Legendäre Spieler der 60er und 70er Jahre

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    • 13. Februar 2018 - der 1.FC Köln wird 70 Jahre alt

      Mein Vater - immerhin bis zu seinem Tode schon über 45 Jahre Mitglied des 1.FC Köln - nahm mich 1967 zu meinem ersten Bundesligaspiel mit. Da spielte der FC gegen Werder Bremen und gewann 4:1. Und anschliessend ging
      es zum Geissbockheim und da durfte der "Kleine" die vielen Pokale bestaunen, das prächtige Clubhaus und es gab ein Kotelett mit Pommes und eine Limo. Und dann gab es noch diesen eindrucksvollen Mann mit der Zigarre, der
      wie ein König durch die Reihen schritt und Hof hielt. "Das ist der Boss", sagte mein Vater - gleichsam mit Pathos und Ehrfurcht in der Stimme,

      Der "Boss" war Franz Kremer und eben dieser Franz Kremer - eine zu Lebzeiten schon legendäre Gestalt - hatte der Fusion von Sülz und dem KBC die richtige Richtung gegeben. "Wollen Sie mit mir Deutscher Meister werden?!",
      war seine Frage und diese Frage durfte man doch nicht mit Nein beantworten, dem Nein zu einer Fusion. Kremer formte den 1.FC Köln und von da an schaute der FC nicht mehr zurück.

      Aufstieg in die oberste Spielklasse mit einem gewissen Hennes Weisweiler als Spielertrainer 1949. Von 1949 - 1963 war der FC in der Oberliga West vertreten und zumeist vorne vertreten. Zum guten Schluss holte man die West-
      meisterschaften in Serie. 1954 bestritt der FC sein erstes Pokalendspiel, welches in der Verlängerung mit 0:1 gegen Stuttgart verloren ging. In der deutschen Endrunde war die Mannschaft permanent vertreten, aber es dauerte
      bis 1960, daß man sein erstes Endspiel bestritt. In Frankfurt gegen den HSV und man unterlag mit 2:3. Zwei Jahre später wurde der FC erstmals Meister, als man den ruhmreichen 1.FC Nürnberg mit 4:0 aus dem Stadion schoss.
      Das "Real Madrid des Westens" war geboren. 1963 erfolgte das nächste Endspiel - 1:3 gegen Borussia Dortmund, der Ausfall von Starstürmer Christian Müller konnte nicht aufgefangen werden.
      Grosse Spieler des FC prägten diese Oberliga West. Mebus, Dörner, Röhrig, Stollenwerck, Sturm, de Munck, Thielen, Wilden, Habig. Besagter Christian Müller. Und vor allem natürlich der Kapitän, Hans Schäfer. Weltmeister von
      1954, ein Held von Bern. Eine deutsche Legende, noch mehr eine Kölner Legende.
      Zusammen mit "Boss Kremer", dessen verlängerter Arm er auf dem Spielfeld war, prägte er eine Ära. Die Kölner waren führend in Deutschland, galten als erster Profiklub der Republik - auch wenn es das damals noch gar nicht
      gab. Trainerikonen der Zeit traten am Geissbockheim auf. Hennes Weisweiler und Istvan Szabo, Oswald Pfau und - unvergessen - Tschik Cajkovski, der erste Meistertrainer.

      Der Übergang in die Bundesliga geschah nahtlos. Das Kölner Starensemble - verstärkt durch junge Wilde namens Overath und Weber - marschierte durch die erste Bundesligasaison wie das Messer durch die heisse Butter und wurde
      absolut unangefochten der erste Deutsche Bundesligameister. Ewert, Pott, Regh, Sturm, Benthaus, Wilden, Overath, Thielen, Müller, Hornig, Schäfer, Weber - das waren die Namen, die die Liga beherrschten. 1965 folgte die
      Vizemeisterschaft und die denkwürdige Trilogie gegen den FC Liverpool mit dem unvergessenen 2:2 nach Verlängerung in Rotterdam mit anschliessendem Münzwurf. Ein Drama, das Wolfgang Weber mit gebrochenem Wadenbein
      durch hielt. Unfassbar nach all dieser Zeit.

