Legendäre Spieler der 60er und 70er Jahre

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    • Spielzeit 1995/96 hatte so manches Schmankerl für den FC und seine treuen Fans. Herrlich der Ausflug Anfang November nach Hamburg, wo wir am
      Millerntor gegen FC St. Pauli anzutreten hatten. Da war Fussball aus der Feinkostabteilung angesagt. Der FC war Tabellenvorletzter und hatte sich in
      11 Spieltage gerade einmal 8 Punkte erstruffelt. Grandios unsere Offensivabteilung, 9 Tore in 8 Spielen. Am Wochenende zuvor hatten wir einen wahrhaft brillanten Sturmlauf gegen Gladbach gestartet und - überraschenderweise - mit 0:2 verloren.

      Am Millerntor war es eisekalt und es schneite während des ganzen Spieles - Anfang November. Das Spiel konnte einen allerdings erwärmen. Jedenfalls dann, wenn man auf einen wirklich heftigen Schlagabtausch, idiotisches Abwehrverhalten und dramatische Torfolge steht. Der FC ging durch Polster nach 10 Minuten in Führung. Engels - damals noch Trainer - hatte eine nominell relativ starke Truppe nominiert, unter anderem mit
      Ilgner, Hauptmann, Thiam, Oliseh, Munteanu und Polster. Köln war komplett Chef im Ring und verschlief es eigentlich in der ersten Halbzeit schon den Sack zuzumachen. Kurz nach Halbzeit bediente Polster Munteanu und es stand verdient 2:0....Schneefall wurde stärker. Das schien einige Kölner Spieler durchaus an der klaren Sicht zu behindern, denn dämmlicher als beim 1:2 Gegentor der Paulianer konnte man sich nicht verhalten. Graupenfehlpass in der Vorwärtsbewegung, Ausrutschen 1 und Ausrutschen 2 - Gegentor. Spiel kippte, kurz danach 2:2. Dann kam der grosse Auftritt von Dzwiwior, der ein Tor des Monates zum 2:3 erzielte und wir waren wieder in der Spur. Klarer Fall von denkste - 7 Minuten vo Schluss das 3:3 durch Trulsen. In den verbleibenden Minuten hatte beide Mannschaften mehrere Male die Gelegenheit das Siegtor zu erzielen, letzten Endes blieb es beim 3:3....Aufregendes Spiel war das, aber ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Jedenfalls waren wir schön
      durchgeforen und klppten erst mal einen Grog auf das Spiel. Und dann noch einen.
    • Man möge mir nach sehen, daß ich das was ich schreibe und über wen ich schreibe in diesem Thread unter bringe. Aber der Mann, über den ich schreibe war und ist zu Lebzeiten eine Legende. Eine Überlebensgrosse Figur, welche seine aktive Zeit in den 60ern und 70er Jahren verlebte.

      GERD MÜLLER

      Gerd Müller wird heute, am 03.11.2015, 70 Jahre. Er feiert diesen Geburtstag in dieser Art von Dunkelheit, die kein Gestern und im Grunde auch kein Morgen kennt. Er ist erkrankt an Alzheimer, dieser furchtbaren Krankheit die dir die Erinnerung raubt. Die deine Angehörigen verzweifeln
      lässt, weil du sie nicht erkennst.

      Gerd Müller war 19 Jahre, als er von Nördlingen zum FC Bayern München ging. Ein einfacher Junge vom Lande, gelernter Weber. Er hatte auf sich
      in der ersten Seniorenmannschaft von Nördlingen auf sich aufmerksam gemacht, in der er Tore wie am Fliessband erzielte.
      Müller unterschrieb bem FC Bayern - der Beginn einer Weltkarriere. Mit ihm in einer Mannschaft waren ein Torwart namens Gerd Maier und ein
      junger Mittelfeldspieler namens Franz Beckenbauer. Trainer des FC Bayern war Cik Cajkovski, der Jugoslawe welcher 2 Jahre vorher den 1.FC Köln zu seiner ersten Meisterschaft geführt hatte. Cik taufte Müller schnell "kleines, dickes Müller". Müller war stäämig, seinerzeit leicht über-
      gewichtig und mit ungeheuren Oberschenkeln ausgerüstet. Eine Witzfigur, mag sich mancher Gegenspieler gedacht haben. Bald lachte niemand
      mehr. Bayern stieg auf, wurde im ersten Bundesligajar 3ter und Pokalsieger. E>in Jahr später erneut Pokalsieger und Europapokalsieger der
      Pokalsieger. 1969 Deutscher Meister, ebenso wie 1972 - 1974. Europokalsieger der Landesmeister 1974 - 76, Weltpokalsieger 1976. Immer dank
      der Tore von Gerd Müller, der in Gegner`s Strafraum zum Phänomen, Gespenst, Alptraum der Abwehrreihen mutierte. "Bomber" hiess er bald,
      es müllerte aus allen Lagen.

