Der Politik-Thread

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    • Millhouse schrieb:

      MainBock schrieb:

      In aller Regel wurde aus Beiträgen die mit großer Mühe geschrieben worden sind und Zeit gekostet haben, dann nur ein einziger Satz oder gar nur ein (aus Sicht einiger „falsches“ Stichwort herausgepickt und darüber würde sich dann zerrissen.
      Weil es - zumindest aus meiner Sicht - mit deinen Beiträgen auch kaum anders geht. Du vermengst ganz oft mehrere Dinge in deinen Texten. Auf keines davon gehst du konkret ein oder führst einen Gedankengang mal genauer aus. Jedes Thema, das du ansprichst, bekommt drei oder vier Zeilen, dann springst du zum nächsten Punkt. Das macht es schwierig, a) einen roten Faden zu erkennen, b) überhaupt logischen Sinnzusammenhängen zu folgen und c) auf irgendwas davon einzugehen. Man kann sich quasi wirklich nur einen Punkt aus deinen Beiträgen raussuchen und da dann probieren, sachlich drauf einzugehen.

      Dann gehe doch mal oben auf die Zinsgeschichte ein...Und danach schreibe ich dann zum nächsten Thema, warum die Regierung in meinen Augen die schlechteste aller Zeiten ist.
    • Noch 1,5 Tage später fällt es mir schwer über die Geschehnisse in Hanau zu schreiben. Ein Mann - der später als im Leben unauffällig beschrieben wird - geht in eine Bar und schiesst um sich. Er hinterlässt Tote und Verletzte.
      Unser Mann setzt sich in sein Auto, fährt ein paar Kilometer weiter und geht in die nächste Bar. Schiesst um sich und alles wiederholt sich. Tote und Verletzte, ein Blutbad. Unser Mann fährt nach Hause, erschiesst seine Mutter
      und sich selber. Ach, das kennen wir doch alles - aus Tulsa, Oklahoma. Oder aus Laredo, Texas. In Amerika passiert das doch alle Nasen lang.

      Nein - der Tatort ist nicht Tulsa. Und er ist auch nicht Laredo. Er ist in Hanau, einer Stadt in Hessen. Mitten in Deutschland. Es stellt sich schnell heraus, daß die 9 Tote in den beiden Bars Migrationshintergrund haben. Es stellt
      sich heraus, daß der Täter ein Bekennerschreiben hinterlassen hat. Er entwickelt wirre Theorien, fühlt sich verfolgt und beobachtet. In Stellungnahmen werden schwere, wahnhafte Störungen attestiert. Von paranoider
      Schizophrenie ist die Rede.

      11 Menschen inklusive Täter sind tot. Der Tod begegnet uns alltäglich. Wir sehen grausige Unfälle, die ihren Tribut fordern. Wir lesen von Beziehungstaten - der Mann erschlägt seine Frau und tötet die Kinder...Wir sind betroffen,
      wir schütteln uns. Irgendwann vergessen wir es wieder.....Dieses Hanau ist anders - so glaube ich jedenfalls. Der Täter ist vermutlich ein kranker "Spinner", wie man früher vielleicht gesagt hätte. Aber seine Wahnideen werden
      von rechtsextremen Überzeugungen genährt. Und der Boden für diese rechtsextremen Überzeugungen scheint gross und grösser zu werden. Das Klima in diesem Land hat sich sich verändert. Es muss sich verändert haben, anders
      gibt es keine Erklärung für solche Taten.
    • Millhouse schrieb:

      MainBock schrieb:

      Dann gehe doch mal oben auf die Zinsgeschichte ein..
      Nein. Ich hab mich an der ganzen Zins-Debatte bislang mit keinem einzigen Wort beteiligt. Und das liegt daran, dass ich mich da nur blamieren könnte, weil ich davon keinerlei Ahnung habe.

      Gut, dann nächstes Thema, weshalb ich die Merkel geführte Regierung für die schlechteste seit dem 2. Weltkrieg halte...

      EU Politik:

      Die EU wurde nach meinem Verständnis gegründet.

      1. weil man einige Länder verbinden wollte, um Kriege untereinander auszuschließen, also zur Wahrung des Friedens

      2. um ein wirtschaftliches Gegengewicht zu den USA und China darzustellen.


      Das waren die zwei Hauptgedanken.
      Hierfür wurden unter anderem die Grenzen untereinander geöffnet, Reisefreiheit gewährleistet, eine gemeinsame Währung geschaffen.

