Legendäre Spieler der 60er und 70er Jahre

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    • Immer, wenn es Weihnachten wird - dann muss ich an dieses Spiel kurz vor Weihnachten gegen den VfB Stuttgart denken. Weihnachten 1978.

      Am 23.12.(!!) spielte der FC also in einem Nachholspiel gegen den VfB. Da mussten wir - mein Vater und ich - natürlich hin. Nun, das wäre keine Besonderheit gewesen, wenn - ja wenn - wir nicht nach Bayern in den
      Urlaub gefahren wären. Die ursprüngliche Planung war, daß man am 22ten fahren würde. Aufgrund der Spielverlegung musste es dann der 23te sein und das natürlich nach Spielende gegen 17 Uhr 30.

      Meine Mutter tobte, meine Schwester war unzufrieden - aber mein Vater und ich blieben eisenhart. Bayern ja, aber Stuttgart auch ja.

      Die Saison - nach dem Double - war nicht gut gelaufen. 16:16 Punkte standen auf dem Papier, wobei man die letzten drei Spiele in Serie gewonnen hatte. Der VfB stand oben und der VfB hatte eine gute Mannschaft. Köln
      wieder einmal in dieser Saison ohne den verletzten Flohe. Bernd Cullmann musste angeschlagen spielen und Dieter Müller dito. Der FC liess sich nichts anmerken und dominierte die Schwaben in Halbzeit 1 nach Belieben und
      Okudera erzielte das 1:0. Stuttgart in ärgsten Nöten, der FC hätte das Spiel mit einem fitten Müller in Halbzeit 1 entschieden. Aber - er entschied es nicht. Bernd Schuster spielte Vorstopper gegen Dieter Hoeness(Strack
      war auch verletzt) und dieser Dieter Hoeness machte in der zweiten Halbzeit binnen 5 oder 6 Minuten zwei Kopfballtore, da kam Schuster einfach als Kopfballspieler nicht mit. Wir verloren wirklich unglücklich und
      30.000 Zuschauer verliessen betreten mit uns das Stadion.

      Teil 2 folgte unmittelbar - und das war die Fahrt nach Bayern. Es war ein ganz mieses Wetter und ganz mies war auch die Laune im Auto. Unglücklich verloren hin oder her - das interessierte meine Mutter nicht. Sie war
      stocksauer auf meinen Vater und mich und das liess sie uns auch spüren. Irgendwann so um 21 Uhr hingen wir in einer veritablen Schneeschauer im Spessart fest und um Mitternacht Eis vor Ingolstadt - und es blieb
      nichts anderes als die Fahrt aufzugeben. Runter von der Autobahn und dann kamen wir nach einer ganz kurzen Fahrt an ein Hotel und bekamen - gerade noch - zwei Zimmer. Klamotten auf die Zimmer und dann nach
      unten, es gab noch was zu essen. So um 50 Leute waren im Speiseraum, alle so ähnlich wie wir gestrandet. Im Speiseraum ein grosser Tannenbaum mit Holzschmuck und echten Kerzen und alles sieht warm und weihnachtlich
      aus.

      Und dann kommt da dieser Sohn des Hoteliers und setzt sich an dieses Klavier und fängt an Weihnachtslieder zu spielen. Von "O du fröhliche" über "Stille Nacht, heilige Nacht" zu "Es ist ein Ros`entsprungen". Und
      alles hört zu und singt mit. Und es entfaltet sich eine ganz eigentümliche, ganz wunderschöne Stimmung und zwischen Vater und Mutter bricht das Eis auch sehr schnell. Es wird gegessen und getrunken, gesungen und gefeiert
      bis 4 Uhr morgens, vorher geht keiner. Ich weiss noch, wie ich am Boden sass mit diesen beiden kleinen Jungen vom Nachbartisch und mit ihnen die Matchboxautos bewegte und das Legospielzeug. Und wie die Kinderaugen
      dabei glänzten, als der grosse Junge mit ihnen auf dem Hotelboden herum tobte.

