Der Versuch, eine verkorkste Saison nüchtern und sachlich zu anlysieren

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    • Der Versuch, eine verkorkste Saison nüchtern und sachlich zu anlysieren

      Wie der Titel schon sagt, soll in diesem Thread der Versuch stattfinden, die vermutlich katastrophalsten 16 Spiele des FC (und die Saison dauert noch lange genug) zu analysieren und die Ursachen für den Verlauf zu finden.
      Dazu sei jeder aufgerufen, der sich wirklich nüchtern und sachlich äußern will. Emotinoalisierte (verständlich, aber hier fehl am Platz) und polemische Beiträge können dagegen weiterhin in den unzähligen anderen Threads abgeladen werden.

      Logischerweise ist alles im Folgenden Geschriebene meine persönliche Meinung. Deshalb spare ich mir so Phasen wie "meiner Meinung nach" oder "ich glaube, dass...".
      Selten lässt sich eine Misere an nur einem Faktor festmachen, und das ist auch in unserer Situation so. Und bei einer so großen Misere sind es sogar entsprechend viele Negativeinflüsse, die zusammenkommen und uns ganze drei Punkte beschert haben.

      Fitness:
      Für nahezu alle Verantwortlichen im Verein stellte zu Beginn der Saison der Umgang mit der Europaliga ein absolutes Novum dar. Gerade im Bereich des Konditions-, Fitness und Regenerationstrainings stellten sich gänzlich neue Bedingungen ein.
      Wie macht man es richtig? Viel Ausdauer bolzen, damit die Spieler die 6 Spiele mehr in kurzer Zeit bewältigen können? Oder mehr Regeneration einstreuen, damit die Erholung gewährleistet ist?
      Scheinbar war die gefundene Lösung alles andere als optimal. Zu Beginn der Saison wirkte das Team, als habe es zuviel Kondition gebolzt und dabei viele andere Bereiche vernachlässigt. In einer so engen Liga führte das dann in engen Spielen zu den bekannten Ergebnissen, obwohl wir zu dem Zeitpunkt noch auf die meisten Stammspieler zurückgreifen konnten. Im Verlaufe der Saison häuften sich dann zunehmend Verletzungen, wenige Spieler mussten viele Einsätze absolvieren, wirk(t)en überspielt, Folge waren schwächere Leistungen und weitere Verletzungen.
      Hier lief also sehr viel ziemlich falsch. Das Team um Stöger und Kugel hat hier nicht die richtigen Schlüsse gezogen und einen Grundstein für diese miserable Saison gelegt.
      Sicherlich ein sehr wichtiger Faktor.

      Verletzungen:
      Inwiefern die mit der Fitness des Teams und der Mehrbelastung zusammenhängen, ist natürlich schwer nachzuvollziehen. Aber losgelöst davon kann man das wohl nicht betrachten.
      Fakt ist aber, dass wir den größten Verletzungsstand der Liga haben und teilweise mit Rumpfkadern antreten mussten.
      Ein weiterer gewichtiger Sargnagel.

      Kader/Transferpolitik:
      Der Verkauf von Modeste zu den kolportierten Zahlen war richtig, zumal er sein Blatt überreizt und den FC einmal zu oft unter Druck gesetzt hatte.
      Klar war, dass ein neuer Zielspieler her musste und dazu einer, der Osako als HS Konkurrenz machen und die spielerische Qualität anheben könnte. Namen wurden zigfach gehandelt, am Ende kam Cordoba für einen absolut abartigen Preis. Sicherlich ein guter Mann, der durchaus was kann, aber wie mein Onkel (Mainz-Fan) so schön sagte: Der kämpft viel, aber weiß nicht, wo das Tor steht. Wie die meisten hatte ich in der Hinsicht auf eine Entwicklung gehofft, aber auch aufgrund von Verletzungen steht bei ihm die Null. Dazu kam eben keine spielerische Komponente für die Offensive, sodass wir weiter am Tropf von Osako und Leo hingen.
      Im Zentrum wurde wohl entweder schneller mit Högers Rückkehr gerechnet, oder man hat tatsächlich komplett verschlafen, dass Lehmann seinen Zenti überschritten hat und unbedingt ernsthafte Konkurrenz für seine Position verpflichtet werden musste. Dazu kam natürlich auch noch die Verletzung von Hector.
      Da man kaum so viele Verletzungen und Formtiefs vorhersehen konnte, war die sonstige Kaderpolitik (abgesehen von DM und HS) nicht mal grundverkehrt. Hoffnungsvolle Talente sind sicherlich die Antwort auf den Transferwahnsinn.
      Insofern war die Transferpolitik sicherlich nicht optimal, aber unter anderen Voraussetzungen hätte dieser Kader locker die Klasse halten müssen. Andererseits hätten vielleicht auch nur 2 sinnvolle Transfers vieles auffangen können und in den sehr vielen engen Spielen möglicherweise das ein oder andere Mal den Unterschied ausgemacht. Aber das sind viele Konjunktive.