      Damit das eine Erfolgsgeschichte werden kann, wurden Regeln eingeführt...

      Dublin Kriterien
      Maastricht Kriterien
      Und viele mehr

      ...und immer häufiger werden diese gebrochen.

      Und das wird irgendwann zum Problem werden. Denn ein System kann nicht funktionieren, wenn man sich nicht an die Regeln hält (jüngstes Beispiel nun Italien mit den Stabilitätsregeln - so wie wir damals unter Schröder).

      Dazu kommt, dass die EU keine Einheit darstellt, sondern in jedem einzelnen Thema stark gerungen wird und man hierdurch enorm langsam wird in Entscheidungsfindungen...das ist ein großer Nachteil ggü. den Vereinigten Staaten oder eben China.

      Flüchtlinge (Westländer gegen Oststaaten)
      Stabilitätskriterien (jeder gegen jeden)
      Schuldenunion (Südländer gegen Nordländer)

      Auf all den großen Themen gibt es Streit und der schaukelt sich immer mehr hoch.

      Gut...das sind Randthemen, die auch etwas mit Merkel zu tun haben, aber mein Hauptvorwurf an sie ist die Griechenlandrettung.

      Warum?
      Die bringt rein gar nichts, kostet jedoch viel Geld (und im worst case noch mehr).

      Die Griechen haben damals bei Eintritt schon die Kriterien verletzt, hätten also gar nicht aufgenommen werden dürfen (schon länger her). Aber nun sind sie eben dabei und kommen mit dem starken Euro nicht zurecht

      Wie lief das vorher?

      Als die Griechen noch die Drachme hatten, wurde diese bei Bedarf immer mal abgewertet, um die Produkte für das Ausland günstiger zu machen. Hierdurch stieg der Export (zb mit Olivenöl) und die Wirtschaft wurde angekurbelt.
      Es gab genug Arbeitsplätze, steuern sprudelten und alles war ok.

      Sogar den teuren Staat mit den vielen (viel zu vielen Beamten) konnte man sich leisten.

      Heute...
      Heute hat GR den Euro...diesen kann es nicht abwerten! Und somit sind griechische Produkte (für griechische Verhältnisse) teuer und werden nicht mehr in der Form exportiert. Das wirkt sich negativ auf die Wirtschaft aus , welche weniger Leute einstellt. Der Staat verliert hierdurch Mrd. an Steuern. Da man aber immer noch gleich viele (viel zu viele) Beamte hat (und aus weiteren Gründen), ist dieser riesengroße Schuldenberg entstanden.

      Diesen wird Griechenland auch nicht zurückzahlen können, nicht im Euro, nicht wenn ihre Wirtschaft weiterhin schwächelt und schon aus eigenem griechischen Interesse hätten sie damals aus dem Euro gehört.
      Stattdessen wollte man sie (unter Führung der Deutschen Regierung) im Euro belassen und hat das zu einem hohen Preis...der am Ende keinen Effekt hat.

      Und diese Probleme, die auch andere Staaten haben, bauschen sich nun immer mehr auf, wie bei einer Welle.

      Statt die Länder (von mir aus auch temporär) mal aus dem Euro zu nehmen, dass sie sich dort aufbauen können, schieben sie diese Probleme weiter vor sich her. Und je länger das dauert, um so größer werden diese irgendwann. Je größer dieser werden, umso teurer wird es am Ende für uns. Denn gerettet werden sie von den Ländern mit der größeren Wirtschaftskraft und das sind am Ende zum Großteil dann sechs, sieben Staaten (das meiste bleibt an uns hängen - auch schon alleine wegen der horrenden Target 2 Salden).

      Merkel wirbt sehr für die EU (zu viel in meinen Augen)...aber die Risiken sind mittlerweile enorm, das verschweigt sie...verstehe ich natürlich auch aus ihrer Sicht, aber jeder einzelne muss sich Gedanken machen, was das noch mit sich bringt (neben Exportweltmeisterschaft - die auch wegen der EU besteht (das gebe ich zu), da der Euro für uns günstiger ist als die DM. Aber klar, auch ohne Euro hätten wir viele Exporte, denn made in Germany ist nach wie vor begehrt (Automobil und Maschinenbau insbesondere).

