Beiträge von Heimerzheimer

    Grundsätzlich schon, auch wenn für mich zu einer vernünftigen Diskussionskultur gehört, unterschiedliche Meinungen auch einfach mal stehen zu lassen, wenn man merkt dass man nicht zusammen kommt.

    Aber bei dem Stil den Du hier bisweilen an den Tag legst, hab ich einfach keine Lust mehr mit dir zu diskutieren. Und da ich auch keine Lust zu streiten habe der Vorschlag zur Güte, dass wir es einfach lassen.

    Für die einen ist es Magie, für die anderen...

    Ich weiß nicht, was dich denken lässt, mir das auf so ne Art erklären zu müssen, schließlich habe ich ja nicht gesagt dass ich es für Magie halte (keine Sorge: diesen Basic Bullshit verstehe ich schon gerade noch so :winking_face: ).


    Aber lassen wir das. Wir sind da eben grundlegend unterschiedlicher Meinung.

    Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Die konservative Planung in dieser Saison zeigt letztlich, dass diese Kritik ihre Berechtigung hatte.

    Es gab und gibt auch immer noch durchaus berechtigte Kritikpunkte an Wehrle, das ist unbestritten, auch wenn weder Du noch ich noch Dir Herren aus dem Ziegenstall wissen, auf welcher Informationslage er beispielsweise die Planung für die letzte Saison getätigt hat (sprich: Ob nicht jeder von uns in seiner Lage ähnlich gehandelt hätte, weil er andere Informationsquellen hatte, die sich geirrt haben o.ä.).

    Aber hinterher zu schimpfen, wie jemand nur so blöd sein konnte, ist natürlich einfach, wie man hier ja dann lesen durfte.


    Die Art und Weise von vielen, insbesondere den HoG, war hingegen regelmäßig weit am Ziel vorbei. Da wurde ja teilweise unterstellt, er würde wie ein Sonnenkönig ungebremst vor sich hin hantieren, sämtliche Kritik würde an ihm abperlen und er wäre im Grunde dabei, den Verein in den Ruin zu managen.


    Dass das ziemlich drüber war, und die Kritik bestenfalls teilweise berechtigt war, sieht man sowohl daran, dass wir auf magische Weise immer noch nicht pleite sind (und das ohne Skhiri zu verkaufen, was nach HoG-Logik schon mal gleich gar nicht möglich wäre), als auch daran, dass er sehr wohl aus dem Fehler vom letzten Jahr gelernt und die Planung angepasst hat. Von daher muss man, wenn man damals den Bagger aufgerissen hat, mit ein wenig Häme jetzt einfach leben und vielleicht fürs nächste Mal überlegen, bevor man so draufhaut.

    Dass von HoG seit längerem nichts mehr zu lesen war spricht ja nun für sich.

    Sieben(!) gute Spiele und hier wird diskutiert ob und wann welcher Topclub wohl Interesse am Trainer bekunden wird. Aber das der FC Fan an sich dazu neigt vorschnell in Euphorie zu verfallen denken sich die Medien ja nur aus. Alles klar :grinning_face_with_big_eyes:

    Es gab auch Leute, die schon bei der Vorstellung von Gisdol wussten, dass er vielleicht als Retter für die Saison taugen kann, aber langfristig eine schlechte Wahl ist, bei der Verlängerung mit ihm das gleiche...Manche Dinge kann man durchaus kommen sehen, bevor sie passieren. Mit vorschneller EuROPAPO...äh...phorie hat das nichts zu tun :winking_face:

    "Für die Hinrunde hat der FC nur mit einer Auslastung von einem Drittel (16.500) kalkuliert. Gegen Fürth durften zuletzt aber schon 40.000 Fans ins Stadion, beim nächsten Heimspiel gegen Leverkusen sind erstmals seit fast 20 Monaten sogar wieder 50.000 erlaubt."

    Typisch, wieder hat sich Wehrle verkalkuliert :clown_face:

    Ich ahnte es ja schon :winking_face:

    Mich interessieren folgende Fragen:


    Was macht aus deiner Sicht einen guten Kandidaten für den Mitgliederrat aus und sprecht ihr euch in der aktiven Szene dahingehend ab, wen ihr für unterstützenswert haltet, evtl sogar im Sinne einer inoffiziellen Wahlempfehlung?