      Spielerleistungen:
      Am Ende sind es immer die Spieler, die die Leistungen auf dem Platz bringen müssen. Und da gab es in dieser Saison abseits aller anderen Faktoren so einige Fehlleistungen.
      Ich spare mir auf die jungen Talente einzugehen. Das sind die ärmsten Säue, die in einer psychisch kaputten Mannschaft Dinge leisten sollen, die ihnen einfach (noch) nicht möglich sind.
      Entscheiden waren die Lesitungsträger der letzten Saison. Hector war bis zu seiner Verletzung ein Schatten seiner selbst, Sörensen ein permanenter Unsicherheitsfaktor, Leo entweder verletzt oder übermotiviert und uneffektiv, Osako letzte Saison neben Mo der Mann der Saison an Harmlosigkeit kaum zu überbieten, Lehmann unsichtbar, Rausch überfordert mit nahezu allen Basics und Clemens...da fällt mir gar nix zu ein. Lediglich Horn, Heintz, Jojic (gelegentlich) und Maroh (wenn fit und aufgestellt) haben sowas wie Erstligatauglichkeit bewiesen.
      Verletzungen, Fitness, Psyche hin und her - das war einfach von vielen zu wenig.

      Pech:
      Gerade in den ersten beiden Drittel der Saison hatten wir extrem viele knappe Spiele, die nahezu allesamt auch andersherum hätten ausgehen können. Hier eine Fehlentscheidung des Schiris, dort ein Verstolperer vor dem Tor, oft ein Gegentor durch die erste echte Chance des Gegners. Dazu die vielen Verletzungen (soweit wirklich Pech) und die Auswirkungen aus einem solchen Negativlauf.
      Sicherlich kann man sich hinstellen und die gesamte Hinrunde mit den drei Punkten auf Pech schieben, aber zu sagen, dass das keine so große Rolle gespielt hat, wäre ein ebenso großer Blödsinn.

      Trainer/Spielsystem:
      Was soll man sagen? PS hat das gemacht, was er immer gemacht hat. Er hat in Ruhe mit dem Team gearbeitet, defensiv gut strukturiert und vorne eben auf die individuelle Stärke und Umschaltspiel gesetzt. Aber diese individuelle Stärke war einfach nicht (mehr) vorhanden, durch Verletzungen, Formtiefs und den Abgang von Mo. Und das Umschaltspiel funktioniert halt auch besser, wenn man mal ein beruhigende Führung im Rücken hat. Und wenn es mit diesem Restkader Alternativen gegeben hätte, dann hat Stöger sie nicht gefunden. Die Mannschaft hat auch zumeist mit dem Gegner mithalten können, wir haben fast nie wie ein Absteiger gespielt. Aber wenn man vorne so extrem harmlos ist, dann reicht es in der engen Liga einfach nicht.
      Dazu kommt natürlich sein Anteil an der Fehlsteuerung bei der Konditionbildung. Wie viel Anteil er daran hat, ist letztlich schwer zu sagen, aber als Trainer ist er in der Hinsicht der verantwortliche Mann.

      Querelen/Chaosfaktor:
      Ich will hier gar nicht spekulieren, was genau intern gelaufen ist. Das werden wir vermutlich nie wirklich erfahren, weil jeder seine eigene Version verbreitet. Aber das Verhältnis zwischen Stöger und Schmaddi war in irgendeiner Form gestört. Und das wohl schon, als wir uns hier noch über Europa gefreut haben. Da hätte die Clubführung früher einschreiten müssen. Dazu kamen alles andere als souveräne Auftritte von Spinner, Schumacher und Wehrle in der Öffentlichkeit, die im Ansatz an alte Zeiten erinnerten. Aber zumindest verfügt diese Clubleitung über Selbstreflexion (im Gegensatz zu Overath und Co.).
      Inwiefern das alles Auswirkungen auf das Team und dessen Leistungen aber auch auf die Kadergestaltung vor der Saison oder die Trainingssteuerung gehabt hat, ist für uns kaum nachvollziehbar - ohne Auswirkungen war es aber ganz sicher nicht.

