Der Politik-Thread

  • Also den Menschen, die die Hilfe wirklich brauchen, könnte man direkt jetzt helfen. Wie meine Zahlen gezeigt haben, würde eine Bürgergelderhöhung zu 60 % Leute treffen, die es wirklich brauchen. Detailliert auseinander zu rechnen, welche es von den verbleibenden 40 % wirklich brauchen, braucht dann wohl vor allem eins: noch mehr Ressourcen, um das Leben dieser Menschen zu durchleuchten, um zu ermitteln, wer es denn jetzt "braucht" oder eben nicht. Im Ergebnis also erstmal wieder mehr Verwaltungsaufwand, den man auch bezahlen muss.

    Wenn es gerecht sein soll,ja.

    Dadurch das du aber sehr viel Geld sparst,kannst du auch mehr Leute einstellen, wodurch der Konsum auch gesteigert wird

  • Der Gedanke, dass ein durchschnittlich gebildeter Arbeiter mit seinem Lohn ein ganze Familie nicht nur "durchbringt", sondern auch noch viele Freizeiterrungenschaften wie mehrere Urlaube im Jahr, Autos, zig Handys und sonstiger Schnickschnack, E-bikes vor der Tür etc. hat, klingt toll, ist aber offensichtlich so nicht dauerhaft umsetzbar. Vor allem nicht wenn andere Länder um uns herum oder weltweit offensichtlich mit weitaus weniger zufrieden sind.

    Also müssen wir irgendwie von unserem hohen Ross runter. Der Fette Gürtel muss enger geschnallt werden.

    Bei aller Liebe, aber wir sprechen hier die ganze Zeit von den untersten Einkommen und nicht dem Mittelstandstraum, den Du hier zitierst. Bei den Menschen, über die wir hier sprechen, war auch vor 10 Jahren nichts mit Urlaub, Autos, Handys oder sonst was. Der fette Gürtel, von dem Du sprichst, existiert, wenn überhaupt, bei den Bestverdienern dieser Republik, wie meine Grafik zur Reallohn-Entwicklung andeutet und auch alle Statistiken zur Vermögensentwicklung zeigen. Wie wäre es denn, wenn da mal der fette Gürtel enger geschnallt wird, um uns aus dem Mist zu ziehen?

    Damit würde man diejenigen in die Verantwortung nehmen, die sich tatsächlich einen Wanst angefressen haben. Denn entgegen den immer wieder hervorgeholten Behauptungen schaffen die großen Vermögen in Deutschland aktuell nämlich keine Arbeitsplätze und investieren nicht in die Innovation und Weiterentwicklung, die so wichtig wäre dafür, dass wir im internationalen Vergleich einen Vorsprung aufrechterhalten. Die Investitionsquote sinkt nämlich ebenfalls seit gut 30 Jahren stetig - interessanterweise der gleiche Zeitraum, in dem sich auch die Reallöhne vom Wirtschaftswachstum entkoppelt haben.

    Fast als gäbe es da einen Zusammenhang zwischen wachsender Ungleichheit und dem Erfolg einer Volkswirtschaft. Aber das ist sicherlich eine nicht haltbare Behauptung. https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/20…en-schaden.html

  • Da wird jetzt wohl jeder sagen: "ne, die natürlich nicht" - was natürlich bedeuten würde, dass wenn man trotzdem auf Kürzungen des Bürgergeldes besteht diese Fälle erstmal rausfiltern müsste. Und dann fordert man als nächstes den Bürokratieabbau.

    das hatte man ja schonmal versucht und wurde ja dann aus mir unbekannten Gründen eingestellt. Ein bisschen Druck zur Arbeitsaufnahme wäre schon nicht schlecht, aber eine Kürzung von Leistungen halte ich hierfür nicht das richtige Mittel. Besser wäre so ein verpflichtender Sozialdienst oder Wadaufräumen...einfach aufstehen und was tu müssen. Aber wie grenzt man die faulen von den kranken.....ab. Da fällt mir so richtig keine Lösung ein.