    Ich empfinde den erneuten Verzicht der vormals aktiven Fanszene als bedenklich. Nicht zum ersten Mal wird damit der Mannschaft der aktive Support aus "(vereins-)politischen" Gründen versagt, und das obwohl die Bedeutung des Supports aber gerade für enge Spiele wohl unbestritten ist (siehe letzte Saison).

    Wie bringt ihr das unter einen Hut, eine der wichtigsten Aufgaben einer Fanszene ruhen zu lassen und böse formuliert, die Mannschaft ein Stück weit im Stich zu lassen, mit eurem (soweit ich verstehe) eigenen Anspruch, in der Fanszene des FC schon ein Stück weit eine besondere Rolle innezuhaben, wobei ich hier bewusst nicht von Begriffen wie bessere, treuere Fans o.ä. reden will.


    Vielleicht findet ja dieses mal eine meiner Fragen den Weg in den Cast :partying_face:

    Eine Sache, die mich stört, so erfreulich das positive Feedback von Nagelsmann für ihn ist: Wenn seine Qualitäten einem Trainerkollegen auffallen, dann werden auch andere das längst mitbekommen haben.


    Ja, Baumgart hat eine Aussage von sich gegeben, dass es in Deutschland in seinen Augen wenige Vereine von der Größe eines Effzeh gibt und damit sinngemäß gesagt: Der Verein, der so reizvoll ist, dass er mich vom großen FC loseisen kann, den müsste man erstmal finden.


    Aber ich habe bei ihm immer mal ein wenig den Eindruck: Der weiß sich schon ganz hervorragend zu verkaufen und hat verstanden, was er sagen muss, um in kürzester Zeit die FC-Fans auf seine Seite zu bringen, um sie als Lebensversicherung für schlechtere Zeiten zu haben(mag sein, dass er sich das von einem seiner Vorgänger abgeschaut hat, dem es gelungen ist, dass der Spodi vor ihm gehen musste, aus Angst vor den Reaktionen der Fans...).

    Ich unterstelle ihm dabei gar nicht dass er lügt oder bewusst täuscht, aber was solche Aussagen wirklich wert sind, sieht man immer erst, wenn dann wirklich ein anderer Verein mit einem konkreten Angebot vorstellig wird, bei dem dann vielleicht mal ganz andere Summen als beim FC auf dem Gehaltsscheck stehen und bei dem "internationales Geschäft" nicht das Szenario ist, das unter "wenn es gut läuft, können wir in 2-3 Jahren dahin kommen" läuft, sondern das ganz real in der Planung für die neue Saison auftaucht.


    Ich hoffe, er bleibt uns noch lange erhalten, aber ich befürchte, dass solche Leistungen auch schnell Begehrlichkeiten wecken werden, denen wir nicht viel entgegen halten können.

    Ich hab in den letzten Wochen die eine oder andere Serie fertig- bzw. weitergeschaut:

    Atypical: Super Serie, die ich jeweils so wie sie verfügbar war durchgeschaut hab. Sehenswert und wie ich fand auch lehrreich.


    How to get away with murder: Endlich die letzte Staffel. Ich fand sie immer spannend, auch wenn natürlich an der einen oder anderen Stelle quer durch die Sendung der Realismus klar hinten anstehen musste, aber die Erzählweise, bei der in den meisten Folgen Vorblenden auf das jeweilige Staffelende kamen, erst nur als kurze Schnipsel, dann immer konkreter werdend, hat mir viel Spaß gemacht.


    Sex Education: Wie schon in den vorigen Staffeln zum Teil super lustig, oft halt an der Grenze zu "etwas drüber". Was nervt, ist dass der Großteil des Plots darauf basiert, dass es irgendwo mal kleine Missverständnisse gab, die total einfach aufgeklärt werden könnten, wenn die Protagonisten sich nicht wie die letzten Trottel verhalten würden, sobald es die Gelegenheit gäbe, etwas aufzuklären :zany_face:


    Haus des Geldes: Welcher Drecksack kommt eigentlich warum auf die Idee, eine ohnehin schon so kurze letzte Staffel noch in 2 Hälften zu splitten, um dann die zweite Hälfte erst Monate nach der ersten rauszubringen? Ähnlich wie bei How to get away with murder ist auch hier der Realismus fernab von gut und böse.


    Jetzt hab ich eher aus Neugier, was an dem Hype dran ist mal in Squid Game reingeschaut und bin schon bei der Hälfte. Bisher definitiv eine der besseren Netflixserien in meinen Augen. Mal sehen wie die nächsten Folgen weitergehen.