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    • MainBock schrieb:




      Genauso die Tage mit den Zinsen wieder...das ist ein hochinteressantes/hochkomplexe Thema und ein für die Gesellschaft sehr wichtiges (Thema die Politik spielt hier wirklich mit dem Feuer)...Resonanz...ein Ulkvideo...Danke.
      Das nehme ich allerdings ein bisschen persönlich. Neben einem Interview und einer Statistik eines renommierten Historikers habe ich kritische Fragen zu deiner Sichtweise gestellt, habe diese weiter ausgeführt als Listlos ebenfalls die EZB-Politik ansprach und ihr habt dann eure Sicht auf die Zinspolitik anderer Länder dargelegt.
      Da war deutlich mehr Resonanz als ein Video, wir haben viele Facetten beleuchtet und dann kam halt ein anderes Thema dazwischen. Wenn du jetzt nur die Beiträge siehst, die dir als Resonanz nicht passen, dann kann ich auch nicht helfen.

      Übrigens sind Zinsen in erster Linie - so wie alles - ein Marktpreis, nämlich für Geld. Wenn die Zinsen niedrig sind, heißt das, dass es mehr Geldgeber (Angebot) gibt als Kreditnehmer bzw. Investitionsbedarf (Nachfrage). Investoren tummeln sich immer dort, wo Sicherheit herrscht. Stabile Währung, Frieden, verlässliche Politik, Rechtsstaatlichkeit. Soviel zur Angebotsseite. Und Nachfrage hat eben auch immer eine staatliche Komponente. Die „schwarze Null“ ist ein starker Eingriff, da sie die staatliche Nachfrage nach Geld aus dem Markt nimmt.

      Um den Bogen zu deiner Kritik an den Merkel-Regierungen zu spannen: Investoren sprechen eine andere Sprache. Die geben Deutschland das Prädikat „besonders stabil“ und pumpen daher ihre Millionen und Milliarden in unseren Geldmarkt. Trotz niedriger Zinsen, weil wir ein sicheres, friedliches, stabiles, wirtschaftlich starkes Land sind.
      Und zuletzt: wenn wir nicht in einem Währungstopf mit weniger stabilen Ländern wären, z.B. Griechenland, dann sähe unser Geldmarkt noch viel „deutscher“ aus, sprich noch niedrigere Zinsen. Siehe Schweiz.
    • Du beschließt, über die von Merkel geführte Regierung als die schlechteste aller Zeiten zu sprechen. Soweit so gut. Aber warum dann der lange Exkurs über Europa?
      Merkel ist noch weniger mit der EU-Regierung als mit der BRD-Regierung gleichzusetzen. Da mag Deutschland eine große Rolle spielen, aber alleinige Entscheidungsgewalt hat DE genauso wenig über die EU-Politik wie Merkel über die dt. Regierungspolitik.
      Dieser grundsätzliche Denkfehler wird immer wieder gemacht und auch gerade von dir immer wieder aufgebracht. Ich würde dich darum bitten, das in Zukunft zu berücksichtigen. Ansonsten ist jegliche Argumentation in dieser Richtung nun mal sehr brüchig.

      Insbesondere in Bezug auf die Griechenlandkrise machst du Merkel schwere Vorwürfe. Man muss dazu aber sagen, dass die federführende Person in dieser Angelegenheit Schäuble war. Die Entscheidungen damals sind maßgeblich auf seinem Mist gewachsen.
      Generell gebe ich dir Recht, dass der eingeschlagene Lösungsweg in der Griechenland-Frage nicht gut war. Die mit den Krediten verknüpften Zinsen sind wie schwere Ketten in einem Hafenbecken - sie ziehen den Angeketteten zum Grund ohne Hoffnung auf Rettung. Dass Deutschland sich nebenbei noch an dieser Krise bereichert hat (ebenfalls maßgeblich dank Schäubles Handeln), setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Aber gut, das war vermutlich nicht der Bereich dieser Geschichte, über den du reden wolltest.

      "Merkel hat Schuld" ist ja nun eine Floskel unserer Zeit geworden, die einfach permanent zu kurz greift, die niemals ins Detail geht, die populistisch ist und eine ganze Reihe komplexer Vorgänge, an denen etliche Personen beteiligt sind, auf eine einzige reduziert.