  • das hatte man ja schonmal versucht und wurde ja dann aus mir unbekannten Gründen eingestellt. Ein bisschen Druck zur Arbeitsaufnahme wäre schon nicht schlecht, aber eine Kürzung von Leistungen halte ich hierfür nicht das richtige Mittel. Besser wäre so ein verpflichtender Sozialdienst oder Wadaufräumen...einfach aufstehen und was tu müssen. Aber wie grenzt man die faulen von den kranken.....ab. Da fällt mir so richtig keine Lösung ein.

    Poah mir fallen da spontan ein paar Gründe ein:

    - ärztliche Atteste werden benötigt, das überlastet dann wieder Ärzte und Krankenkasse

    - Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sind meistens nicht so sinnerfüllt, das merkt dann auch derjenige der sie ausführt

    - Verweigerer werden normalen Arbeitern ans Bein gebunden, das senkt deren Motivation und stört im Zweifel Betriebsabläufe

    - Arbeitslosigkeit berechtigt nicht zur Einführung des Sklaventums

    - Einsparungen entstehen dadurch nicht wirklich, bzw. werden durch Punkt 1 wieder aufgefressen

  • Vielleicht sollte man sich auch nicht so sehr auf die wenigen Faulen, sondern die vielen Anderen konzentrieren. Faule Menschen werden jedes demokratische System ausnutzen, egal wie repressiv es daherkommen mag.

    Dazu sollten wir langsam gelernt haben, dass die Überwachung von Maßnahmen mitunter teurer ist, als der Schaden den man vermeiden möchte.

  • Wie viel würde man durch diese Art der Streichung und Bereinigung von Empfängern eigentlich einsparen? Das sind doch Peanuts und würden nichts verändern. Im Endeffekt ist das seit Jahren eine künstliche Diskussion voller Neid und Kurzschlussreaktionen. Da zuckt der Konservative halt gerne mit.

    You call yourself a Christian
    I think that you're a hypocrite
    You say you are a patriot
    I think that you're a crock of shit

  • Bei aller Liebe, aber wir sprechen hier die ganze Zeit von den untersten Einkommen und nicht dem Mittelstandstraum, den Du hier zitierst. Bei den Menschen, über die wir hier sprechen, war auch vor 10 Jahren nichts mit Urlaub, Autos, Handys oder sonst was. Der fette Gürtel, von dem Du sprichst, existiert, wenn überhaupt, bei den Bestverdienern dieser Republik, wie meine Grafik zur Reallohn-Entwicklung andeutet und auch alle Statistiken zur Vermögensentwicklung zeigen. Wie wäre es denn, wenn da mal der fette Gürtel enger geschnallt wird, um uns aus dem Mist zu ziehen?

    Damit würde man diejenigen in die Verantwortung nehmen, die sich tatsächlich einen Wanst angefressen haben. Denn entgegen den immer wieder hervorgeholten Behauptungen schaffen die großen Vermögen in Deutschland aktuell nämlich keine Arbeitsplätze und investieren nicht in die Innovation und Weiterentwicklung, die so wichtig wäre dafür, dass wir im internationalen Vergleich einen Vorsprung aufrechterhalten. Die Investitionsquote sinkt nämlich ebenfalls seit gut 30 Jahren stetig - interessanterweise der gleiche Zeitraum, in dem sich auch die Reallöhne vom Wirtschaftswachstum entkoppelt haben.

    Fast als gäbe es da einen Zusammenhang zwischen wachsender Ungleichheit und dem Erfolg einer Volkswirtschaft. Aber das ist sicherlich eine nicht haltbare Behauptung. https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/20…en-schaden.html

    Ich spreche über die geforderten 20 Euro Mindestlohn vom 78jung und bin darauf eingagne und dass wir das nicht verkraften. Das war mein Eingangspost auf den du eingegangen bist.

