GF / Horst Heldt (Sportdirektor/2023)

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    • Apu schrieb:

      Wir reden ja hier, auch wenn man das beim FC manchmal durchaus anzweifeln kann, über hoch professionell geführte Unternehmen und nicht über Stammtischtruppe von Freizeitkickern und Ehrenamtlichen.
      Und genau das halte ich für einen Irrglauben. Auch wenn die "Blase Fußball" sich gerne selbst als professionell geführt sieht.

      Hat sich jemand das Interview mit Karl-Heinz Rummenigge am Samstag im Sportstudio angesehen? Rummenigge ist Vorstandsvorsitzender des FC Bayern und somit eines Vereins, der in der letzten Saison rund 700 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet hat. Hört man Rummenigge reden, dann weiß man aber, dass er intellektuell überhaupt nicht in der Lage wäre, außerhalb des Fußballs ein Unternehmen dieser Größenordnung zu leiten. In den Bereich der Vorstandsvorsitzenden dürfte er vermutlich nur dann kommen, wenn er denen Kaffee und Schnittchen bringt.

      Rummenigge ist aber in dieser Position. Und er ist da, weil er früher mal ganz passabel kicken konnte, weil er damit einen bekannten Namen hat, weil er über Kontakte verfügt und weil er sich in der Unternehmensstruktur des FC Bayern bewiesen hat. So wie ihm geht es vielen in dieser "Scheinprofessionalität" des Fußballs. Heldt nehme ich da nicht aus. Auch er schwimmt in dieser Blase, die kaum mal neue, neutrale und aus anderen Bereichen stammende Leute akzeptiert. Man könnte zahlreiche andere Namen nennen. Michael Preetz etwa, der - an sich wirklich kein dummer Mensch - Millionensummen verantworten durfte, ohne nennenswerte Erfolge vorweisen zu können. Oder Jens Lehmann, der genau welche Qualitäten mitbringt, um bei Hertha BSC im Aufsichtsrat die Stimme von Windhorst/TennorHolding zu vertreten? Und der somit über Wohl und Wehe einer rund 375 Millionen Euro umfassenden Investitionsstrategie mitentscheidet?

      Wie weit weg der Fußball von einer echten Professionalisierung entfernt ist, zeigt auch der Umgang mit Misserfolgen. Ein Veh durfte eben Unsummen verbrennen - in der freien Wirtschaft käme er damit nicht so einfach durch.

      Wir reden beim Fußball - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht von professionell geführten Unternehmen. Sondern von einer Scheinwelt, in der Nichtsnutze mit einem Maß an Geld und Macht konfrontiert werden, das ihnen zu Kopf steigt. Die meisten der Leute, die bei den Fußballklubs in verantwortlicher Stellung sind, wären in der freien Wirtschaft hoffnungslos verloren. Im Fußball aber, wo Namen und Kontakte zählen, da sind sie wer.

      In dem Moment, wo sich die Fußballvereine für eine echte Wandlung hin zum professionell geführten Unternehmen entscheiden, werden Namen wie Heldt, Veh, Lehmann, Preetz und viele andere nur noch dann in der öffentlichen Debatte auftauchen, wenn über sie als ehemalige Spieler geredet wird.
      :hennes: Die Herausforderung "Bundesliga mit Köln" ist für einen Spieler etwas vom Größten. Köln ist ein Mythos. :FC:
    • 80% Zustimmung. Ein ganz wenig Ahnung vom Fußball sollte auch die Führung haben. Aber ansonsten stimme ich dir zu.
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei

      Skymax (Praeses Emeritus), Oropher (Präsident), Flykai (Vize), sharky (Schriftführer), grischa, Heimerzheimer (Ehrenmitglied), caprone, elkie57, winter, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, ManwithnoName, Mittelfeld, effzeh, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, troemmelche71, izeh (Catering), BadischerBock, Salival (Klofrau), Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl), lunyTed (Azubi), Kimeo, Olemaus.
    • Millhouse schrieb:

      In dem Moment, wo sich die Fußballvereine für eine echte Wandlung hin zum professionell geführten Unternehmen entscheiden, werden Namen wie Heldt, Veh, Lehmann, Preetz und viele andere nur noch dann in der öffentlichen Debatte auftauchen, wenn über sie als ehemalige Spieler geredet wird.
      Nach kurzem Nachdenken vielleicht ein kleiner Einwand: Sportlich verantwortliche wie Heldt, deren primäre Aufgabe die Zusammenstellung eines Kaders und die Sondierung des Markts ist, werden vermutlich immer durch den Fußball selbst hervorgebracht und können schwer von Außen kommen. Daher würde ich solche Namen ausklammern.