      Ich persönlich halte Merkel für eine relativ integere Persönlichkeit, eine der wenigen in der politischen Landschaft dieser Tage. Aber die Regierungen in ihrer Ära - und damit eben auch zu einem gewissen Anteil sie selbst - haben in vielen Bereichen eine miserable Politik zu verantworten. Da reden wir von Bildung, Umwelt, Außenpolitik, Finanzpolitik, sozialer Entwicklung usw. Das sind ganz viele Bereiche, die man ansprechen kann. Ob das nun die Regierungen unter Merkel zu den schlechtesten machen (welche davon eigentlich? oder alle?), das mag nun jeder sehen wie er will. Ich habe in der Hinsicht die beiden Legislaturperioden unter Schröder als wesentlich katastrophaler empfunden. Das Warum habe ich hier schon öfters ausgeführt und werde ich mir entsprechend ersparen.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • Richtig ist, dass der Zins ein Preis ist. Wie Du richtig sagst, der Preis des Geldes.

      Entscheidend ist jedoch der Leitzins bei der EZB und dieser wurde nun aus taktischen Gründen (und nicht aus Marktgründen) auf null gesetzt, da die enorme Zinsbelastung die hochverschuldeten Staaten (meist im Süden Europas) erdrücken würden.

      Vorteil: Die Staaten kippen noch nicht
      Nachteil: Siehe oben

      Thema Schweiz:
      Die Schweiz hat die Zinsen so niedrig, weil sie sich an der EU, den USA und co orientieren müssen.
      Sie müssen gezwungenermaßen leicht darunter liegen.
      Der eine Artikel erklärt auch schön weshalb.

      Thema Investoren:
      Es gab eine Zeit, da haben hier sehr viele ihre Millionen und Milliarden investiert.
      Als die Krise um uns herum groß war, haben viele, sogar vermögende Griechen oder Spanier, hier investiert (zB in Immobilien) und ihr Geld in „Sicherheit“ gebracht.

      Chinesen haben vor allem in unsere Tech/oder Maschinenbauunternehmen investiert...um an das know How (zb kuka) zu kommen.

      Heute...weiß nicht, ob hier so viele investieren...also im Vergleich zu anderen Industriestaaten...keine Ahnung.

      Und was morgen ist...viele Unternehmen sind skeptisch. Habe die Tage einen Bericht bzgl. Einer Erhebung der Industrie und Handelskammer gelesen, die alle drei Monate erhoben wird.

      Mittlerweile betrachten um die 50 %, also in etwa die Hälfte der befragten Unternehmen, die politischen Rahmenbedingungen als riskant für ihre Geschäftstätigkeiten.

      Das ist ein sehr hoher und unüblicher Wert und daher kann ich mir nicht vorstellen, dass wir heute wirklich so attraktiv für Investoren sind, wie du sagst.
    • Tigranes...

      Du hast, glaube mich erinnern zu können, tatsächlich mal geschrieben, dass die Schröder Regierung miserabel war...(hieß es nicht sogar die schlechteste seit dem 2.WK?) und die Gründe hierfür genannt.

      Das ist auch ok und ganz ehrlich, aus Deiner Sicht (sehr weit links) muss das auch so sein, denn im Grunde genommen hat er Politik gemacht, die man ansonsten eher in der alten CDU ansiedeln würde....also das Gegenteil von dem, was Du hier oft als „Deine“ Politik schreibst.

      Tigranes...ich sehe das anders als Du mit Merkel und ihrem Einfluss.

      In der Theorie magst Du vielleicht Recht haben, aber in der Praxis dominiert AM die CDU.

      Sie sagt wo es lang geht. Sie hat sich ihr Umfeld geschaffen (würden wir alle machen), auf was sie vertrauen kann, welches ihr nicht widerspricht.

      Was mit den Leuten passiert, die ihr widersprechen, hat man zur genüge gesehen.

      Und daher dominiert sie hier die Union und zusammen mit Macron gibt sie auch in der EU den Ton an.
    • MainBock schrieb:

      Das ist auch ok und ganz ehrlich, aus Deiner Sicht (sehr weit links) muss das auch so sein,
      Sozialdemokratiche Werte sind sehr weit links? Wenn das Realität ist, dann gibt es in DE wirklich nur noch Rechte und Linke.
      Sieht das mal etwas weniger schwarz-weiß. Ich habe dich als Konservativen auch noch nie als rechts bezeichnet - geschweigen denn als sehr weit rechts.


      MainBock schrieb:

      In der Theorie magst Du vielleicht Recht haben, aber in der Praxis dominiert AM die CDU.

