Beiträge von LinkeKlebe

    Es geht nicht um den Spitznamen.

    Doch, Ausgang der Diskussion war allein der Spitzname und nur dazu habe ich mich auch "verteidigend" geäußert. Dass Saids Mutter in der Berichterstattung teils nicht gut wegkommt und ihre Qualifikation hinterfragt wird, habe ich selbst geschrieben.

    Aber ich schlage vor wir kommen langsam zurück zum Topic, das führt hier ohnehin zu nichts mehr.

    Bei Wirtz wurde es größtenteils als erfrischender Bruch mit der Beraterszene dargestellt. Sein Vater und die Familie werden meistens als ruhige, bodenständige Berater dargestellt, die nur das Beste für den Jungen wollen. Dabei waren sein Wechsel zu den Pillen und auch der nach England ja ganz andere Kaliber als

    Web.de 24.05.25: "Ist Wirtz' Vater der Situation gewachsen?"
    Bild.de 07.11.25: "Jetzt spricht Papa Wirtz!"
    derWesten.de 08.11.25: "Florian Wirtz weiter unter Beschuss: Jetzt wird sein Papa deutlich"

    Ich finde die Diskussion etwas albern. Elternteile als Berater sind im Profifußball weiterhin eine Kuriosität, die die Medien auch als solche herausstellen werden. Auch bei Wirtz wurde von "Papa Wirtz" gesprochen, auch er wurde infrage gestellt. Ich bin denke ich nicht dafür bekannt, rassistische Tendenzen klein zu reden. Aber hier wird aus einem simplen Spitznamen etwas zu viel gemacht.

    Irgendwie erschreckend, dass ich das auch noch erklären muss.

    Sie wird auf ihre Rolle als Mutter reduziert, dadurch ihre Professionalität als Beraterin in Frage gestellt. Ihre individuelle Persönlichkeit tritt dahinter zurück. Sowas passiert in der Regel nicht bei Vätern, bei Müttern findet sowas dann aber jeder "witzig".

    Ich glaube hier vergaloppierst du dich ein bisschen. "El Mama" ist vor allen Dingen eins: Ein einfaches Wortspiel. Kann man doof finden, kann man witzig finden, aber mehr ist es erstmal nicht.

    Rassismus kann ich hier nicht erkennen, zumal Saids Mutter Deutsche ist. Wo ich bei dir bin ist, dass die Medien sich zuletzt sehr auf Sabrina El Mala eingeschossen und auch ihre Qualifikation, zumindest indirekt, in Zweifel gezogen haben. Das hat aber nichts mit diesem Spitznamen zu tun, den sie vom Boulevard wohl auch dann verpasst bekommen hätte, wenn sie eine geborene Beratergöttin wäre. Den Vater von Mesut Özil, der ja eine Weile als dessen Berater fungierte, nannten die Boulevard-Medien übrigens "Papa Özil". Nicht ganz so kreativ wie El Mama, aber dennoch: auch Väter bekommen in der Situation einen drolligen Spitznamen verpasst, der sie auf ihre Rolle reduziert.

    Ich würde für eine "FIFA Court"-Streaming-App auch bezahlen, versprochen.

    Ich wäre dafür, dass die jeweiligen Verbandspräsidenten oder Sportvorstände in kleinen Minispielen á la Takeshi’s Castle gegeneinander antreten müssen. Ich würde wirklich viel Geld dafür zahlen, zu sehen, wie Rudi Völler von einer riesigen Schaumstoffwalze getroffen wird und dann drei Meter tief ins Wasser stürzt, oder wie er in vollem Tempo durch eine von drei Türen rennen will, die falsche wählt und dann einfach in eine Holzwand knallt.

    Das war der letzte Sargnagel. Bisher wurde so offen ja nur bei den Turniervergaben korrumpiert. Das jetzt ist nochmal eine andere Nummer, weil unmittelbar in das Spiel selbst eingegriffen wird.

    Die FIFA hat endgültig die Maske fallen lassen. Mit Geld und Einfluss kannst du dort jetzt alles kaufen. Als nächstes ziehen die USA dann trotz Niederlage in die nächste Runde ein.