      Zuschauer/Fans:
      Bis jetzt tatsächlich immer noch erstaunlich zurückhaltend im Stadion - Social-Media-Trolle zähle ich ohnehin nicht zu den Fans oder auch nur als irgendwie ernstnehmbar.
      Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Mannschaft meistens zumindest kämpferisch da war.
      Vereinzelte Pfiffe gab es zwar, aber sicherlich nicht in der Form, dass es einen großen Einfluss auf die Psyche der Spieler haben dürfte.
      Insgesamt reagiert die FC-Anhängerschaft absolut großartig und hätte sich eigentlich ein dauerhaftes Mitwirken des FC am Erstligabetrieb mehr als verdient.

      Fazit:
      Da kam einfach eine ganze Menge zusammen. Und nur wenn man all diese Faktoren zusammennimmt, lässt sich halbwegs erklären, warum wir drei und nicht solide 20+ Punkte auf dem Konto haben.
      Ich will so eine Phase jedenfalls nicht nochmal erleben. Allerdings empfand ich den letzten Abstieg damals als hoffnungsloser, da wir unmittelbar vor dem Aus standen. Diesmal ist es einfach ein vollkommen überflüssiger und vermeidbarer Betriebsunfall, der uns aber nicht komplett aus der Bahn wirft. Das Fundament ist mittlerweile deutlich stabiler.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • @Tigranes

      Ergänzend könnte man noch die Rolle der Medien anfügen, die sich "heilige Kühe" gezüchtet und dazu beigetragen haben, dass personelle Konsequenzen zum Synonym für Amoralität und mangelnden Anstand degradiert wurden. Zusammen mit einem alles andere als entscheidungsfreudigen Vorstand, der sich nicht öffentlich gegen den Wind stellen wollte, führte dies dazu, dass Schlussfolgerungen erst gezogen wurden, als es bereits zu spät und das Kind in den Brunnen gefallen war.
    • Wie willst Du sachlich analysieren, wenn Du über tatsächliche Begebenheiten immer nur spekulieren kannst? Das läuft halt immer auf interpretieren hinaus.

      Meine "Kurzinterpretation":
      - Schmadtke ist nicht teamfähig. Er weist zwar Kompetenzen für Zuarbeiter und Untergebene aus, fällt aber seine Entscheidungen alleine. Er lässt sich, wenn er einen Weg eingeschlagen hat nicht im geringsten beeinflussen, da er keinerlei Selbstreflexion besitzt. Du musst ihm zu 100% vertrauen und Dich in seine Hände begeben oder Du lässt es. Frei nach dem Motto: Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen
      - Stögers Stärke ist es ein Team aufzubauen, dass als Kollektiv mehr erreicht, als es alleine könnte. Er gibt eine gewisse Grundstabilität indem er dem Team vertraut und den Hauptrollen den Rücken stärkt, indem er an ihnen festhält. Hierdurch kann das Team Negativwirkungen selbstständig entgegen wirken. Gerät aber das Kollektiv aus den Fugen, brechen die Stützten ein, so schafft er es nicht das Team neu aufzustellen, eine neue Bewegung ins Team zu bringen, sei es durch neue Impulse von außen oder Ausprobieren indem er die Struktur umstellt.
      - Wir haben Spieler die Verantwortung übernehmen können, die sich entgegen stellen können, die das Team mitreißen können unter Wert bekommen, weil diese eine ausgeprägte Verletzungshistorie hatten. Wir haben darauf vertraut, dass diese Spieler dauerhaft verfügbar bleiben. Das waren z.B. Bittencourt, Risse, Höger. Wir haben hier keine Backups "installiert".
      - Mit diesen Spielern plus Hector, plus Maroh sind alle diese Stützen weg gebrochen. Wir hatten keinen einzigen Spieler mehr auf dem Platz der führen oder sich dagegen stemmte konnte. Lehmann war ein reiner Teambuilder. Er kann agieren wie aus einer Überwachungszentrale, aber nicht voraus gehen. Deshalb macht es auch keinen Sinn ihm immer wieder vorzuwerfen, dass er nicht kann für was er nicht geholt wurde. Die wegbrechenden Stützen waren andere. Eben die Spieler die sich verletzt haben.
      - Schumacher kann nur den Grüß-August, der im Radio sein Buch vorstellen kann. Es gibt bei uns keine sportliche Kompetenz, die eine eigene Idee hat und eingreift, wenn der Weg davon abkommt.