      Ansonsten aber volle Zustimmung, im Fußball haben teilweise Leute Verantwortung über Beträge, die sie unter normalen Umständen nur von der Ziehung der Lotto-Zahlen kennen würden.
      silent withreader.
    • die Frage für mich: kann man wirklich alle über einen Kamm scheren?

      ich meine nein: denn Bobic ist auch ein ehemaliger Fußballspieler, hat sich aber gut in die Materie eingearbeitet - oder?
      und wie sieht das mit Heldt aus? - hat seine "Ausbildung" nicht schon vor vielen Jahren in Stuttgart begonnen, als er das Laufen als Fußballmanager lernte (ich kann mich noch gut an den podcast erinnern, der hier vor 100 Jahren in diesem Tröt mal verlinkt wurde - fand das ganz interessant damals

      Was heißt eigentlich professionell - also ich kenne in der Wirtschaft zu Genüge Leute, die überhaupt nicht professionell gearbeitet und dabei Firmen an die Wand gefahren haben.
      Und genauso tummeln sich in der Fußballwelt solche Gestalten herum, leider klar

      ...Un mer jon met dir wenn et sin muß durch et Füer, Halde immer nur zo dir FC Kölle!...
    • floedi_82 schrieb:

      Wenn sich die „fundierte“ Kritik (nicht von allen, nicht ausschließlich) seit Wochen hauptsächlich darum dreht, dass eine Mannschaft oder ein Trainer „nicht will“ oder „nicht soll“, ja, sorry, dann geht es mir uns Jammern über das Jammern.

      So, jetzt habe ich Feierabend und würde das gerne zumindest noch ein wenig erklären.

      Ich bin deshalb im wesentlichen Punkten bzgl. „Erwartungshaltungen“ bei Heldt, weil sich Erwartungen nicht nur an konkreten (Saison-) Zielen, Platzierungen oder Spielideen festmachen lassen... das nenne ich mal Erwartungs-Ebene 1, die vordergründige Ebene. Kaum ein wirklicher Kölnfan hat die Erwartung, dass nach zwei Siegen der Sturm auf den Europapokal losgeht oder, wie er es formuliert hat, man selbstverständlich mit Siegen gegen Frankfurt, Bayern und Co. rechnet. Das ist Quatsch und hat doch gleichzeitig einen wahren Kern. Inwiefern?!?

      Die deutsche Sprache ist unter anderem deshalb so schön, weil mit ihr wunderbar kleinteilige, kaum merkliche Unterschiede ausgedrückt werden können - ob gewollt oder ungewollt. Das führt uns auf die andere Erwartungs-Ebene, die „versteckte“ Ebene. Und da bin ich wieder bei Heldt. Ich bin zu faul, jetzt 427 Beispiele zu zitieren, sie sind aber für Jedermann nachlesbar hier im Forum, im Express usw. In den Kritiken a la „die wollen ja nur nicht“ oder „das muss man doch trainieren können“ ist genau diese Erwartungshaltung ausgedrückt, die Heldt (und mich) rasend werden lässt. Das sind simpelste Vereinfachung von hochkomplexen Sachverhalten, die emotionalisiert „diskutiert“ werden und wo Kausalitäten gestrickt werden, die, sehr sehr wohlwollend ausgedrückt, nur als absurd bezeichnet werden können .