      Gerd Müller verkörperte wie niemand vor ihm, wie niemand nach ihm den SINN des Spieles - der Ball muss in Tor. Er erzielte Tore mit Kopf und
      Hacke, Brust und Bauch. Mit dem Oberschenkel und - ja - mit dem Hintern. Gerd Müller im Strafraum - das war die eingebaute Torgarantie. Er
      war das Fundament, auf dem die Bayern alles erbaut haben. Ohne Müller wäre alles nichts gewesen.

      Gerd Müller war ein bescheidener Mensch, abseits des Rasens. Grosse Worte, grosse Auftritte waren seine Sache nicht. Er ging vom Rasen und fuhr nach Hause. In den 70ern beschlich ihn Flugangst und der verhängnisvolle Tip diese mit einem harten Drink zu bekämpfen war der erste
      Schritt in die Alkoholsucht, aus der er sich mit der Hilfe seiner ehemaligen Kollegen Hoeness, Breitner und Beckenbauer wieder heraus kämpfte.
      Seine zweite Karriere im Fussball verlebte er still, als Traienr der Münchener A - Jugend und als Assistenztrainer von Hermann Gerland bei der
      zweiten Münchener Mannschaft. Diese Stille um ihn - das war ihm am liebsten.

      Deutschland ist/war das Land der Mittelstürmer. Uwe Seeler, Klaus Fischer, Jupp Heynckes, Dieter Müller, Horst Hrubesch, Rudi Völler, Jürgen
      Klinsmann, Oliver Bierhoff, Miro Klose. Grosse Namen, viele Tore. Weltklasse.....Keiner kam Gerd Müller auch nur im Entferntesten nahe. Er war
      unnachahmlich. 365 Tore in 427 Bundesligaspielen, 68 Tore in 62 Länderspielen - der grosse Miro Klose brauchte mehr als doppelt so viele Spiele
      um Müller`s Torrekord in der Nationalmannschaft zu brechen. Gerd Müller war ein Jahrhundertspieler - einen wie ihn wird es nie mehr geben.
      Europa - und Weltmeister 1972 und 1974, Europa`s Fussballer des Jahres 1970. 40,38,36 - so lauten seine drei Bestmarken in der Bundesliga an
      geschossenen Toren per Saison. Aubemeyang und Lewandowski machen sich jetzt auf die Reise, diese magischen Grenzen zu erreichen. Sie
      werden es nicht schaffen.

      Ich hatte das grosse Vergnügen, Gerd Müller live zu erleben(und es war auch schon mal ein grosses Missvergnügen). Der gefährlichste Stürmer, den ich jemals sah. Umberechenbar, immer mit dieser totalen Hingabe für den Torerfolg - den SINN des Spieles.

      Es tut mir gut, daß ich seine grossen Zeiten live erlebte. Das sage ich voller Überzeugung und ohne jede Wehmut. Es tut mir weh, daß diese
      tückische Krankheit sich seiner bemächtigt hat. Seine Erinnerung ist weg, meine Erinnerung an ihn wird bleiben.