      Das alles hat uns von den Beinen geholt.

      Man musste sich mangels Finanzen 4 Jahre aufs bestehende Kollektiv konzentrieren und beschränken. Das konnte Schmadtke, das konnte Stöger. Es waren die richtigen Leute zur richtigen Zeit. Man nennt das dann "sie gingen unbeirrt ihren Weg".

      Jetzt hatte man die Chance vertan Manschaft und Verein auf breitere Basis und mehrere Stützen zu stellen, obwohl das Geld da war. Das war nicht unbeirrt, sondern stur oder betriebsblind.

      Ich hoffe der neue aus Leipzig dient auch dazu, dass man sich nicht mehr nur Stoff das vorhandene Team sondern das Ganze konzentriert.
      "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen" (Karl Valentin)
    • Blauer Bock schrieb:

      Wie willst Du sachlich analysieren, wenn Du über tatsächliche Begebenheiten immer nur spekulieren kannst? Das läuft halt immer auf interpretieren hinaus.
      Sachlich im Gegensatz zu polemisch.
      Spekulatius ist einiges trotzdem, aber eben mit dem Versuch, sich weitestgehend objektiv mit der Sachlage (soweit bekannt) auseinanderzusetzen.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • Wir hatten die letzten Jahre einen der kleinsten Kader der Liga. Und wir glaubten, dass wir den nichtmal für die Mehrfachbelastung der EL vergrößern müssten.

      Wir hatten die letzten Jahre eines der geringsten Trainingspensums der Liga. Und wir dachten, dass wir das mit Blick auf die EL nochmal etwas reduzieren können.

      Wir hatten die letzten Jahre lediglich ein taktisches Grundsystem. Und wir meinten, dass das auf dem nationalen wie dem internationalen Parkett schon reichen würde.

      Es lief die ganze Jahre doch so gut. Wozu irgendwas verändern?

      Und wo es plötzlich nicht mehr läuft, da kannst du dann so spontan nichts mehr verändern.
      :hennes: Die Herausforderung "Bundesliga mit Köln" ist für einen Spieler etwas vom Größten. Köln ist ein Mythos. :FC:
    • Ich will das was jetzt hier vor allem von Tigranes gut zusammengefasst aufgezählt nicht noch einmal wiederholen. Ich glaube es ist aber grundsätzlich auch wichtig das Du den ein oder anderen "Sauhund" dabei hast. Und da gab es schon Möglichkeiten. Ich hab mir beispielsweise so einen wie Boateng gewünscht. Hätte uns gutgetan. Oder, wenn ich halt weiß das es mit dem Torabschluss problematisch werden könnte, dann muss man doch auch da schauen, zumal uns unsere Versicherung gekündigt hatte. Ich will jetzt nicht wieder mit irgendwelchen Namen um die Ecke kommen. Auch da gab es sicherlich Möglichkeiten. Ich hätte auch versucht so Leute wie Haberer oder Troljan zu holen. Keine Ahnung ob dies versucht wurde. Ich will ja jetzt auch nicht behaupten das ich das weiß..Ich weiß es nicht, habe aber den Eindruck das man sich garnicht mit solchen Spielern beschäftigt hat. Ich glaube tatsächlich das uns 3 weitere Verstärkungen im Mittelfeld bzw. davon einer im Sturm diesen ganzen Rattenschwanz erspart hätte. Ich glaube man konnte zum Ende der letzten Saison ganz klar ein Fazit ziehen..Sie hatten das mit großer Leidenschaft, etwas Glück und aller Mobilisierung von Kräften geschafft, aber es war schon zu erkennen das man arg am Stock ging. Es musste so oft quasi etwas zusammengeflickt werden, und man wusste auch in etwa wie sich unsere Spieler im gesamten Saisonverlauf präsentieren. Ich wäre beispielsweise ganz klar davon ausgegangen das Leo vielleicht 15-20 Spiele auf höherem Niveau machen kann, mehr lässt seine Spielweise und sein Körper nicht zu. Bei Risse wusste man auch vorher das die Wahrscheinlichkeit nicht sehr groß ist das er eine Saison durchhält. Ich finde das ganze war viel zu fragil, und Verstärkungen hätte man auch unabhängig davon holen müssen.
    • Schöne Zusammenfassung tigranes.
      Da steckt sehr viel Wahrheit dahinter. Denke da ist für jeden etwas dabei...die Gewichtung wird jedoch unterschiedlich ausfallen.