    Auch wenn es vorhersehbar war:

    Einfach schön, wie den Herren im Ziegenstall die Munition ausging, kaum dass mal ein paar gute Spiele die allgemeine Stimmung am GBH verändert haben.


    Aber es ging natürlich nur um das Wohl des Vereins und berechtigte Kritik, und hatte mit Stänkerei aus Prinzip nichts zu tun :clown_face:

    Insofern würde ich das jetzt erstmal mehr als kluge Aussage bewerten denn als echtes Bekenntnis zum Verein.

    Als Bekenntnis hab ich es ja auch nicht gesehen, bzw. glaube ich, dass das niemand so bewerten würde, zumal zum jetztigen Zeitpunkt.
    Aber nachdem im Frühjahr, vor der Transferperiode nicht wenige schon von seinem sicheren Abgang ausgingen, und zwar nicht nur weil der FC Geld einnehmen musste, sondern auch weil Skhiri angeblich dem Ruf des Geldes und des internationalen Geschäfts folgen wollte, finde ich es erstmal schön, dass er sich so offen äußert. Das hätte man auch anders formulieren können, ohne dass man sich damit unbeliebt gemacht hätte.

    Was mir an der Aussage zur Klarheit in 2022 besonders gut gefällt: Er spricht von Wechsel oder Verlängerung.
    Das klingt für mich nicht danach, dass er auf jeden Fall weg möchte, sondern dass auch ein Verbleib über das nächste Jahr hinaus eine Option zu sein scheint. Und mal sehen, wenn die Saison gut läuft, vielleicht findet sich dann ja eine echte Option, ihn zu halten und um ihn herum die Mannschaft weiter aufzubauen in richtung obere Tabellenhälfte.

    Wird es nicht. Aus einem ganz einfachen Grund: Baumgart ist ein anderer Typ Trainer. Der hat seine Idee von Fußball, aber auch von Mentalität und die muss er einer Mannschaft vermitteln, bis sie ihr wirklich in Fleisch und Blut übergegangen ist. Das braucht seine Zeit (die er hier zum Glück hatte), aber wenn es einmal verstanden wurde, ist es gut und dann kann er erfolgreich arbeiten.
    So ein System was er vorgibt und die Spielweise die er fordert, gab es ja bei Gisdol so gar nicht (und ich glaube auch: Das haben insgesamt nicht viele Trainer in der Form) und daran ist Gisdol dann irgendwann gescheitert, als "Einfache Dinge tun, um Verbesserung zu bewirken" nicht mehr geholfen hat.


    Ich denke eher wenn er irgendwann aufhört, dann weil er sich mal abgenutzt hat. Diese hochintensive Weise ist irgendwann verbrannt und dann braucht man mal eine neue Herausforderung. Entlassen wurde er aber soweit ich weiß bisher noch nie...
    Umgekehrt denke ich übrigens auch nicht, dass Baumgart ein guter Feuerwehrmann wäre: Seinen Fußball zu installieren braucht mehr Zeit und ist eher nichts für "Du hast 6 Wochen Zeit und brauchst 4 Siege, viel Erfolg"

    Ich glaube, dass Gisdol ein guter Motivator/Feuerwehrmann ist, der kurzfristig den Hebel umlegen kann.


    Genauso hat das auch Funkel hinbekommen.

    Das ist ja immer so dieses "Feuerwehrmann"-Phänomen.
    Ich glaube, um ein guter Feuerwehrmann zu sein, braucht es ganz andere Anforderungen, die Du erfüllen musst, als ein "normaler" Trainer. Du brauchst kein komplexes eigenes System, du musst nur schnell erkennen, was Du irgendwo verändern und besser machen kannst. Aber eigentlich kenne ich keinen Feuerwehrmann, der mal woanders dauerhaft erfolgreich gearbeitet hat, weil sie alle nach demselben Muster funktionieren.