      Weihnachten 1978 in diesem Hotel in Ingolstadt - eine der schönsten Erinnerungen die ich an Weihnachten habe.
    • 12. Januar 1974 - 1.FC Köln gegen Fortuna Düsseldorf

      Das alte Westderby in der Kölner Radrennbahn zog immerhin 23.000 Zuschauer an(Fassungsvermögen 28.500 Zuschauer). Der FC hatte in der Vorwoche beim Tabellenführer Frankfurt trotz guter Leistung mit 1:2 den Kürzeren
      gezogen, die Düsseldorfer den ruhmreichen FC Bayern dagegen im Rheinstadion mit 4:2 geschlagen und war damit Tabellenvierter.

      Düsseldorf war in den 70er Jahren nicht gerade Laufkundschaft. Spieler wie Baltes, Zewe, Köhnen, Brei, Seel, Geye, Herzog - das war schon gehobene Bundesligaklasse im Jahre 1974.

      Der FC begann mit folgender Aufstellung:

      Welz - Konopka Cullmann Weber Hein - Simmet Overath Flohe - Glowacz Müller Löhr

      Der 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf machten ein ganz grosses Spiel. Nein, die Düsseldorfer machten ein gutes Spiel, ein grosses Spiel machte der FC. Die Mittelfeldachse - dominant. Der Sturm -dauergefährlich. Die
      Abwehr - sattelfest und trotzdem mit Offensivbewegung. Weber machte nach einer Ecke in der 20ten Minute das 1:0 für den FC und bis dahin hätte der FC schon 2 oder 3 machen können, aber Woyke im Tor hielt famos.
      Sieben Minuten später schoss der 20 jährige Dieter Müller das 2:0. So, wie er es später oft machen sollte - kalt wie eine Hundeschnauze. Und hatte Pech, als er 2 Minuten später 2 Düsseldorfer sehr schlecht aussehen liess, den
      Ball an Woyke vorbei bugsierte und ein Düsseldorfer den Ball kurz vor der Linie rettete. Köln mit einer tollen ersten Halbzeit, auch wenn Düsseldorf gegen Ende der ersten Halbzeit auf kam und seinerseits an Welz scheiterte.

      Zweite Halbzeit - kurzes Abtasten und dann wieder auf beiden Seiten starke offensive Bewegungen. Wobei der FC immer den stärkeren, besseren Eindruck machte. Bestens aufgelegt bei Köln Simmet und Linksverteidiger
      Hein, der Nationalspieler Geye im Sack hatte und immer wieder nach vorne antrieb. So auch nach etwas mehr als einer Stunde. Hein setzt sich links durch, Flanke auf Müller. Kopfball wird pariert, Löhr staubt an und
      es steht 3:0. Und bald 4:0, weil Glowacz erfolgreich einen weiteren Angriff der Kölner abschliesst. Der FC fährt dann runter und erhält in den letzten fünf Minuten noch zwei Gegentreffer - unnötig, aber so war es dann.

      Eine Schande, daß wir in dieser Saison 73/7 so schlecht starteten(4:10 Punkte). Am Ende stand ein 5ter Platz mit 39:29 Punkten. Die Bayern - gestartet mit 11:3 Punkten - wurden Deutscher Meister mit 49:19 Punkten.
      Mit anderen Worten - der FC holt nach dem siebten Spieltag nur drei Punkte weniger als der FC Bayern und in diesem Zeitraum genauso viele wie Borussia Mönchengladbach, welches Vizemeister wurde. Der FC in den 70ern -
      das war oft - zu oft - die Mannschaft der verpassten Chancen. Man verlor drei Pokalendspiele mit 1:2(davon zwei unglückselig in der Verlängerung) und diverse Meisterschaftsrunden(1973/74 und 1974/75) versaute man sich
      durch miserable Starts(74/75 wieder 4:10). 1974/75 verlor man 7 Punkte auf Gladbach in den ersten sieben Partien, am Ende waren es nur 2 mehr. Unerklärlich war das, bei einer Ansammlung von Spielern wie eben
      Overath, Flohe, Simmet, Neumann, Müller, Löhr, Weber, Cullmann, Konopka, etc....Köln war eine Wundertüte. Ich erinnere mich bestens an diese Saison 74/75. Nach diesem Wahnsinnstart holen wir in Reihe mal eben
      25:7 Punkte und sind in Schlagdistanz und fahren nach Stuttgart. Stuttgart - das am Ende der Saison absteigt - hatte bis dahin sagenhafte 14 Punkte geholt. FC haushoher Favorit und verliert beim VfB 2:0. Weil - wie
      Kapitän Overath hinterher erklärt - man hochnäsig gewesen sein und nicht konzentriert. Tja, so war das. Und die anderen holten die Meisterschaft.
    • Neu