    Save the planet - it`s the only one with beer

  • na klar verkraften wir das.

    dein autoindustriebeispiel hinkt, die verdienen alle mehr als 20 euro.

    aber die ärmeren können sich deren produzierte autos nicht leisten,

    weil sie zu wenig verdienen und zu viel miete zahlen.

    bitte wach endlich auf.

    wir hatten inflation aufgrund von corona und den kriegsgewinnlern. ich hätte gern die stattgefundene inflation gehabt, weil die spd den mindeszlohm auf 20 euro bringt.

    die meisten von uns haben 20europlus. aber es gibt eben viele, denen WIR es klauen. Das ist die Realität.

  • Ich spreche über die geforderten 20 Euro Mindestlohn vom 78jung und bin darauf eingagne und dass wir das nicht verkraften. Das war mein Eingangspost auf den du eingegangen bist.

    Korrekt. Und Leute die von 20 € Mindestlohn profitieren sind eben genau die, die auch in den guten Jahren nur Krümel vom Kuchen abbekommen haben. Diese Menschen haben auch vor 10 oder 20 Jahren auf schmaler Sohle gelebt, um über die Runden zu kommen. Gerade von diesen Menschen zu fordern den Gürtel etwas enger zu schnallen empfinde ich schlichtweg als zynisch, denn dort wird nicht an der Urlaubsreise oder anderweitigem Luxus gespart, weil es den schlichtweg schon lange nicht mehr gibt bzw. nie in sinnvollem Ausmaß gab.

  • Der eigentliche Punkt ist also wohl eher, dass die Lebenshaltungskosten zu hoch sind. Man würde ja sowohl beim Bürgergeld sparen, als auch die arbeitende Bevölkerung entlasten, wenn man da mal ansetzen würde. Und wenn man sich die Preisentwicklungen so ansieht, dann kann man halt schnell erkennen, wo das herkommt: https://de.statista.com/statistik/date…te-nebenkosten/

    Leider gibt es halt weiterhin keinerlei sinnvollen Pläne, um das Thema Wohnkosten in Deutschland in den Griff zu bekommen. Jeder kennt das Problem, aber keiner will ran.

    Jein ^^ wir haben hier in Deutschland immer noch die günstigsten Lebensmittel in Europa ( aufs Einkommen gerechnet ) Unsere LM sind preislich immer noch RAMSCHware weil noch ohne Ende weggeworfen wird weil man doch keinen Appetit drauf hatte oder weil das MHD zwei tage überschritten ist.#

    Noch kurz zum Einkommen allgemein- ein Arbeitender hat IMMER mehr Einkommen als ein Bürgergeld Empfänger- ansonsten könnte der Arbeitende auch noch Wohngeld beantragen, welches in Kommunen die hohe Mieten haben auch wesentlich höher ist als in Kommunen mit niedrigen Mieten.

    Der Fuchs ist Schlau und stellt sich Dumm, bei manch Menschen ist es andersrum....

  • ich sehe natürlich in vielen Punkten die Schwierigkeiten genauso wie du, aber ist es richtig, jemanden für immer und ewig auf Kosten der anderen das Leben zu finanzieren? Irgendwas muss man da doch machen (können).

  • Jein ^^ wir haben hier in Deutschland immer noch die günstigsten Lebensmittel in Europa ( aufs Einkommen gerechnet ) Unsere LM sind preislich immer noch RAMSCHware weil noch ohne Ende weggeworfen wird weil man doch keinen Appetit drauf hatte oder weil das MHD zwei tage überschritten ist.#

    Noch kurz zum Einkommen allgemein- ein Arbeitender hat IMMER mehr Einkommen als ein Bürgergeld Empfänger- ansonsten könnte der Arbeitende auch noch Wohngeld beantragen, welches in Kommunen die hohe Mieten haben auch wesentlich höher ist als in Kommunen mit niedrigen Mieten.

    ich sehe das nicht so. ich kenne Leute, die bekommen 12,82 Mindestlohn und beide arbeiten dafür jeweils 160 Stunden im Monat. Für den Job sind die eigentlich überqualifiziert (beide Agraringenieure), werden aber nirgends anders eingestellt, da (sagt natürlich keiner) zu alt. und vor solchen Leuten hab ich absolut Respekt.