      „Ja, dann müssen die halt weiter rausrücken!“ (Aussage: Sind die blöd? Sogr wir als Zuschauer sehen doch, was getan werden muss!) . „Der muss das doch sehen...!“ (Aussage: Er hat es nicht gesehen!) Ah ok, Gisdol und Heldt sind wohl schlicht zu dumm. Hätten den Jungs Samstag einfach nur, mit Schaum vorm Mund, von der Bank aufspringend, mit ordentlich Saft inner Kehle schreiend (Autorität und so!) mitteilen müssen, das sie mal ordentlich rausschieben sollen. Keine Ahnung, wie sie darauf nicht kommen konnten. Ach so, doch, wir sind alle schlauer als die beiden. „Das muss man doch trainieren können“ (Aussage: Es wird nicht trainiert!) ist genau so ne Nebelkerze, die gerne gestreut wird. Was hat das mit Erwartungen zu tun? In den Ausdrücken, dies und dies sei „einfach“ zu machen oder, wie Falle des Trainings, dies und das würde nicht genug getan, steckt sprachlich die Erwartung der absoluten Wahrheit (selbst wenn es als Frage formuliert wird), man stellt nicht nur die handelnden Personen infrage, sondern sich gleichzeitig auch noch über sie, denn man weiß es ja besser. Man hat die Wahrheit gepachtet, die einzug wahre Wahrheit.

      Hier werden krude Überlegungen als Wahrheiten und Fakten hingestellt, dass einem die Tränen kommen, aber nicht vor Freude. Und dass Heldt (oder in Teilen vorher auch schon Gisdol) mal die Hutschnur reißt: vollstes Verständnis und vollste Sympathie. Wieso muss man sich jede Woche von einem Dilettanten wie Haubrichs (und Co.) aufs Neue fragen lassen, wieso man dies und das nicht so oder so gemacht hätte?

      „Wieso haben Sie nicht offensiver gespielt?“ - „Ach, stimmt, Herr Haubrichs! Jetzt, wo Sie es sagen, da hätten wir auch selbst drauf kommen können! Fürs nächste Mal wissen wir es!“

      Die Grundannahmen, die Spieler würden nicht wollen, es würde das und das nicht trainiert werden (denn ansonsten würde man es ja sehen usw.), die Vorgabe wäre vorne die 0 zu halten (denn ansonsten hätte man ja offensiver gespielt oder man hätte den und den aufgestellt) sind sowas von hanebüchen, aber aktuell, mehr denn je, Normalität. Wie beim Thema Politik. Jahaaaa, die „da oben“ wissen doch gar nicht mehr, was im Volk los ist! Tausende verblendete Vollidioten stellen sich tagtäglich mit ihrem Social-Media-Rumgeschmiere über ausgewiesene Profis, Wissenschaftler, Staatsoberhäupter und Experten. Morddrohungen, Hetze, Diffamierungen. Alles vollkommen „normal“. „Wir sind das Volk!“

      Und, jaaaaaaaaaaaaa, ich weiß, dass es hier ein paar Handvoll User gibt, die sich nicht nach diesen Gepflogenheiten richten, die tatsächlich sachlich, rational und konkret an Beispielen argumentieren. Die sind aber gefühlt mittlerweile in der Unterzahl und dazu noch weniger „laut“. Es gibt User, die Sachen wirklich hinterfragen und nicht nur so tun (siehe oben). Und, jaaaaaaaa, das ist ein Forum, es ist zum Diskutieren da, unterschiedliche Meinungen beleben so ein Forum. Aber was sich hier Woche für Woche (egal ob im Spieltagsthread, im Gisdol-Thread, im Heldt-Thread etc.), von immer und immer denselben Leuten abspielt, hat nun mal eben nur noch herzlich wenig damit zu tun, sondern ist eher wie die Reise durchs trumpsche Allmachtsfantasialand.

      Und Heldt ist offensichtlich keine Merkel, die damit so intelligent und eloquent umgeht, wie man es nur machen kann. Aber das ist ok. Recht hat er für mich trotzdem.
    • Millhouse schrieb:

      Apu schrieb:

