Quo Vadis 1. FC Köln?

  • Der Trend wäre aber nicht unser friend.

    Das ist auch mein Spruch, aber ein Trend beginnt für mich auch immer neu am Anfang der Saison. Ich glaube, das nimmt keiner mit. Da kommt ne laaange Vorbereitung, in der schaffst Du ja schon neue kleine Trends.

  • Das ist auch mein Spruch, aber ein Trend beginnt für mich auch immer neu am Anfang der Saison. Ich glaube, das nimmt keiner mit. Da kommt ne laaange Vorbereitung, in der schaffst Du ja schon neue kleine Trends.

    Naja, das 1 zu 6 gegen Bremen hat man gefühlt damals auch mirgenommen, und der letzte Abstieg mit dem 1 zu 4 in Heidenheim sowieso, erst das 5 zu 0 gegen Braunschweig hat uns dann irgendwie das Zweitligatopteamgefühl gegeben, war zumindest bei mir so, und die Mannschaft schien ähnlich gefühlt zu haben.

    PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

    Ich (Präsident), Vize (Vakant), LinkeKlebe (Vereinsklüngelei), Flykai (Schriftführer), elkie57 (Finanzgeschäftsführerin), Heimerzheimer (Sportbeauftragter), Matze86 (Pressesprecher), izeh (Catering), Hassenichjesehen (Nummerngirl), SomeSayTheEndIsNear (Klofrau), Vorwärts_FC (Azubi), grischa, winter, frankie0815, kölsch, effzeh, Hunsrück FC, Je(n)sus, BadischerBock, Rodi, lunyTed, Kimeo, banshee, Skymax (Praeses Emeritus), sharky (Vize Emeritus)

  • Oropher

    Dein persönliches Gefühl kann das ja sein. Ich glaube, so eine durch ne komplette Vorbereitung laufende Mannschaft hat das nicht.
    Zumal der letzte Abstieg mit einer quasi Transfersperre einherging. Und die Mannschaft im Prinzip dieselbe war.

    Lässt sich eh nicht belegen, ich habe das (zumindest unter normalen Transferumständen) jedenfalls nicht.

  • Ich nehme mal den Thread für meine aktuellen Gedankengänge. Wie am letzten Spieltag schon geschrieben war es eine Wohltat, sich das Abstiegsfinale als FC Fan aus der Ferne anschauen zu können. Und auch wenn wir mit dem Abstieg nichts zu tun hatten, ist das Endresultat aus meiner Sicht knapper, als es den Anschein hat. Den überraschend starken Saisonauftakt mal gedanklich etwas ausgeklammert, wäre es bei der durchschnittlichen Performance danach sehr eng geworden.

    Ich finde es auch ok, dass auf der Saisonabschlussfeier jetzt nicht groß die Generalkritik ausgepackt wird, sondern man noch mal zusammenkommt, den Klassenerhalt gemeinsam Revue passieren lässt, und ein bisschen Wir-Gefühl zelebriert. Dennoch finde ich die Grundstimmung und die gesammelten Aussagen der Verantwortlichen latent besorgniserregend. Niemand wird müde, zu betonen, dass man den Klassenerhalt ja schon vor dem letzten Spieltag geschafft hat. Klar, es wird angegeben, dass man sicher das ein oder andere verbessern muss, die Grundstimmung wirkt auf mich aber gelöst und zufrieden. Das ist für mich eine mehr als trügerische Zufriedenheit, da fehlt mir auch in der Kommunikation ein bisschen die Gier, und die Bereitschaft, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Wie gesagt, das muss nicht auf solch einem Event sein, aber momentan kommen von Wagner, Kessler, oder dem Vorstand eigentlich nur solch positive vibes. Ich habe ein bisschen Angst, dass man sich zu sehr auf dem Klassenerhalt ausruht, und rein das Ergebnis in die Betrachtung der Saison inkludiert. In Summe sollten wir bei den Investitionen und dem Saisonstart aus meiner Sicht nicht ganz so zufrieden sein, wie wir es in der Kommunikation tun. Ich habe ein bisschen Angst, dass uns jemand mit Ambition fehlt, jemand, der mehr will, und noch mehr, der weiterkommen will, der den Verein mit Gier und Erfolgshunger verbessern will. Mir ist das gerade irgendwie zu viel Geschunkel und Schultergeklopfe.