      Eine Woche später ging es wieder gen Köln. Das nächste Westderby stand auf dem Programm - der MSV Duisburg kam nach Köln. Die Duisburger hatten in ihren Reihen Spieler wie Dietz, Worm, Seliger, Wunder, Bella, Pirsig -
      alles andere als Laufkundschaft.

      Der FC spielte exakt mit der Mannschaft aus der Vorwoche. Seinerzeit waren Hein und SImmet die besten Spieler einer sehr guten Mannschaft gewesen. Und dieses Mal stachen Konopka, Müller und Flohe in einer sehr
      guten Mannschaft heraus. Denn, es war wie es immer war - wenn es beim FC lief. Der Gegner wurde systematisch mit grösster Spielfreude an die Wand gespielt. Nach 8 Minuten stand es bereits 2:0 durch Flohe und Müller.
      Insbesondere Tor 1 riss die Zuschauer von den Sitzen. Overath spielt einen langen Ball auf Müller, der lässt den eisenharten Stopper Pirsig richtig schlecht aus sehen(wobei Pirsig noch versucht, ihn besonders mies von
      den Beinen zu holen, ohne Erfolg), Müller legt auf den 16er zu Flohe und der tritt den Ball Vollspann links in den Giebel. Himmel Sakrament, was für ein Tor.

      In den 15 Minuten anschliessend, macht der FC was er will und nur der hervorragende Keeper der Duisburger verhindert ein Schützenfest. Mit der ersten Aktion vor dem Kölner Tor kommen die Duisburger zum über-
      raschenden Anschlusstreffer - Culli pennt da schon ein wenig - aber der sehr starke Konopka markiert mit einem Flachschuss das 3:1. Mann, haben wir einen Spass auf den Rängen - Fussball vom Feinsten. Das Kölner Mittel-
      Feld beherrscht den MSV, die Aussenverteidiger marschieren permanent und sorgen für Überzahl und vorne ist dieser junge Dieter Müller von niemanden zu kontrollieren.

      In der zweiten Halbzeit schalten die Kölner etwas zurück und haben trotzdem Chancen reichlich. Bis eine Viertelstunde vor Schluss Flohe den nächsten Dampfhammer los lässt - wieder schlägt der Ball fast unter der
      Querlatte ein - und 4:1. Den Schlusspunkt markiert Löhr, nachdem ihn Müller geradezu Schulbuchmässig eingesetzt hat. 5:1, Spitze.

      Mein Vater sagt nach dem Spiel, daß er zwei neue Nationalspieler gesehen hätte. Der eine wäre Konopka und der andere wäre der Dieter Müller. Konopka feierte sein Debüt erst vier Jahre später, Müller erst zwei Jahre
      später weil ihm eine Rippenfellentzündung dazwischen kam...Naja, mein alter Herr verstand schon etwas vom Fussball, aber das ein Dieter Müller Nationalspieler werden würde - das musste jedem klar sein.

      Wie auch immer, der 1.FC Köln zu dieser Zeit - wie auch oben schon geschrieben - unwiderstehlich, wenn es lief.
    • Neu

      Wie gerne hätte ich auch mal eine richtig erfolgreiche Ära erlebt... ;(
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      Un mer jonn met dir, wenn et sin muss durch et Füer, halde immer nur zo dir, FC Kölle!