    Mache ich grundätzlich. Klappt aber trotzdem nicht. Zuletzt im Februar mit 39,5 Fieber dort gesessen, mir die Seele aus dem Leib gehustet und schlapp ohne Ende. Trotzdem 1,5 Std. Wartezeit! Warum mich der Arzt, trotz Nachfrage und Bitten, nicht per Telefon krankgeschrieben hat, wird sein Geheimnis bleiben. Ich habe aber die Krankschreibung benötigt, da ich ab dem ersten Tag ne Krankmeldung bei meinem Arbeitgeber abgeben muss. Wenn es aber einem so elend geht, können 1,5 Std. ganz schön lang werden...

    Und genau aus dem Grund ist die telefonische Krankschreibung auch einfach sinnvoll und deren Abschaffung aktionistischer Schwachsinn. Es bringt niemandem was, dass du dich unter diesen Umständen in die Praxis schleppen musst. Dir bringt es nichts, du könntest in der Zeit im Bett liegen und dich auskurieren. Den anderen Patient:innen im Wartezimmer bringt es nichts, die da vielleicht mit einem verletzten Arm hingegangen sind und jetzt ne schöne Grippe mit nach Hause nehmen. Und dem Arzt bringt es auch nichts, weil er unnötig Zeit für eine plumpe Erkältung aufwenden muss, nur um dir nen gelben Schein auszustellen und zu erklären, dass du ein paar Tage Ruhe brauchst.

    Für den Arbeitgeber macht es keinerlei Unterschied, wie deine Krankschreibung zustande kam. Dem bringt es also auch nichts. Außer natürlich, dass Ärzte bei vor Ort Terminen nach meinem Empfinden dazu tendieren, dich länger krankzuschreiben als telefonisch. Die Ärztin hat nämlich kein (finanzielles) Interesse daran, dich kurzfristig nochmal wiederzusehen (sofern du nicht privat versichert bist). Wenn du nach zwei Tagen wieder auf der Matte stehst und noch eine Krankschreibung brauchst, verdient sie daran keinen Cent mehr. Sie hat also einen Mehraufwand, wenn sie zu kurz krankschreibt. Vielleicht könnte man da ja mal ansetzen? Dass sich eine gute, engmaschigere Versorgung der eigenen Patient:innen für die Praxen auch lohnt? Quatsch, wir streichen die telefonische Krankschreibung, dann gehen die Faulenzer nämlich wieder zur Arbeit statt sich an den See zu legen!

    Es ist keine nennenswerte Hürde, seine Hausarztpraxis aufzusuchen. Fühle ich mich heute nicht gut genug, um zur Arbeit zu gehen, dann nehme ich lieber die halbe Stunde Wartezimmer in Kauf, als mich acht und mehr Stunden zu quälen. Gerade bei körperlich oder psychisch anstrengenden Tätigkeiten. Eine Krankschreibung bekommst du jedenfalls immer. Das ist also sicher kein Mittel, um die Leute zur Arbeit zu treiben. In aller Regel wird dich keine Ärzt:in der Welt zur Arbeit schicken, wenn du zuvor erklärt hast, nicht arbeitsfähig zu sein. Hinzu kommt, dass man den Leuten auch nur vor den Kopf gucken kann. Selbst hinter dem vermeintlich größten Faulenzer kann sich am Ende ein sinnvoller Grund für regelmäßige Ausfälle verbergen. Die Leute haben im Zweifel auch keine Motivation, mit dem Arbeitgeber offen darüber zu sprechen - gerade, wenn regelmäßige Ausfälle intern stets offen unter Blaumachen verbucht werden. Sicher, besondere Härtefälle gibt es immer. Wenn jemand partout keinen Bock auf seinen Job hat, hilft aber auch so eine Maßnahme nicht.

    Hinzu kommt, dass die steigenden Fallzahlen schlichtweg mit belegbaren Faktoren zusammenhängen. Corona ist ja nicht verschwunden, wir können seit 2022 verstärkte Erkältungswellen feststellen. Durch die elektronische Krankschreibung wird zudem die Dunkelziffer reduziert - im Zweifel haben wir also gar nicht wesentlich mehr krankheitsbedingte Ausfälle, sondern erfahren nur von mehr. Und eine stetig alternde Bevölkerung wird auch stetig anfälliger für Ausfälle.

    Ich lehne solche Maßnahmen ab, weil sie das Problem nicht lösen, sondern letztlich nur weitere schaffen. Es ist heute schon schwer genug einen Termin beim Arzt zu bekommen. Das wird noch verschärft, wenn die Leute sich ab Tag 1 zur Hausärztin schleppen müssen und die Wartezimmer mit Bagatellen weiter überfüllen. Niemand verbietet Arbeitgebern, die darin eine sinnvolle Maßnahme sehen, die Krankmeldung ab Tag 1 vorzuschreiben. Warum machen es nicht längst alle, wenn das so sinnvoll ist? Den Gesetzgeber braucht es dafür nicht.