      Sie sagt wo es lang geht. Sie hat sich ihr Umfeld geschaffen (würden wir alle machen), auf was sie vertrauen kann, welches ihr nicht widerspricht.
      Das sind erstmal Spekulationen deinerseits. Kannst du die auch belegen? Dass nämlich die Minister immer genau das machen, was sie ihnen vorschreibt, das halte ich für ein Gerücht. Glaubst du ernsthaft, dass sich ein Typ wie Schäuble ins Ressort reden lässt? Oder ein Einzelgänger wie Seehofer?
      Kein Widerspruch innerhalb der Partei? Hast du auch nur ansatzweise die vielen kritischen Stimmen zu ihr innerhalb der CDU verfolgt?
      Nein, eine Quasi-Alleinherrscahft von Merkel lässt sich wirklich nicht erkennen. Das war unter Kohl ausgeprägter.

      Gleiches lässt sich auf die EU-Politik übertragen.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tigranes ()

    • Koelschlenny schrieb:

      MainBock schrieb:

      Genauso die Tage mit den Zinsen wieder...das ist ein hochinteressantes/hochkomplexe Thema und ein für die Gesellschaft sehr wichtiges (Thema die Politik spielt hier wirklich mit dem Feuer)...Resonanz...ein Ulkvideo...Danke.
      Das nehme ich allerdings ein bisschen persönlich. Neben einem Interview und einer Statistik eines renommierten Historikers habe ich kritische Fragen zu deiner Sichtweise gestellt, habe diese weiter ausgeführt als Listlos ebenfalls die EZB-Politik ansprach und ihr habt dann eure Sicht auf die Zinspolitik anderer Länder dargelegt.Da war deutlich mehr Resonanz als ein Video, wir haben viele Facetten beleuchtet und dann kam halt ein anderes Thema dazwischen. Wenn du jetzt nur die Beiträge siehst, die dir als Resonanz nicht passen, dann kann ich auch nicht helfen.

      Übrigens sind Zinsen in erster Linie - so wie alles - ein Marktpreis, nämlich für Geld. Wenn die Zinsen niedrig sind, heißt das, dass es mehr Geldgeber (Angebot) gibt als Kreditnehmer bzw. Investitionsbedarf (Nachfrage). Investoren tummeln sich immer dort, wo Sicherheit herrscht. Stabile Währung, Frieden, verlässliche Politik, Rechtsstaatlichkeit. Soviel zur Angebotsseite. Und Nachfrage hat eben auch immer eine staatliche Komponente. Die „schwarze Null“ ist ein starker Eingriff, da sie die staatliche Nachfrage nach Geld aus dem Markt nimmt.

      Um den Bogen zu deiner Kritik an den Merkel-Regierungen zu spannen: Investoren sprechen eine andere Sprache. Die geben Deutschland das Prädikat „besonders stabil“ und pumpen daher ihre Millionen und Milliarden in unseren Geldmarkt. Trotz niedriger Zinsen, weil wir ein sicheres, friedliches, stabiles, wirtschaftlich starkes Land sind.
      Und zuletzt: wenn wir nicht in einem Währungstopf mit weniger stabilen Ländern wären, z.B. Griechenland, dann sähe unser Geldmarkt noch viel „deutscher“ aus, sprich noch niedrigere Zinsen. Siehe Schweiz.
      koelschlenny - ich gehe einmal davon aus, daß Dir(von Dir angefragte) meine Erklärung zu Geldmarktpolitik EZB, FED,etc als ausreichend erschien....jedenfalls hast Du dann nicht mehr weiter gefragt.

      Zu Deinem Beitrag oben: Jeden Vergleich im monetären Vergleich zur Schweiz kann man sich sparen. Irrelevant. Die Schweiz ist die Schweiz und wir sind wir. Und da sage ich: Gott sei Dank(pro Deutschland, wohl gemerkt).

      Wir in der Wirtschaft sehen die EZB Politik mittlerweile ganz, ganz kritisch. Durch ihre Politik hat sie es geschafft, auf der Anleihenseite den Markt quasi zu monopolisieren. Das geht nicht gut. Du kennst den Spruch doch, oder:
      "Nobody is bigger than the market"......

