Beiträge von Listlos

    Das Salih Öczan nach Dortmund gewechselt ist, hat mir einen Stich ins Herz versetzt. Einen kleinen Stich, wohlgemerkt. Denn im Grunde genommen war mir spätestens seit dem Mainz Spiel(Einwechslung Öczan brachte das Spiel zum Kippen) zwei Dinge klar. Einmal, daß Öczan eine geradezu unfassbare Entwicklung genommen hat und zu einem jener Spieler geworden war, die man sehr gerne in seiner Mannschaft hat und gar nicht gerne in der anderen Mannschaft hat. Zweikampfstark, mit Blick auf das defensive Gleichgewicht und trotzdem ein offensiver Antreiber. Selbstbewusst, einfach ein dominierender Faktor. EIn Spieler, der für die Balance in einer Mannschaft entscheidend ist. Und das zweite, was mir klar war - genau Borussia Dortmund braucht genau diese Art von Spieler - der wird denen in ihrem Zentralraum die Balance geben, die sie bisher so vermisst haben. Und - oben drauf: Öczan wird andere Spieler besser aus sehen lassen. Ich setze noch einen drauf: Der BvB ist für mich - auch dank des Transfers Öczan - Meisterschaftsfavorit 2022/23. Süle, Öczan, Schlotterbeck - das wird eine Achse, die ganz schwer zum umgehen sein wird.


    Der Transfer passt also. Ich nehme Öczan seine Haltung, sein Bekenntnis zum FC ab. Wenn der FC die annähernd gleichen Bedingungen wie Dortmund hätte bieten können - dann hätte der BvB gerne anfragen können. Öczan wäre geblieben. So sieht es anders aus - die sportlichen Bedingungen u n d die finanziellen Bedingungen sind andere. Wechsel Alternativlos sozusagen. Schade, daß wir nicht zumindest eine höhere Ablösesumme erhalten. Und schade, daß Salih doch etwas gebraucht hat, um so durch zu starten. Ich wünsche ihm alle Gute und ganz viel Erfolg. Und uns wünsche ich auch alles Gute und noch mehr Erfolg - dann sehen wir Salih Öczan wieder.


    Mund abwischen, das Leben geht weiter. Und der Fussball auch.

    Hallo zusammen, war am Wochenende in Berlin. Natürlich auch Pokalendspiel(irgendwann hatte ich gedacht, daß der FC da dieses Jahr spielt - aber das ist eine andere Story).


    Freiburg - Berlin über 800 Kilometer. Leipzig - Berlin nicht einmal 200 Kilometer. Trotzdem - die Freiburger waren in eindeutiger Überzahl. Ich habe mich vor dem Spiel in beide Lager begeben. Mal sehen, was da so kommt, habe ich gedacht. Als "neutraler" Beobachter bekommt man Nuancen vielleicht besser mit - die Freiburger Zuschauer wirkten aufgeräumter, fröhlicher. Einfach besser drauf. Bei den Leipzigern war das Wagenburgmentalität. So etwas zwischen verbissen und aufgesetzt locker. Irgendwie Wagenburgmentalität, dieses nervige "Uns liebt doch keiner"(Ja, warum wohl nicht?!). Was übrigens keiner besser rüber bringt als dieser unsägliche Oliver Mintzlaff. Leipzig - das ist ein Kunstprodukt. Da gibt es nichts von diesen über Jahrzehnten und Jahrzehnten gewachsenen (Fan) Strukturen, die solche Vereine wie Dortmund, Schalke, den 1.FC Köln ausmachen und unverwechselbar machen - auch wenn man eben nicht Anhänger des BVB, der Knappen und dem FC ist. Diese Vereine haben - jenseits des Profifussballes und seiner unmöglichen Weiterungen - Seele und Identität. Vergangenheit und Gegenwart, alte und neue Anhänger - ich möchte es einen Kreis nennen. Bei RB findest du nur Striche, Striche in einer Landschaft die grau ist. Die nirgendwo anknüpfen und die auch nirgendwo hin führen.


    Wie sinnig, daß man Dortmund, Schalke und Köln auch und immer mit Bier in Verbindung bringen wird. Dortmund war die grösste Bierstadt des Kontinents, Schalke ist Veltins und Köln ist Kölsch. Und was ist Leipzig?! Leipzig ist Brause. Fade Brause.

    Wie sagte mein Vater immer so schön?1.."Du wirst immer einen Idioten finden, der fordert"...Und dann:"Du wirst immer einen Idioten finden, der zahlt"...Und dann: "Und dann wirst du immer einen Idioten finden, der noch mehr zahlt".


    Wie wahr...Nehmen wir jetzt einfach einmal an, daß Herr Mbape - wenn der Vertrag 2025 aus läuft - ca. 500 Millionen schwerer ist. Das dürfte wohl relativ nahe an der Wahrheit sein. Er erhält das, weil er - zugegebenermassen - sehr, sehr gut gegen den Ball tritt. Ist ja immerhin Weltmeister mit Frankreich, mehrere Male Meister mit der PSG. Zu Champions League Ehren hat er es bisher nicht geschafft - denn sein Klub - der besagte PSG - ist in Europa chronisch unerfolgreich. Manche sagen sogar - chronisch unfähig. Gewinnen die Franzosen beispielsweise einmal glatt gegen Barcelona zu Hause mit 3:0, kann man sich darauf verlassen, daß sie das Rückspiel mal eben mit 6:1 vergeigen. PSG ist geradezu berüchtigt dafür, daß man derartig unbalancierte Kader zusammen stellt, daß dem durchschnittlichen Oberliga Trainer die Tränen kommen. Der Grund dafür: die Eigentümer. Quatar Sports Investment investiert nur in Namen, nicht in sportliche Balance. Das Ergebnis darf man in jedem Jahr in der Champions League besichtigen - einmal schaffte man es ins Endspiel, verlor aber gegen Bayern München. Das ist ein Problem für QSI - die Kicker sollen gefälligst nicht die französische Meisterschaft holen, sondern die Champions League. Aktuell spielt man mit Messi, Neymar und Mbape - und wieder klappte es nicht. Und dann sollte auch noch Mbape von Real Madrid abgeworben werden - der Titelhamster aus Spanien ist DIE Hassfigur schlechthin bei den Kataris. Das musste verhindert werden, mit allen Mitteln und mit allem Geld(das sich ausgerechnet Madrid beschwert ist natürlich ein absoluter Treppenwitz, denn die Madrilenen sind Geldverschleuderer der besonderen Art. Nicht so gut wie Barcelona, aber auch top in dieser Beziehung)...Diese Konstellation nutzte das Ensemble um Mbape perfekt aus - und forderte. Denn sie hatten ja schon einen Idioten, der zahlt - Madrid. Der nächste Idiot, der mehr zahlte - das waren natürlich die Kataris. So weit, so - im Grunde genommen - vorhersehbar...Ich erspare mir das übliche Geheul von "Die machen den Fussball kaputt". Denn der Fussball, wie ich ihn kennen lernte(auch den Profifussball) und lieben lernte - der ist doch längst kaputt. Die Kataris machen aus den 1000 Scherben jetzt eben 10.000 Scherben. Der Spruch stammt übrigens nicht von mir, sondern von meinem französischen Freund Etienne. Grosser Fussballfreund, anerkannter Fachmann in Frankreich. Sagte mir einmal, daß er sich - seit der Übernahme von PSG durch die Katarer - für den französischen Fussball schäme. Musst du nicht, gab ich ihm zur Antwort, Schau nach Spanien, nach England. Zu Barcelona, Madrid, Manchester City, etc.....Klar hat er gesagt, aber die toppen alles. Dreifach, sagte er - das wirst du sehen. Das war vor drei Jahren - er hat Recht behalten. Die pulverisieren tatsächlich alles.