      Der Abschied von Hans Schäfer 1965 markierte die erste Zäsur. Köln 5ter der Liga, musste sich neu ordnen. Neue Spieler wie ein gewisser Heinz Flohe aus Euskirchen kamen nach Köln. Hannes Löhr war schon seit 1964 dabei,
      Heinz Simmet fand den Weg zum FC. 1968 wurde der FC erstmals deutscher Pokalsieger - der VfL Bochum musste sich 4:1 in Ludwigshafen geschlagen geben. Bevor es dazu kam, gab es die zweite grosse Zäsur. Köln verlor seinen
      Spriritus rector, der Boss verstarb - viel zu früh - am 11. November 1967. Den Club - auf ihn ausgerichtet - traf es schwer. Oskar Maas übernahm und der FC stand in der Saison 68/69 vor dem Abstieg. Trotz Nationalspieler wie
      Overath, Weber, Löhr, Hornig, Thielen konnte das Drama erst am allerletzten Spieltag gegen Nürnberg abgewendet werden - zu schwer wog der verletzungsbedingte und langwierige Verlust des jugoslawischen Torwartes
      Milutin Soskic.
      In den Jahren zeigte sich der FC gut erholt und das obwohl man - aufgrund der Neuerrichtung des Stadions - in die kleine Radrennbahn umziehen musste. Der FC erreichte dreimal - in den Jahren 70,71 und 73 das Endspiel um
      den Pokal und verlor dreimal. Gegen Offenbach mit 1:2, gegen die Münchener Bayern mit 1:2 in der Verlängerung und beim Jahrhundertendspiel gegen Mönchengladbach mit 1:2 in der Verlängerung. Unvergessen dieses Spiel für
      alle, die es sehen durften. In der Meisterschaft wurde man 1973 Vizemeister und in den Jahren von 1971 bis 1975 wurden eine Menge guter und junger Spieler wie Konopka, Hein, Zimmermann, Gerber, Strack, Cullmann, Neumann,
      Glowacz und Dieter Müller integriert. Die Mannschaft schien langsam reif für mehr, zumal sie mit Simmet, Overath und Flohe ein Mittelfeld der europäischen Extraklasse stellte. Der Kapitän Wolfgang Overath, Heinz Flohe(ein
      unglaublicher Rastelli, ein wahrer Hexenmeister des runden Leders) und Bernd Cullmann wurden Weltmeister 1974 - auch ein Beweis der Schlagkraft des damaligen Kaders, denn die deutsche Liga war seinerzeit die stärkste der
      Welt.
      1976 kam der verlorene Sohn nach Köln zurück. Hennes Weisweiler kam aus Barcelona und sollte dem Kölner Starensemble zu Titeln verhelfen. So wollten es Peter Weiand, der Oskar Maas beerbt hatte und Karl-Heinz Thielen, der
      vom Spieler zum Manager aufgerückt war. Und der FC hatte wahrlich einen Kader, mit welchem man solche Träume haben konnte. Mit der deutschen Meisterschaft wurde es erst einmal nichts - stattdessen gab es in dieser
      Saison einen unglaublichen Knatsch zwischen Weisweiler und Overath(an dem der Trainer mehr Anteil hatte als der Spieler) und an dessen Ende Overath resignierte und im Mai 1977 zurück trat. Eine Zäsur zweifelsohne, ein
      Abschied nicht ohne Beigeschmack. In dieser Saison ging endgültig der Stern von Dieter Müller auf, der in Liga und Pokal im Grunde genommen nach Belieben traf. 50 Pflichtspieltore in einer Saison und die wichtigsten waren
      die im doppelten Pokalfinale 1977 gegen Hertha BSC. 1:1 nach Verlängerung und 1:0, jeweils in Hannover - und der FC war endlich wieder Pokalsieger. Ein Jahr später reichte es zum Double. Köln wurde Meister im Herzschlag-
      finale gegen Gladbach und Pokalsieger gegen Düsseldorf nach Toren von Cullmann und van Gool. Die Freude in Köln war riesig und die Könige waren Hennes Weisweiler und sein Kapitän Heinz Flohe, der die beste Saison seines
      Lebens gespielt hatte. Künstler, Regisseur, Hexenmeister und Torschütze - mit einem Wort: Weltklasse.