      Wir reden ja hier, auch wenn man das beim FC manchmal durchaus anzweifeln kann, über hoch professionell geführte Unternehmen und nicht über Stammtischtruppe von Freizeitkickern und Ehrenamtlichen.
      Und genau das halte ich für einen Irrglauben. Auch wenn die "Blase Fußball" sich gerne selbst als professionell geführt sieht.
      Ich glaube, @Millhouse, dass wir alle erschrocken wären, wie professionell oder unprofessionell sich selbst DAX-Vorstände in den Medien präsentieren würden. Da haben mMn Ex-Fußballprofis und jahrenlang bereits in dem Bereich tätige Verantwortliche sogar eine professionelleren Umgang mit Medienvertretern. In dem Punkt Medienkompetenz sehe ich daher die Blase Fußball deutlich besser aufgestellt, eben weil sie täglich mit den Medien intensiv zu tun haben. Und darum geht es mir: Heldt hat das nicht aus Versehen oder aus mangelnder Professionalität oder Unerfahrenheit mit den Medien gemacht, sondern bewusst. Ist zumindest meine Meinung. Auf das worauf Du Dich beziehst, also wirklich die Entscheidungen und Kompetenzen einer Unternehmensführung, das steht sicher nochmal auf einem anderen Blatt.

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    • LinkeKlebe schrieb:

      Ich kann Held[t] in dem Punkt daher ein bisschen verstehen, denn als Fan des Vereins betrachtet man primär Einzelspiele und -Leistungen und nicht das große Ganze, nämlich das reine Halten der Klasse.
      Hm, diese Behauptung kann ich nicht so stehen lassen. Ich selber, wie auch die mir bekannten Fans aus dem realen Leben, die ich übrigens sehr vermisse, können durchaus was anderes, als von Spiel zu Spiel zu denken und zu reden bzw. (momentan leider nur) zu schreiben. Da ist deutlich mehr Reflexion vorhanden als im Tagesgeschäft des medialen Boulevards. Hier im Forum geht es jenseits der FC-vs-XY-Spieltagströöts schließlich auch weniger emotional zu, und es wird mehr analysiert als lediglich emotional gemeint, weil man nach einer Niederlage mies drauf ist.

      Das Klischee vom FC-Fan, der angeblich viel zu viel erwartet und von dem sich Offizielle im Gegenzug simples "Fresse halten!" wünschen, ist ja nicht neu. Das haben die Altvorderen schon so gehandhabt.

      Ebenso wenig neu ist die allgemeine Tendenz der Fuppesprofis in allen Bereichen, sich oberhalb von allem zu sehen.
    • Ich muss mal was loswerden!

      Einige Beiträge sind hier echt lesenswert und inhaltlich sehr gut auf den Punkt getroffen.
      Die Einschätzung vieler hier bzgl. der sportlichen Situation ist nicht realitätsfern und auch die Erwartungshaltung ist zu 95% auf einem sehr fairen Niveau!

      Ich persönlich habe folgende Meinung dazu:

      Es läuft sportlich gesehen eher bescheiden für den FC.
      Die Ausrichtung, das man zu 100% gegen den Abstieg spielt hat ja nur damit zu tun, das so einige Dinge auf und neben dem Platz nicht richtig laufen.

      Und wer ist für die sportliche Qualität und Leistung verantwortlich? Genau!!!
      Das Team
      Der Trainer
      und der Sportdirektor

      Alle drei Faktoren sind dafür verantwortlich warum die Leistung stetig im Tabellenkeller der Liga zu finden ist.

      Und wer diese Verantwortung trägt, der MUSS sich auch der berechtigten Kritik stellen und sich gegenüber den Mitgliedern & Fans rechtfertigen!

      Wer das nicht verträgt und wem dieser Druck zu stark ist, der arbeitet wohl im falschen Job.

      Wir können ja auch nicht unserem Chef sagen, nachdem wir nur mangelnde Leistung anbieten und wir ins Büro gerufen werden, dass er doch bitte seine Erwartungshaltung an uns runterschrauben solle und das er das etwas zu hart kritisiert!
      Würden wir dies tun, könnten wir alle unsere Arbeitspapiere nach kürzester Zeit abholen!

      Nochmal: Das Team, der Trainer, der Sportdirektor stehen in DIREKTER Verantwortung was die Qualität und die Leistung angeht!
      Und genau diese Leute müssen sich auch dem Druck und der Kritik stellen, wenn sie nicht eine moderate Leistung zeigen!