    -break the brett-

  • Ich habe ein bisschen Angst, dass uns jemand mit Ambition fehlt, jemand, der mehr will, und noch mehr, der weiterkommen will, der den Verein mit Gier und Erfolgshunger verbessern will. Mir ist das gerade irgendwie zu viel Geschunkel und Schultergeklopfe.

    Sehr gut an den Lobeshymnen bezüglich Wagner zu erkennen.

  • Das ist für mich eine mehr als trügerische Zufriedenheit, da fehlt mir auch in der Kommunikation ein bisschen die Gier, und die Bereitschaft, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen.

    Du wirst wahrscheinlich eh wieder als negativer Nörgler hingestellt, aber genau das ist es, was ja auch hier im Brett passiert.
    Deine unbequemen Wahrheiten werden eher wieder als Ungeduld uminterpretiert.

    Was ich echt sehr schade finde: Lukas Kwasniok hat meiner Meinung nach eine Menge drauf und hat sich das durch unendlich viele unhaltbare Entscheidungen und Handlungen (zumindest für mich) komplett zerschossen. Das wäre eigentlich ein Trainertyp gewesen, der gepasst hätte. Aber als Aufsteiger in gefühlt jedem Spiel wieder was neues zu zaubern ist halt nicht sehr förderlich. Und ich frage mich auch, was er damit bezweckt? Als Aufsteiger mit 60% neuem Kader brauchst Du Stabilität und Kontinuität. Das Kreative kann ja dann noch kommen.
    Ich glaube da war der Weg wichtiger als das eigentliche Ziel. Ist ja ein schöner Spruch, wenn es um den Umgang mit Menschen geht. Im Fußball hat der nix verloren.

    Ich bin komplett bei Dir. Wenn man nicht jetzt Klartext spricht und viele Dinge auf den Tisch bringt, BEVOR Entscheidungen gefällt werden, dann wird es nach ein paar Monaten vermutlich wieder genau so laufen wie in der vergangenen Saison.

  • Saison abgehakt...
    Auf Grund des guten Starts wirkt sie am Ende irgendwie ernüchternd.

    Und für mich geht es jetzt irgendwie ernüchternd weiter. Ich hoffe, ich werde über die Sommerpause eines besseren belehrt.
    Aber im Moment fühlt es sich für mich so an, als wäre der FC Absteiger Nummer 1 für die neue Saison.
    Trainer? Unklar.
    El Mala, Kaminski, Schwäbe? Unklar
    Martel ist schon weg.
    Neuzugänge noch keine da (wohl auch noch zu früh?). Die wir aber dringend brauchen und zwar tatsächliche Verstärkungen. Was schon schwer genug wird.

  • Was ich echt sehr schade finde: Lukas Kwasniok hat meiner Meinung nach eine Menge drauf und hat sich das durch unendlich viele unhaltbare Entscheidungen und Handlungen (zumindest für mich) komplett zerschossen. Das wäre eigentlich ein Trainertyp gewesen, der gepasst hätte.

    Kurioserweise hatte ich den gleichen Gedanken. So rein vom Energielevel und dem inneren Antrieb schien Kwasniok gut für den Verein, die Art Selbstzufriedenheit hat man bei ihm kaum gespürt. Leider hat er sich - wie Du richtig schreibst - viel selbst kaputt gemacht mit Aussagen, Aufstellungsideen, und Menschenführung.

    -break the brett-

  • Wie immer wird beim FC abgehakt und „nach vorne geschaut“. Am Samstag gab es Kölsch nach dem 1:5 in der Kabine, gestern eine opulente Feier in der Kölner Flora.

    Mich macht diese Zufriedenheit und Gemütlichkeit in diesem Klub einfach mürbe.

  • Super Gedanken MattEagle , welchen ich 100% zustimme.


    Wenn ich lese, dass der Klassenerhalt so gelobt wird und man aber trotzdem (wohlgemerkt mit einem Lachen, sprich ironisch gemeint) eine Analyse durchführen wird, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Der Ernst der Lage wurde offensichtlich nicht erkannt.

    Das wird mir auch mit dem Halten von Wagner, wenn es denn so kommt, bewusst und je nachdem auch mit den Transferzielen wie Özcan.

    Ich habe das Gefühl, alles kuschelt sich zur nächsten Katastrophe.