      Die einen sehen eher das Pech im Vordergrund, die anderen die Leistungen der einzelnen Spieler und die nächsten sehen vor allem das Gespann Trainer/spodi in der Verantwortung.

      Bei mir ist es definitiv das letztere und daraus habe ich auch keinen Hehl gemacht.

      In meinen Augen haben Stöger und schmadtke vor der Saison sehr viel unterschätzt bzw. überschätzt.

      Überschätzt wurde der Kader in seiner jetzigen Zusammenfassung (ohne modeste).
      Unterschätzt wurde die dreifachbelastung.

      Aus den Fehleinschätzungen wurden dann die falschen Schlüsse gezogen, zumindest in meinen Augen.
      Man nahm an, dass der Kader in der Zusammensetzung ausreicht, um das Saisonziel (40 Punkte + X) zu erreichen. Man nahm zudem an, dass die Trainingsbelastung gesteuert werden müsste, wie man es fragen hat.

      Beides entpuppte sich als grandiose Fehleinschätzung.

      Konditionell hinken wir der Konkurrenz hinterher. Zudem haben wir eine Fülle an muskelverletzungen, die sicher alles sind, nur kein Zufall (in der Häufigkeit).

      Unterschätzt wurde, dass wir ohne modeste (also ohne Killer) das alte System nicht mehr spielen können (räume hinten eng machen und vorne richtet es dann einer im Alleingang).
      Wir müssen stattdessen mit mehreren Leuten nach vorne rücken. Das hat zur Folge, dass räume größer werden und wir nicht mehr die defensive Stabilität haben. Vor allem Lehmann bekommt jetzt Riesen Probleme, da zu langsam für die größeren räume.

      Ein riesengroßer Bock, den ich Stöger ankreide war, mit zu vielen nicht fitten Spielern in die Saison zu gehen. Es war daher mindestens sehr wahrscheinlich, dass wir die ersten Spiele allesamt verlieren werden...seitdem laufen wir der Musik hinterher und haben in jedem Spiel mega Druck gehabt. Hätten wir zwei, drei gute und fitte Spieler verpflichtet...wir hätten die ersten vier/fünf spiele nicht verloren und ich bin mir sicher, die Saison wäre dann anders verlaufen.

      Zudem haben wir zu wenig Häuptlinge und zu viele Indianer und kein Gerüst aus verlässlichen Spielern.

      Córdoba ist ebenfalls alles, nur kein Torjäger...wer soll also die Tore erzielen, die letztes Jahr modeste machte?


      Pech mit Schiris hätten wir zudem, das ist unbestritten! Mein Ansatz ist halt der, dass wir immer versuchen sollten, das Maximum bei uns herauszuholen, um sich unabhängiger von den Pfeiffen zu machen...das haben wir dieses Jahr definitiv verpasst.

      Verlegung Hectors war auch schlimm für uns!

      Im Grunde genommen sind das alles Punkte, die schon oft gennant wurden...auch hat man im Verein, der die Fehleinschätzungen erkennen konnte (Kontrollinstanz- zu wenig sportliche Kompetenz)...

      Aber wenn man so da steht, wie wir, dann kann man die Dinge ruhig öfter nennen.

      Gleichzeitig sollte man nun nach vorne schauen und überlegen, wir man solche Fehler in Zukunft vermeidet...denn rückgängig kann man die jetzt nicht mehr machen.

      Veh finde ich gut, das ist ein Anfang...den Leipziger kenne ich nicht, daher mal sehen...

      Jetzt muss wieder rühre einkehren, eine wagenburgmentalität her und alles dafür getan werden, dass wir uns vernünftig aus der Liga verabschieden und dann direkt wieder hochkommen.
    • Der Kardinalfehler war auf Schlüsselpositionen mit nicht fitten Spieler in die Saison zu gehen, ohne Alternativen. Spieler wie Risse, Leo und Höger sind nicht fähig 25+ Spiele in einer Saison zu absolvieren.