      Du bist mein Verein - ich liebe dich!
    • Neu

      Soll/Ist schrieb:

      Eine Woche später ging es wieder gen Köln. Das nächste Westderby stand auf dem Programm - der MSV Duisburg kam nach Köln. Die Duisburger hatten in ihren Reihen Spieler wie Dietz, Worm, Seliger, Wunder, Bella, Pirsig -
      alles andere als Laufkundschaft.

      Der FC spielte exakt mit der Mannschaft aus der Vorwoche. Seinerzeit waren Hein und SImmet die besten Spieler einer sehr guten Mannschaft gewesen. Und dieses Mal stachen Konopka, Müller und Flohe in einer sehr
      guten Mannschaft heraus. Denn, es war wie es immer war - wenn es beim FC lief. Der Gegner wurde systematisch mit grösster Spielfreude an die Wand gespielt. Nach 8 Minuten stand es bereits 2:0 durch Flohe und Müller.
      Insbesondere Tor 1 riss die Zuschauer von den Sitzen. Overath spielt einen langen Ball auf Müller, der lässt den eisenharten Stopper Pirsig richtig schlecht aus sehen(wobei Pirsig noch versucht, ihn besonders mies von
      den Beinen zu holen, ohne Erfolg), Müller legt auf den 16er zu Flohe und der tritt den Ball Vollspann links in den Giebel. Himmel Sakrament, was für ein Tor.

      In den 15 Minuten anschliessend, macht der FC was er will und nur der hervorragende Keeper der Duisburger verhindert ein Schützenfest. Mit der ersten Aktion vor dem Kölner Tor kommen die Duisburger zum über-
      raschenden Anschlusstreffer - Culli pennt da schon ein wenig - aber der sehr starke Konopka markiert mit einem Flachschuss das 3:1. Mann, haben wir einen Spass auf den Rängen - Fussball vom Feinsten. Das Kölner Mittel-
      Feld beherrscht den MSV, die Aussenverteidiger marschieren permanent und sorgen für Überzahl und vorne ist dieser junge Dieter Müller von niemanden zu kontrollieren.

      In der zweiten Halbzeit schalten die Kölner etwas zurück und haben trotzdem Chancen reichlich. Bis eine Viertelstunde vor Schluss Flohe den nächsten Dampfhammer los lässt - wieder schlägt der Ball fast unter der
      Querlatte ein - und 4:1. Den Schlusspunkt markiert Löhr, nachdem ihn Müller geradezu Schulbuchmässig eingesetzt hat. 5:1, Spitze.

      Mein Vater sagt nach dem Spiel, daß er zwei neue Nationalspieler gesehen hätte. Der eine wäre Konopka und der andere wäre der Dieter Müller. Konopka feierte sein Debüt erst vier Jahre später, Müller erst zwei Jahre
      später weil ihm eine Rippenfellentzündung dazwischen kam...Naja, mein alter Herr verstand schon etwas vom Fussball, aber das ein Dieter Müller Nationalspieler werden würde - das musste jedem klar sein.

      Wie auch immer, der 1.FC Köln zu dieser Zeit - wie auch oben schon geschrieben - unwiderstehlich, wenn es lief.

      Olemaus schrieb:

      Wie gerne hätte ich auch mal eine richtig erfolgreiche Ära erlebt... ;(
      Ich durfte diese erfolgreiche Ära in den 70er und teilweise 80er miterleben, ärgere mich aber heute noch darüber dass wir für die Klasse welche die FC-Mannschaften damals jeweils hatten viel zu wenig Titel geholt haben!
    • Neu

      stubbi schrieb:

      Soll/Ist schrieb:

      Eine Woche später ging es wieder gen Köln. Das nächste Westderby stand auf dem Programm - der MSV Duisburg kam nach Köln. Die Duisburger hatten in ihren Reihen Spieler wie Dietz, Worm, Seliger, Wunder, Bella, Pirsig -
      alles andere als Laufkundschaft.

