer eine Diskussion, die dem Staat nicht viel bringt, sie schafft nur einen Nebenkriegsschauplatz.

      Was der Gesellschaft mehr bringt, sind die Verbrauchssteuern zu überdenken (nachdem man obigen Vorschlag bzgl. der Einkommenssteuern umgesetzt hat). Mehrwertsteuer für Lebensmittel von 7% runter, auch die normalen 19% runter. Dafür aber Luxussteuer auf den SUV, den Ferrari, die Yacht, auf Uhren über x Euro, auf Gemälde, auf Wohngebäude über x qm (gibt es teilweise schon bei der Grundteuer) Da triffst du dann Leute die Geld haben. Die Yacht wird trotzdem gekauft, die Uhr auch...interessiert keine Sau, man kann dann sogar noch mehr prahlen was die gekostet hat.

      Ironie on: Mist, geht alles leider nicht, denn dann kommt ja das Argument, dass sich der kleine den Ferrari und die Yacht nicht mehr leisten kann) Ironie off
      Was macht mein Verein Montags? Na über die Dörfer tingeln!
      Auf und ab und wir sind trotzdem hier...langsam werde ich zu alt für die Scheiße.
    • Koelschlenny, Beitrag 11989

      Zu Erbschaftssteuer usw. einmal nichts Theoretisches, sondern ein echtes Beispiel aus der Praxis.

      Der Vater(Mutter war schon verstorben) vererbt seinem Sohn das Gesamtvermögen. Bestehend aus einem EFH(in welchem der alte Herr gelebt hatte), einem Sechs - Parteien Mietshaus und der gut laufenden Handwerkerfirma.
      (12 Beschäftigte). Plus einen Bestand in Aktien und Barwerten(auf der privaten Ebene) in Höhe von ca. 325.000 EURO. In der Handwerkerfirma arbeitete der Sohn schon 14 Jahre mit. Diese Handwerkerfirma lief gut, aber hatte
      Kredite(man hatte stark investiert) von ca. 700.000 EURO laufen.

      Nach Feststellung der Freibeträge musste der Sohn knapp 750.000 EURO Erbschaftssteuer zahlen. Die waren aus den zur Verfügung stehenden Barmitteln und dem Aktienpaket nicht zu bestreiten, was zu einer Aufnahme von
      Krediten in der Höhe von weiteren 350.000 EURO geführt hätte. Die Alternativen bestanden also darin, daß Haus des alten Herren zu verkaufen, das Mietshaus zu verkaufen, die Firma zu verkaufen oder aber weitere Kredite
      aufzunehmen.

      Parallel dazu fiel - weil der Betrieb gut lief - selbstverständlich auch aus diesem Bereich Steuerzahlungen an. Mit anderen Worten: der Bursche war zwar durchaus nach landläufiger Meinung vermögend, aber die Liquiditäts-
      situation war durchaus beunruhigend.

      Ende vom Lied: Das Mietshaus wurde verkauft. Die Steuerschulden damit beglichen, ein Teil der Kredite abgelöst, der Rest wanderte ins Betriebsvermögen.

      Ist so etwas gerecht?! Immerhin hatte Junior ja auch 14 Jahre den Laden mit begleitet, Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, modernisiert und weiter gedacht. Senior hatte sowieso nicht viel anderes im Kopf als seinen Laden.
      Und alles, was er privat gemacht hatte - Mietshaus gekauft und EFH gebaut - das war aus schon versteuertem Einkommen. Also, ist das gerecht?!
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    • Soll/Ist schrieb:

      Koelschlenny, Beitrag 11989

      Zu Erbschaftssteuer usw. einmal nichts Theoretisches, sondern ein echtes Beispiel aus der Praxis.

      Der Vater(Mutter war schon verstorben) vererbt seinem Sohn das Gesamtvermögen. Bestehend aus einem EFH(in welchem der alte Herr gelebt hatte), einem Sechs - Parteien Mietshaus und der gut laufenden Handwerkerfirma.
      (12 Beschäftigte). Plus einen Bestand in Aktien und Barwerten(auf der privaten Ebene) in Höhe von ca. 325.000 EURO. In der Handwerkerfirma arbeitete der Sohn schon 14 Jahre mit. Diese Handwerkerfirma lief gut, aber hatte
      Kredite(man hatte stark investiert) von ca. 700.000 EURO laufen.

      Nach Feststellung der Freibeträge musste der Sohn knapp 750.000 EURO Erbschaftssteuer zahlen. Die waren aus den zur Verfügung stehenden Barmitteln und dem Aktienpaket nicht zu bestreiten, was zu einer Aufnahme von
      Krediten in der Höhe von weiteren 350.000 EURO geführt hätte. Die Alternativen bestanden also darin, daß Haus des alten Herren zu verkaufen, das Mietshaus zu verkaufen, die Firma zu verkaufen oder aber weitere Kredite
      aufzunehmen.

