Der Politik-Thread

  • Lohnenswerter Artikel, gerade bei dem Teil, wo es ums Kartellamt geht. Dieses ist nämlich nicht nur in der Ölindustrie zunehmend machtlos. Wer Wirtschaftswissenschaften studiert hat, sollte eine gute Idee davon haben, wie "toll" Kartelle und Monopole für eine Marktwirtschaft sind. Praktischerweise haben wir so etwas in Deutschland ja "nur" in den folgenden Bereichen:

    • Strom- und Gasnetzen
    • Stromerzeugung
    • Internet & Mobilfunk
    • Lebensmittelhandel
    • Mineralöl

    Aber dass der Marktgedanke in einer Marktwirtschaft, in der der Markt nach Wunsch der Regierung immer mehr regeln soll, in diesen unwichtigen kleinen Nischen ausgehebelt wird, ist sicherlich kein Problem. :clown_face2:

  • Tari wenn man ehrlich ist das aber quasi in fast jedem Land so der Fall. Vorallem in denen von dir genannten Branchen. Ich wüsste auch nicht wie man das verhindern will außer Aufkäufe von kleinen Unternehmen zu verhindern aber ich glaube genau das macht man ja schon bereits.

  • Tari wenn man ehrlich ist das aber quasi in fast jedem Land so der Fall. Vorallem in denen von dir genannten Branchen. Ich wüsste auch nicht wie man das verhindern will außer Aufkäufe von kleinen Unternehmen zu verhindern aber ich glaube genau das macht man ja schon bereits.

    Ja, ist sicher kein Deutschland-exklusives Problem und andernorts sicherlich noch schlimmer. Aber am Beispiel des Artikels sieht man ja auch, dass trotzdem Dinge möglich sind. In Spanien gibt es sicher nicht wesentlich mehr Mineralöl‑Firmen, aber trotzdem kann man den bestehenden Anbietern auf die Pelle rücken, um überzogene Preise in den Griff zu bekommen.

    Oder im Telekommunikationssektor (da kenne ich mich aufgrund meiner beruflichen Historie ein wenig aus) sind viele Themen vorhanden, die dafür sorgen, dass Festnetz und Mobilfunk bei uns im Land langsamer und schlechter ausgebaut werden und trotzdem teurer sind, als in vielen anderen Ländern. Daran könnte man mit staatlichen Eingriffen auch massiv etwas verändern, ohne dass gleich X neue Anbieter am Markt entstehen müssen.

    Und im Bereich Lebensmittel sind schlichtweg die mittlerweile europäisch aufgestellten Einkaufsgemeinschaften die wirklich offensichtlichste Marktverzerrung, die Landwirte und andere Lebensmittelproduzenten massiv unter Preisdruck setzen.

  • Zum Thema Benzin - und Dieselpreise darf folgendes nicht unerwähnt bleiben:

    Die BRD verdient an jedem verkauften Liter Sprit kräftig mit: bei Super beträgt die "Staatsquote" 58 % und bei Diesel 48 %(Energiesteuer, CO 2 Steuer, Mehrwertsteuer). Rechenbeispiel: bei einem aktuellen Preis für Super von 2,00 EURO gehen 1 EURO 16 an die Staatskassen, bei einem aktuellen Preis von 2,11 für Diesel gehen 1,01 EURO an die Staatskassen.

    Schon 2023 betrug der Staatsanteil aus der so genannten Energiesteuer(im Bereich der Versteuerung Sprit) bei über 30 Milliarden EURO. Seitdem ist der Bereich CO 2 Steuer 24, 25 und 26 erhöht worden - mit Effekt auf den Diesel/Benzinpreis. Die Mehrwertsteuer kommt hinzu und der Einfluss hängt natürlich am jeweiligen Preis - in Zeiten wie diesen reden wir von bis zu 40 Cent per Liter.

    Summa summarum - ein Bombengeschäft für die jeweiligen Finanzminister. Der Staatsanteil inklusive Mehrwertsteuer dürfte in diesem Jahr Richtung 60 Milliarden gehen.

    Fun Fact: Am Dienstag - ich hatte mich gerade über die Spritpreise geärgert - bin ich konsequent auf der Autobahn nicht über 110 Kilometer per Stunde gefahren. 90 % der anderen Fahrzeuge haben mich überholt. Irgendwie scheint beim Deutschen Michel nicht angekommen zu sein, was da los ist an den Zapfsäulen.