      Der zweite Fehler war und auch heute noch unfassbar, Modeste nicht zu ersetzen und es auch gar nicht zu versuchen. Was Schmöger sich dabei gedacht haben, würde ich gerne erfahren wollen.

      Der dritte Fehler war auf der Schlüsselposition (6er) auf Lehmann zu setzen. Ich will dem Mann nichts böses, aber seine Zeit ist vorbei und das hätte Schmöger auch klar sein müssen.

      Der vierte Fehler ist die auch sonst dürftige Einkaufspolitik. Schwachstellen, die seit Jahren bekannt sind, würden nicht behoben und auch anscheinend gar kein Versuch unternommen, daran was zu ändern.

      Der fünfte Fehler war dann wohl die Trainigssteuerung. Für mich auch unfassbar, da der FC die letzten Jahre einen doch recht fitten Eindruck machte und wir mit Kugel doch anscheinend einen Top-Mann haben/hatten. Verantwortlich mache ich dafür aber PS und nicht Kugel.

      Der sechste Fehler ist die fehlende taktische Variabilität. Auch dafür sehe ich PS in der Verantwortung.#

      Der siebte Fehler ist dann leider beim Vorstand zu suchen, die leider Krise nicht können, da sie bei der ersten gnadenlos gescheitert sind.

      So, vom Sofa aus im Nachhinein ist es natürlich einfach zu kritisieren.

      Es ist halt einfach schade, dass der FC mal wieder so aufn Arsch fällt, da bei Schmöger doch die berechtigte Hoffnung bestand, den FC zu einem seriösen und konstanten Verein zu machen. Leider hat es nicht nachhaltig funktioniert.

      Was bleibt: Veh macht bisher einen engagierten und aufgeräumten, klaren Eindruck. Vielleicht der richtige Mann, um den FC wiedermal auf Kurs zu bringen.

      Es wäre uns zu wünschen.
      "Egal, wie Volk ihr seid. Wir sind Völker!"
    • ich weiss nicht ob es hier rein passt aber ich schreib mal darauf los.

      nach der peinlichen Pleite gegen Freiburg war ich zutiefst geknickt. Die Niederlage in München hab ich zur Kenntnis genommen.

      Es sind wie im Eingangsposting treffend beschrieben alle Sachen gemeinsam eingetroffen. so dass man an sich abgestiegen ist wenn es nicht viele Wunder gibt. Wer glaubt an 28 Punkte in der Rückrunde.

      Irgendwie bin ich mir sicher, dass wir weiter großes Potenzial haben und auch für viele lukrativ sind unabhängig von der Liga. Der Abstieg kostest sicher Geld, vermutlich auch ein paar Plätze in der ewigen Bundesligatabelle. Ich hoffe keine Arbeitsplätze von Angestellten, nicht Spieler, die nichts dafür können.

      Wird uns das ziemlich sichere 1 Jahr 2 Liga sehr weh tun? Es werden sicher Leistungsträger gehen aber ob die sonst da geblieben wären, wer weiß. Wir verlieren sicher Einnahmen aber wie viel ist das? die Fernsehgelder werden weniger, aber was machen die Sponsoren, die Fans. gibt es hier Einbußen? Hat hier jemand einen Einblick, wie sich unser Etat zusammensetzt?

      Wird es nur ein Betriebsunfall der nicht wirklich weh tut? Für uns Fans bedeutet der Verein viel. Für viele andere ist es nur ein Wirtschaftsunternehmen, in dem es ums Geld geht.

      Ich spüre schon wieder etwas Aufbruchstimmung. Hoffen wir auf eine gute Trainer Entscheidung und wer weiß evtl gewinnen wir sogar noch ein Spiel in dieser Saison :clown:
    • Tigranes schrieb:

      Fitness:
      Für nahezu alle Verantwortlichen im Verein stellte zu Beginn der Saison der Umgang mit der Europaliga ein absolutes Novum dar. Gerade im Bereich des Konditions-, Fitness und Regenerationstrainings stellten sich gänzlich neue Bedingungen ein.
      Sehe ich ein wenig anders. Das Problem der Fitness haben wir meiner Meinung nicht erst seit dieser Saison, sondern auch schon seit letzter.
      Ob es am zu laschen Training, oder falschen Konditionsarbeit lag kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls war die Fitness schon in der letzten Saison eines unserer Probleme auch wenn wir die Punkte geholt haben, und in dieser Saison eines unserer größten Schwächen.