      Gerd Müller - der Jahrhundertstürmer.
    • Vor 30 Jahren, mithin am 09.11.1985, spielte der FC zu Hause gegen den 1.FC Nürnberg. Nürnberg war Neuling und kam mit einer sehr jungen
      Truppe, die im Jahr davor mit einem wahren Husarenstil in die erste Liga aufgestiegen war. Trainer war Heinz Höher, der einzige Trainer der Liga,der ein Misstrauensvotum seiner Spieler(dann Ex Spieler) überlebt hatte. Statt den Trainer zu feuern, entschied sich das Präsidium die
      "putschenden" Spieler(unter ihnen damalige Ligagrössen wie den Ex Bayern Horsmann und die Clubikone Weyrich) zu feuern. Ohne Beispiel, aber vongrossem Erfolg gekrönt. Höher setzte auf die Jugend - not gedrungen - und die rollten die zweite Liga auf.
      In der ersten Liga tat man sich dann schon schwerer und Nürnberg kam als 16ter nach Köln. Ich war sehr interessiert, wollte unbedingt mal sehen
      was der "Club" drauf hatte.
      Vorne links gab es diesen Aussenstürmer. Sehr schnell, mit Zug zum Tor. Eckstein hiess er - und Eckstein beförderte den Ball nach 4 Minuten in das Kölner Tor. Riesenantritt, Schuss - Tor.
      Der FC setzte dem Jugendstil des Clubs geballte Erfahrung entgegen. Schumacher, Steiner, Prestin, van der Korput, Geils, Bein, Engels, Littbarski - und Litti war es dann auch, der nach 20 Minuten einen Elfmeter zum Ausgleich verwandelte. Es entspann sich ein gutes, ein interessantes Spiel, in welchem die Nürnberger auf Augenhöhe agierten - aber schon streckenweise den Touch Naivität vermittelten. Vor allem im Spiel nach vorne. Ganz ungewöhnlich, wie sie oft mit 6 und 7 Mann auswärts nach vorne spielten und dabei schon mal die Absicherung nach
      hinten vermissen liessen. So kamen die Kölner schon bis zu Halbzeit zu dicken Gelegenheiten, die sich zumeist aus Kontersituationen ergaben.
      Littbarski hatte einen spektakulären Auftritt, als er drei Nürnberger plus den den Torwart ausdribbelte, aber sein Schuss wurde von der Linie
      geholt.
      D>er FC trat in der zweiten Halbzeit dominanter auf - auch weil Eckstein besser unter Kontrolle war. Libero van der Korput liess sich stets mehr
      auf die rechte Kölner Abwehrseite fallen und diese Art von Doppeldeckung neutralisierte den Nürnberger Aussenstürmer.
      Littbarski hatte einen seiner Schokoladentage erwischt, narrte die Abwehr des Club ein ums andere Mal und schoss folgerichtig das 2:1 und bereitete das 3:1 für Dickel(später Dortmund) in Könnermanier vor. Danach war das Spiel entschieden, blieb aber immer interessant weil beide
      Mannschaften auf Tore aus waren. Es blieb letzten Endes beim 3:1 in einem Spiel, das weiss Gott mehr als 8.000 Zuschauer in der gähnend
      leeren Müngersdorfer Arena verdient hatte.
      Am Ende der Saison blieb Nürnberg in der Liga - und Spieler wie Dorfner, Eckstein und Reuter sollten noch richtig Karriere machen. Der FC wurde
      13ter in dieser Saison. Die Zeitenwende für den FC stand bevor - zwei Jahre später würde man eine ganz andere Mannschaft sehen.
    • Heute vor 35 Jahren fügte unser geliebter FC dem FC Barcelona die bis heute höchste Heimniederlage zu: ksta.de/1--fc-koeln/-europapok…571832.html?dmcid=sm_fb_p

      Hier in bewegten Bildern: youtube.com/watch?time_continue=1&v=3bgjieGdUHs

      Und Gerd Strack erinnert sich: youtube.com/watch?v=eXprfYbT8Q4



      Hätte wirklich gerne noch eine kleine Nachbearbeitung von unserem Bretthistoriker. :prost:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Chef), Ich (Vize), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock, Salival, Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl).
    • Vor 26 Jahren - Mitte November 1989 - war die Welt in Unordnung geraten. Mauerfall liess grüssen, die Deutschen vereinigten sich nach über
      40 Jahren wieder - nicht zum Beifall aller. Es war etwas in Bewegung geraten, daß die normale Ordnung kippte. Da musste man sich erst mal
      gewöhnen und wie gut, daß es die alte Konstante gab - unseren geliebten Bundesligafussball.