    Mir ist klar, warum Schwäbe etc. gern RW halten möchten. Man versteht sich ja alle so super und da lässt es sich angenehm das Geld verdienen. Hier bräuchte es dringend mal eine harte Hand, die laut werden und durchgreifen kann.

    Meine Hoffnung besteht darin, dass Wagner taktisch etc jetzt in der kurzen Zeit nicht so viel bewirken kann und im Sommer sein angebliches Können unter Beweis stellt. Sonst dauert es keine 5 Spieltage, bis es richtig wild und ungemütlich wird. Die Liga wird mit Schalke nochmal ein Stück stärker.

  • Ich wollte eigentlich noch ein paar Tage warten, aber meine Gefühlslage wird sich denke ich nicht ändern. Kann mich nur MattEagle anschließen diesem Club fehlt es an Gier und Mentalität, sowohl auf dem Platz als auch ausserhalb. Die letzten beiden Saisonspiele haben das schonungslos gezeigt und das ist ja leider keine Ausnahme gewesen. Vielleicht ist der FC auch deshalb der FC, aber mir geht das gerade echt auf den Sack. Man müsste jetzt die Spieler austauschen die diese denke immer noch verkörpern, nur wer soll das in diesem Club anpacken?

    Hauptsache die Haare liegen gut! Mach et Armin :smiling_face_with_hearts:

  • Ich hoffe einfach, dass man intern ganz klar analysiert was Sache ist und traue eigentlich insbesondere Kessler schon zu hier den Finger in die Wunde zu legen.

  • Ich kenne Kessler natürlich nur aus der Entfernung, aber er macht auf mich eigentlich einen aufgeräumten und ruhigen Eindruck, eigentlich was der FC aus meiner Sicht auf der Position braucht.

    Konträr dagegen steht eigentlich seine sportliche Vita, bei der er sich eigentlich das Gros seiner Karriere mit dem Bankplatz zufrieden gegeben hat, was mich seine grundsätzliche Gier oder Willens-Mentalität wieder in Frage stellen lässt.

    Wie ich schon vorher geschrieben habe, ich war nie ein Fan von internen Lösungen. Da könnte ich jetzt zig Gründe aufführen weshalb ich dies nie begrüsst habe, die könnte man mir aber genauso gut argumentativ anders um die Ohren hauen.

    Letztlich fehlt es an gestandenen Mentalitätsspielern, da verlieren wir mit Martel eine weiteren. Für mich kann uns muss der Ansatz sein, 2-3 Mentalitätsspieler zu verpflichten, gerne von Heidenheim und Co die über andere Attribute kommen als das Gros unseres Kaders.

  • Ich kann es schwer genau beschreiben, aber mich stört aktuell weniger eine einzelne Entscheidung, sondern eher die gesamte Grundstimmung rund um den Verein.

    Natürlich ist Ruhe im Verein grundsätzlich etwas Gutes. Nach den vielen unruhigen Jahren will niemand wieder Chaos, Schnellschüsse oder ständige Unruhe. Aber mir ist es im Moment fast schon zu ruhig, zu gelassen, zu verwaltend.

    Mir fehlt ein Stück weit der erkennbare Drang, wirklich etwas verändern und voranbringen zu wollen. Dieses Gefühl: Wir wollen mehr. Wir wollen uns entwickeln. Wir wollen nicht nur irgendwie stabil bleiben, sondern den nächsten Schritt machen.

    Aktuell wirkt vieles auf mich so, als wäre man mit dem Status quo relativ zufrieden. Hauptsache Ruhe, Hauptsache keine großen Störgeräusche, Hauptsache irgendwie stabil. Hauptsache Klassenerhalt.

    Aber genau da fehlt mir die Energie. Diese positive Unzufriedenheit, die ein Verein braucht, um besser zu werden.

    Ich will keine Panik und keinen Aktionismus. Aber ich wünsche mir mehr Aufbruch, mehr Anspruch, mehr erkennbaren Willen, aus dem FC wieder mehr zu machen als einen Verein, der einfach nur möglichst ruhig durch die Saison kommen will.

    Ruhe ist wichtig. Aber Ruhe allein darf nicht das Ziel sein. Mir fehlt momentan dieses spürbare „Wir wollen nach vorne“.

  • Schwäbe? Unklar

    Was soll da unklar sein?