      Tigranes schrieb:

      Verletzungen:
      Inwiefern die mit der Fitness des Teams und der Mehrbelastung zusammenhängen, ist natürlich schwer nachzuvollziehen. Aber losgelöst davon kann man das wohl nicht betrachten.
      Aus der Ferne würde ich auch einen Zusammenhang zum Training sehen. Was das Thema Verletzungen betrifft, so sind wir wie von Stöger präferriert mit einem kleinen Kader reingegangen. Bleiben die Verletzungen aus, und der Teamspirit ist aufgrund des kleinen Kaders gut, hat Stöger alles richtig gemacht.
      Mit dem zu kleinen Kader hat Stöger in letzter Konsequenz vieles falsch gemacht in diesem Punkt.

      Tigranes schrieb:

      Trainer/Spielsystem:
      Was mich an Stögers System immer gestört hat, war das Reagierende und Agierende.
      Ist Geschmackssache, meins war es halt nicht.

      Tigranes schrieb:

      Fazit:
      Da kam einfach eine ganze Menge zusammen. Und nur wenn man all diese Faktoren zusammennimmt, lässt sich halbwegs erklären, warum wir drei und nicht solide 20+ Punkte auf dem Konto haben.
      sehe ich auch so. Es gab nicht EINEN Grund. Aber ich tendiere dazu hin, dass die Gründe, die wir selbst zu verschulden hatten die schwerwiegensten waren.
      Also mit anderen Worten: Wir sind selbst Schuld dort wo wir stehen. Ohne Pech läge meine Wahrheit bei 7-9 Punkten.
    • gehen wir mal davon aus, wir müssen 8-10 Spiele gewinnen. dann kommt noch hinzu dass wir gegen die wichtigen Konkurrenten gewinnen bzw nicht verlieren

      Sieg im Derby und Niederlage gegen den HSV wäre schlechter als umgekehrt.

      wir sollten Hamburg, Bremen, Mainz, Freiburg und Stuttgart schlagen. +15

      Hannover, Frankfurt, Wolfsburg, Augsburg, Berlin müssen weitere Siege her.

      Gladbach, Schalke, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig, Dortmund würden 1-2 Siege gut tun

      Bayern nicht das Torverhältnis versauen
    • totti1604 schrieb:

      gehen wir mal davon aus, wir müssen 8-10 Spiele gewinnen. dann kommt noch hinzu dass wir gegen die wichtigen Konkurrenten gewinnen bzw nicht verlieren

      Sieg im Derby und Niederlage gegen den HSV wäre schlechter als umgekehrt.

      wir sollten Hamburg, Bremen, Mainz, Freiburg und Stuttgart schlagen. +15

      Hannover, Frankfurt, Wolfsburg, Augsburg, Berlin müssen weitere Siege her.

      Gladbach, Schalke, Leverkusen, Hoffenheim, Leipzig, Dortmund würden 1-2 Siege gut tun

      Bayern nicht das Torverhältnis versauen
      Endlich meint es der Spielplan mal gut mit uns. Wenn alles glatt geht, sind die Bayern am vorletzten Spieltag bereits Meister und kommen gerade vom CL-Halbfinal-Rückspiel.

      Wenn du schon optimistisch rechnest, dann ist da einer, wenn nicht drei Punkte drin.
    • @skymax

      Unsere Tordifferenz beträgt -22 die des HSV -10.

      Um den HSV noch einzuholen müssen wir denke ich 27 Punkte holen.

      8 Siege
      3 Unentschieden
      6 Niederlagen

      Nehmen wir an, dass wir jedes Spiel mit einem Tor Unterschied gewinnen bzw verlieren, dann haben wir eine Tordifferenz am 34. Spieltag von -20.

      HSV:

      5 Siege
      3 Unentschieden
      8 Niederlagen

      Macht eine Tordifferenz von -13

      Also alles noch in relativer Nähe. Hätten wir gegen die Bayern 5 oder 6 Tore kassiert dann sähe es diesbzgl. Uneinholbar aus.

      Daher sehe ich es auch erstmals positiv, dass wir durch das Bayern Spiel unsere eh schon schlechte Tordifferenz nicht noch weiter verschlechtert haben.

      Fazit:

      Wenn wir Spiele gewinnen in der Rückrunde, sollten wir auch aufs 2 oder 3 Tor gehen.

      Alles bisschen realitätsfremd, aber ich klammere mich an jeden Strohhalm.