    Ich schliesse mit einem Wunsch. Paris soll nicht CL Sieger werden.NIE. Mbape soll jetzt einfach schlechter werden. Nicht verletzten, nein einfach schlechter werden. Der Fussballgott soll ihm tief ins Gesicht sehen. NOch tiefer in die Augen und ihm einen Teil seiner Fähigkeiten nehmen. Einfach so - weil er zu gierig ist. Weil er ein übles Teilstück einer üblen Gesamtgeschichte ist.

    Leo Wilden - Mittelläufer, Stopper. WM Teilnehmer von 1962 und viermal Deutscher Oberligameister West mit dem 1.FC Köln. Deutscher Meister 1962 und 1964. "Wilden ist ein unverzichtbarer Akteur in unserer Defensive. Er ist die Säule in der Abwehr, an der sich alle anderen Spieler aufrichten", schrieb mein Vater in seinen Spielberichten am 16.November 1963. Und weiter: "Wilden brachte Nationalmittelstürmer Uwe Seeler mit seiner Übersicht und Kopfballstärke zur Verzweiflung".


    Leo Wilden ist heute mit 85 Jahren verstorben. Ich habe ihn aktiv nie gesehen, denn als ich begann zum FC zu gehen - da spielte Leo Wilden schon nicht mehr. Aber gesehen haben ich ihn trotzdem viele Male, wenn ich wieder einmal Karten im Vorverkauf holte, Natürlich in Leo Wildens Laden. Und es gab immer ein Schwätzchen und immer ein paar Sprüche - der Leo Wilden war ein witziger Kerl. Und ein fleissiger Mann, der es auch nach seinem Fussballerleben zu etwas gebracht hat. Präsent!!


    Schön, daß ich Leo Wilden kennen lernen durfte. Ruhe in Frieden, grosser Mittelläufer. :candle:

    Es tu weh, wenn Helden fallen. Boris Becker ist tief gefallen - ein Londoner Gericht verurteilte Becker gestern zu 2 Jahren und 6 Monaten Gefängnis. Frühestens nach der Hälfte der dieser 30 Monate darf er auf Bewährung raus - sofern er sich im Gefängnis gut verhält.


    Warum wurde Becker - der nach der Urteilsverkündung nach übereinstimmenden Berichten der Medien geradezu in Schockstarre verfiel - verurteilt?! Im wesentlichen wegen Dingen, die mit Insolvenzverschleppung zu tun haben. Einige Beobachter sprachen von einer angemessenen Strafe, andere von einem gar milden Urteil - die übliche Geteiltheit bei solchen Verfahren.


    Becker ist nicht der erste prominente Sportler, der hinter schwedische Gardinen wandert - Uli Hoeness, Oskar Pistorius, OJ Simpson, Mike Tyson, Felix Sturm , Bubi Scholz sollen da einmal als Beispiel dienen. Sie alle mussten einsitzen, Becker ist nach meiner Erkenntnis allerdings der erste Tennisprofi der eine Haftstrafe verbüssen muss.


    Im Juni 1985 war ich in England und besuchte das Tennis Turnier in Queens Club. Mit dabei ein rotblonder deutscher Junge namens Boris Becker. Der Bursche war bereits ein Jahr zuvor in Wimbledon in Runde 3 gewesen, hatte sich dann aber verletzt. Becker`s Spiel war - harter, aber variabler Aufschlag, sehr harte Vorhand und Return Blocker - war für harte Beläge, vor allem aber für Rasen förmlich gemacht. In Queens schoss er seinen Gegner Kriek vor meinen Augen förmlich vom Platz. Drei Wochen später war der ungesetzte Becker Wimbledon Sieger, er hatte den Südafrikaner Curren in vier Sätzen besiegt - Boris Becker wurde sofort zu einem Weltstar. Ein Jahr später verteidigte er gegen den Weltranglisten Lendl seinen Titel. Überhaupt Wimbledon - Becker und das Rasenturnier schienen symbiotisch verbunden. 3 x gewann er das Turnier, 4 weitere Male stand er im Finale. Seine Auftritte im Mekka des Tennissports hatten etwas Magisches und zogen Millionen in den Bann. Becker war ein unglaublicher Fighter und sehr, sehr oft kam er aus völlig auswegslos erscheinenden Situation zurück - so im Juli 1995, als er gegen Andre Agassi im Halbfinale von Wimbledon mit 2:6 und 1:4 zurück lag. Lächerlich gemacht von Agassi, der bis dahin mit Becker machte, was ihm gerade einfiel. Becker schüttelte sich wie ein Boxer, der in einer Runde zweimal niedergeschlagen wurde und - schlug zurück. 7:6, 6:4 und 7:6 gewann er schliesslich und zog ins Finale ein. 8 Jahre vorher hatte er vielleicht sein allerhärtestes Spiel gespielt - in Hartford, USA schlägt er den brillanten John Mc Enroe beim Daviscup. 4:6, 15: 13, 8:10, 6:2 und 6:2 lautet das Resultat nach 6 Stunden und 21 Minuten - immer noch eines der längsten Matches, die je gespielt wurden. Becker bezeichnete das Spiel später als "Nahtoderfahrung" . Jeder, der es gesehen hat(und ich habe es gesehen, in der vollen, epischen Länge) wusste, was er meinte.


    1999 - nach einem Achtelfinalaus gegen Pat Rafter in Wimbledon - trat Becker vom aktiven Tennissport zurück und blieb der Öffentlichkeit erhalten. Als was?!....Nun, eigentlich eben als öffentliche Figur. Becker machte Aufsehen mit Frauengeschichten, Scheidungen, Statements, einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung in Deutschland, mit Finanzgeschichten, mit einer Insolvenz. Er blieb uns erhalten mit Geschichten über seinen Lebensstil, als Kommentator bei Tennisspielen(immer blendend informiert und blendend informativ), als Trainer von Djokovic. Der "ewige Boris" - er begleitete uns. Aber Becker`s Stern sank - auch daran gab es keinen Zweifel. Er hatte Schwierigkeiten mit der Gesundheit, er legte Gewicht zu. Er hatte dem schönen Leben Tribut zu zollen und zwischendurch gab es immer wieder Berichte von tatsächlichen und angeblichen Skandalen.


    Boris Becker schien das aber alles - wie auch immer - irgendwie weg zu stecken. Ein Stehaufmännchen mochte man meinen - wie auf dem Tennisplatz einst. Als Becker seine ersten grossen Erfolge feierte, da spielte ich noch gar kein Tennis. Ich war Fussballer durch und durch. Tennis war aber schon vor Becker meine zweite Liebe - ich folgte diesem Sport, diesen Borgs, Connors, Wilanders, McEnroes. Fand ihn faszinierend. Aber erst Becker brachte mich dazu, daß ich dann irgendwann das Racket selber bewege und ich lerne etwas über das Leben. Mit der eigenen Unvollkommenheit zurecht zu kommen beispielsweise, als ich meine ersten Gehversuche im Tennis unternahm. Wie es es ist, wenn man sich etwas durch reines Üben aneignen kann - über Disziplin und Fleiss und Fleiss und Disziplin. "In Fussball you have to win Zweikampf" - das kannte ich. Fussball ist oft eine Kette von nicht aufhörenden physischen Auseinandersetzungen, das kannte ich. Worauf ich nicht vorbereitet war, war diese unablässige mentale Auseinandersetzung beim Tennis. Ein Tenniseinzel auf Asche zu bestreiten gegen einen Gegner, der dir stundenlang einen Rückhand Slice nach dem anderen vor die Füsse setzt und mit dem du irgendwie fertig werden musst, obwohl dein Körper ächzt und du unentwegt fluchst - das ist eine Schlacht der Gedanken, ein wahrer Zweikampf und du bist eben - anders wie auf dem Fussballplatz - ganz alleine. Mit dir und deinem Schläger und deinen Gedanken. Und so ist es auch letzten Endes nicht nur ein Zweikampf, sondern auch ein Kampf gegen dich selber. Ich bezweifle, ob ich ohne Boris Becker wirklich zum Tennis gekommen wäre - das habe ich wohl ihm zu verdanken.