      Dieses Mimimimi-Gehabe von Herrn Heldt und die Abwehrhaltung von Gisdol sind für mich mit der Grund, warum die Spieler ein perfektes Alibi geliefert bekommen!
      Obwohl es nicht läuft kann sich der Spieler dann doch irgendwo geschützt und behütet verstecken!
      Und genau da liegt das Problem!
      Keiner hat mit wirklichen Konsequenzen zu rechnen!
      Die "WOHLFÜHLOASE 1. FC KÖLN" wird hauseigen geschaffen!
      Es wird Zeit, das am Geißbockheim mal der Hammer geschwungen wird und der Rundumschlag stattfindet.
      Bundesligaprofi sein ist kein Ponyreiten!
      :FC: "Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel!" :FC:

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    • Puppekopp schrieb:

      Hm, diese Behauptung kann ich nicht so stehen lassen. Ich selber, wie auch die mir bekannten Fans aus dem realen Leben, die ich übrigens sehr vermisse, können durchaus was anderes, als von Spiel zu Spiel zu denken und zu reden bzw. (momentan leider nur) zu schreiben. Da ist deutlich mehr Reflexion vorhanden als im Tagesgeschäft des medialen Boulevards. Hier im Forum geht es jenseits der FC-vs-XY-Spieltagströöts schließlich auch weniger emotional zu, und es wird mehr analysiert als lediglich emotional gemeint, weil man nach einer Niederlage mies drauf ist.
      Ich glaube, da habe ich mich auch unglücklich ausgedrückt. Mir ist schon klar, dass da mehr Substanz als das übliche emotionale Aufregen über einzelne Spieltage vorhanden ist. Ich lese hier ja durchaus ein bisschen quer ;) Was ich eigentlich meinte: Wir stehen da wo die meisten Fans uns vor der Saison auch in etwa erwartet hätten und vor allem, wo der Verein uns als Saisonziel auch verortet: Über den Abstiegsrängen. Dennoch ist die Stimmung generell absolut schlecht, weil die Leistung den meisten unter uns überhaupt nicht passt.

      Das sind zwei Dinge, die eigentlich nicht so recht zusammenpassen, wenn man es genau nimmt. Vor allem der Trainer wird massiv kritisiert und seit Monaten zum Teufel gewünscht, obwohl er die vorgegebenen Saisonziele bisher erfüllt. Ergo: Man erwartet eigentlich mehr. Nicht zwingend tabellarisch, aber spielerisch. Nur: Wenn wir besser spielen, stünden wir vermutlich auch besser in der Tabelle da. Somit würden wir über eigentlicher Erwartung performen. Immer bezogen auf das Gesamtbild, nicht auf einzelne Spiele in denen man durchaus einiges hätte besser machen können. Aber hinterher ist man halt auch immer schlauer.

      Am Ende des Tages kann ja kaum jemand in Worte fassen, was er eigentlich genau erwartet. Ich lese ständig, man müsse attraktiveren Fußball spielen lassen, bessere Spielzüge einstudieren und insgesamt einfach schönere Spiele liefern als die oft gebotenen. Das kann ich alles nachvollziehen, nur ist das eben nicht so leicht, wie sich das viele offenbar vorstellen. Floedi hat dazu schon einige richtige Dinge geschrieben. Ein Kader, der von Anfang an für den Klassenerhalt in die Saison geschickt wird, bietet halt vermutlich Potential für genau diesen, nicht aber für sonderlich viel mehr. Das wird meiner Meinung nach viel zu oft unter den Tisch gekehrt, wenn hier unser Spiel analysiert wird. Ich möchte auch nicht jede Kritik damit unterminieren, dass der Kader es ja gar nicht besser könne, das wäre natürlich auch zu einfach. Natürlich ist unsere Mannschaft in der Lage, Stuttgart zu besiegen. Und man kann kritisieren, dass ihr das am Samstag nicht gelang. Aber im Gesamtbild, also über die Saison gesehen? Ja, da glaube ich schon dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten performen.
      silent withreader.
    • ... die für Außenstehende unbekannte Größe ist immer noch das Netzwerk. Wenn man da nicht drin ist, verpasst man zu viele Möglichkeiten und da stechen u.a. Heldt und viele andere. Allerdings ist der Rest höchstens semiprofessionell. Wir kompensieren diese ganze Unprofesionalität noch durch die Arbeit durch Mitbestimmung von Ehrenämtlern. Das ist sicher die richtige Antwort.