    Alles gut Leute:

    Die Regierung ist nicht lost, nur total inkompetent. Puh, Glück gehabt.

    Ich stelle mir gerade bildlich vor, wie ein 8-köpfiges PR-Gremium Stunden mithilfe von McKinsey und ChatGPT Tweets entwirft, und vorformuliert, man streitet, man stimmt ab, fürchterliche Hitze und der Weißwein wird langsam warm. Es herrschen schier unmenschliche Bedingungen im Tagungsraum, die Klimaanlage bekommt die Temperatur auch nur noch gerade so auf 22 Grad. Und dann einigt man sich endlich - je nach Ausgang - auf 24 unterschiedliche Versionen, und am Ende wird der falsche ausgewählt. All die Arbeit- dahin. :crying_face:

    Ich liebe ja diese inzwischen vorhersehbare Reaktion, wenn es Kritik an einer Veröffentlichung gibt. Dann war es hinterher ein Praktikant, jemand hat einen nicht freigegebenen Entwurf rausgehauen oder es war ein "Versehen" (mausgerutscht). So kann man sich halt leicht aus der Verantwortung nehmen. Fehler passieren, ist halt doof gelaufen. Aber das hat ja der Kanzler nicht selbst gemacht, er hat das vorher auch nicht gesehen und wusste gar nicht, was da in seinem Namen veröffentlich wird. Die Schuld trifft jedenfalls alle, außer Friedrich Merz. Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

    Streng genommen ist auch genau das Rassismus: keine bewusste Einstellung, sondern tief verankerte Stereotypen und Denkmuster. Es wäre schön, wenn mehr Leute begreifen, dass es durchaus möglich ist, rassistische Dinge zu sagen, ohne ein ideologischer Rassist zu sein.

    Dazu gehört nicht nur das Begreifen, sondern auch eine gewisse Bereitschaft, sich mit etablierten Mustern kritisch auseinander zu setzen. Leider fühlen sich viele gleich persönlich angegriffen, wenn man solche Themen adressiert. „Das hat man immer schon so gesagt, das ist ja gar nicht böse gemeint.“ So oder so ähnlich schon hunderte Male alleine hier im Forum gelesen. Und damit ist das Thema dann erledigt, bzw. wird jedes weitere Wort dann als eine Art Kriegserklärung interpretiert.

    Sprache verändert sich ständig, Kultur verändert sich ständig. Das zu akzeptieren fällt vielen Menschen zusehends schwer, die darin immer eine Art von Bevormundung oder gar Verbot sehen werden. Befeuert wird das aus der Politik, denn das Thema lässt sich hervorragend emotionalisieren und für den Kulturkampf instrumentalisieren.

    Verstehe ich vom Ablauf nicht. Dem GA gehören doch 2 vom MR an. Wie kann der MR da nicht vorab über die anstehende Entscheidung informiert sein? Beide Mitglieder dürfen ja mitbestimmen. Das geht es ja nur mit Vorabinfo? Dürfen die Beiden nicht mit dem MR reden und Meinungen einholen?

    Die beiden sitzen dort nicht als Mitgliederräte sondern als GA-Mitglieder. Sie dürfen vertrauliche Themen vorab nicht im Mitgliederrat besprechen.

    Kontrolle und Beratung des Vorstandes wie muss man sich das in der Praxis vorstellen? Muss der Vorstand regelmäßig Bericht erstatten was er vorhat und gerade macht?

    Vereinfacht gesagt, ja. Der MR hat unterschiedliche Ausschüsse, die sich mit speziellen Themen beschäftigen und dann dem gesamten Gremium berichten. Der Vorstand ist letztlich zu allen Sitzungen geladen, entweder im proaktiv zu berichten oder um über vorbereitete Themen zu sprechen.

    Zudem erhält der MR Unterlagen wie Budgetplanungen usw. um einen Überblick über Planung und Entwicklung gewisser Kennzahlen zu erhalten.

    Werdet ihr ins operative Geschäft einbezogen z.B. wer wird neuer Geschäftsführer Sport etc. ?