      Der 1.FC Köln grüsste Mitte November auch die neuen ostdeutschen Kollegen als stolzer Tabellenführer. Anfang November - da war die Mauer noch
      nicht gefallen - hatte man in Hamburg beide Punkte mit einem glatten 2:0 entführt. Zum nächsten Heimspiel nach Köln kamen über 30.000
      Zuschauer und der Spielpartner war die wieder erstarkte Frankfurter Eintracht als Tabellenvierter. Ein echtes Spitzenspiel also, man durfte von
      beiden Seiten einiges erwarten. Die Trainer Daum und Berger(später auch in Köln) hatten beiden Teams eine offensive Ausrichtung verpasst und
      das sah man sehr schön an der Kölner Aufstellung. Denn die hiess:

      Ilgner im Tor, Steiner Libero, Giske Stopper....Und dann laß es sich weiter so: Görtz(ein linker Aussenverteidiger, der sein Gebiet jenseits der
      Mittellinie definierte), Jansen als so genannte defensiver Mittelfeldspieler. Hässler als Hässler. Littbarski als Littbarski. Falko Götz als Pendler
      zwischen den Welten. Und dann liefen Uwe Rahn und Frank Ordennewitz auch noch auf. Volle Kapelle, alles nach vorne.
      Da wollte sich Jörg Berger nicht lumpen lassen: Bein, Falkenmayer, Studer, Andersen, Eckstein und von Manni Binz dem Libero war auch
      bekannt, daß er lieber vorne als hinten herum turnte.

      Nach sieben Minten stand es 0:1 durch Eckstein, nach 10 Minuten 1:1 durch Hässler, nach 12 Minuten war wieder Eckstein dran und nach 24
      Minuten durfte Rahn auch mal - 2:2. Dazwischen und danach ein unglaubliches Offensivspektakel mit Chancen hüben und drüben. Mehr für den
      FC, aber wahrlich ausreichend für die Frankfurter. Stein hielt überragend, während Bodo Nationale einen durchaus unsicheren Eindruck
      machte. Bei Halbzeit stand es zur allgemeinen Überraschung immer noch erst 2:2, ein 5:5 wäre locker drin gewesen, auch eine Führung für
      einen entfesselt nach vorne spielenden FC.
      Nach der Halbzeit gab es dann eine Meisterleistung von Christoph Daum, der in der 49ten Minute völlig unmotiviert Sturm(Stürmer) für Götz
      (Mittelfeldspieler) einwechselte. Die entstandene, kurzzeitige Verwirrung nutzte Falkenmayer auch dank tätiger mIthilfe von Ilgner zum 2:3.
      Köln rannte an, Stein hielt und Andersen macht das 2:4. Beteiligt: Ilgner und Steiner, ansonsten die Zuverlässigkeit in Person. Zwei Minuten
      später macht Littbarski das 3:4. Danach sahen die Zuschauer ein Riesenspiel des FC und einen Giganten im Tor. Und der hiess Uli Stein, der
      alles hielt, faustete, aus den Ecken kratzte....in der Schlussminute legte Bodo Ilgner den nächsten sehenswerten Stunt hin und Eckstein lässt
      sich nicht lumpen: 3:5 verliert Köln gegen Frankfurt.

      Mit einem Torwart im Tor und einem Traine rauf der Bank wäre das nicht passiert. Aber - sicher eines der besten Bundesligaspiele, welches
      ich jemals in Müngersdorf gesehen habe. Der Kicker verpasste Littbarski, Hässler, Falkenmayer, Bein und Stein eine glatte Eins, Ilgner eine
      5. Man irrte hier.Bodo hätte die sechs verdient gehabt und Stein eine Null.
    • Auch so ein Spiel wo der Christoph uns den Sieg vercoachte...
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Chef), Ich (Vize), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock, Salival, Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl).
    • Soll/Ist schrieb:

      in der Schlussminute legte Bodo Ilgner den nächsten sehenswerten Stunt hin und Eckstein lässt sich nicht lumpen: 3:5 verliert Köln gegen Frankfurt.