    Fun Fact 2: Wir betreiben in unserem Unternehmen eine recht umfangreiche LKW Flotte. Der Anteil an E LKW liegt jetzt bei 10 %. Die Anschaffungskosten waren irre, mit dem Invest bei weiteren Fahrzeugen halten wir uns jetzt erst einmal zurück. Wir erwarten eine Reduktion der Preise, zunächst einmal ist sie noch nicht da. Die Ladeinfrastruktur ist schlecht, das darf man fest stellen. Nun gut, man arbeitet daran. Man hat natürlich Vorteile bei den Mautkosten. In der Summe kommst du bei den schwereren, grossen Maschinen(und die setzen wir in der Regel ein) über den Abschreibungszeitraum von 6 Jahren aus finanziellen Gründen nicht an einen normalen Dieselfahrzeug vorbei. Faustregel ist - Stand heute - das über einen Zeitraum von 6 Jahren über alle Kosten hinweg der Einsatz eines E - LKW 100.000 EURO mehr bedeutet.

    Noch einmal zurück zum Preis für Diesel und Benzin. also die Staatsquote liegt aktuell im Schnitt so bei 1 EURO 5 Cent. Der Rest ist Markt(oder nicht Markt). Irgendetwas sind ja nun objektive Gestehungskosten: du musst das Zeug aus dem Boden bringen, du musst das Zeug transportieren und raffinieren, du musst das Zeug auch noch mal transportieren. Und Gewinn dürfen die Jungs auch machen. Man darf feststellen, daß sie es gerade in Deutschland übertreiben. Man darf aber auch genauso feststellen, daß gerade in Deutschland der Staat dabei prächtig mit verdient. (Wenn der Spritpreis ohne Mehrwertsteuer 1 EURO 42 wäre, dann ist er mit Mehrwertsteuer 1, EURO 69 - der Staat nimmr also 27 Cent per Liter Mehrwertsteuer ein. Wenn der Spritpreis ohne Mehrwertsteuer 1 EURO 75 beträgt, dann beträgt die Mehrwertsteuer 0,3325 EURO per Liter. Sprich 0,0625 Cent per Liter. Das ist mitnichten eine Petitesse. Der tägliche Spritverbrauch in Deutschland(Diesel plus Benzin) liegt bei sagenhaften 210 Millionen Liter.

    Nun ,vielleicht denkt man mal auf die Absenkung der Energiesteuer nach. Wenn man die auf das europäische Mindestmass absenkt, dann ist man immerhin um 0,15 Cent per Liter weiter.

    Lettore silenzioso

  • Nun ,vielleicht denkt man mal auf die Absenkung der Energiesteuer nach. Wenn man die auf das europäische Mindestmass absenkt, dann ist man immerhin um 0,15 Cent per Liter weiter.

    Ich würde wetten das das an den Preisen dann aber auch nichts ändern wird. Die 15 Cent bleiben dann trotzdem on top und fließen in die Taschen der Ölkonzerne. Die Annahme das sowas dann auch immer 1zu1 weitergegeben wird halt ich für gefährlich.

    Trickle down funktioniert nicht, hat es noch nie und wird es auch niemals.

  • Atnam - mag sein. Nun bleibt trotzdem als Fakt ist - der Staatsanteil in Deutschland ist via Energiesteuer, CO 2 Aufschlag und Mehrwertsteuer verflixt hoch.

    Was dann vielleicht mal was am Verbrauchsverhalten ändert - denn wie ich oben schrob: ich fahre nicht über 110 auf der Autobahn und 90 % der Autos überholen mich. Tatsächlich habe ich es mit mit gezählt: ich habe auf der A 42 zwischen Kreuz Kampf - Lintfort und Kreuz Duisburg Nord, das sind ca. 18 Kilometer 3 Autos überholt. Überholt wurde ich von 32 Autos. Sorry, das ist doch nicht normal. Niemanden scheint es wirklich zu jucken. Und da ich nicht davon ausgehen kann, daß das nur E Autos waren und auch Autofahrer gemischt durch alle Parteien wählen, bleiben bei mir dicke Fragezeichen über das Verhalten. Der Sprit geht mal eben um 40 Cent nach oben und - ausgewiesen durch das Fahrverhalten - keinen interessiert es wirklich. Erstaunlich.

    Lettore silenzioso

  • Nun ,vielleicht denkt man mal auf die Absenkung der Energiesteuer nach. Wenn man die auf das europäische Mindestmass absenkt, dann ist man immerhin um 0,15 Cent per Liter weiter.