    Den wollte schon keiner als wir abgestiegen waren und ihn offensiv angeboten haben. :winking_face:

    PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

    Ich (Präsident), Vize (Vakant), LinkeKlebe (Vereinsklüngelei), Flykai (Schriftführer), elkie57 (Finanzgeschäftsführerin), Heimerzheimer (Sportbeauftragter), Matze86 (Pressesprecher), izeh (Catering), Hassenichjesehen (Nummerngirl), SomeSayTheEndIsNear (Klofrau), Vorwärts_FC (Azubi), grischa, winter, frankie0815, kölsch, effzeh, Hunsrück FC, Je(n)sus, BadischerBock, Rodi, lunyTed, Kimeo, banshee, Skymax (Praeses Emeritus), sharky (Vize Emeritus)

  • MattEagle

    Ich verstehe Deinen Ansatz, aber ich würde das nicht so absolut sehen als „entweder oder“. Ich glaube schon, dass Emotionalität, regionale Verbundenheit, Nähe zu den Fans/Mitgliedern schon auch Werte sind, aus denen man wirtschaftlichen Erfolg ziehen kann, ohne gleich ein „Konstrukt“ zu werden. Andere Vereine, z. B. Freiburg oder Frankfurt, schaffen das ja auch, wenn vielleicht auch in etwas anderen Strukturen.

    Und auch der FC hat das schon mal geschafft. Ich werfe mal einen weiten Blick zurück, aber die erfolgreichste Zeit des FC, die wir alle gemeinsam heute noch glorifizieren und uns zurück wünschen, war unter Franz Kremer. Und warum war der FC damals das Nonplusultra im deutschen Fußball? Weil man sich frühzeitiger als alle anderen Verein dank Kremer professionelle Strukturen gegeben hat, die für die damalige Zeit einzigartig waren.

    Und genau das muss doch das Ziel sein: eine gute Kombination aus Professionalität unter diesen besonderen Rahmenbedingungen hier zu schaffen. Nicht die Identität aufgeben, sondern nutzen, um damit den maximalen Erfolg zu erzielen. Und der maximale Erfolg kann doch nicht lauten: Fahrstuhlverein, der jedes Jahr um den Klassenerhalt zittert, dafür aber rührselig und maximal emotional ist.

    Ich führe es mal hier fort.

    Dass hier und da immer mal wieder Erfolg möglich ist, halte ich auch für realistisch, mir ging es um die langfristige Etablierung und den permanenten Einzug von professionellen Strukturen, die sich vom Standort etwas entfernen, und emanzipieren. Und das ist auch kein Szenario, das ich für erstrebenswert halte. Momentan wird hier ja viel das Thema Professionalität diskutiert, warum dauert das so lange, warum sind die anderen alle schon so weit. Da ist mir wieder diese Ungeduld im Umfeld klar geworden. Das Forum ist sicher nur eine klitzekleine Blase im FC-Kosmos, aber diese Blase ist für mich nicht so weit vom Gesamtbild. Im Stadion bekommt man ja immer mal wieder mit, wie schnell es gehen kann, dass beim 3. Rückpass auf den Torwart schon geraunt wird, und dass das Thema Geduld nun nicht unbedingt in der maximalen Ausprägung vorhanden ist beim geneigten FC Fan. Die letzten Jahre haben sicher den ein oder anderen geerdet und bescheiden gemacht, aber die an anderer Stelle platzierte Frage, warum man eigentlich davon ausgeht, Vereine wie Heidenheim oder St. Pauli oder Bremen schlagen zu müssen, zeigt eben auch, dass die Vergangenheit noch in vielen Köpfen mitschwingt. "Jetzt kommen die Gegner, die wir schlagen müssen". Solche Szenarien gibt es für einen Fahrstuhlclub meiner Meinung nach nicht. Dadurch entsteht eine Erwartung, eine Ungeduld, die letzten Endes in der Personalplanung enden kann, oder enden wird. Mitglieder wählen den Vorstand. Der Vorstand bestimmt die sportliche Leitung.

    Einen Freiburger Weg beispielsweise kann und wird es aus beschriebenen Gründen auch nicht geben können, weil einfach die Geduld fehlt. In vielen Köpfen ist der FC noch ein großer Club, der um die vorderen Plätze mitgespielt hat. Jetzt ist ja schon jemand wie Wagner, der punktemäßig nicht geglänzt hat, aber auch nur eine Handvoll Spiele ohne eigene Transfers, ohne Vorbereitung, bestritten hat, durchgefallen beim Großteil hier.