  • was die discounter gerade treiben, wie die lieferanten mit mogelpackungen und satten aufschlägen reagieren und agieren, wie uns nahrungsschrott als angebote verkauft werden, mit der üblichen dummmacherwerbung, das erzeugt wirklich den eindruck von Verramschen. lass ich das m weg, kommt die Assoziation des Verarschens dazu.

    eines zeigt sich: der wert des menschen wird weiter minimiert. hauptsache er ist irgendwie verwertbar und hält die füsse still.

    wir im mittelbau, weil wir den status quo oder die hypothek nicht gefärden wollen, die unterschicht durch stütze und hetze.

    das darf aber nicht so bleiben, weil es nur zum sieg von afd und braun-unionern führen wird.

  • Hier drehen wir uns irgendwie im Kreis.

    Sicherlich kennt jeder Beispiele für beide Richtungen.

    Es war auch schon früher so, dass wenn es nur einen Verdiener gibt und der Partner sich um die Kinder kümmern kann, dass dann nur wenige ein sehr gutes Leben haben können und sich alles leisten. Es gibt sicherlich ganz wenige Fälle, bei denen bei zwei Verdienern der Mindestsatz unterschritten wird. Also lohnt sich arbeiten eigentlich immer in der Konstellation. Bei Alleinerziehenden sieht das Ganze nochmal anders aus und hier greift ja auch die Möglichkeit der Unterstützung.

    Um Ungerechtigkeiten bei Bürgergeld etc festzustellen wäre die fairste und gerechteste Behandlung, dass jeder individuell behandelt würde. Das ist aber extrem Personalaufwändig und auf Grund der eh schon vorherrschenden Über-Bürokratie nicht praktikabel.

    Wenn man aber z.B. den Fall liest, dass Merz kritisiert, dass zu hohe Wohngelder bezahlt werden und Leute in zu großen Wohnungen leben würden, kommt man wieder an den Punkt, dass es dann halt auch Alternativen geben müsste, um die Leute in entsprechende Wohnungen zu bringen. Und da kommen wir wieder an den Punkt der Unmöglichkeit. Oder der Staat muss da massiv unterstützen und selbst aktiv werden.

    No one is born hating another person because of the colour of his skin, or his background, or his religion. People must learn to hate, and if they can learn to hate, they can be taught to love, for love comes more naturally to the human heart than its opposite.

  • ich sehe natürlich in vielen Punkten die Schwierigkeiten genauso wie du, aber ist es richtig, jemanden für immer und ewig auf Kosten der anderen das Leben zu finanzieren? Irgendwas muss man da doch machen (können).

    Die Frage muss man realistisch betrachtet einfach mit Ja beantworten. Wie schon mal geschrieben: nicht alles was im Bürgergeldbezug ist, ist auf dem Arbeitsmarkt auch brauchbar. Sei es durch Krankheit, sonstige Lebenseinflüsse oder auch schlicht durch fehlende Bildung. Und ja als Gesellschaft eines Sozialstaats kann und muss man das tragen. Nur der Stärkste überlebt mag im Dschungel gelten, aber eben nicht im Sozialstaat.

    Davon abgesehen würde eine 0 % Arbeitslosenquote ohnehin nicht funktionieren aus Arbeitgebersicht, selbst wenn sie erreichbar wäre. Man stelle sich mal das Ungleichgewicht der Machtverhältnisse für Arbeitnehmer vor, wüsste jeder Arbeitnehmer das er nicht ersetzt werden könnte.

  • Korrekt. Und Leute die von 20 € Mindestlohn profitieren sind eben genau die, die auch in den guten Jahren nur Krümel vom Kuchen abbekommen haben. Diese Menschen haben auch vor 10 oder 20 Jahren auf schmaler Sohle gelebt, um über die Runden zu kommen. Gerade von diesen Menschen zu fordern den Gürtel etwas enger zu schnallen empfinde ich schlichtweg als zynisch, denn dort wird nicht an der Urlaubsreise oder anderweitigem Luxus gespart, weil es den schlichtweg schon lange nicht mehr gibt bzw. nie in sinnvollem Ausmaß gab.