      Die EZB schafft es einfach nicht, die Inflation auf das selbst gesteckte Ziel 2 % herauf zu bekommen. Die bisherigen Instrumente haben versagt - das genau zeigt uns diese nicht erreichte Marke. Und ich möchte fast eine Wette
      darauf ein gehen, daß die EZB bald auch in den Aktienmarkt eingreift und Aktien in nennenswerten Stil kauft. Die Zentralbank hat nicht ihren Kurs verloren - sie hat ihren Kompass verloren. Sie ist gefangen in dogmatischen
      Sichtweisen. Sie tut immer noch so, als wenn sie im Krisenzustand ist und offensichtlich will sie gar nicht hinaus - denn das würde doch ihre Wichtigkeit schmälern.
    • MainBock schrieb:

      Und daher dominiert sie hier die Union und zusammen mit Macron gibt sie auch in der EU den Ton an.
      BTW: Du bist mit keinem Wort darauf eingegangen, dass dein Hauptvorwurf an sie - nämlich die Finanzpolitik in Griechenland - ein Schäuble-Produkt ist und Merkel damit erstmal die falsche Adressatin ist.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • Tigranes schrieb:

      MainBock schrieb:

      Und daher dominiert sie hier die Union und zusammen mit Macron gibt sie auch in der EU den Ton an.
      BTW: Du bist mit keinem Wort darauf eingegangen, dass dein Hauptvorwurf an sie - nämlich die Finanzpolitik in Griechenland - ein Schäuble-Produkt ist und Merkel damit erstmal die falsche Adressatin ist.
      Muss er auch nicht. Schäuble war als Finanzminister Federführend, die Kanzlerin hat qua Amt aber Richtungskompetenz. Das war abgestimmt.

      Ich habe zu 2008/2009 und den Weiterungen der EURO Krise ohnehin eine etwas andere Meinung als viele andere und Politikerschelte gehört da nicht dazu. Grob vereinfacht bitte war die Kette folgende:

      - die Banken haben uns unverantwortlich in die Grütze geritten
      - die Realwirtschaft ist mit erschrockenem Hamsterblick grössten Teiles auf Tauchstation gegangen
      - die Politik gerade in Deutschland und gerade Merkel/Steinbrück/Schäuble haben durch beherztes Tun vieles gerettet

      Zu Griechenland lautet meine Meinung: Griechenland hat sich den Beitritt nach Europa durch falsche Angaben erschlichen. Was als Kavaliersdelikt gehandelt wurde, musste in ernster Krise eben komplett schief gehen. Und
      es ist eben komplett schief gegangen. Mit den wirklich verheerensten Auswirkungen für Griechenland selber.

      MainBocks Pauschalkritik an Merkel teile ich nicht. Für einige Dinge bewundere ich sie gar. Eine gerechte Aufrechnung von Verdiensten und Fehlern bei historischen Persönlichkeiten(und um diese handelt es sich bei Frau Merkel)
      ist ohnehin zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich. Ich stelle an dieser Stelle nichtsdestotrotz zwei Dinge gegeneinander: Frau Merkel`s Haltung in der Flüchtlingspolitik ist für mich eher imponierend. Frau Merkels Haltung nach
      Fukushima ist für mich kaum zu ertragen.

      Andere mögen das anders sehen - aber nochmal: die Zeit wird vieles richten, vieles relativieren und vieles interpretieren.
    • Listlos schrieb:

      Muss er auch nicht. Schäuble war als Finanzminister Federführend, die Kanzlerin hat qua Amt aber Richtungskompetenz. Das war abgestimmt.
      Inwiefern man aber Merkel den Hauptvorwurf in Sachen Griechenland machen kann, wenn Schäuble das maßgeblich gestaltet hat, erschließt sich daraus nicht. Man kann ihr sicherlich die Mitschuld geben, aber Mainbock sagte ja:

      Mainbock schrieb:

      Gut...das sind Randthemen, die auch etwas mit Merkel zu tun haben, aber mein Hauptvorwurf an sie ist die Griechenlandrettung.
      Insofern finde ich es schon interessant zu wissen, warum er da alleine Richtung Merkel zielt und Schäuble nicht mal erwähnt.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • 8neun schrieb:

      Guter Kommentar

      twitter.com/ralfheimann/status/1230410641984409601?s=20
      Schon, aber mit einer Einschränkung: Der Autor hat die Geschichte des "Verfassungsschutzes" (inkl. geistiger Nähe zu NS-Gedankengut und sogar unter Anstellung ehemaliger Gestapo-Leute) bislang offenbar ignoriert, sonst wäre er nicht so enttäuscht. Das alte Denken, der Feind stehe immer links, weil das im Kalten Krieg schon so war und es die "Rote Armee Fraktion" gegeben hat, hat die Behörde jedenfalls nie so richtig verlassen. Es wurde bestenfalls ersetzt durch die Vorstellung, Rechtsradikale seien schlichtweg zu doof und versoffen, großes Unheil anzurichten und einen Umsturz herbeizuführen. Und dann ist da noch der Umstand, dass die Opfer rechten Terrorismus' in der BRD bis zur Ermordung Walter Lübckes (immerhin Mitglied des hessischen Landtags) nie aus der etablierten Elite stammten.