      Ein Jahr später war die Ehe Weisweiler/Flohe geschieden. Der Kapitän wurde zum Sündenbock, alles stand unter dem Stern des unseligen und unglücklichen Ausscheidens gegen Nottingham Forrest im Halbfinale des damaligen
      Europapokals der Landesmeister. 0:1 in Köln, nach dem 3:3 in Nottingham. Was für ein Drama, was für eine verpasste Chance. Heinz Flohe ging nach München zu 1860, brach sich gegen den späteren Kölner Steiner sehr kompli-
      ziert das Bein und absolvierte nie mehr ein Spiel. 2015 verstarb einer der grössten Kölner Spieler, nachdem er drei Jahre zuvor in ein Wachkoma gefallen war.

      Weisweiler selber brach 1980 die Zelte ab - im Streit mit Weiand, der ihm eine gewünschte Vertragsverlängerung nicht anbieten wollte oder konnte. Heddergott kam und überwarf sich mit dem grössten Kölner Hoffnungsträger
      Bernd Schuster, der anschliessend für die seinerzeit unfassbar hohe Summe von 3,8 Millionen DM nach Barcelona verkauft wurde. In Köln übernahm wenig später der knorrige Rinus Michels, der binnen kurzem den FC zwar in die
      Spur brachte - Vizemeister 1982 und Pokalsieger 1983 - aber die Spieler durch seine knallharte Art gegen sich auf brachte - Scheidung im Herbst 1983. Da hatte es beim FC schon wieder fast einen Generationswechsel gegeben.
      Klaus Allofs war aus Düsseldorf gekommen, Steiner aus Duisburg. Pierre Littbarski - schon unter Weisweiler eingesetzt - war einer der Kölner Lieblinge und ein echter Spitzenspieler. Thomas Engels spielte im Mittelfeld und
      Toni Schumacher regierte unangefochten die Mannschaft. Und manchmal auch den Club. Dachte er. Bis das Präsidium ihm sehr deutlich klar machte, wer es denn wirklich zu sagen hatte: Vereinsinterne Sperre für den "Tünn", der
      danach einigermassen sprachlos war. In der Bundesliga wurde der FC 1985 3ter, brach im Jahr darauf ein, aber erreichte die Endspiele um den UEFA CUP gegen Real Madrid. 1:5 in Madrid, 2:0 in Berlin gegen Real - es reichte
      wieder nicht. In diesem Jahr hatte Georg Kessler schon Hannes Löhr, die Vereinsikone ersetzt. Löhr - Spieler, Manager, Assistenztrainer und dann Trainer - eine Ikone des Vereines musste nach fünf Niederlagen in Serie gehen. Für
      alle, die dabei waren, ein echtes Frusterlebnis. Kessler selber machte es nicht lange in Köln, ein gewisser Christoph Daum übernahm. Und ein halbes Jahr später wurde ihm ein gewisser Udo Lattek als Sportdirektor zur Seite
      gestellt.
    • 13. Februar 2018 - der 1.FC Köln wird 70 Jahre alt, Teil 2