      Der FC spielte exakt mit der Mannschaft aus der Vorwoche. Seinerzeit waren Hein und SImmet die besten Spieler einer sehr guten Mannschaft gewesen. Und dieses Mal stachen Konopka, Müller und Flohe in einer sehr
      guten Mannschaft heraus. Denn, es war wie es immer war - wenn es beim FC lief. Der Gegner wurde systematisch mit grösster Spielfreude an die Wand gespielt. Nach 8 Minuten stand es bereits 2:0 durch Flohe und Müller.
      Insbesondere Tor 1 riss die Zuschauer von den Sitzen. Overath spielt einen langen Ball auf Müller, der lässt den eisenharten Stopper Pirsig richtig schlecht aus sehen(wobei Pirsig noch versucht, ihn besonders mies von
      den Beinen zu holen, ohne Erfolg), Müller legt auf den 16er zu Flohe und der tritt den Ball Vollspann links in den Giebel. Himmel Sakrament, was für ein Tor.

      In den 15 Minuten anschliessend, macht der FC was er will und nur der hervorragende Keeper der Duisburger verhindert ein Schützenfest. Mit der ersten Aktion vor dem Kölner Tor kommen die Duisburger zum über-
      raschenden Anschlusstreffer - Culli pennt da schon ein wenig - aber der sehr starke Konopka markiert mit einem Flachschuss das 3:1. Mann, haben wir einen Spass auf den Rängen - Fussball vom Feinsten. Das Kölner Mittel-
      Feld beherrscht den MSV, die Aussenverteidiger marschieren permanent und sorgen für Überzahl und vorne ist dieser junge Dieter Müller von niemanden zu kontrollieren.

      In der zweiten Halbzeit schalten die Kölner etwas zurück und haben trotzdem Chancen reichlich. Bis eine Viertelstunde vor Schluss Flohe den nächsten Dampfhammer los lässt - wieder schlägt der Ball fast unter der
      Querlatte ein - und 4:1. Den Schlusspunkt markiert Löhr, nachdem ihn Müller geradezu Schulbuchmässig eingesetzt hat. 5:1, Spitze.

      Mein Vater sagt nach dem Spiel, daß er zwei neue Nationalspieler gesehen hätte. Der eine wäre Konopka und der andere wäre der Dieter Müller. Konopka feierte sein Debüt erst vier Jahre später, Müller erst zwei Jahre
      später weil ihm eine Rippenfellentzündung dazwischen kam...Naja, mein alter Herr verstand schon etwas vom Fussball, aber das ein Dieter Müller Nationalspieler werden würde - das musste jedem klar sein.

      Wie auch immer, der 1.FC Köln zu dieser Zeit - wie auch oben schon geschrieben - unwiderstehlich, wenn es lief.

      Olemaus schrieb:

      Wie gerne hätte ich auch mal eine richtig erfolgreiche Ära erlebt... ;(
      Ich durfte diese erfolgreiche Ära in den 70er und teilweise 80er miterleben, ärgere mich aber heute noch darüber dass wir für die Klasse welche die FC-Mannschaften damals jeweils hatten viel zu wenig Titel geholt haben!
      Ist definitiv so! Vor allen Dingen wenn man sich mal vor Augen führt, dass der FC bis in die 80er Jahre hinein noch in fast allen Statistiken selbst vor Bayern München lag, Erster der Ewigen Tabelle, die meisten DFB-Pokalspiele, die meisten Europapokalspiele, in diesen Wettbewerben entsprechend auch die meisten Siege aller deutschen Mannschaften geholt und dementsprechend im EC auch die meisten Punkte für die EC-Wertung, die meisten DFB-Pokalendspiele bestritten, die höchste Durchschnittsplazierung in der BL bis dahin, die neisten A-Nationalspieler gestellt seit Kriegsende, selbst bis Anfang der 90er die meisten Uefa-Pokalspiele in ganz Europa bestritten (was natürlich auch daran lag, dass man zu selten im EC-Landesmeister-Wettbewerb spielte, der aber zu der Zeit stellenweise "leichter" war als der Uefa-Cup) usw. usw. usw.. Aber definitv zu wenig Titel geholt. Ist eben seit jeher DAS Hauptproblem dieses Vereins, wenns drauf ankommt geht's eben sehr oft in die Hose.
    • Neu

      Ich greife des Doktors letzten Beitrag auf. Titel respektive Tittellosigkeit. Man kann nicht alles gewinnen, manchmal sind andere dann besser. Oder haben mehr Glück. Ich habe eine Menge dieser gefühlten und echten
      Endspiele gesehen und versuche einmal zusammen zu fassen und zu einer Aussage zu kommen, was wir gewinnen mussten oder nicht.