      Das stimmt so nicht. Es war eine Standard-Situation für den FC bei der Illgner in der 90. Minute beim Stand von 3:4 mit nach vorne gegangen ist was jeder Torhüter so machen würde. Eckstein erobert den Ball am eigenen 16er, verliert ihn vor der Mittellinie an Janßen der den Ball postwendend wieder an Eckstein verliert und dann etwa 5 Meter hinter der Mittellinie auf das leere Tor schießt, Illgner ist zu diesem Zeitpunkt richtung Tor unterwegs und höhe 16er angelangt da macht man nichts mehr. Das ist kein Stunt sondern eine Situation wie sie häufig entsteht. Ansonsten war es ein gebrauchter Tag für Bodo
    • CobyDick schrieb:

      Soll/Ist schrieb:

      in der Schlussminute legte Bodo Ilgner den nächsten sehenswerten Stunt hin und Eckstein lässt sich nicht lumpen: 3:5 verliert Köln gegen Frankfurt.


      Das stimmt so nicht. Es war eine Standard-Situation für den FC bei der Illgner in der 90. Minute beim Stand von 3:4 mit nach vorne gegangen ist was jeder Torhüter so machen würde. Eckstein erobert den Ball am eigenen 16er, verliert ihn vor der Mittellinie an Janßen der den Ball postwendend wieder an Eckstein verliert und dann etwa 5 Meter hinter der Mittellinie auf das leere Tor schießt, Illgner ist zu diesem Zeitpunkt richtung Tor unterwegs und höhe 16er angelangt da macht man nichts mehr. Das ist kein Stunt sondern eine Situation wie sie häufig entsteht. Ansonsten war es ein gebrauchter Tag für Bodo
      Ja Coby, stimmt genau. Stunt ist nicht der richtige Ausdruck - es passte nur so gut zu seinem Spiel, daß er dann bei der Ecke vorne war und
      beim Schuss nicht im Tor. Warst du da?! Irres Spiel, oder?
    • Ich war da 5 Jahre alt und erst im darauf folgenden Sommer während der WM 1990 zum FC Fan geworden auch dank Bodo Illgner.
      Ich hab mir auf Grund deiner Beschreibung des Spiels eine Zusammenfassung angesehen weil ich kaum glauben konnte, dass mein Idol meiner Jugend so einen Mist gespielt haben soll. Hat er aber das 0:1 war Slapstick zum Glück überwiegen die guten Erinnerungen an ihn
    • Also Coby, der Bodo Ilgner war schon ein Klasse Torwart. Nachdem Schumacher uns so plötzlich verlassen hat(musste), haben viele Leute ein
      Riesenvakuum befürchtet. Das Gegenteil war der Fall - Ilgner war von Anfang an eine Bank im Tor. Der hat uns so manchen Punkt gehalten und
      so manchen Sieg gerettet.
      Glück für ihn, daß Immel nach der verkorksten Em 1988 die beleidigte Leberwurst mimte, so stieg Ilgner schnell zum Nationalmannschaftstorwart
      Nummer 1 auf und wurde Weltmeister mit 23. Wenn ich mich nicht total irre, der jüngste Torwart einer WM Mannschaft. 1992 hatte er dann die
      unglückliche EM und Köpke wurde zunächs mal die Nummer 1 bevor Ilgner zur WM 94 wieder ins Tor durfte. Da sind ihm dann Dinger angekreidet
      worden, die er sportlich nicht zu vertreten hatte - unter anderm das Freistoßtor von Stoitschov beim legendären WM - Aus gegen Bulgarien.
      Ilgner ist ja dann relativ postwendend aus der Nationalmannschaft zurück getreten - mit 27 Jahren viel zu früh. Die Vermutungen, daß da wohl
      eher das private Umfeld - Bianca Ilgner und einige andere Spielerfrauen hatten während der WM 94 eine desaströse Rolle gespielt - das wahre
      Ausschlag gebende gewesen sein, die sind wohl so falsch nicht. Ilgner`s beste Saison war für mich übrigens 95/96 - da hat er uns über große
      Strecken "alleine" in der Liga gehalten. Leider ging es danach dann ja schnell nach Madrid, wo er 1998 mit Real Champions League Sieger
      wurde.
      Der FC hatte seitdem keinen überragenden Torwart mehr - und das nachdem man vorher Leute wie Soskic,Manglitz, Welz, Schumacher und
      eben Ilgner zwischen den Pfosten hatte. Rensing konnte dann streckenweise an grosse Zeiten anknüpfen, vor allem in der Saison 10/11. Und
      Timo Horn ist auf dem besten Wege zu einem Klassekeeper - aber bis zu einem Bodo Ilgner ist noch ein weiter Weg.
    • Diese Saison 1989/90 hatte es mit Klassespielen sowieso in sich, auch international. In der zweiten Runde hatten wir schon einen - für damalige
      Verhältnisse - echten Knaller weg geräumt. Spartak Moskau hatte eine Riesenmannschaft und der FC gewann mit 3:1 in Köln und erkämpfte ein
      0:0 in Russland`s Hauptstadt.
      Der nächste Gegner war der Rote Stern aus Belgrad und in Belgrad vor 80.000 Zuschauern spielte der FC zwar gut mit aber unterlag letzten
      Endes verdient mit 0:2. Das war gegen diese Jugoslawen eine schwere Hypothek - die Mannschaft war gespickt mit Klasseakteuren vom Rang
      eines Juric, Prosinecki, Stojkovic, Savicevic.
      40.000 in Müngersdorf bekamen ein Spiel zu sehen, daß über gewisse Strecken Ähnlichkeit mit einem Stierkampf hatte. Denn beide Teams gingen
      von Anfang an zur Sache, wobei der FC - namentlich mit Steiner, Higl und auch Giske - sogar mehr austeilte als die in diesem Punkt wahrlich
      nicht faulen Jugoslawen. Bei Halbzeit stand es 0:0, obwohl beide Mannschaften Chancen hatten. Aber man sah auch gute Torhüterleistungen.

