Ein Spiel, das niemand vergessen wird der dabei war - Frankreich gegen England im Stade de France am 14.03.2026

  • Rugby ist in gewissen Ländern dieser Welt ein wirklich grosser Sport. Natürlich im Erfinderland England, auf der Insel insgesamt. Aber auch in der südlichen Hemisphere - Südafrika, Neuseeland, Australien. Vor allem aber auch in Frankreich - die Nation ist komplett Rugby verrückt.

    Am vergangenen Samstag nun spielt Frankreich gegen England. Immer ein besonderes Spiel zwischen den alten Rivalen und so hat es einen besonderen Namen: The Crunch. Man sollte es in diesem Fall wohl am besten übersetzen mit "Der entscheidende Moment". Und es war wahrlich der entscheide Moment, das entscheidene Spiel - die Franzosen mussten gewinnen um die so genannte Six Nation Trophy zu gewinnen. Für England ging es auf dem Papier um nichts mehr, aber es war völlig klar, daß die Engländer gerade den Franzosen nicht einen einzigen Centimeter freiwillig geben würden.

    Nach dem Spiel sagte mir unser französischer Gastgeben, es sei einfach unglaublich was mir in meinem ersten LIve Rugby Spiel geboten worden wäre und da hatte er eine grosse Wahrheit sehr gelassen ausgesprochen. Von Anfang an hatte das Geschehen eine Intensität, die einem schier den Hals zu schnürte. Die Franzosen gingen mit der ersten Aktion in Führung und schienen dem grossen Rivalen sofort zeigen zu wollen: Heute holt ihr hier gar nichts. Die Engländer liessen sich null beeindrucken und schlugen binnen weniger Minuten zurück. Und in dieser hitzigen Intensität ging es weiter, Schlag auf Schlag. England ging bis zur Halbzeit mit 27:17 in Führung, unter anderem durch ein sensationelles Dropkick Goal durch Fin Smith. Musste aber in den letzten Sequenzen der ersten Halbzeit eine 10 Minuten Strafe für einen Spieler nach überhartem Einsatz hin nehmen und das ist eine schwere Bürde im Rugby - du spielst für komplette 10 Minuten in Unterzahl.

    Exakt das nutzten die Franzosen nach der Halbzeit aus. Um es martialisch auszudrücken - die rochen das Blut und setzten den Engländern enorm zu und drehten schnell das Spiel von 17:27 auf 31:27 - im Stadion de France schnellte der Geräuschpegel wie wahnsinnig nach oben. Wer indes gedacht hätte, daß die Engländer aufgeben würden - sie taten es nicht. 39:38 gingen sie dann erneut in Führung und bei den Gastgebern mehrten sich die irritierten Blicke. Sie fingen sich, die Franzosen und drehten erneut das auf 45 :39. England verstärkte den Druck ungemein und kurz vor dem Ende - jetzt waren die Franzosen nach einem überharten Einsatz um einen Spieler reduziert - ging England 46:45 in Front.

    Das Drama ging in seine allerletzte Kurve, als die Franzosen tief in der Nachspielzeit mit unglaublicher Verve noch einmal alles aus sich heraus holten. Unter immensen Druck unterlief den Engländern ein verbotenes Tackle und Frankreich hatte die Chance noch einmal alles zu drehen - mit der buchstäblich letzten Aktion in der buchstäblich letzten Sekunde. Ramos - der beste Kicker der Welt - legt sich das Ei auf das Tee und ein Stadion hielt den Atem an......der Ball segelt zwischen die Stangen und Frankreich gewinnt mit 48: 46 und ein Stadion rastet kollektiv aus.

    Ein Spiel, dessen Ablauf, Hitze, Intensität jede Logik ad absurdum geführt hat.

    Es war ganz grosser Sport und ich freue mich, daß ich das mit erlebt habe.

    Lettore silenzioso

  • Ja es war ein tolles Spiel, auch wenn ich es nir am TV gesehen habe.


    Was mich beim Rugby immer beeindruckt ist diese unglaubliche Intensität und Physis. Da kommt kein Fussballspieler mit.

    Und was klar besser läuft ist der Videobeweis. Ich glaube es gibt einen einfachen Grund dafür. Man hört im stadion und am TV wie die Schiedsrichter die Szene miteinander diskutieren und kann deshalb die Entscheidung deutlich besser nachvollziehen,. Ist natürlich für den Fuppes nix, dann kann man ja nicht parteiisch entscheiden:winking_face:

  • Ja, Videobeweis macht es transparent.

    Am Samstag und Sonntag lief ja den ganzen Tag Rugby. Da gab es etliche Szenen, in denen der Videobeweis genutzt wurde und viele Dinge klargestellt hat, die man in der direkten Sequenz gar nicht erkennen kann. Unter anderem auch ne rote Karte für Deutschland im Championship.

    Toll am Rugby, dass es auch regelmäßige Veränderungen gibt, die dann auch die aktiven Mannschaften belohnen. Früher gab es Spiele die durch Kicks und weniger Versuche entschieden wurden.

    Bei den 6Nations war es super interessant, dass jeder jeden geschlagen hat. Es macht da echt Spaß.

    Letzte Woche hat Frankreich z.B. deutlich gegen Schottland verloren mit 50:40, nachdem sie schon zwischenzeitlich mal mit 47:14 hinten gelegen hat.

    Man kann sich da nicht ausruhen.

    Auf Pro7mexx läuft ab Ostern auch weiter Rugby, egal ob Nachwuchs, Frauen oder 7er Rugby.


    Und besonders schön find ich persönlich: Es gibt im Rugby für jeden eine Position. Egal ob lang und dürr oder klein und dick. Keiner wird ausgeschlossen und jeder kann sich da einbringen. Jeder kann mitmachen und anfangen.

    No one is born hating another person because of the colour of his skin, or his background, or his religion. People must learn to hate, and if they can learn to hate, they can be taught to love, for love comes more naturally to the human heart than its opposite.