      1954 - das basiert auf Wissen meines Onkel respektive Vaters - spielt Köln im Pokalendspiel gegen Stuttgart. Verschiesst in der regulären Spielzeit einen Elfer und kassiert in der Verlängerung einen Elfer. Die Altvorderen
      sagen: wir mussten gewinnen.
      1960 - auch hier wieder Vater und Onkel - spielt Köln um die Deutsche Meisterschaft gegen den HSV und verliert 3:2. Onkel und Vater stimmen überein in der Bewertung: der HSV siegt knapp aber verdient.
      1963 - Vater und Onkel - Köln im Endspiel gegen Borussia Dortmund. Dasselbe Borussia Dortmund, welches man in der Westrunde(letztes Jahr vor der Bundesliga) noch beherrscht hatte. Köln ist haushoher Favorit und
      verliert 1:3. "Dummste Niederlage aller Zeiten", wie mein Onkel immer so schön sagte.
      1970 - Köln spielt im DFB Pokalfinale gegen die zweitklassigen Kickers aus Offenbach in Hannover. Augenzeuge: ich selber. Wir verlieren 2:1 und verschiessen einen Elfmeter durch Biskup ein paar Minuten vor
      Schluss. Köln mit einer Startruppe um die WM Teilnehmer Overath(bester Mittelfeldspieler des voran gegangenen Turniers in Mexiko), Weber, Manglitz und Löhr. Und weiteren "Pflaumen" wie Biskup, Thielen, Flohe, Rupp.
      Unfassbar, ganz einfach.
      1971 - Köln erreicht wieder das Pokalfinale. In Stuttgart steht es gegen Bayern München eine Minute vor Schluss 1:1 in der Verlängerung und ein Sonntagsschuss am Samstagmittag durch einen Olympiaamateur namens
      Schneider entscheidet das Spiel. Viel Pech, aber Bayern war vielleicht einen Tick stärker.
      1973 - Köln gegen Mönchengladbach im Jahrhundertfinale des DFB Pokals in Düsseldorf. Das Spiel endet 1:2 nach Verlängerung durch einen Treffer von Netzer. Eines der besten Spiele aller Zeiten, das haben wir nicht
      gewonnen. Aber auch nicht verloren. Wenn Fussball immer so schön wäre, dann müsste man weinen vor Glück.
      1979 - Köln spielt im Rückspiel des Europapokals der Landesmeister gegen Nottingham. In England hatte man ein 3:3 errreicht, in Köln hätte ein 0:0 gelangt. Die Engländer gewinnen mit 0:1 dank einer für Köln
      Verkettung von unglückseligen Umständen. Nottingham holt sich in München(!) gegen ein mittelmässiges Malmö(!) den Europapokal.
      1980 - wieder steht der FC im Pokalfinale und führt in Gelsenkirchen zur Halbzeit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Muss höher führen und in HZ 2 genügen den Düsseldorfern 10 gute Minuten um auf 1:2 zu stellen.
      1982 - der FC spielt um die Deutsche Meisterschaft ganz vorne mit. Der HSV oder der FC, darauf läuft es hinaus. Köln vergibt seine Chance durch ein idiotisches 0:1 im Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten
      Bielefeld und wird letzten Endes nur Vizemeister.
      1989 - der FC hat eine grossartige Mannschaft mit den fünf nachmaligen Weltmeistern Ilgner, Steiner, Kohler, Hässler, Littbarski. Ferner an Bord die Nationalspieler Görtz, Poulsen, Thomas Allofs und der dänische
      Ausnahmespieler Olsen. Daum setzt in der Hinrunde und zu Anfang der Rückrunde Olsen seltener ein und der FC verliert völlig unnötige Punkte auf München. Nachdem Olsen Standardmässig wieder spielt holt die
      Mannschaft 4 von 5 Punkten auf und hat München zu Hause. Verliert das Spiel mit 1:3 und wird erneut Vizemeister. Im Grunde genommen unfassbar, daß man mit dieser Mannschaft nicht Meister wurde.
      1990 - der FC ist im Halbfinale des UEFA Pokals und verliert bei Juventus Turin nur mit 2:3. Im Rückspiel kommt der FC nur zu einem 0:0 und scheidet aus.
      1991 - Köln gegen Bremen im Pokafinale in Berlin. 1:1 nach Verlängerung und Elfmeterschiessen. Ausgerechnet Rudy und Littbarski verschiessen, Bremen holt den Cup.