      Im Sportjournalismus ist es ähnlich. Das ist eine sich selbst rekrutierende Masse! Glaubt irgendjemand, dass Reif, "der Zauberer" wie ihn Kaiser Franz einst im ASS nannte, als Journalist außerhalb des Sports eine Chance hätte?

      Ich dachte, der Diplom Psychologe und geschäftsführungserfahrene Wolf wäre der richtige Präsident, momentan weiß ich auch das nicht mehr. Aber man ist auch immer nur so gut wie Gesamtstruktur. Irgendwie habe ich die Balance zwischen Diktatur und dem Glauben an den Pluralismus verloren. Wenn bestimmte kleine Massen nicht wollen, dass die große Masse online-Abstimmungen durchführt, dann weiß man genau wo man gelandet ist. Dann bin ich froh, dass der Horst nicht der schlechteste seiner Zunft ist und wir nicht absteigen. Wenn man aber sieht, was in der L2 ansteht, steigen wir dann halt nächste Saison wieder ab. So what!

      Viele Grüße

      Bobber
      Ungefährderter Klassenerhalt 2021, das ist ein gutes Ziel!
    • ich halte den Kader für schlecht. Für mich ist das auch mit der Verpflichtung von Meyer und Dennis ein einziger Flickenteppich. So spielen wir auch. Ob es das jetzt besser macht das Heldt und Gisdol bei jeder Gelegenheit betonen, dass dieser Kader nur für den Klassenerhalt taugt lassen wir mal dahin gestellt. Für die beiden sicherlich schon :jawohlja: hoffen wir das Gisdol's Plan am Ende aufgeht. Sicherlich sehnt sich jemand wie ich nach 38 Jahren Fan Dasein schon nach mehr Mut und nicht so viel Gebolze, aber ich bin mittlerweile Demütig wie ein gebrügelter Hund und freue mich auch über kleine gelungene Spielzüge. Dennoch sind gerade die "Älteren" unter uns sicherlich nicht so geduldig und verteidigen vieles was die Hochbezahlten FC Angestellten regelmäßig verzapfen. Ich hoffe wir bleiben drin und dann kommt ein gewaltiger Schnitt. Ob die beiden Nachbarn dafür die richtigen sind, kommen mir allerdings immer mehr Zweifel.
      Hauptsache die Haare liegen gut! Mach et Armin :love:
    • Apu schrieb:

      Heldt hat das nicht aus Versehen oder aus mangelnder Professionalität oder Unerfahrenheit mit den Medien gemacht, sondern bewusst. Ist zumindest meine Meinung. Auf das worauf Du Dich beziehst, also wirklich die Entscheidungen und Kompetenzen einer Unternehmensführung, das steht sicher nochmal auf einem anderen Blatt.
      Das kann sogar sein, dass es Absicht war. Er hätte das Thema dann aber anders wegbügeln müssen. (Womit wir wieder bei mangelnder Cleverness wären) Stattdessen hat er bei den Zitaten, die ich gelesen habe, wieder mal nur die Mannschaft kritisiert, dass sie hätte aktiver spielen müssen etc. Auch Gisdol spricht ja immer davon, dass man nach vorne zu schlampig spiele.

      Die Spielerinterviews lese ich so, dass sie sich eine offensivere Ausrichtung gewünscht hätten. Heldt schlägt sich mit seinen Aussagen also auf die Seite des Trainers. Das verstehe ich nicht und als Spieler wäre ich noch bedienter. Glaube nicht, dass das zielführend ist.
    • floedi_82 schrieb:

      floedi_82 schrieb:

      Wenn sich die „fundierte“ Kritik (nicht von allen, nicht ausschließlich) seit Wochen hauptsächlich darum dreht, dass eine Mannschaft oder ein Trainer „nicht will“ oder „nicht soll“, ja, sorry, dann geht es mir uns Jammern über das Jammern.
      So, jetzt habe ich Feierabend und würde das gerne zumindest noch ein wenig erklären.