    Hoffentlich nicht. Sonst bleibt die Marge der Mineralölkonzerne gleich, aber Einnahmen für das Land brechen weg.
    Dazu würde die Steuersenkung Gutverdiener bzw. Bestverdiener genauso treffen wie alle anderen.
    Ökonomisch nicht der beste Vorschlag, und auch ein fatales Signal für den Klimaschutz.

  • Sarah bleibt sich treu: Alles für Russland!!!

    Wagenknecht wirbt für Zusammenarbeit mit der AfD
    BSW-Gründerin Wagenknecht fordert ein Ende der Brandmauer gegen die AfD. Eigene Koalitionen mit Parteien, die eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen,…
    www.n-tv.de

    PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

    Ich (Präsident), Vize (Vakant), LinkeKlebe (Vereinsklüngelei), Flykai (Schriftführer), elkie57 (Finanzgeschäftsführerin), Heimerzheimer (Sportbeauftragter), Matze86 (Pressesprecher), izeh (Catering), Hassenichjesehen (Nummerngirl), SomeSayTheEndIsNear (Klofrau), Vorwärts_FC (Azubi), grischa, winter, frankie0815, kölsch, effzeh, Hunsrück FC, Je(n)sus, BadischerBock, Rodi, lunyTed, Kimeo, banshee, Skymax (Praeses Emeritus), sharky (Vize Emeritus)

  • MattEagle - wie ich schon zu einem anderen geschrieben habe: man pickt sich aus einem längeren Beitrag, der sich in der Hauptsache um die Themen

    - Staatsanteil an Benzin und Diesel

    -Persönliches Fahrverhalten

    - Schwierigkeiten der Umstellung LKW Flotte von Diesel auf E - Mobilität

    dreht und kommentiert dann ausschliesslich die letzte(kleine) Bemerkung. Dabei selbstverständlich ignorierend, daß Deutschland gegenüber anderen EU Staaten einen gewissen Vorsprung hat. Mag wohl sein, daß die von mir ins Spiel gebrachte Senkung nicht DAS Mittel ist, aber generell würde mich dann eben deine/eure Meinung zum generellen Staatsanteil Benzin/Diesel(im europäischen Vergleich) schon interessieren. Auch eine Meinung zum Fahrverhalten wäre mal interessant. Und sicher die Meinung zur Umstellung auf E - Mobilität, aber bitte nicht nach dem Motto:"Wir müssen jetzt alle sofort auf E - Autos, nur so geht es".

    Lettore silenzioso

  • Ja, und ich finde das auch ok, punktuell zu zitieren und zu reagieren. Da muss man ja dann nicht immer komplette Beiträge zitieren.

    Zum Rest muss ich ja nicht viel schreiben- das hast Du ja bereits zusammengefasst. Und ob Du nun anderen Autofahrern skeptisch entgegenblickst, wenn die dich mit mehr als 110kmh überholen, möchte ich auch nicht bewerten. Das musst Du ja mit Dir ausmachen.


  • Ja, und ich finde das auch ok, punktuell zu zitieren und zu reagieren. Da muss man ja dann nicht immer komplette Beiträge zitieren.

    Zum Rest muss ich ja nicht viel schreiben- das hast Du ja bereits zusammengefasst. Und ob Du nun anderen Autofahrern skeptisch entgegenblickst, wenn die dich mit mehr als 110kmh überholen, möchte ich auch nicht bewerten. Das musst Du ja mit Dir ausmachen.


    Ich habe bewertet, daß es offensichtlich wenig Autofahrern - trotz gestiegener Spritpreise - etwas ausmacht deutlich schneller als 110 KM/H zu fahren. Ja, das irritiert mich - das sage ich schon.

    Das du gerne punktuell zitierst und reagierst ist sicher nicht nur mir bekannt. Dir ist bekannt, daß das auch mal zur Kontextomie führen kann.

    Lettore silenzioso

  • Listlos

    Kontexomie musste ich erst mal googeln. Und die Definition sagt, man würde Zitate aus dem Kontext reißen, um den Inhalt zu verändern und sein gegenüber in ein schlechtes Licht zu rücken.
    Ich habe mir Deinen Beitrag noch mal angeschaut, und auch meine Replik auf deinen Vorschlag der Energiesteuersenkung. Und ehrlich gesagt sehe ich da wenige Anhaltspunkte, um jetzt in eine Stildiskussion abzudriften, und vor allem die allseits bewährte „sehen die anderen auch so“ Methode anzuwenden.
    Das ist dann auch der Punkt, an dem ich aus der Diskussion aussteige. Du schreibst häufig sehr (sehr) viel- ich lese das alles meist gern und interessiert. Wenn Du in einem Beitrag dann diverse Themen ansprichst, von der privaten PKW Fahrt auf der Autobahn, zu eurer E-LKW Flotte hin zu deinem zitierten Vorschlag, ist es schwierig, auf all das gleichzeitig einzugehen. Ich habe mich auf deinen Vorschlag fokussiert, und meine Meinung dazu geschrieben. Die darfst Du inhaltlich gern aufgreifen. Alles andere hat was von Förmchen- Diskussionen, und bringt nicht weiter. Finde ich.