    Das Kölner Umfeld, Emotionalität, lokale Verbundenheit, Heldenverehrung, Karneval, das gehört irgendwie alles zum Verein. Das macht uns aus, das macht uns sympathisch. Und in gewisser Ausprägung möchte ich das auch gar nicht missen (momentan fehlt mir dennoch ein wenig die nach außen getragene Gier auf Erfolg).
    Ich glaube nur, dass uns diese Bedingungen auch daran hindern, ein Verein wie die Bayern oder die Konstrukte zu werden. Ich persönlich kann damit leben, aber - und das ist meine Grundbotschaft - jeder, der hier Professionalität fordert, der den Freiburger Weg nachahmen möchte, der hier etwas aufbauen will - sollte sich hinterfragen, ob er selbst überhaupt die Geduld für sowas hat. Erfolg halte ich nicht für ausgeschlossen, Stöger und Baumgart haben uns nach Europa geführt zuletzt. Am Ende hat die Revolution ihre Kinder aber immer gefressen, und das nicht selten wegen persönlicher Befindlichkeiten, und fehlender Professionalität und Weitsicht in Zeiten des Erfolgs.

    Sorry für den Roman.

    -break the brett-

  • Letztlich fehlt es an gestandenen Mentalitätsspielern, da verlieren wir mit Martel eine weiteren.

    Also bei Martel von einem Verlust eines Mentalitätsspielers zu sprechen, ist schon wild. Er ist mMn weit davon entfernt genau das zu sein. Wir brauchen wieder so einen Hector auf der 6, der in Nachspielen auch mal einen umgegrätscht hat oder aus der zweiten Reihe drauf geschossen hat und die Mitspieler dann angeschrieben hat mehr zu laufen.

  • MattEagle Danke, danke, danke. Ich bin der festen Überzeugung, dass Du da viel Wahrheit sprichst.

    Wo ich Dir widersprechen würde: Ich habe ehrlich gesagt nicht den Eindruck, dass die schlechten Jahre viele Leute geerdet haben. Ganz im Gegenteil habe ich eher das Gefühl, dass der Druck dadurch noch gestiegen und die Lunte bei vielen wesentlich kürzer ist. Ich meine, woher kommt jetzt der Druck, innerhalb einer Woche nach dem letzten Saisonspiel bereits eine Trainerentscheidung zu fordern oder zu bemängeln, dass noch keine neuen Spieler verpflichtet wurden?

    Ansonsten aber volle Zustimmung. In diesem emotionalen Umfeld ist es offensichtlich sehr schwierig für die Verantwortlichen im Verein, ruhige Entscheidungen zu treffen und ihre Linie über lange Zeit durchzuziehen. Damit sind wir natürlich nicht alleine. Das passiert in allen Vereinen mit großer Presselandschaft und vielen Fans. Frankfurt und die Bauern haben zum Beispiel gerade das Ende ihres Höhenflugs und sind schlagartig in einer tiefen Krise. Auch der BVB kämpft seit Jahren damit (nie im Leben würde sich ein Freiburg oder Mainz solche Transfer- und Trainerkapriolen leisten). Selbst der FC Bayern ist davon immer wieder betroffen (wird aber sportlich dann meistens doch noch aufgefangen, dass sie einfach so viel reicher sind, als der Rest der Liga).

    Stabilität und nachhaltiges Überperformen der eigenen Möglichkeiten gibt es eigentlich nur in den kleinen Märkten. Das halte ich ganz und gar nicht für einen Zufall.

  • Also bei Martel von einem Verlust eines Mentalitätsspielers zu sprechen, ist schon wild. Er ist mMn weit davon entfernt genau das zu sein. Wir brauchen wieder so einen Hector auf der 6, der in Nachspielen auch mal einen umgegrätscht hat oder aus der zweiten Reihe drauf geschossen hat und die Mitspieler dann angeschrieben hat mehr zu laufen.

    Das sehe ich komplett anders. Martel war auf einem sehr guten Weg und eigentlich unser Leader. Leider hat die Versetzung auf IV und vermutlich andere Dinge ihn etwas aus der Bahn geworfen, aber ihm alle notwendigen Attribute abzusprechen halte ich für wild.

  • Ich führe es mal hier fort.