    Was Gisdol gut hinbekommen hat und wieso er schnell erfolgreich war, ist aus meiner Sicht genau der gleiche Grund, wieso er nach dem Corona-Break wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist:
    Er hat schnell erkannt, wo es der Mannschaft fehlt und konnte mit kleinen Veränderungen dafür sorgen, dass ihr plötzlich alles leichter von der Hand ging. Beierlorzer hatte aus meiner Sicht komplizierte Ideen, die er der Mannschaft nicht vermittelt bekam und daran krankte es. Und dann kam Gisdol, der das alles vereinfacht hat und damit den Jungs alles einfacher gemacht hat. Dazu hat er die Jungs laufen lassen und sie fitter gemacht, was nie eine schlechte Vorgehensweise ist, um im Leistungssport Erfolg zu haben.
    Und im normalen Rhythmus von Spiel, Trainingswoche, Spiel, Trainingswoche, Spiel usw. , in der sich jeder ab Sonntag/Montag auf den kommenden Gegner einstellt, aber nie die Zeit bleibt, heute schon Dinge für in 3 Wochen einzustudieren, weil Du erstmal nächstes Wochenende ein anderes Spiel hast, haben die Gegner eben innerhalb von einer Woche, was oftmals nur 3-4 Tage Training sind, nicht so recht den Daumen drauf bekommen, was die Kölner machen, und wie man sie knacken konnte, und immerhin waren sie ja auch unten drin und man selber fast immer weiter oben, also wird das schon schief gehen...Dass der FC dabei einen zwischenzeitlich Europareifen Lauf gestartet hatte, hat man ja erstmal gar nicht realisiert.


    Und dann kam eben Corona. Aber wenn es nicht Corona gewesen wäre, wäre es die nächste Länderspielpause o.ä. gewesen.
    Irgendwann hatte der nächste Gegner mal Gelegenheit, sich den FC genau anzuschauen und auch den FC allmählich ernst zu nehmen. Und sobald das jemand tat, bemerkten sie "Das ist alles nicht kompliziert, was die da machen, das kannst Du ganz einfach wieder aushebeln".
    Und gleichzeitig hat Gisdol es versäumt, sein "Spielsystem" weiterzuentwickeln und einen Schritt nach vorn zu machen, so dass es von Woche zu Woche einfacher war, genau zu wissen, was wir machen und wie man uns knackt. Es gab Plan A und wenn der "überraschend" nicht funktioniert hat, war man aufgeschmissen.
    Das wäre alles nicht so schlimm, wenn es nicht so vorhersehbar gewesen wäre: In seinen vorherigen Stationen war es ja absolut genauso gelaufen: Feuerwehrmann spielen klappt super, Weiterentwicklung scheitert jedes Mal (genau der Grund, wieso ich bei seiner Verpflichtung skeptisch war und bei seiner Verlängerung sicher, dass das ein Fehler ist).
    Letztlich war am Ende der 19/20er-Saison Gisdol hier verbrannt und klar auf dem absteigenden Ast. Statt ihn aber freizumachen für die nächste Mission als Feuerwehrmann hat Hotte seinen großen Fehler gemacht und noch mit ihm verlängert. Und so durfte er sich weiter durchs Leben stolpern, bis er endlich entlassen wurde.
    Und wieso Funkel dann funktioniert hat, war letztlich dasselbe in grün. Er konnte, das muss man Gisdol lassen, auf eine fitte Truppe zurückgreifen und ihnen fußballerische Dinge vermitteln, die Gisdol ihnen nicht zeigen konnte und damit den Mangel beheben, der geherrscht hatte - auch wieder Prinzip Feuerwehrmann.


    Der Feuerwehrmann ist der ADAC-Pannenhelfer, der mit begrenzten Mitteln versuchen kann, deine Karre flott zu machen so dass Du irgendwie nach Hause kommst. Wenn Du aber den Motor tunen willst, um die nächste Runde schneller zu fahren ist er der falsche Ansprechpartner. Was OK ist, jeder hat andere Qualitäten und auch diese Fähigkeit von Gisdol, in kurzer Zeit Dinge zu verändern und damit erfolgreich zu sein, hat ihren Wert (ich bin überzeugt: Der zum richtigen Zeitpunkt letztes Jahr auf Schalke, dann hätten die eine echte Chance gehabt). Nur macht das eben aus einem noch keinen dauerhaft guten Bundesligatrainer. Dafür braucht es mehr und dass dieses "mehr" bei Gisdol fehlt hat man jetzt bei uns zum Dritten Mal in epischer Breite gesehen.
    Natürlich wird früher oder später wieder jemand die 112 wählen, wenn es brennt, und dann kommt Gisdol und wird womöglich wieder erfolgreich Feuerwehrmann spielen. Aber zu mehr wird es auch dann nicht reichen, da bin ich ziemlich sicher.