      Parallel dazu fiel - weil der Betrieb gut lief - selbstverständlich auch aus diesem Bereich Steuerzahlungen an. Mit anderen Worten: der Bursche war zwar durchaus nach landläufiger Meinung vermögend, aber die Liquiditäts-
      situation war durchaus beunruhigend.

      Ende vom Lied: Das Mietshaus wurde verkauft. Die Steuerschulden damit beglichen, ein Teil der Kredite abgelöst, der Rest wanderte ins Betriebsvermögen.

      Ist so etwas gerecht?! Immerhin hatte Junior ja auch 14 Jahre den Laden mit begleitet, Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, modernisiert und weiter gedacht. Senior hatte sowieso nicht viel anderes im Kopf als seinen Laden.
      Und alles, was er privat gemacht hatte - Mietshaus gekauft und EFH gebaut - das war aus schon versteuertem Einkommen. Also, ist das gerecht?!
      Ich fasse das mal zusammen, einfach der Übersichtlichkeit halber.

      Das Erbe besteht aus:
      - EFH
      - MFH
      - gut laufende Firma
      - Aktien und Barwerte von ca. 325.000 €

      Nach Zahlung der Erbschafssteuer verbleibt:
      - EFH
      - gut laufende Firma
      - Aktien und Barwerte in unbekannter, vermutlich klein sechsstelliger Höhe (Anmerkung: Du hast nicht genau beschrieben, wie das Saldo aus Aktien, Barwerten und Einnahmen aus Verkauf MFH am Ende war)

      Kurze Antwort: JA, ich finde das absolut gerecht.

      Ich finde das Argument mit dem "das Geld war schon einmal versteuert" nicht besonders stichhaltig. Auch das Geld, für das ich zum Bäcker gehe, ist bereits versteuert und wird vom Bäcker nochmal versteuert, bevor es die dortigen Angestellten als zu versteuerndes Einkommen erhalten. Genauso hat der Vater vielleicht Zuschüsse für die Sanierung der Häuser oder für die Modernisierung der Firma erhalten, da würde ja auch keiner sagen, dass das nach dem Tod zurück an den Staat gehen muss.

      Der Erbe ist nun Eigentümer einer gut laufenden Firma, eines Einfamilienhauses, welches er nach freiem Gusto nutzen kann (mietfrei wohnen, vermieten oder verkaufen) und weiteren Vermögens, sodass keinerlei persönliche Gegenstände (ja, auch eine 30.000 €-Uhr kann ein persönlicher Gegenstand sein) verscherbelt werden mussten. Die Steuerlast von 750.000 Euro lässt auf einen Gesamtwert von ca. 4 Millionen Euro schließen, wovon also nach Zahlung der Erbschaftssteuer noch etwas über 3 Millionen Euro übrig bleiben (so sagt es der Rechner auf dieser Seite). Damit gehört dieser Erbe noch nach Zahlung der Erbschaftssteuer locker-flockig zum reichsten 1% der Gesellschaft (DIW 2012: ab 800.000 € Nettovermögen). Der Erbe hatte außerdem die freie Wahl, wie er die Erbschaftssteuer zahlt: er hätte Unternehmensanteile verkaufen können (zum Beispiel an einen weiteren langjährigen Mitarbeiter, der zukünftig den wegfallenden Arbeitsanteil übernimmt), Kredite aufnehmen können (zum Beispiel die Häuser beleihen und die Erbschaftssteuer aus den Mieten bestreiten) oder eben frei wählbare Teile des Vermögens verkaufen.
      Wer weiß, vielleicht hätte er sogar das MFH teilen und an die Bewohner verkaufen können, sodass diese nun Wohneigentum besäßen.

      Und nochmal: hier geht es allein um das Erbe, nicht um Einkünfte des Sohnes, um sein Privatvermögen oder gar um vorangegangene Schenkungen. Also um ein Vermögen, an dessen Bildung der Sohn nicht beteiligt war (sofern er nicht gratis 14 Jahre gearbeitet hat).

      Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass der Papierkram und der Zwang, des Vaters Eigentum teilweise zu "verscherbeln", während gleichzeitig die Firma weiter läuft, emotional ganz schön belastend sind. Aber von den reinen Zahlen her finde ich, dass der Erbe mit der aktuellen Steuerlast und allen dazugehörigen Pflichten und Freiheiten sehr, sehr gut dasteht. Wie gesagt: reichstes 1% läge bei 800.000 €.

      PS:
      Bitte korrigiere ich, falls eine meiner Annahmen falsch war und sich die Sachlage anders darstellt. Meine Bewertung fußt selbstverständlich nur auf den o.g. Annahmen und dem von dir beschriebenen Sachverhalt.
      Ich habe vor kurzem meinen 1000. Beitrag verfasst. Gratuliere mir doch mit einem Like :tu: