Beiträge von Puppekopp

    Kroatien ist im Männerfuppes das, was Deutschland (West) mal war: eine echte und irgendwo auch zynische Turniermannschaft. Für den Titel sollte es aus "ästhetischen" Gründen dennoch nicht reichen.

    Das klingt jetzt eher wie ein Thema was zusammenschweißt statt zu trennen, aber egal. Ich meinte ja auch nicht nur die ablenkenden Themen, es wird ja eigentlich jede Kritik, auch was Aufstellung, Taktik, Eingespieltheit, Standards, neue Impulse, Bayernblock, Auswechslungen usw. als Populismus abgetan.

    Nö, wieso? Hier hat noch niemand gesagt, Flick habe keine gravierenden Fehler gemacht oder Kritik an ihm sei pauschal irgendwie ungebührlich. Zum "One and only" wurde er ebenso wenig erklärt, sondern darauf verwiesen, dass bessere Trainer den Job nicht haben wollen.


    Das Paradoxe an der ständigen Hervorhebung von Begleitumständen ist, dass die Kritiker damit Flick von Schuld eher freisprechen, wo sie ihn doch eigentlich loswerden wollen.

    Ich persönlich hätte mir einen anderen Trainer gewünscht, allein schon aufgrund der Signalwirkung, sowohl gegenüber der Mannschaft, als auch gegenüber der Allgemeinheit.

    Das ist nicht mal abwegig, aber dann muss man auch Namen von wirklich Interessierten nennen können. Mit Klopp und Tuchel konnte es offensichtlich nichts werden.

    Ich bin gespannt ob Flick irgendeine Art von Euphorie erzeugen kann. Seine Interviews erschienen mir eher ziemlich gleichgültig und emotionslos, aber vielleicht bin ich da voreingenommen.

    Na ja, Interviews – die sind für die Öffentlichkeit. Was intern abläuft, steht auf einem anderen Blatt. Mag aber sein, dass Flick allgemein zu kuschelig mit den Spielern umgeht, keine Ahnung.

    Naja, die Moral mal ausgeklammert, hat er ja Recht ... leider

    Bloß hätte er sich frühere Moralpredigten sparen können, wenn er bei Kackbach von den Früchten dessen geträumt haben will, was ihm die damals eigens kritisierten halblegalen Fummeleien von RB jetzt ermöglichen. Der Schwätzer!

    Zum Rest steht ja oben :thumbs_up: schon was- die deutschen Turnierspiele gehören wohl zur ÖRR-Grundversorgung, und werden dementsprechend gemäß aktuellem Vertrag auch dort zu sehen sein.

    Nicht zwingend, die Regelung spricht von Free-TV. Das kann ÖRR sein, aber ebenso RTL & Co.

    Krimskrams, Populismus, Bild-Niveau, all diese Kleinigkeiten werden ständig abgebügelt. Ich finde aber schon, dass sich die Kleinigkeiten dieses Mal häufen, und Kleinvieh macht nunmal auch Mist. Was das Brillieren vor dem Turnier angeht, war das jemals so? Unser Ruf als Turniermannschaft ist doch genau dadurch entstanden, oder?

    Es werden nach Misserfolg immer Kleinigkeiten aufgeblasen, weil man händeringend nach Erklärungen sucht, last but not least, wenn man als bezahlter Schreiberling davon lebt und eventuell auch noch en passant gesellschaftliche Entwicklungen damit aufs Korn nehmen möchte, wie z. B. eine vermeintliche Verweichlichung von Kickern (ach was, der Jugend!), Verlust patriotischer Ehrgefühle, nervige Minderheiten etc.


    Sind diese Kleinigkeiten so oder so ähnlich aber immer schon Begleiterscheinungen von Fußballturnieren gewesen, sagt mir die Logik, dass sie für frühes Ausscheiden ebenso wenig prominent herhalten können wie für vergangene Erfolge. Ich will dabei gar nicht so tun, als hätten sie rein gar keine Wirkung, aber die ist in meinen Augen beileibe nicht so hoch anzusetzen wie das rein Fußballerische.


    Nur so als Beispiel: Vor der Heim-WM 1974 in der (alten) Bundesrepublik Deutschland drohten die Kicker in einem Prämienstreit sogar mit Boykott (!) und konnten nur durch Zahlung von 70.000 DM davon abgehalten werden. Ich würde sagen, damals war die Drohung alles andere als eine Kleinigkeit und die Luft deutlich dicker als 2022. Zum Titel hat es dennoch gereicht. Nur Spielerfrauen waren auf dem anschließenden Bankett nicht zugelassen. :face_with_tears_of_joy:

    Ich fand in seiner Sachlichkeit Peer Mertesacker noch am besten. Er hat frühzeitig orakelt, dass Deutschland nicht sehr weit kommen wird, weil es, wie er sinngemäß sagte, mindestens eine Schwäche zu viel habe. Dazu zählte er Chancenverwertung, Defensivverhalten und Slapstick-Einlagen in der Abwehr. Beliebt hat er sich damit im Studio natürlich nicht gemacht. Mir ist das aber lieber, als sich Dinge schön zu reden und dann nach dem Ausscheiden das große Holzen anzufangen, v. a. indem man Nationalspielern querbeet eine miese Einstellung unterschiebt.