    Nein. Genau dafür gibt es den GA. Nehmen wir z.B. das Thema Geschäftsführung: Der Vorstand entscheidet, der GA stimmt zu . Dem Mitgliederrat wird dann hinterher berichtet, wie und auf welcher Basis die Entscheidung getroffen wurde. So ist seiner Kontrollfunktion Rechnung getragen, ohne dass er proaktiv involviert wurde und somit ins operative Geschäft eingegriffen hätte.

    Vielleicht ist die Abschaffung eines Gremiums ein erster Schritt.

    Mit Beirat und GA sollen sogar zwei Organe abgeschafft werden. Es bleiben Vorstand, Aufsichtsrat und Wahlkommission - sowie natürlich die MV - als Vereinsorgane. Und das ist wirklich überschaubar. Die meisten Clubs haben mehr. Da gibt es dann noch Ehrenräte und dergleichen. Insofern sind wir schon heute eigentlich kein Verein mit übermäßig vielen Gremien.

    Das man den MR nun Aufsichtsrat des Vereins nennt ist schon ein Wort. Mir ist trotzdem nie so recht klar was der MR eigentlich macht und welchen Einfluss er wirklich hat.

    Der MR ist schon heute der Aufsichtsrat des Vereins, der neue Name soll das nur verdeutlichen. Seine Aufgabe liegt in der Kontrolle und Beratung des Vorstands. Und er kann ein Vorstandsteam zur Wahl vorschlagen. Zudem sitzen der/die Vorsitzende sowie der/die stellvertretende Vorsitzende im Gemeinsamen Ausschuss. Das sind die wesentlichen Kompetenzen, die der MR hat. Daran soll die Umbenennung auch nichts andern.

    Streng genommen würde ich sogar behaupten, dass der Vorstand eher das Organ ist, das man wählt, um die Interessen zu vertreten und den AR wählt man, um die Einhaltung dieser Interessensvertretung zu überwachen. Aus meiner Sicht ist das ein kleiner aber feiner Unterschied.

    Natürlich. Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins, dafür ist er gewählt. Der MR wird gewählt, um den Vorstand in dieser Funktion zu überwachen. Nun haben wir die spezielle Situation, dass in der KGaA, einer 100%igen e.V.-Tochter, nicht der Vorstand die Geschäfte führt, sondern eine dafür bestellte Geschäftsführung. Der Vorstand vertritt also den Anteilseigner gegenüber der KGaA. Er bildet in dieser Funktion die Gesellschafterversammlung bzw. die Hauptversammlung der KGaA.

    Der Vorstand wirkt also über den e.V. hinaus und übt die Rechte eines Gesellschafters in der KGaA aus. Und auch in dieser Funktion wird er durch den Mitgliederrat überwacht. Daher ist es in meinen Augen folgerichtig, dass der e.V. einen starken Teil des KGaA-Aufsichtsrats bildet, denn dort wird das Wirken des Vorstands in Entscheidungsprozessen der KGaA am deutlichsten. Aber ich verstehe dein Argument.

    Denn was noch hinzu kommt ist, dass die Zustimmungsrechte des aktuellen GA meines Wissens wesentlich tiefer ins operative Geschäft des Vereins verwickelt sind, als das beim typischen AR einer Kapitalgesellschaft der Fall wäre.

    Tatsächlich hat ein klassischer Aufsichtsrat in der Regel sogar mehr Kompetenzen, als der GA aktuell. Der GA ist ein reines Zustimmungsorgan, er hat nicht die Aufgaben eines Aufsichtsrats. Er kann nur tätig werden, wenn der Vorstand ihm etwas zur Zustimmung vorlegt. Der GA kann ohne solche Vorlagen keine Beschlüsse fassen, er kann auch nicht den Vorstand oder die Geschäftsführung einbestellen, er übt auch keine Kontrolle aus.

    Genau diese Lücke soll mit der Neuerung geschlossen werden, weil diese klassischen Kompetenzen in einem echten Aufsichtsrat vorhanden sein werden. Es war schon immer ein wesentlicher Konstruktionsfehler, dass der GA ohne Entscheidungsvorlage des Vorstands im Grunde nur zum Kaffee trinken existiert. Seine Mitglieder können ohne den Vorstand im Grunde gar nicht eingreifen. Ein Aufsichtsrat hat schon qua Gesetz andere Kompetenzen. Er hat ein Initiativrecht, eine laufende Überwachungspflicht

    Ein Teil meiner Zweifel entstehen auch nicht daher, dass ich davon ausgehe, dass es unausweichlich so sein muss, wie in der Vergangenheit. Aber man muss ja versuchen aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, um diese in der Zukunft nicht zu wiederholen. Und auch da sind wir wieder an dem Punkt, dass es für viele Mitglieder vermutlich schwierig ist nachzuvollziehen, wo die Probleme in der Vergangenheit lagen. Die Vorschläge verändern nun die Strukturen im Verein, aber nur bedingt die Menschen, die in diesen Strukturen arbeiten und ihre eigenen Werte, Motivationen etc. in diese hinein tragen. Und für mich bleibt es eben eine große Frage, ob die Probleme der Vergangenheit an den Strukturen lagen, die jetzt verändert werden sollen, oder doch außerhalb davon.

    Das finde ich nachvollziehbar. Natürlich ist es irgendwo richtig, nicht jede Uneinigkeit immer nach außen zu tragen. Das wäre auch schädlich und würde ein Vertrauensverhältnis nachhaltig belasten. Wer also nicht direkt beteiligt ist, muss mit den Informationen leben, die die Medien so lancieren.

    Ich finde das Präsidium Spinner ist ein gutes Beispiel, wie so etwas ablaufen kann und in wie weit die Strukturen dabei eine Rolle spielen. Zunächst zeigt dieser Vorstand sich für unsere heutige Satzung verantwortlich, wofür er damals auch zurecht gefeiert wurde. Nur wollte er diese moderne und vor allem demokratische Struktur im Anschluss partout nicht leben. Spinner vertrat von Anfang die Auffassung, die Aufsicht des MR über den Vorstand reiche nicht bis in die KGaA hinein. Und genau das wurde intern auch als Maßgabe so vorgelebt. Das ist der Kern, der das Verhältnis zwischen Vorstand und MR stark belastet hat und auch zu Äußerungen der Geschäftsführung á la "Vollamateure" führte. Der Vorstand wurde vom MR trotzdem noch einmal zur Wiederwahl vorgeschlagen. Du siehst, selbst wirklich gravierende Dispute führen nicht automatisch dazu, dass der MR den Vorstand bockig vom Hof jagt. Der Vorstand stolperte letztlich über sich selbst.

    Dass allerdings nur unter Spinner das Verhältnis in einem gewissen Maß zerrüttet war, fällt mir nach der Empfehlung zur Nichtentlastung des vorherigen Vorstandes allerdings schwer zu glauben.

    Das habe ich so auch nicht geschrieben, sondern dass - trotz eines angeknacksten Verhältnisses - bei wesentlichen Themen professionell zusammengearbeitet wurde. Das heißt ja nicht, dass alles super war und man gemeinsam in den Sonnenuntergang geritten ist. By the way: Nach der besagten MV habe ich mit Ecki Sauren noch entspannt ein Bier getrunken. Es ist also durchaus möglich, solche Dinge voneinander zu trennen.

    Und umgedreht: Wenn man so weit ist, dass man den Vorstand nicht mehr ohne akutes Vetorecht durch das Aufsichtsorgan entscheiden lassen will, dann muss man den Vorstand eigentlich direkt austauschen, denn dann ist die Vertrauensbasis offensichtlich schon komplett erodiert.

    Das ist ja nun Stuss. Es geht um professionelle Governance-Strukturen. Daher der Weg hin zu einem echten Aufsichtsrat in der Kapitalgesellschaft. Und dort ist der alleinige Anteilseigner, nämlich der e.V., logischerweise stark vertreten. Dass neben dem Vorstand auch dessen Aufsichtsorgan dort eine Präsenz hat, ist für mich folgerichtig. Es geht ja nunmal um ebendiese Aufsicht. Es gibt doch letztlich zwei Wege. Entweder, der Vorstand ist auch dort so stark, dass er im Grunde alleine entscheiden kann. Dann hat man den Status Quo, kann sich das Ganze aber eigentlich auch ganz schenken. Dann könnte der Vorstand den AR auch alleine bilden und durchregieren. Alternativ sorgt man für ein gewisses Korrektiv. Das ist der Ansatz.

    Für meinen Geschmack wird mir das Ganze aber zu oft als zwei Fronten betrachtet. Ja, das hat es in der Vergangenheit sicherlich gegeben. Aber das kann und soll ja nicht der Normalzustand sein. Vorstand und Aufsichtsrat sollten gut und partnerschaftlich zusammenarbeiten, ohne dass die professionelle Distanz, die es ohne Zweifel braucht, dabei verloren geht. Genau so läuft es momentan.