      Ich sagte ja, man kann nicht immer gewinnen und manchmal haben andere dann auch mehr Dusel. Für uns hätten es insgesamt trotzdem 2 Meisterschaften, 1 Europapokal und 2 Pokalsiege mehr sein müssen. Mindestens.
      Nicht können. Müssen.
    • Neu

      Soll/Ist schrieb:

      Ich greife des Doktors letzten Beitrag auf. Titel respektive Tittellosigkeit. Man kann nicht alles gewinnen, manchmal sind andere dann besser. Oder haben mehr Glück. Ich habe eine Menge dieser gefühlten und echten
      Endspiele gesehen und versuche einmal zusammen zu fassen und zu einer Aussage zu kommen, was wir gewinnen mussten oder nicht.

      1954 - das basiert auf Wissen meines Onkel respektive Vaters - spielt Köln im Pokalendspiel gegen Stuttgart. Verschiesst in der regulären Spielzeit einen Elfer und kassiert in der Verlängerung einen Elfer. Die Altvorderen
      sagen: wir mussten gewinnen.
      1960 - auch hier wieder Vater und Onkel - spielt Köln um die Deutsche Meisterschaft gegen den HSV und verliert 3:2. Onkel und Vater stimmen überein in der Bewertung: der HSV siegt knapp aber verdient.
      1963 - Vater und Onkel - Köln im Endspiel gegen Borussia Dortmund. Dasselbe Borussia Dortmund, welches man in der Westrunde(letztes Jahr vor der Bundesliga) noch beherrscht hatte. Köln ist haushoher Favorit und
      verliert 1:3. "Dummste Niederlage aller Zeiten", wie mein Onkel immer so schön sagte.
      1970 - Köln spielt im DFB Pokalfinale gegen die zweitklassigen Kickers aus Offenbach in Hannover. Augenzeuge: ich selber. Wir verlieren 2:1 und verschiessen einen Elfmeter durch Biskup ein paar Minuten vor
      Schluss. Köln mit einer Startruppe um die WM Teilnehmer Overath(bester Mittelfeldspieler des voran gegangenen Turniers in Mexiko), Weber, Manglitz und Löhr. Und weiteren "Pflaumen" wie Biskup, Thielen, Flohe, Rupp.
      Unfassbar, ganz einfach.
      1971 - Köln erreicht wieder das Pokalfinale. In Stuttgart steht es gegen Bayern München eine Minute vor Schluss 1:1 in der Verlängerung und ein Sonntagsschuss am Samstagmittag durch einen Olympiaamateur namens
      Schneider entscheidet das Spiel. Viel Pech, aber Bayern war vielleicht einen Tick stärker.
      1973 - Köln gegen Mönchengladbach im Jahrhundertfinale des DFB Pokals in Düsseldorf. Das Spiel endet 1:2 nach Verlängerung durch einen Treffer von Netzer. Eines der besten Spiele aller Zeiten, das haben wir nicht
      gewonnen. Aber auch nicht verloren. Wenn Fussball immer so schön wäre, dann müsste man weinen vor Glück.
      1979 - Köln spielt im Rückspiel des Europapokals der Landesmeister gegen Nottingham. In England hatte man ein 3:3 errreicht, in Köln hätte ein 0:0 gelangt. Die Engländer gewinnen mit 0:1 dank einer für Köln
      Verkettung von unglückseligen Umständen. Nottingham holt sich in München(!) gegen ein mittelmässiges Malmö(!) den Europapokal.
      1980 - wieder steht der FC im Pokalfinale und führt in Gelsenkirchen zur Halbzeit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. Muss höher führen und in HZ 2 genügen den Düsseldorfern 10 gute Minuten um auf 1:2 zu stellen.
      1982 - der FC spielt um die Deutsche Meisterschaft ganz vorne mit. Der HSV oder der FC, darauf läuft es hinaus. Köln vergibt seine Chance durch ein idiotisches 0:1 im Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten
      Bielefeld und wird letzten Endes nur Vizemeister.
      1989 - der FC hat eine grossartige Mannschaft mit den fünf nachmaligen Weltmeistern Ilgner, Steiner, Kohler, Hässler, Littbarski. Ferner an Bord die Nationalspieler Görtz, Poulsen, Thomas Allofs und der dänische
      Ausnahmespieler Olsen. Daum setzt in der Hinrunde und zu Anfang der Rückrunde Olsen seltener ein und der FC verliert völlig unnötige Punkte auf München. Nachdem Olsen Standardmässig wieder spielt holt die
      Mannschaft 4 von 5 Punkten auf und hat München zu Hause. Verliert das Spiel mit 1:3 und wird erneut Vizemeister. Im Grunde genommen unfassbar, daß man mit dieser Mannschaft nicht Meister wurde.
      1990 - der FC ist im Halbfinale des UEFA Pokals und verliert bei Juventus Turin nur mit 2:3. Im Rückspiel kommt der FC nur zu einem 0:0 und scheidet aus.
      1991 - Köln gegen Bremen im Pokafinale in Berlin. 1:1 nach Verlängerung und Elfmeterschiessen. Ausgerechnet Rudy und Littbarski verschiessen, Bremen holt den Cup.