    Wie gesagt, man kann über alles diskutieren, aber es stand dieses Mal alles im Fokus nur nicht das Sportliche.

    Du arbeitest dich meiner Meinung nach zu sehr an Krimskrams ab und ignorierst dabei, dass alles, was sportlich bei der WM schiefgelaufen ist, schon vorher über Jahre zu sehen war – und zwar ganz ohne Spielerfrauen-, Ressort-, Rückflug- oder Binden-Gedöns etc.


    Hätte die N11 vor der WM brilliert und sei dann komplett abgestürzt, könnte ich solche Gedankengänge ja halbwegs nachvollziehen, aber so war es nun mal nicht.


    Edit: Und die N11-Spieler durften in Brasilien nur nach Siegen poppen, sicher? :face_with_tears_of_joy:

    Spielerfrauen im abgeschiedenen Luxus-Ressort? Das gab's in Brasilien auch; bloß wurde Deutschland da Weltmeister. Ergo kann das kaum als Erklärung für die momentane Misere herhalten, zumal die ja schon lange vor der WM 2022 begonnen hat und sich u. a. darin äußerte, dass man gegen die "Großen des Weltfußballs" maximal nur noch ein Unentschieden erreichen konnte.


    Das idiotische Festhalten an Löw wiederum geschah unter einem anderen DFB-Präsidium als dem jetzigen. Es ist also nicht so, als hätte sich da gar nichts getan. Und Flick als N11-Trainer erschien beileibe nicht so absurd, wie du es darstellst. Ihm war es u. a. zu verdanken, dass bei der WM 2014 Standards trainiert wurden, sehr zum Missfallen von Kopf-in-den-Wolken-Jogi. Das "hässliche" 1:0 per Hummels-Kopfball nach Ecke gegen Frankreich rührte daher.


    Als Flick die N11 übernahm, war definitiv ein anderer Zug drin – leider nicht dauerhaft, weil viele Spieler wieder in alte Verhaltensmuster zurückfielen und glaubten, mit 80 Prozent Einsatz käme man irgendwie auch über die Runden. Aber selbst mit vollem Einsatz reicht es einfach nicht, weil die oft beschworene "Qualität" in entscheidenden Bereichen (Tore erzielen und Gegentore verhindern) zurzeit nicht da ist. Kurzum, auch unter einem anderen Trainer und mit einer komplett ausgewechselten DFB-Führung würde es m. E. nicht zu Titeln reichen. Die besten Trainer der Welt kriegst du für die N11 sowieso nicht; die arbeiten zu Spitzengehältern in Spitzenclubs fast ganzjährig mit Spitzenspielern und Spitzenressourcen für Spitzen-Neuverpflichtungen, falls es irgendwo haken sollte. So jemand tut sich keine N11 an, es sei denn, der Patriotismus läuft ihm aus den Ohren. :winking_face:

    Man kann aber auch der Meinung sein, dass wir als viermaliger Weltmeister mit der 3. stärksten Liga der Welt, nach 3 verkorksten Turnieren und einer vor der Tür stehenden Heim-EM, nicht darauf hoffen sollten, sondern die Reissleine ziehen sollten, so lange es zeitlich noch Sinn macht.

    Fragt sich nur, welche Reißleine man zieht. In meinen Augen sind die Probleme in der Ausbildung junger Spieler (inkl. Charakterbildung) derart gravierend, dass sie sich mit dem Austauschen des Bundestrainers nicht lösen lassen. So kann z. B. kein Nationaltrainer den Spielern so was wie Schusstechnik beibringen, damit nicht länger Chance um Chance versiebt wird.

    So geht es auch...

    Ehrlich gesagt, finde ich die Entlassung von Enrique nicht sehr sinnvoll. Was man ihm vorwerfen kann, ist, dass er mit sieben (!) Wechseln in der Startformation gegen Japan die eigene Truppe aus dem Tritt gebracht hat, was sich wiederum gegen Marokko rächen sollte. Und selbst da ist man nur rausgeflogen, weil die Spieler jeden Elfer verkackt haben. Das dem Trainer ans Bein zu nageln, will mir irgendwie nicht einfallen.