      Wes Geistes Kind wiederum der ehemalige Chef des "Verfassungsschutzes", Hans-Georg Maaßen, ist, hat der Kerl selber speziell nach seiner Demission oft genug öffentlich kundgetan. Mehr als einmal jedenfalls dachte ich mir: Herrje, ein Verfassungsfeind als Chef eines Inlandsgeheimdienstes, der sich den Schutz der Verfassung aufs Schild gemalt hat!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Puppekopp ()

    • Tigranes,
      Merkel ist die Regierungschefin, die ist das Aushängeschild und der Kopf der CDU.
      Günther (aus SH) hat die Tage auch wieder ins Spiel gebracht, dass man AM im kommenden Wahlkampf als Zugpferd nutzen könne...Günther ist nicht irgendjemand und er vertritt sehr offensiv die Meinung des direkten Umfelds von AM.
      Scheinbar denkt man also, dass eine hohe Abhängigkeit von AM besteht (obwohl die CDU schlecht dasteht, wie seit dem 2. WK nicht mehr).
      Das stärkt Merkels Position nochmals und da wird kein Schäuble etwa die an Merkel vorbei initiiert haben. Zumindest hat sie dies, was sie auch hätte stoppen können, abgesegnet.

      Das ist wie in einem Unternehmen, wenn unten große Fehler gemacht werden, dann sind die oben Schuld, da sie entweder auf die falschen Leute vertrauen oder selber der Meinung waren, dass es richtig ist.

      Ich verstehe eure Haltung (Listlos und auch teils bei euch Tigranes), aber ich sehe das hier wirklich sehr kritisch, denn die negativ Langzeitfolgen sind deutlich riskanter als sie das bei irgendeinem Vorgänger waren. Das wird sich in der nächsten Krise zeigen
      Und...eine Krise wird kommen, das zu sagen muss man kein Experte sein, das ist ganz normal.

      Themen waren bislang:
      Zinspolitik
      Geiechenland/EU
      Sobald Zeit schreibe ich gerne was zur Energiepolitik, denn auch das war sehr sehr schlecht von der Regierung Merkel
    • spiegel.de/politik/deutschland…83-4307-873e-1db6560be3ad


      Damit kann die CDU nie wieder vor rot-rot-grün warnen, wie sie es in der Vergangenheit öfter gemacht hat und das wird sich in kommenden Wahlergebnissen auswirken.

      Die CDU wird weiterhin an Wählern/Mitgliedern (wohl zur AfD und FDP) verlieren und RRG wird Zulauf bekommen, da man nun nicht mehr so offen vor ihnen „warnen“ kann, was sicherlich den ein oder anderen in dessen Wahlverhalten beeinflusst hat.

      Das war jetzt sozusagen der letzte „Tabubruch“ in der Union...keine gute Zeit für diejenigen, die vor zwanzig Jahren noch überzeugte Unionswähler waren.
    • faz.net schrieb:

      Zu einem der Tatorte, einer Shisha-Bar, in denen Tobias R. mehrere Menschen erschoss, äußerte Rahn: „Shisha-Bars sind Orte, die vielen missfallen, mir übrigens auch. Wenn jemand permanent von so einer Einrichtung gestört wird, könnte das irgendwie auch zu einer solchen Tat beitragen.“
      Die sind wirklich vollkommen schamlos. Ein Zusammenhang zur AfD und ihrer permanenten Hetze ist "völlig absurd", gleichzeitig sucht man nun die Schuld bei der Bar, in der der Anschlag verübt wurde.

      Das ist derart ekelhaft, dass mir wirklich die Worte fehlen. Der beste Satz ist aber, man müsse erst die Ermittlungen abwarten, es sei zu früh für Schuldzuweisungen. Wenn es nicht so widerlich wäre, müsste ich darüber fast lachen.