      Neu war auch das Präsidium. Statt Weiand gab es da einen Herrn Artzinger - Bolten. Der FC startete unter neuer Führung und neuem Trainer und Sportdirektor richtig durch. Der alte Manager Thielen -ebenfalls demissioniert -
      hatte noch Jürgen Kohler aus Waldhof und Fleming Poulsen aus Madrid geholt. Lattek organisierte die Heimkehr des verlorenen Sohnes - Littbarski kam zurück aus Paris. Armin Görtz war aus Belgien gekommen und spielte
      gross auf. Genauso wie Thomas Hässler, wie Littbarski ein gebürtiger Berliner. Der FC spielte wieder um deutsche Meisterschaften mit. 1988 wurde man Dritter, 1989 und 1990 Vizemeister und erreichte das Halbfinale des
      UEFA Pokales, welches gegen Juventus Turin mit 2:3 und 0:0 verloren ging. Bei der nachfolgenden WM waren vier Kölner im Aufgebot: Ilgner, Littbarski, Hässler und Steiner und die ersten drei standen in der Startformation
      beim WM Endspiel gegen Argentinien. Für Littbarski nach zwei Vizeweltmeisterschaften ein Riesentriumph.

      Kurz danach war die Kölner Fussballwelt zusammen gebrochen. Artzinger - Bolten und seine Adlaten Neukirch und Söller hatten in einem denkwürdigen Auftritt im WM Trainingslager der Nationalmannschaft den Trainer
      Daum fristlos entlassen(zu Recht, denn Daum hatte beim voran gegangenen Transfer von Icke Hässler nach Turin eine dubiose Rolle gespielt). Steiner erlitt im ersten Saisonspiel einen Kreuzbandriss und spielte nie wieder und
      Littbarski verletzte sich ebenfalls schwer am Kreuzband. Etwas mehr als ein Jahr später kam es zum Riesentheater um fehlendes Geld(die "Hässler Millionen") und das ohnehin schwer umstrittene Präsidiumstrio musste das
      Feld fluchtartig räumen. Zwar erreichte der Club 1991 das Endspiel um den Pokal, welches dann per Elfmeterschiessen gegen Bremen verloren ging und wurde 1992 Bundesligavierter - aber kein Zweifel, mit diesem FC Köln
      ging es nun bergab.

      Mittelmässige Plazierungen in der Liga, permanente Trainerwechsel, ein schwaches Präsidium unter Präsident Hartmann - der Weg nach unten war programmiert. Spieler wie Bodo Ilgner verliessen den Klub, Publikumslieblinge
      wie Toni Polster sorgten zwar für gute Leistungen und gute Laune aber wirklich Wettbewerbsfähig war der einstmals stolze Vorzeigeklub nicht mehr. Hartmann demissionierte unter dem Eindruck schlechter Finanzen und
      1998 stand der erste Abstieg aus der Liga fest. Abgewirtschaftet musste der FC eine Etage tiefer wieder anfangen. Es war das passiert, was Franz Kremer immer kategorisch ausgeschlossen hatte:"Egal, was passiert, wir müssen
      immer erstklassig bleiben".
      Der neue Präsident hiess Albert Caspers, ein Mann der die finanzielle Lage sanierte. Im zweiten Jahr nach dem Abstieg kam Ewald Lienen nach Köln und der FC stieg 2000 wieder auf. Blieb unangefochten in der Liga und stieg dann
      trotzdem sehr unerwartet im Jahr 2002 wieder ab. Ein Jahr später wieder auf und im selben Jahr ging der Stern des Lukas Podolski auf - ein Publikumsliebling ohnegleichen. Albert Caspers - schwer angeschlagen nach einem
      weiteren Abstieg des FC - trat unter einer beispiellosen Medienkampagne zurück und neuer Präsident des 1.FC Köln wurde der ehemalige Deutsche Meister, Weltmeister, Weltklassespieler - Wolfgang Overath. Unzählige Kölner
      verbanden mit seinem Antritt endgültig den Glauben an die grosse Renaissance des FC. Overath amtierte bis November 2011. Er weckte grosse Hoffnungen, sie trogen(fast) alle. Eine Kaskade von Übungsleitern gab sich die Klinke
      in die Hand, Abstiege wechselten mit Aufstiegen. Ende 2006 wurde beispielsweise Christoph Daum zurück geholt, dessen erste Amtshandlungen im Winter 2006/2007 Investitionen in neue Spieler darstellten, die grössten Teiles
      nicht einmal für die zweite Liga taugten. E>in Jahr später stieg Daum mit Köln auf und blieb 2 Jahre in der Liga. Zusammen mit Manager Meier richtete er unter Duldung des Präsidiums ein finanzielles Desaster an und demissionierte
      Ende Mai 2009. Zurück kam dafür Lukas Podolski, dem man versprochen hatte um ihm eine starke Mannschaft aufzubauen. Doch die finanziellen Ressourcen waren mit dem Podolski Transfer erschöpft und Köln blieb bestenfalls
      Mittelmass. Ende November 2011 trat Overath zurück und hinterliess einen veritablen Schuldenberg, eine verunsicherte Söldnertruppe unter einem schwachen Trainer Solbakken. Dessen Entlassung nutzte nichts mehr - Köln
      stieg am 12.05.2012 sang - und klanglos aus der Liga ab. Vorher - am 23. 04. 2012 - war das neue Präsidium mit Spinner, Ritterbach und Schumacher angetreten und fand einen beispiellosen Scherbenhaufen vor.