  • Robert Habeck so:
    Hey Autohersteller, wenn ihr es nicht schafft ein E Auto für unter 20.000 € anzubieten, werdet ihr 2025 am Markt scheitern

    Autohersteller so:
    Ach ne, ach watt, lass mal zum Verbrenner zurückkehren

    März 2026 so:
    Hallo Ibims der Gewinneinbruch bei der Autoherstellern

    Deutschland so:
    Diese Grüüüüüüüünen

    Keine Pointe

  • Lass mal CDU wählen, die haben die meiste Wirtschaftskompetenz.

    Ich mag mich ja vertun. Aber ist es nicht so, daß die Entscheidung pro Gaskraftwerke für die Stromerzeugung(Stichwort Kraftwerksstrategie) zur Absicherung der Stromversorgung von der Ampel Koalition Scholz/Habeck/Lindner in 2023 verabschiedet wurde?!

    Ich mag mich ferner vertun, aber war es nicht so, daß besonders der damalige Wirtschaftsminister Habeck sich intensiv für den Bau neuer, dann auch Wasserstofffähiger Gasdruckwerke eingesetzt hat? !

    Natürlich war es so. Habeck war es wichtig eine Versorgungssicherheit herzustellen. wichtig auch für den Ausstieg Kohleausstieg. Letzten Endes setzt hier die neue Koalition die Nummer der alten Koalition durch.

    Lettore silenzioso

  • Was das angeht werden ja tatsächlich erstmal Kraftwerke etwa in dem Umfang ausgeschrieben, wie Habeck sie angedacht hat. Gas ist ja die teuerste Option, Strom zu produzieren, gleichzeitig aber auch die beste Option als Backup-Speicher, weil man die Kraftwerke schnell hochfahren kann. Der Plan von Reiche Gaskraftwerke hochzuziehen ist prinzipiell richtig, kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn man die erneuerbaren Energien auch weiter ausbaut, denn sonst wird es teuer. Bei Reiche bestehen ein paar berechtigte Zweifel, dass sie es mit den erneuerbaren Energien Ernst meint. Gerade wenn sie aber so sehr auf Gaskraftwerke setzt, dann muss sie eigentlich parallel auf erneuerbare Energien setzen, sonst kommt uns ihre Energiepolitik in einigen Jahren teuer zu stehen.

    Ich denke es ist so wie Merz es mal gesagt hat: Man kann den Atomausstieg in der Form wie er damals stattgefunden hat schon als strategischen Fehler bezeichnen. Da er aber nicht umkehrbar ist, muss man andere Wege finden, die Energieversorgung zu gestalten.

    Auf technischer Seite sind die Parteien da prinzipiell alle gar nicht so weit auseinander. Die Positionen entscheiden sich ja eher, wie man fördert, subventioniert, steuert, sozial ausgleicht.

    Nickname Change : Vorher Smiling_saidjin

    Einmal editiert, zuletzt von Keep_Smiling (14. März 2026 um 07:19)

  • Keep_Smiling - yes, oder - fast - yes. Teuer ist es nämlich schon jetzt, das darf man fest stellen. Ohne Zweifel - nach heutiger technischer Darstellbarkeit sind die Gaskraftwerke die beste Option als Backup(schnelle Verfügbarkeit). Einig - wenn Gaskraftwerke, dann erneuerbare Energien parallel. Wir wissen um das Problem von Speicherung und Weiterleitung.

    Bei Frau Reiche umfangen mich auch Zweifel. Allerdings hören wir(als Unternehmen) aus Berlin mittlerweile, daß da von geeigneter Stelle der Druck auf Frau Reiche schon erheblich wird. Wir wollen mal sehen.

    Der grösste Schwachsinn war der Atomausstieg, wie er damals gelaufen ist. In erster Linie können wir uns da ganz herzlich bei Frau Doktor Merkel bedanken.

    Lettore silenzioso