      Ich bin deshalb im wesentlichen Punkten bzgl. „Erwartungshaltungen“ bei Heldt, weil sich Erwartungen nicht nur an konkreten (Saison-) Zielen, Platzierungen oder Spielideen festmachen lassen... das nenne ich mal Erwartungs-Ebene 1, die vordergründige Ebene. Kaum ein wirklicher Kölnfan hat die Erwartung, dass nach zwei Siegen der Sturm auf den Europapokal losgeht oder, wie er es formuliert hat, man selbstverständlich mit Siegen gegen Frankfurt, Bayern und Co. rechnet. Das ist Quatsch und hat doch gleichzeitig einen wahren Kern. Inwiefern?!?

      Die deutsche Sprache ist unter anderem deshalb so schön, weil mit ihr wunderbar kleinteilige, kaum merkliche Unterschiede ausgedrückt werden können - ob gewollt oder ungewollt. Das führt uns auf die andere Erwartungs-Ebene, die „versteckte“ Ebene. Und da bin ich wieder bei Heldt. Ich bin zu faul, jetzt 427 Beispiele zu zitieren, sie sind aber für Jedermann nachlesbar hier im Forum, im Express usw. In den Kritiken a la „die wollen ja nur nicht“ oder „das muss man doch trainieren können“ ist genau diese Erwartungshaltung ausgedrückt, die Heldt (und mich) rasend werden lässt. Das sind simpelste Vereinfachung von hochkomplexen Sachverhalten, die emotionalisiert „diskutiert“ werden und wo Kausalitäten gestrickt werden, die, sehr sehr wohlwollend ausgedrückt, nur als absurd bezeichnet werden können .

      „Ja, dann müssen die halt weiter rausrücken!“ (Aussage: Sind die blöd? Sogr wir als Zuschauer sehen doch, was getan werden muss!) . „Der muss das doch sehen...!“ (Aussage: Er hat es nicht gesehen!) Ah ok, Gisdol und Heldt sind wohl schlicht zu dumm. Hätten den Jungs Samstag einfach nur, mit Schaum vorm Mund, von der Bank aufspringend, mit ordentlich Saft inner Kehle schreiend (Autorität und so!) mitteilen müssen, das sie mal ordentlich rausschieben sollen. Keine Ahnung, wie sie darauf nicht kommen konnten. Ach so, doch, wir sind alle schlauer als die beiden. „Das muss man doch trainieren können“ (Aussage: Es wird nicht trainiert!) ist genau so ne Nebelkerze, die gerne gestreut wird. Was hat das mit Erwartungen zu tun? In den Ausdrücken, dies und dies sei „einfach“ zu machen oder, wie Falle des Trainings, dies und das würde nicht genug getan, steckt sprachlich die Erwartung der absoluten Wahrheit (selbst wenn es als Frage formuliert wird), man stellt nicht nur die handelnden Personen infrage, sondern sich gleichzeitig auch noch über sie, denn man weiß es ja besser. Man hat die Wahrheit gepachtet, die einzug wahre Wahrheit.

      Hier werden krude Überlegungen als Wahrheiten und Fakten hingestellt, dass einem die Tränen kommen, aber nicht vor Freude. Und dass Heldt (oder in Teilen vorher auch schon Gisdol) mal die Hutschnur reißt: vollstes Verständnis und vollste Sympathie. Wieso muss man sich jede Woche von einem Dilettanten wie Haubrichs (und Co.) aufs Neue fragen lassen, wieso man dies und das nicht so oder so gemacht hätte?

      „Wieso haben Sie nicht offensiver gespielt?“ - „Ach, stimmt, Herr Haubrichs! Jetzt, wo Sie es sagen, da hätten wir auch selbst drauf kommen können! Fürs nächste Mal wissen wir es!“

      Die Grundannahmen, die Spieler würden nicht wollen, es würde das und das nicht trainiert werden (denn ansonsten würde man es ja sehen usw.), die Vorgabe wäre vorne die 0 zu halten (denn ansonsten hätte man ja offensiver gespielt oder man hätte den und den aufgestellt) sind sowas von hanebüchen, aber aktuell, mehr denn je, Normalität. Wie beim Thema Politik. Jahaaaa, die „da oben“ wissen doch gar nicht mehr, was im Volk los ist! Tausende verblendete Vollidioten stellen sich tagtäglich mit ihrem Social-Media-Rumgeschmiere über ausgewiesene Profis, Wissenschaftler, Staatsoberhäupter und Experten. Morddrohungen, Hetze, Diffamierungen. Alles vollkommen „normal“. „Wir sind das Volk!“