      Der FC sortierte sich neu in Liga zwei und im Jahr 2013 kamen dann Manager Schmadtke und Trainer Stöger nach Köln. Der FC stieg auf, der FC gesundete zusehends finanziell. Der FC fand neue, junge und interessante Spieler
      wie Timo Horn, Jonas Hector, Dominic Maroh. Der FC blieb unangefochten in der Liga und verbesserte sich in jeder Saison und schaffte in der Saison 2016/17 fast ein Mirakel. Platz 5 in der Liga, das hiess Europa und niemand
      hatte daran mehr Anteil als Tony Modeste, der 25 Tore für Köln erzielte.

      9 Monate ist das jetzt her und das Kölner Kartenhaus ist wieder einmal zusammen gefallen. Stöger und Schmadtke demissionierten. Modeste wurde nach China verkauft, für viel Geld. In Europa gab es nicht viel zu ernten und
      in der Liga war der Misserfolg der stetige Begleiter. 3 Punkte nach 16 Spielen in der Hinrunde, erst am letzten Spieltag des ersten Durchganges konnte der erste Sieg eingefahren werden - 1:0 gegen Wolfsburg.

      13 Punkte nach 22 Spieltagen lautet das Ergebnis - der Abstieg scheint wieder einmal programmiert. Er mag vermieden werden, durch welche Glücksfälle auch immer. Wenn nicht - der FC wird wieder aufstehen. Wieder einmal,
      das Liegen Bleiben ist nicht des Kölner`s Sache. Fehler wurden immer begangen, Fehler wie in der Transferperiode 2017/18 selten. Franz Kremer wollte unbedingt Deutscher Meister werden. Und er wurde Deutscher Meister.
      Der Klub muss sich Ziele setzen. Ein Ziel lautet: unbedingt in der Liga bleiben. Ein anderes Ziel lautet: unbedingt wieder aufsteigen, wenn wir absteigen. Das grösste Ziel aber muss immer bleiben, daß der Verein für die
      Stadt Köln, für die vielen Anhänger Identifikationsstiftend ist. Ein Anker in wechselnden Zeiten. Das hat der FC immer gekonnt, auch wenn ihm so manches daneben gegangen ist. Der FC ist Köln und Köln ist der FC.

      Ad multos annos, lieber FC - und danke für all die wunderbaren Zeiten!