    Nein, Becker war nie mein Idol. Dafür war er 1985 oder später schon zu alt. Meine Idole hatte ich mich lange vorher gesucht, natürlich beim Fussball. Wolfgang Weber war mein Idol, Heinz Flohe ein anderes. Aber doch, Becker inspirierte mich. Und: ich mochte ihn. Mochte ihn trotz all seiner Verrücktheiten, seiner finanziellen Eskapaden, seiner seltsamen Entscheidungen.


    Boris Becker muss ins Gefängnis - aufgrund von Dingen, die er und letzten Endes nur er zu vertreten hat. Ich glaube, daß sein Anwalt es perfekt beschrieben hat, als er von seiner Naivität und seiner absoluten Unfähigkeit in geldlichen Dingen sprach. Milde für den naiven Dummkopf, das war was er letzten Endes und vergeblich erhofft hatte. Unkenntnis und Naivität schützt vor Strafe nicht. Oder: wer sich alleine über 25 Millionen Dollar Preisgeld erspielt hat(von den Werbeeinnahmen ganz zu schweigen) - der sollte in finanziellen Dingen wenigstens so bewandert sein, daß er nicht alles unterschreibt und nicht hofft mit allem davon zu kommen. Boris Becker hat auch irgendwie immer auf sein Glück und seinen guten Stern und das Wohlwollen gesetzt - einmal zuviel mit Sicherheit. Insofern: er muss diese Konsequenz, so bitter ist - er muss sie ertragen. Und ich hoffe, daß er es mit Anstand tut(das glaube ich sogar ganz fest), das er daraus lernt und das er wieder aufsteht. So wie er schon sehr oft aufgestanden ist in seinem Leben - denn Kämpfen ist in seiner DNA. Und ich hoffe, daß die Öffentlichkeit gut mit ihm umgeht. Der Mann hat Fehler gemacht, jetzt muss er dafür büssen. Einen Mann, der am Boden liegt - den tritt man nicht.


    Boris Becker war ein (Tennis) Gott. Ein Idol. Jetzt ist er auf dem Nullpunkt gelandet, irgendwie eine persona non grata. Ein Leben wie auf der Achterbahn und er wird leiden müssen - was für ein Fall für einen Mann, den einst der Bundespräsident von Weizsäcker zujubelte. Ich wünsche ihm von Herzen ein Comeback - im einem Feld jenseits von Asche und Rasen, von Hardcourt und Teppich. Auf dem Feld des(normalen) Lebens - wo er so oft nicht zu so Hause war wie auf diesen 668 Quadratmetern, die normalerweise ein Tennisplatz misst und auf er denen er uns diese unvergesslichen Momente gab.

    "Zehn Dinge, warum Borussia Mönchengladbach besser ist als der 1.FC Köln" - so schrieb die überaus fachkundige Rheinische Post vor dem Derby am 27.11.2021. Endergebnis 4:1 für den 1.FC Köln in Müngersdorf. Eine Woche später - sozusagen als doppelte Strafe für dummes Geschreibsel - gab es ein 0:6 gegen Freiburg(da fährt man übrigens am nächsten Wochenende hin). Vor dem Derby gegen den FC am Ostersamstag gab es - man erinnerte sich doch zu gut an das Desaster im Hinspiel - keine vollmundigen Allmachtsphantasien, auch nicht der Haus - und Hopfpostille der Rübenbauern. Sondern eher eine fast weinerliche Aufforderung zur Wiedergutmachung der zahlreichen Fauxpas dieser Saison.


    Hat nicht so richtig gut geklappt, ganz im Gegenteil. Denn Gladbach war mit einem 1:3 bestens bedient, die Kölner Überlegenheit in Halbzeit 1 war krass. Und führte den Gladbachern eine ganze Menge an Dingen vor Augen, die sie gerne anders hätten. Die von Gladbach so lange ob ihrer Labilität geschmähten Kölner waren mental deutlich überlegen. Dazu mit überlegener Physis und Einstellung. Das letzte, woran sich Gladbach klammerte, war die angebliche individuelle Überlegenheit. Bessere Fussballer sozusagen.Tja - nur das man auch das nicht sah. Hofmann, Plea, Nehuhaus, Konte und Co waren Uth, Kainz, Hector und Co. auch individuell krass unterlegen. Nicht einmal diese letzte Trumpfkarte konnte stechen.


    Der normale Reflex eines wahren Fussballfreundes ist, daß er mit dem Unterlegenen fühlt. Natürlich freut man sich über den Erfolg der eigenen Mannschaft, aber ganz hinten aus dem letzten Fussballgewissen sozusagen, gibt man dem Unterlegenen einen imaginären Klaps auf die Schulter. "Nimm es nicht so schlimm, wird schon wieder"........Nicht so bei diesem Verein. Die haben am Samstag genau das bekommen, was sie gebraucht haben. EIne Niederlage, bei der sie absolut chancenlos waren und der ihnen alle, aber auch restlos alle Unzulänglichkeiten vor Augen geführt hat. Und ihnen klar und deutlich machte, wie scheinbar sicher Errungenes in dieser Saison völlig den Bach herunter gegangen ist. Der langjährige Manager demissioniert. Der angeblich so intakte Kader ein Haufen von Legionären. Abwanderungsgedanken en gros, Überalterungstendenzen nicht zu übersehen. Die Anhänger versagen die Gefolgschaft. Und zwei so genannte Spitzentrainer hauen entweder ab oder stehen vor der Entlassung - ein veritabler Scherbenhaufen.


    Danke, Fussballgott. Es ist Gerechtigkeit widerfahren. Ja, für all diese erschwalbten, erschwindelten Siege. Für ein gekauftes 12:0(ihr könnt leugnen, so viel ihr wollt - das Ding war gekauft). Vor allem aber für all die Häme. "Zehn Dinge, warum Borussia Mönchengladbach besser ist als der 1.FC Köln". Das habt ihr wirklich geglaubt in eurer grenzenlosen Infantilität, oder?!


    27.11.2021 und 16.04.2022 - merkt euch die Daten. Die haben viel mehr eingeläutet, als ihr euch in euren schlimmsten Nächten erträumt hat.

    Der 1.FC Köln hat FSV Mainz mit 3:2 besiegt.


    In dieser Zeile liegt die Quintessenz eines Spieles, an welches man sich erinnern wird. Der 1.FC Köln knüpfte zunächst nahtlos an die schlechte Vorstellung in Berlin an. Nichts passte, in keinem Mannschaftsteil. Mainz ging folgerichtig und verdient in Führung, auch wenn der Schuss von Burkhard unglücklich durch Kilian abgefälscht wurde. Wenn jemand darauf gesetzt hatte, daß Köln sich in der Kabine schütteln würde und verändert aus der Pause käme - der sah sich getäuscht. Nichts passte und Mainz ging 2:0 in Führung, ein Treffer bei dem Neuzugang Chabot(sehr wacklig) recht unbeholfen aus sah.


    Baumgart reagierte. Eigentlich hatte man gedacht, er würde schon zur Pause wechseln - nun tat er es dreifach. Für Jannes Horn, Kainz und Duda(die beiden letztgenannten selten indisponiert) kamen Ljubicic, Schaub und Öczan. Diese drei Spieler betraten den Platz und es änderte sich alles. Zweikampfverhalten - Köln gewann jetzt nicht nur mehr, sondern vor allem die wichtigen. Momentum des Spieles: Mainz - vorher agierend und selbstbewusst, jetzt eher zaudernd und ängstlich. Statik des Spieles: Hector rückte nach links. War der Kapitän im zentralen Mittelfeld eher schwach, so war er jetzt wichtiger Anspielpartner und Schwungrad auf der linken Seite. Öczan wurde zur dominierenden Figur, frappierend und einschüchternd sein Auftreten. Und man hatte den Eindruck, daß Schaub und Ljubicic für Dauertheater sorgten. Zwei Minuten nach den EInwechslungen schlägt Uth eine Ecke, Modeste verlängert und Skhiri(bis dahin schwach) macht den Anschlusstreffer. Köln drückte den Gegner immer tiefer an dessen Strafraum, angepeitscht vom Trainer und noch mehr angepeitscht von einem frenetischen Publikum. Gerade als der Schwung etwas weniger wurde, spitzelte Uth den Ball zu Ljubicic, der mit strammen Schuss Zentner überwand. Das Stadion - spätestens jetzt ein Tollhaus. 4 Minuten später - wir sind in der 82ten Minute - Ecke von Uth. Öczan schraubt sich hoch, sehenswerter Kopfball und Zentner hält gut, aber Kilian staubt ab und es steht 3:2. Der FC hat binnen 22 Minuten ein verloren geglaubtes Spiel gedreht. Es gehört zur Dramaturgie eines solchen Spieles, daß Mainz kurz vor Schluss eine hundertprozentige Chance hat, aber sie vergibt.


    Neben mir, über und unter mir bin ich bei den Toren und beim Abpfiff umgeben von Verrückten. Schreie, aufgerissene Münder, irre Augen. "Fussball ist die Hölle" sagte Alex Ferguson - legendärer Manger von Manchester United - einst. Die Hölle, ja - für Spieler, Trainer und Anhänger der Mainzer. Sie haben ein Spiel, welches sie 55 Minuten dominierten, aus ihrer Sicht weg geschenkt und verloren. Fussball ist also die Hölle, aber es ist eben auch der Himmel - für Spieler, Trainer und Anhänger des 1.FC Köln, die in einem Akt der puren Willensstärke ein verlorenes Spiel in ein gewonnenes Spiel drehten. Nichts setzt Adrenalin, schiere Freude, Emotionen, Trauer und Wut mehr frei als dieses Spiel. Hinter uns sassen ein paar Mainzer - bei aller Freude, ich fühlte mit ihnen. Graue Gesichter, Enttäuschung, Leere. Der Jüngste von ihnen weinte gar - Trauer und Wut mischten sich da wohl.


    Köln`s Sieg unverdient?!...Nein, wenn eine Mannschaft fähig ist, sich zu einem solchen Kraftakt aufzuschwingen - dann ist alles verdient. Das ist keine Mannschaft der spielerischen Klasse, bei weitem nicht. Ich habe Kölner Mannschaften gesehen, deren Hauptfähigkeit darin bestand - wenn sie ihre gewissen Tage hatte - den Gegner mit ihrer spielerischen Klasse völlig auszuspielen, zu demütigen bis zur Lächerlichkeit. Davon hat dieser FC nichts. Aber dieser FC hat Eigenschaften, die ein Publikum ähnlich mit reissen können: Wucht, Dynamik, Glauben und Leidensfähigkeit, Kämpfen um jeden Preis, niemals aufgeben. Es ist kein Zweifel - Köln hat jetzt eine Mentalität, die man so, so lange vermisst hat. Spieler wie Öczan, Hübers, Kilian, Schmitz, Hector, Skhiri - auch sie sind alle fehlbar. Fehlbar ja, aber sie hören nicht auf zu laufen, zu kämpfen, zu kämpfen.


    Müngersdorf war schön an diesem Tag, Ich schaute auf den Rasen, wo erschöpfte und glückliche Spieler vor Freude trunken ihren Sieg feierten. Und ich schaute in den blauen Himmel, auf der Suche nach einem Zwinkern des Fussballgottes - denn er hatte uns mitten ins Gesicht gesehen. Und ich dachte - wie schön hier zu sein an diesem Ort - inmitten all dieser Emotionen, all dieser glücklichen aber auch unglücklichen Menschen. Wie schön, zum Fussball zu gehen. Wie schön, ein Anhänger dieses Teams zu sein.

    Hallo Freunde,


    was war gut in der Alten Försterei?!


    Ausverkauftes Haus - tolle Atmosphäre. Unsere Fans haben dafür mit gesorgt.


    Was war schlecht?!


    1.Ein unterirdisches Spiel. Wenn ich mir in meinem Alter einbilde, daß ich da locker mit kicken könne - dann sagt das eine Menge, wenn nicht alles.

    2. Ausser Hoffenheim die schlechteste Saisonleistung des FC. Nicht eine hundertprozentige Chance spielte sich die Truppe raus und in HZ 2 kein Torschuss, Mamma Mia.

    3.Schiedsrichter passte sich nahtlos dem Niveau an - eine Unverschämtheit, was der Bursche da gepfiffen hat.

    4.Jonas Hectors Aprilscherz war einer von der Sorte. über die niemand lachen konnte.

    5.Meine Meinung über Ehizibue wieder einmal bestätigt: Netter Kerl. Vermutlich gut für die Stimmung. Auch schon mal brauchbarer Einwechselspieler. Für eine Stammkraft in der Liga schlicht und simpel nicht Spielintelligent genug(könnte das viel fieser formulieren, will ich aber nicht).

    6.Skhiri ist n i c h t der Skhiri, den wir kennen.


    Kommen wir zum Angenehmen. Nach dem Spiel habe ich mir schön einen rein gesetzt. Und heute geniesse ich die Attraktionen der Hauptstadt und bin heute Abend bei Freunden eingeladen, die für ihre Kochkünste berühmt sind. Also, ich mach was draus - auch wenn der FC mich gestern zum ersten Mal seit langer Zeit enttäuscht hat.


    Machts gut, bis dann


    Listlos

    So Freunde - dann schreibe ich euch mal aus Berlin. Eine geschickte Terminplanung ermöglichte es, daß ich heute einen geschäftlichen Termin in Berlin wahr nehmen musste. Und das ich vor einer Stunde im Hotel aufgelaufen bin. So - ganz Profi, der ich nun al bin, werde ich mich gleich in die Sauna bewegen und ordentlich schwitzen. WEIL - Sauna macht Durst. Und den werde ich dann mit isotonischen Getränken bekämpfen. Und welch besseres Getränk gibt es in diesem Zusammenhang als Bier?!...Richtig - keines. Nein, auch nicht alkoholfreies Bier - das ist Laiengeschwätz, Kann man höchstens einer Güllepumpe erzählen.


    Und irgendwann begebe ich mich Richtung Stadion. Und werde dem Spiel des 1.FC Köln bei wohnen - bei dieser selbst ernannten Piratentruppe aus Berlin(die ich ungefähr so gut leiden kann wie Augsburg). Das Tony Modeste uns fehlt, erfreut mich nicht. Aber gut, wie es kommt muss es halt gewickelt werden. 5 x gegen die gespielt und ein mageres Remis hat bisher heraus geschaut- Könnte fast heissen, - die liegen uns nicht. Sollte aber heissen: wir haben was gut zu machen. Und die Moral in unserer Truppe verheisst mir, daß wir auch was gut machen werden. Will heissen: wir holen da mindestens einen Punkt, vielleicht auch deren drei. Das Kampfspiel nehmen wir an, anders geht es nicht. Heute ist der 1te April - ein Tag für die Narren. Und das werte ich aus unserer Sicht mal als richtig gutes Zeichen.


    Beste Grüsse, es lebe der 1.FC Köln,


    Listlos

    1.FC Köln - Borussia Dortmund


    50.000 in Müngersdorf. Ausverkauftes Haus, grossartige Atmosphäre und der 1.FC Köln liefert dem favorisierten Tabellenzweiten einen leidenschaftlichen Fight - und das ohne Lubicic, Kainz, Skhiri, Hector und Schindler. Und zusätzlich nach nur wenigen Spielminuten auch ohne Rechtsverteidiger Schmitz, der sich verletzte.


    Als die Kölner bei der Schmitz Verletzung nur mit 10 Mann und ein wenig unsortiert waren, nutzten das die Dortmunder sofort und perfekt aus. Bellingham mit einem Spitzenball auf den Ex Kölner Wolf und der vollstreckte recht trocken - 1:0 für den BvB. Und das obwohl die Kölner gleich stark angefangen hatten. Bei dieser Szene übrigens Kilian nicht recht im Bilde, weil er das Abseits für Wolf aufhob.


    Im weiteren Spielverlauf der ersten Hälfte erwies sich Köln als die stärkere, engagierte und Zweikampfbessere Mannschaft. Und übrigens auch die, die mehr Ballbesitz(!) und eine bessere Passquote aufwies als der Gegner. Dem wiederum fiel es sehr schwer, die äussert robust und giftig auftretenen Gastgeber auf Distanz zu halten. Die Folge war, daß Köln sich Überlegenheit erkämpfte und erspielte, phasenweise gar die Dortmunder gar dominierte. Beeindruckend wie die Kölner immer wieder ihr Spiel und ihre Spielidee durch drückten. Agressiv gegen den Ball, Balleroberung. Aussenverlagerung und dann Flanken, vornehmlich auf Modeste und Andersson - die Dortmunder gerieten zunehmend in Schwierigkeiten. Öczan leitete dann mit einer feinen Körpertäuschung gegen Bellingham und einem Anspiel an Jannes Horn ein. Gute Flanke, Kopfballverlängerung von Modeste und Andersson erzielt den(hoch verdienten) Ausgleich. Halbzeit - und auf der Tribüne war man sich einig: Köln trotz mannigfaltiger und wichtiger Ausfälle besser als der BvB, der eher ein glückliches Remis mit in die Pause nahm.


    Dortmund reagierte, Hummels wurde eingewechselt, sollte vor allem für eine bessere Spieleröffnung beim BvB sorgen. Einhergehend damit ein Systemwechsel auf eine Dreierkette bei Dortmund. Vorweg genommen - das funktionierte. Dortmund wurde besser, aber Köln hielt weiter sehr gut dagegen. Der BvB hatte durch Haaland in der 57ten Minute eine Topgelegenheit, aber der Norweger scheiterte am famos parierenden Schwäbe. Dortmund - auch das war deutlich - gewann jetzt in diesem nach wie vor äusserst umkämpften Spiel mehr zweite Bälle. Konnte sich aber gegen sehr gut verteidigende Kölner einfach nicht entscheidend durch setzen. Weil insbesondere die Abwehr einfach gut stand und weil Öczan als defensiver Mittelfeldmann ein Topspiel bot. Am Ende gab es ein Remis in Müngersdorf - ein Remis, mit dem die Dortmunder aufgrund der Tabellenkonstellation nicht so gut leben konnten wie der FC, dem es trotz der erwähnten Ausfälle gelungen war, einen verdienten Punkt zu holen.


    In der Einzelkritik muss man keinem Spieler eine schlechte Note geben, dafür viele Spieler loben und einzelne Spieler sehr loben. Salih Öczan ist für mich in dieser Verfassung einer der besten 6er der Liga. Das ist streckenweise schon sensationell, wie der vor einem Jahr "tot gesagte" Spieler agiert. Nahtstelle zwischen Abwehr und Angriff, Organisator, spielerisch überzeugend und ein Zweikämpfer vor dem Herrn. Andersson machte sein stärkstes Spiel, seitdem er in Köln ist und stellte den BvB vor wirkliche Probleme. Schwäbe entpuppt sich als echter "Wärter des Tores". Hübers muss man zwar eine Teilschuld am Tor geben - aber anschliessend erneut mit grosser Leistung und sehr starker Zweikampfbilanz. Für erwähnenswert halte ich auch die couragierte Leistung von Schaub in Halbzeit 1, die grosse Laufleistung von Duda über die gesamte Spielzeit. Und die Szene des Spieles, die wiederum hatte Thielmann. Ball auf aussen auf Reyna, Kilians Grätsche geht ins Leere und Reyna geht Richtung Kölner Tor. Und Jan Thielmann schafft es nach einem Sprint über 70 Meter den Abschluss von Reyna zu blocken - das Stadion stand schier Kopf.


    Na, beste Bundesliga Unterhaltung in Müngersdorf war das und das darf man(ich) dann auch schreiben. Wir alle wissen nicht, ob das was wird mit den Europa Träumen, die manche, einige, viele in Köln hegen. Was wir wissen ist, daß wir vor einem Jahr eine "tote" Mannschaft hatten und jetzt haben wir eine Mannschaft, die so vor Leben pulsiert, daß man glaubt vom Alptraum in einen wunderschönen Traum hinüber geglitten zu sein.


    A la bonne heure, 1.FC Köln.

    Platz 1: Mönchengladbach. Wie sollte es anders sein. Hinterhältigster, verlogenster, durchtriebenster Verein aller Zeiten. Sämtliche Titel wurden erschwindelt, geklaut und erlogen. Daran kann es keinen vernünftigen Zweifel geben.

    Platz 2: Mönchengladbach. Wer Ikonen der Tretkunst wie Berti Vogts, Norbert "Nono" Ringels, "Klinki" Klinkhammer, "Schorsch" Dreßen,Thomas "ich poliere dir die Schienenbeine" Eichin in seinen Reihen hatte und diese zu Kultfiguren erhob - einem solchen Verein steht die Schlechtigkeit ins Gesicht geschrieben.

    Platz 3: Mönchengladbach. Wer ein 12:0 gegen Dortmund als letzte Waffe einsetzt, um einen weiteren unverdienten Meistertitel einzufahren - der ist korrupt bis ins Mark.

    Platz 4: Mönchengladbach. Wer zur heimlichen Vereinshymne ein "Döp,Döp,Döp" erkürt - der zeigt nicht nur, welch grossartigen Musikgeschmack er denn hat, sondern auch wie es um seine intellektuellen Fähigkeiten steht.

    Platz 5: Mönchengladbach. Wer nach Jahrzehnten immer noch frech behauptet, daß er der logische Europokalgewinner gewesen wäre, wenn Boninsegna sich nicht nach einem Dosenwurf hingelegt hätte - dem ist nicht mehr zu helfen. Erstens: die Dose war nachgewiesenermassen voll(oder hat hier jemand einmal versucht eine l e e r e Coladose 10 Meter zu werfen?!). Zweitens: der untadelige Ruf dieses fairen italienischen Sportsmannes war denen völlig gleichgültig. Egal wie - dieser ordentliche Kerl ist von Gladbach völlig unberechtigt beschuldigt und nachhaltig beschädigt worden. Er musste schon 7 Jahre nach diesem Vorfall seine Karriere beenden. Typisch Gladbach - alle Mittel sind recht.

    Platz 6 und Platz 7: Mönchengladbach und Mönchengladbach. "Fans", wie man sie nie sah auf bundesdeutschen Plätzen. Völlig verorkt, unbeschreibbar.

    Platz 8: Mönchengladbach. Hatten mit Carlsberg und Hannen Alt die übelsten Biere in der Liga. Absoluter Angriff auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit jeder Leber. Versuchte und vollendete Körperverletzung.

    Platz 9 - Platz 12: Mönchengladach. Sozusagen "ehrenhalber" - weil sie einfach so sind wie sie sind.


    Ab Platz 13 sehe ich dann Vereine wie RB, Hoffenheim, IG Farben, Wolfsburg, Augsburg.

    Nun, natürlich habe ich Schreibpause. Aber es gibt Tage, da darf man nicht dogmatisch sein. Heute ist einer dieser Tage. Freitag Abend und es sind noch wenige Minuten in Mainz zu spielen. Bayer 04 führt 2:1 und feiert schon den nächsten Sieg. Stattdessen gibt es noch zwei Stück eingeschenkt und IG Farben ist versenkt....einen Tag später scheint in Müngersdorf alles auf ein 0:0 hinaus zu laufen, dann kommt der Auftritt von Anthony Modeste und der 1.Fc Köln darf den nächsten Heimsieg verbuchen. 35 Punkte nach 23 Spielen - da schwillt die Brust vor Glück. Kann es noch besser werden?!....Ja, es kann noch besser werden. Es steht 4:0 in Dortmund die Dortmunder Fans skandieren:"Erster Fussball Club Köln"....Und wer ist der Gegner der Dortmunder Borussia. Richtig, die Gladbacher Borussia und als das Spiel endet steht auf der Anzeigetafel in Dortmund: Dortmund 6 und Gladbach NULL. Wieder einmal sechs Hiebe, prachtvolle, glänzende Stüber auf das freche Rübenschnäuzchen, das mittlerweile so deformiert und platt aussieht wie die Nase von Joe Frazier weiland seines Kampfes gegen Muhammad Ali 1975 in Manila. HERRLICH.


    Und heute lese ich die Haus - und Hofpostille der Gladbacher Borussia, die Rheinische Post. Und die ist mittlerweile vom devoten Hofberichterstatter geradezu zum Wutbürger mutiert und zerfetzt die Mannschaft in ihre Einzelteile. HERRLICH, vor allem wenn man sich erinnert(und ich erinnere mich gut), daß die selben Schwachmatten der Rheinischen Post noch vor dem Derby(zur Erinnerung: 1:4 gegen den FC) noch aufmachte mit der Titelzeile:"10 Gründe, warum die Borussia besser ist als der FC".....Und auch darauf ein dreifaches MUHAHA.MUHAHA.MUHAHA.


    Glänzend, wie der niederrheinische Vorzeigeverein sich immer wieder präsentiert. In Köln wollte man nach dem 1:4 einen eher glücklichen Sieg des FC gesehen haben, in Dortmund faselt man nach einer 0:6 Klatsche davon, daß man doch die besseren Chancen gehabt hätte. Leute, das ist gut. Wer eine solche Wahrnehmung hat, dem fehlt immer noch die Erkenntnis wo man steht und wie ernst es jetzt wirklich ist. Nächste Woche spielen die gegen die - auch - desolaten Wolfsburger. Und wenn die da eine Rutsche kriegen, dann gute Nacht, Katze. Und denen werden in der kompletten jetztigen Woche die Cojones zittern. Ach, das Leben ist gerecht - früher oder später holen dich deine ganze Schlechtigkeiten, deine Schwalben, deine Spuckattacken, die erschwindelten Titel ein und aus dem Fussballhimmel fährt ein Donnerkeil und es ist aus. Thor`s Hammer schlägt dir dein ganzes Lügengespinst zu Brei.


    Ein wunderschönes Fussball Wochenende.

    Vor einigen Monaten ging Raffael Nadal an Krücken. Sportliche Perspektive unsicher, einen Grand Slam spielen in weiter Ferne, Teilnahme an einem Endspiel in einem Grand Slam unmöglich. Am Freitag schlug Nadal den Italiener Berettini und erreichte das Endspiel der Australian Open. Gegen den Russen Danil Medwedev, der den Griechen Tsitsipas schlug und der - ausweislich sener ganezn Auftritte in Melbourne als Favorit galt. Überdies hatte Medwedev den letzten Grand Slam in New York gewonnen und dabei immerhin Novak Djokovic in die Schranken gewiesen. Der wiederum durfte gar nicht erst spielen - doch das ist wiederum eine andere Geschichte. Mein ältester Sohn, sehr guter Tennisspieler und echter Experte und ich waren uns recht schnell einig: wir wollen, daß Nadal gewinnt, geben ihm aber gegen diesen Russen bestenfalls eine Aussenseiterchance. Nung gut, das Spiel beginnt und wir fühlten uns recht schnell bestätigt - Medwedev sehr stabil und der bessere Mann im ersten Satz und er gewinnt glatt mit 6:2. Im zweiten Satz ist Nadal besser disponiert und geht in den Tie Break, aber Medwedev ist erneut stärker. Im Grunde genommen ist das Spiel jetzt vorbei. Dieser Nadal kann d i e s e n Medwedev nicht schlagen. Nicht heute, nicht in dieser Form, nicht auf diesem Platz.

    In Satz 3 wird Nadal stärker und unwillkürlich fängt das Spiel an zu kippen. Medwedev spielt zwar defensiv immer wieder seine Klasse aus, aber offensiv glückt ihm nicht so viel. Nadal gewinnt den Satz und jetzt haben wir ein Match. Medwedev spürt - die Gezeiten haben sich gedreht und er wehrt sich mit allen Mitteln. Aber - der Spanier spielt und fightet sich immer mehr in das Spiel und er gewinnt nach über vier Stunden auch Satz 4. Das Stadion in Melbourne ist da längst ein Tollhaus und es ist nicht so, daß die Menschen gegen Medwedev sind(ausser ein paar unsportlichen Idioten),aber sie sind für Nadal. Und in Satz 5 liefern sich die Protagonisten einen geradezu epischen Kampf. Ein Auftaktspiel dauert da schon mal fast 15 Minuten. Nadal breakt, kassiert das Reabreak. Breakt wieder, schlägt schliesslich zum Match auf und wird wieder zum Menschen. Er gibt das Spiel ab, dabei war doch schon alles angerichtet. 5:5. Kippt jetzt alles wieder zugunsten von Medwedev?!....Medwedev - der 26 jährige Russe sieht zwar jetzt aus wie ein Mittdreissiger - scheint doch der Stärkere. Nadal - der 35 jährige Spanier sieht jetzt aus wie ein Mittvierziger, tief gezeichnet von fünf Stunden Tennis. Aber schaut man in seine Augen, dann sieht man immer noch das Feuer brennen. Ein Feuer, das besagt: an mir kommst du nicht vorbei, versuche es nur. Medwedev schlägt auf zum 6:5, aber Nadal gibt alles was noch in diesem völlig ausgezehrten Körper ist(und vielleicht etwas mehr). Und Nadal gewinnt dieses Spiel und zwei Minuten später schlägt er zum Match auf. Wenig später hat der Spanier das Spiel gewonnen,das zweitlängste Endspiel in der Geschichte der Grand Slams. Der Spanier hat nicht nur dieses Spiel gewonnen, er ist jetzt auch mit 21 Titeln Grand Slam Rekordträger. Aber vor allem - er hat sich selber geschlagen. Nach diesen Verletzungen, dieser Vorgeschichte, gegen diesen Gegner ist das die grösstmögliche Story - das Leben schreibt eben die schönsten und unwahrscheinlichsten Geschichten. Möglich war das nur, weil ihm mit Medwedew ein GEGNER par excellence gegenüber stand, der ihm eben einen Fight auf Biegen und Brechen lieferte - aber letzten Endes scheiterte er an einem eisernen Gegner. Medwedev sagte das selber explizit bei der Siegerehrung: "Are you made of iron?!".....Man könnte es fast vermuten. In jedem Fall ist Rafa Nadal spätestens jetzt eine lebende Legende, jetzt nach einem epischen Match Down under. Mein tiefer Respekt gilt dem Spanier, der etwas getan hat was unmöglich ist.

    Guten Tag zusammen - auch wenn es kein schöner Tag ist. Das Wetter ist grau und trist und passt zur Gemütslage nach einem Pokalspiel, welches wir in einer Mischung aus ein wenig Arroganz oder Sorglosigkeit(Mannschaftsaufstellung), ein wenig Dussligkeit(unzureichende Chancenverwertung) und ein wenig Pech(das war schon fast tragisch beim Elfmeter von Kainz) verloren haben. Ein Spiel, welches es jedenfalls verdient, daß ich meine Schreibpause einmal unterbreche.


    LinkeKlebe hat Euch ja vor dem Spiel meine Grüsse und meinen Tip für das Spiel ausgerichtet. Und der Tip war 3:1 - da wusste ich allerdings von unserer Aufstellung noch nichts. Ohne Öczan, Schaub, Kainz, Modeste, Duda, wow....Lieber Herr Baumgart, ich halte viel von Ihnen und Sie haben uns wahrlich in den letzten Monaten gut getan - aber das war ein Fehler. Oder eigentlich gleich mehrere.


    Der HSV - um das mal gleich vorweg zu nehmen - hat nicht unverdient gewonnen. Er musste eigentlich zwingend in Rückstand geraten bei den Chancen von Andersson(erneut blass) und erst Recht von Uth(was hat er sich da gedacht?!), aber die Mannschaft zeigte Reaktion und hatte vor der Halbzeit ebenfalls die dicke Gelegenheit per Pfostenschuss und dessen Nachschuss. Und war eben über weite Strecken des Spieles ebenbürtig, manchmal gar überlegen und mit besserer Spielanlage. Und vermittelte mir den Eindruck: Wir wollen. Und der FC agierte zunehmend fahriger und orientierungsloser. Und hatte obendrein noch Glück, daß der Schiedsrichter Jonas Hector nach wiederholtem Foulspiel(und schon Gelb gebucht) nicht vom Platz stellte.


    Köln´s Aufstellung - ich kehre zu diesem Punkt zurück - war ein Fehler. Signalisierte er dem Gegner doch gleichsam: die spielen nicht mit dieser vollen, so erfolgreichen Kapelle. Einen Spieler wie beispielsweise Öczan(der in den letzten Monaten das Spiel mitgetragen hat) in einem zu erwartenden Fight raus zu lassen - grenzwertig. Einen Spieler wie Modeste - der dem Gegner momentan geradezu Angst, jedenfalls Respekt einflösst - raus zu lassen= mehr als grenzwertig. Das muss Baumgart auf seine Kappe(Haha) nehmen und ich bin schon gespannt, wie er mit seiner ersten dicken Fehleinschätzung in Köln um geht. Man hat durchaus gesehen in diesem Spiel, daß Akteure wie Ehizibue, Schindler, Andersson zwar als Einwechselspieler in ein funktionierendes Ensemble passen - aber man sieht eben auch, warum sie eben nicht erste Wahl darstellen.


    Ich bin überzeugt davon, daß wir eben mit einer anderen Startaufstellung dieses Spiel gewonnen hätten - das macht es umso bitterer und enttäuschender. Aber völlig gleichgültig wie hoch das Frustrationspegel jetzt ausschlägt(und wie gut ein Sieg den Finanzen getan hätte) - wir müssen jetzt wieder aufstehen. Und zurück schlagen. Das gilt für die Mannschaft, das gilt für den Trainer. Dieses Spiel darf nicht haften bleiben, wir müssen jetzt sofort wieder "da sein".


    Im übrigen gilt das auch für die Anhänger. Enttäuschung über die Niederlage, Ärger - Ok. Genau das ist für heute, der Frust muss ja auch irgendwo hin. Ab Morgen schauen wir und auch Team und Mannschaft nur nach vorne - und Bochum steht vor der Tür.


    Euch alles Gute, bleibt gesund.


    Listlos

    Nun, im Grunde genommen habe ich Schreibpause. Aber es gibt halt Ereignisse, die einen geradezu dazu nötigen auch die hehrsten und wichtigsten Vorsätze zu ignorieren.


    Samstag, 27.11.2021 - der 1.FC Köln schlägt Rübenbauertown mit 4:1. Vor dem Spiel hatte ich von einigen Gladbachern gehört, daß man uns - wie üblich und natürlich - das Fell über die Ohren ziehen würde.

    Montag, 29.11.2021: Personalgespräch um 9 Uhr in den Geschäftsräumen unseres Unternehmens. Einziger Tagesordnungspunkt: das samstägliche Spiel. Personenkreis - unter Einhaltung der Corona Regeln - neben mir zwei Angestellte und ich. Angestellte sind Anhänger des unsäglichen Vereines vom Niederrhein(Ja, ich weiss: die hätten schon längst gefeuert werden müssen, aber diese überaus miesen Kündigungsschutzgesetze in Deutschland lassen das nicht zu - wir arbeiten aber daran). Dauer der Besprechung: 15 Minuten. Einziger Redner: ich.......Und ich habe sie zum Weinen gebracht. Nie wieder habe ich Mitarbeiter gesehen, die so freudig mein Büro verlassen haben, die Erleichterung mich verlassen zu dürfen war mit den Händen zu greifen. Gott, was hatten sie vorher das freche Schnäuzchen aufgerissen und jetzt durften sie sich vom Hüter des Fussballanstandes einmal so richtig kujonieren lassen. Für mich eine derartige Wohltat, daß ich nach der Besprechung erst einmal eine halbe Stunde nicht einmal einen Anruf entgegen genommen habe. Nach so einem Tag wie Samstag und einem Auftritt wie Montags danach denkt man: es geht doch nicht besser. Wie man sich irren kann.


    Sonntag, 05.12.2021. "Was machst Du eigentlich nachher?", fragt mich mein Zweitgeborener. Ich sage ihm ,daß ich nichts besonderes vorhabe. "Dann könnten wir doch zusammen mal Gladbach gegen Freiburg sehen", sagt er. Naja, richtig begeistert bin ich nicht - aber ok. Wir sitzen pünktlich vor dem Fernseher(was sich noch als enorm wichtig herausstellen sollte). Einmal gedreht und es macht das erste Mal: BUMM. Das zweite Mal gedreht und es macht das zweite Mal: BUMM. Wir schauen uns völlig fassungslos an und die Bauern kriegen nichts auf die Reihe. Und es geht so weiter: 3:0 für Freiburg. Und 4:0. Und 5:0. Und 6:0....."Brasilien", sagt mein Sohn. "Armagedon", sage ich. "Das Pack bekommt jetzt genau das, was schon lange überfällig war".......Meine Frau kommt rein - angelockt von Jubelarien, die aus dem Fernsehzimmer kommen. Sie will wissen, was los ist. Als wir ihr das Ergebnis mit einer Lautstärke entgegen brüllen, die ein Starfighter beim Start verursacht hat, schüttelt sie nur den Kopf. "Gibt es ja gar nicht. Und im übrigen seid ihr bekloppt".......Ja, bekloppt sind wir tatsächlich - vor Freude. 10 Stück am Band hat das Pack innerhalb von 75 Fussballminuten bekommen - kann das Leben denn noch schöner sein?!


    Montag - es ist der 06.12.2021. Ich wusste es - einer der Güllepumpen im Unternehmen hat sich krank gemeldet. Den anderen will ich gar nicht erst sehen - so viel menschliches Elend kann selbst ich nicht verkraften.


    Diese beiden Spiele nehmen in meiner persönlichen Fussballbilanz einen Ehrenplatz ein: 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10. ZEHN Stück in die Kiste. ZEHN Hiebe in das freche Schnäuzchen. ZEHN Peitschenschläge für viele Charakterlosigkeiten. ZEHN satte Nackenschläge in memoriam erschwalbte Torerfolge.


    Und das alles, nachdem zwei Tage vor dem Derby die Rheinische Post - ihres Zeichens erbärmliche Hauspostille des Güllevereines - dem geneigten Leser klar gemacht hatte, um wieviel besser und warum die Gladbacher Borussia besser sei als der 1.FC Köln. Das Leben schreibt die besten Geschichten und das Leben mag manchmal ungerecht sein. Aber so manches Mal eben geradezu unfassbar gerecht.


    Danke für Eure Aufmerksamkeit.

    Hallo zusammen,


    meine Abwesenheit im Brett unterbreche ich aus sehr gutem Grund. Und der gute Grund ist, daß ich LinkeKlebe zu seiner Wahl in den Mitgliederrat gratuliere.


    Du hast Dich dazu entschlossen, mein Lieber(und erinnerst Dich daran, was ich Dir sagte). Und jetzt mache was Gutes daraus - meine Wünsche mögen Dich begleiten.


    Gruss an alle, vaya con dios,


    Listlos

    Beste User,


    seit acht Wochen habe ich nicht mehr geschrieben und darauf gewartet, daß die Lust zum Schreiben im Brett wieder zurück kommt. Sie tat es nicht und mir fehlt auch der Glaube, daß sie zurück kommen wird. Auf Fusball und den FC hatte und habe ich immer Lust - das ist in meinen Genen. Form schlägt Klasse und Gene schlagen alles. Aber über Fussball und anderes muss ich jetzt nicht mehr schreiben in diesem Forum und sicher nicht in einem vergleichbaren Format.


    Meine wundervollen Erlebnisse um und mit dem Fussball werde ich sicher in einem ganz anderen Rahmen niederlegen - sie haben es verdient und ich habe unendlich viel Stoff, über den ich schreiben kann.


    Schreiben in Politik Threads(oder ähnlichem) - das muss nicht sein. Ich bedauere wirklich(nachträglich und zu spät, dafür umso intensiver), daß man in einem Forum für Fussball dem überhaupt Raum gibt. Einfach eine schier unerschöpfliche Quelle für Blödsinn, für Animositäten, für Polemik und Rechthaberei. Und wehe dem, der auf der falschen Seite steht.


    Als ich 2012 - ich erinnere mich sehr genau - das erste Mal im alten Brett geschrieben habe, waren wir gerade abgestiegen. Als ich - vor heute - das letzte Mal geschrieben habe, standen wir davor, dem erneuten Abstieg zu entrinnen. Zwischen diesen Jahren - und zwar 2017 - war man der Meinung, daß sich viel verändert und viel verbessert hat. Heute - vier Jahre später - muss man zu der höchst ernüchternden Einsicht kommen, daß sich substantiell nichts verbessert hat. Der 1.FC Köln wird einen ganz schweren Weg gehen und alleine schon der Vergleich der Präsidien 2012(Spinner in Aufbruchsmodus) und 2021(Wolf im Aussitzmodus) stimmt mich mehr als nachdenklich. Hoffnung gibt mir der neue Trainer, er scheint mir genau die Art mit zu bringen, die man jetzt braucht. Und Hoffnung ist nun mal das, was uns durch das Leben trägt.


    Alles hat seine Zeit. Ich hatte eine Zeit im Brett und jetzt ist sie halt vorbei - alles gut. Besten Dank für manchen guten Austausch.


    Ich wünsche Euch alles Gute. Bleibt gesund und - wie auch ich - dem FC auf ewig verbunden.


    Beste Grüsse, Listlos

    Sorry, wirklich. Aber sich mit Abgängen ausgerechnet vor den beiden wichtigsten Spielen der Saison zu beschäftigen erscheint mir etwas abstrus.


    Ab nächsten Samstag 21 Uhr kann das und wird das ein Thema sein. Vorher darf das kein Thema sein.

    Hab nichts gegen Bittencourt, aber hier will ich ihn ganz bestimmt nicht mehr sehen. Und Kumpel Osako mit Sicherheit auch nicht. Wenn Bremen die noch will, dann sollen sie zur Abwechslung mal die Suppe auslöffeln, die sie mit eingebrockt haben. Beim FC haben sie nichts mehr verloren.

    Heute Morgen, 8 Uhr 15. Aufgewacht nach einer unruhigen Nacht, wie aus dem Wasser gezogen. Was so ein Spiel mit einem macht, im positiven wie im negativen.


    8 Uhr 45, meine Tochter ruft an. Von der ich mittlerweile den Eindruck gewonnen habe, daß sie noch mehr Fan ist als meine Söhne und ich. Ach Blödsinn, das ist nicht möglich. Aber - sie boxt in der gleichen Klasse mittlerweile. Sie klagt über eine kurze, unruhige Nacht. Wie beruhigend denke ich, geht dir also nicht alleine so. "Wir schaffen das jetzt", sagt meine Tochter. "Dieses positive Erlebnis nehmen wir mit und das wird der Mannschaft den Schub geben."


    Ich denke, daß sie das gut gesagt hat. Mein Gefühl geht in die gleiche Richtung. Und ausserdem - was sage ich immer: positiv denken, die negativen Gedanken und die Bedenken ziehen dich nur in die falsche Richtung. Wir brauchen diese positive Entschlossenheit.


    9 Uhr 10, nächster Anruf. Ein Kumpel aus alten Fussballertagen, mit dem ich immer noch Kontakt habe. Gratuliert mir und sagt: "Ihr schafft das jetzt, wenn ihr diese positive Emotion aus dem letzten Spiel mit nimmt".


    Ich weiss, daß mich heute noch ein paar Anrufe und Nachrichten erreichen werden. Gestern stand das Telefon nicht still. Glückwünsche, Tips, Meldungen. Unfassbar, wie man mich mit dem FC verbindet.


    Drei Tage noch bis zum ersten Spiel gegen Bochum, Kiel oder Fürth. Und dann noch mal vier Tage bis zum nächsten Spiel. Das werden lange Tage. Zu irgendeinem Zeitpunkt gestern war mein Puls auf 180. Nein, ich habe nicht gemessen - aber ich habe gespürt wie es bei mir "ab ging". Das ist schon eine Nervenbelastung so ein Spiel. Nicht nur für die Spieler, die Verantwortlichen. Auch für die Fans. Muss man sich auch mal klar machen. Ich muss an einen Spruch von meinem Kumpel Manni denken:"Wenn`s dir zu viel wird, musst du mal ne Valium nehmen". HAHA.


    Mut Leute, nur Mut. Wir schaffen das.