      Und, jaaaaaaaaaaaaa, ich weiß, dass es hier ein paar Handvoll User gibt, die sich nicht nach diesen Gepflogenheiten richten, die tatsächlich sachlich, rational und konkret an Beispielen argumentieren. Die sind aber gefühlt mittlerweile in der Unterzahl und dazu noch weniger „laut“. Es gibt User, die Sachen wirklich hinterfragen und nicht nur so tun (siehe oben). Und, jaaaaaaaa, das ist ein Forum, es ist zum Diskutieren da, unterschiedliche Meinungen beleben so ein Forum. Aber was sich hier Woche für Woche (egal ob im Spieltagsthread, im Gisdol-Thread, im Heldt-Thread etc.), von immer und immer denselben Leuten abspielt, hat nun mal eben nur noch herzlich wenig damit zu tun, sondern ist eher wie die Reise durchs trumpsche Allmachtsfantasialand.

      Und Heldt ist offensichtlich keine Merkel, die damit so intelligent und eloquent umgeht, wie man es nur machen kann. Aber das ist ok. Recht hat er für mich trotzdem.
      Das kommt dabei raus, wenn du viel Zeit für den Post hattest? Vollidioten in Social Media, Morddrohungen, trumpsches Allmachtsfantasialand, "Wir sind das Volk!". In einen Absatz damit gepackt, dass ziemlich viele sogar unsere extrem defensive Grundausrichtung gegen Stuttgart nicht nachvollziehen können. Weia. Aber die anderen machen sich die Welt ja so leicht sleep
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      Du raffst nichts und gehst auf die wesentlichen Punkte nicht ein (diese bewussten Auslassungen können zwei weitere bestimmte User hier im Forum besonders gut), was mich aber nicht verwundert.

      Mit keinem Wort ging es im die defensive Grundausrichtung an sich, sondern ausschließlich darum, wie dies hier von vielen „diskutiert“ wird/wurde und warum ich Heldts Kritik für gerechtfertigt halte. Um sprachliche Feinheiten und wie sich darin überzogene Erwartungen und billige Scheinkausalitäten in Sprache ausdrücken (wie eben auch stets vom Kölner Schmierblatt) und sich absoluter geistiger und verbaler Dünnschiss stets neu produziert und sich reproduziert. Social-Media-Scheiße^2 quasi.

      Die sachliche Diskussion der „(zu) defensive Grundausrichtung“ hatte ich bereits im letzten Jahr in der frühen Saisonphase ausgiebig. Aber darum ging es hier ja, wie bereits geschrieben, überhaupt nicht.
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      Ich hab das schon gerafft, keine Sorge. Ich gehe auch sonst darauf ein, was mein Gegenüber schreibt. Dein Post driftet aber dermaßen in kranke Unterstellungen ab, dass ich keine Lust habe, all diese zu überlesen. Eine lächerliche Erwartungshaltung hast du. Am Samstag hattest du meine Posts als die dümmsten des Tages beschrieben, ohne deine Sicht zu schreiben. Jetzt schreibst du so einen Text.

      Ich schreibe nicht in jeden Post, was jeder andere wahrscheinlich für ein Social Media-Vollidiot ist, der nicht meiner Meinung ist. Man kann dann nämlich nicht erwarten, dass das Gegenüber auf den eigentlichen Sinn des Textes eingeht.
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      Sooooo, wenn das der Kern des Grolls ist, dann hiermit: sorry. Da hast du stellvertretend den Ärger über das, was ich oben bemängelte und die Leistung der ersten 70 Minuten (bzw. das annähernde „Laufenlassen“ durch Gisdol ohne [für mich] sichtbare Einwirkungen auf das, was da auf dem Platz passiert, speziell Abstände und unbesetzte Räume betreffend), abbekommen.