    Wir reden aneinander vorbei.

    Ich will nicht diesen Menschen etwas wegnehmen. Aber den Mindestlohn noch oben zu schrauben ist für mich ein fataler Ansatz, welchen ich jetzt mehrfach versucht habe zu erklären. Dies hat einen Effekt der Löhne in der Pyramide nach oben. Wir sind bereits jetzt in einer Situation wo wir international kaum mehr konkurrenzfähig. Wohin das führen wird kann sich jeder ausmalen.

    Und das lässt sich nicht wegleugnen: Den "unteren Schichten" geht es in Deutschland immer noch besser als in den meisten anderen Ländern. Und damit mein ich nicht Afrika oder Asien, sondern in Europe. Schau mal nach Polen, Rumänien, Italien, Portugal oder auch Griechenland. Und ich meine damit nicht dass es besagter Schicht in Deutschland zu gut geht, es wird aber bei einer stagnierenden Wirtschaft schwer möglich sein dieser (und den Schichten darüber) mehr als bisher finanziell unter die Arme greifen zu können.

    Viel mehr sollte das vorhandene Geld sinnvoller genutzt werden. Aber hier sind wir wieder beim Filz in Deutschland angelangt.

    Save the planet - it`s the only one with beer

  • Wenn man aber z.B. den Fall liest, dass Merz kritisiert, dass zu hohe Wohngelder bezahlt werden und Leute in zu großen Wohnungen leben würden, kommt man wieder an den Punkt, dass es dann halt auch Alternativen geben müsste, um die Leute in entsprechende Wohnungen zu bringen. Und da kommen wir wieder an den Punkt der Unmöglichkeit. Oder der Staat muss da massiv unterstützen und selbst aktiv werden.

    Bei dem Thema muss man aber eigentlich auch immer wieder darauf hinweisen, dass es sich hier um absolute Ausnahmefälle handelt. Das kann in der Form nämlich eigentlich nur passieren, wenn bei einer bereits gut verdienenden Familie, die sich so eine Wohnung leisten konnte, beide Elternteile ins Bürgergeld fallen. Dann gibt es, glaube ich, ein Jahr Karenzzeit, in dem die bestehende Wohnung behalten werden, darf und danach muss neu gesucht werden. D.h. diese Summe bezahlt der Staat eigentlich nur übergangsweise, aber es wird mal wieder so dargestellt, als sei das eher die Norm als die Ausnahme.

  • Die Frage muss man realistisch betrachtet einfach mit Ja beantworten. Wie schon mal geschrieben: nicht alles was im Bürgergeldbezug ist, ist auf dem Arbeitsmarkt auch brauchbar. Sei es durch Krankheit, sonstige Lebenseinflüsse oder auch schlicht durch fehlende Bildung. Und ja als Gesellschaft eines Sozialstaats kann und muss man das tragen. Nur der Stärkste überlebt mag im Dschungel gelten, aber eben nicht im Sozialstaat.

    Für die Turbokapitalisten unter uns noch das schmackhafte Argument: man kann auch das Bürgergeld einfach komplett sein lassen und die Leute alle an den Neumarkt schicken. Da sieht man nämlich, was passiert, wenn Menschen komplett aus dem gesellschaftlichen und sozialen Netz fallen.

  • Wir reden aneinander vorbei.

    Ich will nicht diesen Menschen etwas wegnehmen. Aber den Mindestlohn noch oben zu schrauben ist für mich ein fataler Ansatz, welchen ich jetzt mehrfach versucht habe zu erklären. Dies hat einen Effekt der Löhne in der Pyramide nach oben. Wir sind bereits jetzt in einer Situation wo wir international kaum mehr konkurrenzfähig. Wohin das führen wird kann sich jeder ausmalen.