    Dass hier und da immer mal wieder Erfolg möglich ist, halte ich auch für realistisch, mir ging es um die langfristige Etablierung und den permanenten Einzug von professionellen Strukturen, die sich vom Standort etwas entfernen, und emanzipieren. Und das ist auch kein Szenario, das ich für erstrebenswert halte. Momentan wird hier ja viel das Thema Professionalität diskutiert, warum dauert das so lange, warum sind die anderen alle schon so weit. Da ist mir wieder diese Ungeduld im Umfeld klar geworden. Das Forum ist sicher nur eine klitzekleine Blase im FC-Kosmos, aber diese Blase ist für mich nicht so weit vom Gesamtbild. Im Stadion bekommt man ja immer mal wieder mit, wie schnell es gehen kann, dass beim 3. Rückpass auf den Torwart schon geraunt wird, und dass das Thema Geduld nun nicht unbedingt in der maximalen Ausprägung vorhanden ist beim geneigten FC Fan. Die letzten Jahre haben sicher den ein oder anderen geerdet und bescheiden gemacht, aber die an anderer Stelle platzierte Frage, warum man eigentlich davon ausgeht, Vereine wie Heidenheim oder St. Pauli oder Bremen schlagen zu müssen, zeigt eben auch, dass die Vergangenheit noch in vielen Köpfen mitschwingt. "Jetzt kommen die Gegner, die wir schlagen müssen". Solche Szenarien gibt es für einen Fahrstuhlclub meiner Meinung nach nicht. Dadurch entsteht eine Erwartung, eine Ungeduld, die letzten Endes in der Personalplanung enden kann, oder enden wird. Mitglieder wählen den Vorstand. Der Vorstand bestimmt die sportliche Leitung.

    Einen Freiburger Weg beispielsweise kann und wird es aus beschriebenen Gründen auch nicht geben können, weil einfach die Geduld fehlt. In vielen Köpfen ist der FC noch ein großer Club, der um die vorderen Plätze mitgespielt hat. Jetzt ist ja schon jemand wie Wagner, der punktemäßig nicht geglänzt hat, aber auch nur eine Handvoll Spiele ohne eigene Transfers, ohne Vorbereitung, bestritten hat, durchgefallen beim Großteil hier.

    Das Kölner Umfeld, Emotionalität, lokale Verbundenheit, Heldenverehrung, Karneval, das gehört irgendwie alles zum Verein. Das macht uns aus, das macht uns sympathisch. Und in gewisser Ausprägung möchte ich das auch gar nicht missen (momentan fehlt mir dennoch ein wenig die nach außen getragene Gier auf Erfolg).
    Ich glaube nur, dass uns diese Bedingungen auch daran hindern, ein Verein wie die Bayern oder die Konstrukte zu werden. Ich persönlich kann damit leben, aber - und das ist meine Grundbotschaft - jeder, der hier Professionalität fordert, der den Freiburger Weg nachahmen möchte, der hier etwas aufbauen will - sollte sich hinterfragen, ob er selbst überhaupt die Geduld für sowas hat. Erfolg halte ich nicht für ausgeschlossen, Stöger und Baumgart haben uns nach Europa geführt zuletzt. Am Ende hat die Revolution ihre Kinder aber immer gefressen, und das nicht selten wegen persönlicher Befindlichkeiten, und fehlender Professionalität und Weitsicht in Zeiten des Erfolgs.

    Sorry für den Roman.

    Wer sachlich schreibt, darf auch einen "Roman" schreiben:winking_face:

    Das man sich an anderen Vereinen orientiert,etwas abschaut, die sehr viel richtig machen ist ja nicht falsch. Allerdings sollte man aufpassen darin die Lösung für Alles zu finden. Vor gut 20-15 Jahren war es Bremen, dann Frankfurt und jetzt Freiburg. Daran das die "Vorbilder" wechseln erkennt man das Problem, nicht einfach etwas 1:1 kopieren zu können und damit immer Erfolg zu haben.

    Wenn wir über professionelle Strukturen reden ist das ja ein weites Feld. Das geht über Trainer und Vorstand hinaus, über Scouting und runter bis zum Thema Ernährung. Was Mitgliedschaft und gerade die Mitglieder der Gremien, aus meiner Sicht, dringend stärker entwickeln müssten ist eine Rezilienz gegenüber Stimmungen im Umfeld. Natürlich darf man dabei keine Besserwissermentalität entwickeln, aber es ist schon ein wesentliches Problem wie sich immer wieder die Unruhe im Umfeld auf Entscheidungsträger überträgt.