      Ich sagte ja, man kann nicht immer gewinnen und manchmal haben andere dann auch mehr Dusel. Für uns hätten es insgesamt trotzdem 2 Meisterschaften, 1 Europapokal und 2 Pokalsiege mehr sein müssen. Mindestens.
      Nicht können. Müssen.
      Kann man nicht besser zusammenfassen. Kleine Anmerkung noch: 1960 gg. den HSV habe ich durch Zeitzeugen gehört, dass man die Niederlage durchaus den "(Alkohol)-Kapriolen" von Helmut Rahn zuschreiben konnte. Mit einem Helmut Rahn in Normalform hätte man sicherlich gegen den HSV gewonnen, der wohl dem FC zu dieser Zeit spielerisch unterlegen gewesen sein soll (ich selbst weiß es nicht). Was ich aber weiß und wo ich selbst dabei war ist die Niederlage gg. Bielefeld 1982, ich sag nur Zettelewald und die Schiridrecksau Udo Horeis aus Hamburg (!!!!).
    • Neu

      Dr,Mabuse: Mit Rahn stimmt wohl. Rahn war vorher besoffen und man hatte diskutiert ihn nicht spielen zu lassen. Entschied sich dagegen. Damals Wechseln nichts erlaubt - voll daneben gegriffen.

      Beim Spiel gegen Bielefeld war ich dabei. Ewald Lienen hat sich selbst gefoult und bekam von Horeis einen Elfer. Horeis musste zudem 100 % ig Krobbach vom Platz schicken. Der hatte eine gelbe Karte und foulte
      innerhalb ein und derselben Aktion Littbarski und Fischer jeweils rüde. Reaktion von Horeis: Ermahnung.

      Ich habe mich und den FC gerächt. Horeis hatte als Privatmann einen Hozhandel bei Buchholz(Hamburg). Der sollte bei unserem Unternehmen liefern. Schöner Auftrag wär das gewesen. Wäre. Wenn Soll/Ist nicht gewesen
      wäre, hätten die den auch bekommen. Haben sie aber nicht. 8)
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