      Soll/Ist
    • Neu

      Am 18.02.1978 - 40 Jahre her - da musste der FC zum schweren Auswärtsspiel nach Dortmund. Köln war blendend in Schuss, gerade hatte man den HSV mit 6: 1 zu Hause zerlegt. Und fuhr wohlgemut, aber nicht hochmütig nach
      Dortmund. Ein schweres Handicap hatte der FC im Gepäck - Schützenkönig Müller musste verletzt passen. Ihn ersetzte in der Sturmmitte Okudera und für den spielte Willmer Linksaussen.
      Das Spiel war eine Minute alt - Elfmeter für Köln nach Foul an Okudera. Heinz Flohe liess sich die Chance nicht entgehen - 1:0 für den FC.

      Köln hatte danach noch zwei Chancen gegen sichtlich angeschlagene Dortmunder. Einen liess Roger van Gool ziemlich uninspiriert liegen(was ihm prompt einen Rüffel von Hennes Weisweiler einbrachte) und bei der anderen hatte
      Okudera Pech, als er sich gegen drei Gegner sehr gut durch setzte, der Torwart der Dortmunder aber famos hielt. Danach spielt zunächst mal Dortmund, das die Oberhand im Mittelfeld gewann. Heinz Flohe hatte gegen Votava
      einen sehr ungemütlichen Nachmittag und Neumann und Cullmann mussten eine enorme Laufarbeit verrichten, weil die Dortmunder es geschickt machten: permanent rückten ein Verteidiger und ein Innenverteidiger auf und
      setzten offensive Akzente. Die Kölner Abwehr spielt gut, Konopka eisenhart gegen Lippens, Strack sehr konsequent gegen Kostedde und Cullmann machte im Mittelfeld Burgsmüller das Leben genauso schwer wie Votava eben Flohe.
      Dortmund hatte Chancen, aber der beste Mann bei Köln spielt im Tor - Schumacher mit einer absolut fehlerhaften Leistung. Nach 30 Minuten war er allerdings machtlos gegen einen Schuss von Geyer, als Gerber und Zimmermann
      sich nicht einig wurden. Bei Halbzeit war das Fazit: Bombenspiel von beiden Seiten, grosser Unterhaltungswert. Famose Kölner, famoser BVB.

      In Halbzeit 2 ging es munter weiter und ein paar Minuten nach Halbzeit hatten beide Seiten schon ein paar dicke Gelegenheiten liegen lassen. Flohe ärgerte sich zu Recht darüber, daß ich van Gool(der schoss direkt auf`s Tor) völlig
      frei übersehen hatte und Köln durfte sich zwei mal bei Schumacher bedanken, der zwei Gelegenheiten der Dortmunder durch gute Paraden zunichte machte. Nach einer Stunde bekommt Köln eine Ecke, die Flohe vor das Tor bringt.
      Aus dem Hintergrund kommt Cullmann und gegen dessen knallharten Kopfball ist kein Kraut gewachsen - 2:1 für Köln. Das wieder - Parallele zu HZ 1 jetzt 10, 15 Minuten richtig dominiert und die >Entscheidung verpasst. Ab der 75ten Minuten regiert Dortmund und Köln ist stark defensiv gebunden. Aber an Schumacher geht in diesem Spiel kein Ball mehr vorbei - der kommende Nationaltorwart zieht den Dortmundern den Zahn und so heisst nach 90
      Minuten(und ein wenig mehr) 2:1 für Köln. Sehr gutes Spiel von beiden Seiten, vermutlich wäre ein Unentschieden gerechter gewesen - aber den Sieg nimmt man beim FC gerne mit. Nicht zuletzt, weil in der Woche darauf es zu
      einem Art Endspiel kommen wird - der Tabellenzweite Gladbach kommt nach Köln. Müngersdorf ist ausverkauft und alles fiebert diesem Spiel entgegen.

      Das beste Fazit nach dem Spiel zieht Bernd Cullmann, Köln`s Siegtorschütze und bester Feldspieler seiner Mannschaft:"Hier gewinnst du nur mit einem guten Torwart. Und wir hatten heute den Besten". Ja, so war das in Dortmund
      vor 40 Jahren - eine weitere Etappe zur Meisterschaft.
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