      Zur Halbzeit - Köln hatte mit Hässler, Littbarski, Sturm, Görtz und Ordenewitz ohnehin reichlich Offensivpower aufgeboten - kam dann noch
      Rahn für Janssen. Und der FC spielte von da an stringent auf Angriff. Wurde nach einer guten Stunde durch Götz belohnt, aber scheiterte ein
      ums anderen Mal danach und musste stets wach bleiben,denn die technisch starken Belgrader fuhren gefährliche Konter. Sieben Minuten
      vor Schluss markierte Köln durch Götz das 2:0 - die Verlängerung musste die Entscheidung bringen. Hatte man gedacht - kurz vor Schluss Freis-
      stossflanke von rechts, die Jugos spielen auf Abseits - Kopfball kommt quer zum Tor, die Chance scheint vergeben, der Ball kommt von Giske
      wieder quer zum Tor und - ich glaube es war Ordenewitz - landet im Netz.
      Auf den Rängen eskalierte die Situation völlig, die jugoslawischen Zuschauer(durchaus zahlreich anwesend) rasteten komplett aus. Auf dem
      grünen Rasen gab es ebenfalls Jagdszenen. Rahn und ein Jugo flogen nach Boxeinlage vom Platz.
      Köln war im Viertelfinale - gegen eine superstarke Mannschaft in einem dramatischen Spiel.

    • Habe ja schon einiges im Brett über Flocke geschrieben. Ich werde fast immer wehmütig, wenn ich an ihn denke. Was für eine KANONE, unser
      Heinz Flohe. Der schoss dir aus 40 Metern den Ball mit Vollspann in eine Kaffeetasse...der tunnelte dich nach Belieben...der holte den Ball aus
      der dritten Etage mit dem Fuss auf den Boden und der lag wie tot...der spielte Pässe aus dem Fussgelenk wie gemalt...
      Ihr habt doch sicher gesehen wie dieser Brasilianer Costa auf der rechten Seite durch bricht und dann mit dem linken Aussenrist aus vollem
      Lauf in die Mitte flankt?!...Für Heinz Flohe war die Nummer Alltag - so war es.
    • Jetzt hatte ich einen meterlangen Text über meine Erinnerungen vom Werdegang zum FC Fan über Illgners Abschied nach Madrid und meiner einzigen Begegnung mit ihm verfasst und was macht das Forum? Meldet mich einfach so ab und der Text ist weg :fluchen:

      Vielleicht verfasse ich den später nochmal
    • Vor 15 Jahren - der FC war unter Ewaqld Lienen wieder in die Bundeslga aufgestiegen - spielte der FC in Cottbus.

