Beiträge von Apu

    Nagelsmann betonte aber Sanés positiven Wert für das Teamgefüge. „Er hat eine extrem hohe Anerkennung innerhalb der Mannschaft“, führte der DFB-Trainer aus, der ebenfalls seine besondere Beziehung hervorhob: „Ich kenne ihn gut, habe einen super Draht zu ihm.“

    Das erinnert mich an die Aussagen über die Bankdrücker vergangener EM/WM, bei denen es dann immer hieß, sie seien gut für die Stimmung im Team.

    „Er hat natürlich nach wie vor was ganz Besonderes im engen Raum.“ Gegen tief stehende oder müde Gegner könne Sané mit seiner Geschwindigkeit und Technik im Kombinationsspiel etwas auslösen.

    Na, dann verstehe ich natürlich Sanés Nominierung. Das sind ja wirklich ganz andere Skills als die, die El Mala mitbrächte....

    Da frage ich mich nur: Hält er sich für so geil, dass er meint der nächste Mourinho zu sein an dem alles abprallt?

    Die kurze Antwort darauf: ja

    Ich glaube, ihm ist der Hype um ihn als „größtes deutsches Trainertalent seit Klopp“ im Laufe der Jahre echt zu Kopf gestiegen. Und seine Karriere ist ja auch beeindruckend: mit 38 Jahren von Hoffenheim über Leipzig zu Bayern und dann Nationaltrainer.

    Das muss man erstmal schaffen. Das gibt dem eigenen Ego sicher ganz schön Futter!

    Ich kann mich noch an die aus deutscher Sicht furchtbare EM 2004, als wir uns in der Vorrunde verabschiedet haben.

    Damals gab es genau zwei positive Dinge: Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski, die unbekümmert aufgespielt haben, als die ganzen arrivierten Spieler schon keine Lust mehr hatten.

    Diese Chance, dass die "Jungen, Wilden" nochmal eine andere Mentalität und Stimmung reinbringen, mit ihrer Euphorie, weil sie dabei sein dürfen, hat Nagelsmann jetzt nicht genutzt. Ok, Lennart Karl ist dabei, immerhin.

    Nagelsmann am 2. März:
    "Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt [...] es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet."

    Nagelsmann am 21. Mai:
    „Wir müssen dann überprüfen, ob er in unsere Spielidee, bei unserer Angriffshöhe, auch passt. Wenn man die Heatmap aus Köln sieht, ist die schon sehr nah am eigenen Tor, er hat da viel Konterraum."

    Ok, dann ist ja alles klar....

    Das Gute an dem Theater ist ja, dass wir uns mal kurz für ein paar Stunden nicht über die Trainerfrage beim FC aufgeregt haben 😂

    So, wir sehen uns dann gleich alle wieder in den Trainer-Threads 😬

    Ich bin der Meinung, dass Nagelsmann nen Sockenschuss hat, weil er ihn nicht nominiert.

    Aber sein Umgang? Er hatte ihm doch keine Nominierung signalisiert, oder habe ich da was verpasst. