Tja, dieses "irgendwann" kann zeitlich aber auch in weiter Ferne liegen. Solange der Rest der Welt russisches Gas, Öl und andere Rohstoffe kauft (und das tut über Eck u. a. auch Deutschland), bleibt die wichtigste Einnahmequelle erhalten. Es sei denn, es gelingt der Ukraine, die russischen Förderanlagen und Vertriebswege nachhaltig lahmzulegen. Was wiederum auch im abhängigen Europa kaum ein Politiker sehen will, es sei denn, er möchte demnächst der hiesigen Bevölkerung Inflationsraten in zweistelliger Richtung schmackhaft machen. Viel "Spaß" dann im politischen Ruhestand!
Jenseits der Rohstoffe und vorzeigbaren Militärtechnologie hat die russische Wirtschaft ansonsten kaum etwas anzubieten, das im Ausland jemand haben möchte. Ergo kann ökonomisch auch nicht viel derart in die Binsen gehen, dass man deswegen einen Krieg beenden müsste.
Ich würde daher eher – wenn überhaupt – auf so etwas wie eine schwer definierbare "Kriegsmüdigkeit" setzen, weil es für keine Seite so richtig vor oder zurück geht. Zum x-ten Mal in Kiew ein Wohnhaus in Schutt und Asche gelegt zu haben, dürfte jedenfalls nur noch wenige Russen mit Stolz aufs Vaterland vor der Glotze in die patriotische Unterhose greifen lassen. Und ob der medial-propagandistisch verstellte Anblick eroberter Landstriche, die de facto völlig kaputt geschossen sind, diesen Griff erotischer macht, wage ich auch zu bezweifeln. Kaum ein Russe wird freiwillig dort "wohnen" wollen, wo es nichts mehr zum Wohnen gibt und die Infrastruktur aus Feldwegen mit Bombentrichtern und womöglich Tretminen besteht, während der Rest komplett im A**** ist.
Russlands Militärausgaben betragen inzwischen mehr als 200 Milliarden Dollar, also über 9 v.H. des BIP, vermutlich noch mehr. Alle traditionellen Geldmaschinen des Regimes, der gesamte Exportsektor.doe Produktion von Öl,Gas,Kohle dienen nur noch dazu den Krieg zu finanzieren. Gas etc. bekommt Russland nur noch nach Indien und China in nennenswerter Menge verkauft und die Chinesen nutzen die Notlage Russlands gandenlos aus und verlangen von Russland für die Abnahme enorme Nachlässe. Russland verkauft also weit unter den Weltmarktpreisen. Die Einahmen sinken stätig, die Reserven sind verbraucht, die Ausgaben steigen stetig. Das geht nicht mehr lange gut.