      Da mal wieder eine längere Auswärtsfahrt anstand und ausserdem der FC prima in Schuss war - man hatte in der Vorwoche Hansa Rostock
      mit 5:2 abgebürstet - beschlossen wir gen Cottbus zu pilgern.

      "Stadion der Freundschaft" in Cottbus war der Austragungsort und - benebelt von so schönen Ansagen - liefen wir dann im Stadion auf. Wir
      waren zu dritt und nahmen unsere Plätze 20 Minuten vor Spielbeginn ein. Neben uns, über uns und unter uns ausschliesslich Fans von Energie
      Cottbus.

      Der FC war eine richtig solide Truppe mit einer ganz klaren Spielidee. Hinten konzentriert zu Werke gehen. Bälle erobern, wenn möglich auf
      Lottner passen, der dann die schnellen Scherz, Kurth und Timm einsetzen sollte. Neben den erwähnten standen noch Recken wie Pröll,Cullmann,
      Cichon, Springer auf dem Felde der Ehre.

      Der FC war von Anfang an besser - und das gefiel den uns umgebenden Energie Fans nicht. Hatten sie uns anfangs noch misstrauisch beäugt,
      wurden die Blicke nach einer Viertelstunde regelrecht feindselig. Timm hatte zum 1:0 getroffen und danach regierte nur Köln. Lottner setzte
      seine Mannen in Szene und Timm und Scherz machten mit ihren zu langsamen Gegnern was sie wollten. Halbzeitstand aber nur 1:0, weil
      der FC sich darin gefiel Gelegenheiten nicht zu nutzen. Bei Halbzeit war Manni dran eine Rostbratwurst zu besorgen und kam alsbald mit
      drei Würsten zurück. Und an der Hinterseite seines Mantels mit reichlich Senf. Irgendjemand hatte ihn von hinten beschmiert - von Manni
      nicht bemerkt. Die Laune war entsprechend, zumal sich in der Halbzeit ein hitziger Disput zwischen uns einem Energie Fan entspann, der uns
      als "dreckige Kölner" bezeichnete.
      Cottbus kam besser aus der Kabine und versuchte den Ausgleich zu erzielen, aber ein Tor von Lottner Mitte der Halbzeit sorgte für Ruhe und
      danach spielten ohnehin nur noch wir - die Ostdeutschen waren einfach schwach. Stark waren dafür ihre Anhänger, die uns mit den übelsten
      Sprüchen eindeckten. Irgendwann um die 80te Minute hatte ich die Nase gestrichen voll von dem Typ über mir, der mir dauernd seine Fuss-
      spitze in den Rücken bohrte(gefühlt: eher absichtlich). Ich sagte ihm, daß er es lassen solle. Worauf er sagte: Was denn passieren würde, wenn
      er es nicht lassen würde...Nun, ein Wort gab das andere und das ganze endete damit, daß er mir einen Schwinger verpassen wollte. Darauf war
      ich gefasst - der Schlag ging ins Leere. Ich zog ihm am Kragen und der Bursche landete durch seinen Schwung eine Reihe vor uns.
      AUFSTAND. Rempeleien und Knüffe, Haue und Stösse. Irgendwie beruhigte sich die Szene - bis wir beim Abpfiff mit Bier versorgt wurden.
      Eine Kaskade aus Bechern ergoss sich buchstäblich aus allen Himmelsrichtungen....Ordner?! Weit und breit nicht zu sehen. Irgendwie schob
      sich dann alles raus und wir standen draussen. Mit Senf beschmiert, mit Bier begossen. Und dann kommt da dieser Typ - Glatze, Plauze,
      irrer Blick - und fängt an zu lachen und beschimpft uns als dreckige, schwule Kölner. Manni ist 1 Meter 95, wiegt um die 100 Kilo und ist
      ein bärenstarker Typ. Aber Gemütsmensch, tut niemanden was. Bis zu dem Moment. Eine Sekunde und Glatze liegt auf dem Boden. Da hatte
      der dreckige Kölner ihm mal richtig eine verpasst. Der Kerl traute sich nicht mal aufzutehen.

      Stadion der Freundschaft - ich habe selten ein mieseres Publikum erlebt. Nie mehr fahre ich dahin.