    Und das lässt sich nicht wegleugnen: Den "unteren Schichten" geht es in Deutschland immer noch besser als in den meisten anderen Ländern. Und damit mein ich nicht Afrika oder Asien, sondern in Europe. Schau mal nach Polen, Rumänien, Italien, Portugal oder auch Griechenland. Und ich meine damit nicht dass es besagter Schicht in Deutschland zu gut geht, es wird aber bei einer stagnierenden Wirtschaft schwer möglich sein dieser (und den Schichten darüber) mehr als bisher finanziell unter die Arme greifen zu können.

    Viel mehr sollte das vorhandene Geld sinnvoller genutzt werden. Aber hier sind wir wieder beim Filz in Deutschland angelangt.

    Ja, wir reden aneinander vorbei, aber aus meiner Sicht an anderer Stelle, als Du meinst.

    Du sagst: gerade geht es bergab und deshalb müssen "wir" jetzt sparen. Mit dem "wir" meine ich jetzt die gesellschaftliche Gesamtheit der Bundesrepublik Deutschland. So weit, so gut. Das will ich auch gar nicht diskutieren.

    Ich sage, seit 2014 ist der Kuchen, der unsere gemeinsame Wirtschaft ist, massiv gewachsen und davon haben nur wenige profitiert. Jetzt schrumpft der Kuchen zwar, ist aber in Summe immer noch wesentlich größer als vor 10 oder 20 Jahren. D.h. selbst vom schrumpfenden Kuchen kann man die Stücke noch anders verteilen und würde keinen Cent mehr ausgeben. Also ja, wir könnten das vorhandene Geld sinnvoller nutzen, aber das vorhandene Geld ist durchaus das Geld, das heute jeden Tag in Deutschland erwirtschaftet wird und das vorhandene Geld liegt auch auf den Konten derjenigen, die in den letzten 20-30 Jahren eben überproportional vom Wachstum profitiert haben.

    Es wäre absolut möglich, dass in Deutschland in Summe der Gürtel enger geschnallt wird, ohne dass das die Ärmsten im Land betrifft bzw. OBWOHL es denen besser geht. Das liegt ganz einfach daran, dass über Jahrzehnte so viel Geld an der arbeitenden Bevölkerung und am Staat vorbeigeschafft wurde und sich fette Bäuche angefressen wurden, während viele andere leer ausgegangen sind. Wie mein Link zeigt, gibt es zudem wissenschaftliche Untersuchungen, die zu dem Schluss kommen, dass es uns sogar wirtschaftlich schlechter geht, WEIL man so lange verpennt hat, alle Teile der Bevölkerung am Wirtschaftswachstum partizipieren zu lassen. D.h. es geht hier nicht nur um Verteilungsfragen, sondern es besteht sogar eine gute Chance, dass eine gerechtere Verteilung uns aus der Misere herausholen kann.

  • Die Frage muss man realistisch betrachtet einfach mit Ja beantworten. Wie schon mal geschrieben: nicht alles was im Bürgergeldbezug ist, ist auf dem Arbeitsmarkt auch brauchbar. Sei es durch Krankheit, sonstige Lebenseinflüsse oder auch schlicht durch fehlende Bildung. Und ja als Gesellschaft eines Sozialstaats kann und muss man das tragen. Nur der Stärkste überlebt mag im Dschungel gelten, aber eben nicht im Sozialstaat.

    Davon abgesehen würde eine 0 % Arbeitslosenquote ohnehin nicht funktionieren aus Arbeitgebersicht, selbst wenn sie erreichbar wäre. Man stelle sich mal das Ungleichgewicht der Machtverhältnisse für Arbeitnehmer vor, wüsste jeder Arbeitnehmer das er nicht ersetzt werden könnte.

    wenn ich was schreibe geht es nicht um kranke...da geht es um die, die den Sozialstaat bewusst ausnützen. klar ist das rausfiltern schwer und aufwändig. Und für die ist der Sozialstaat m.E. nicht in der Verantwortung, für die Kranken... schon.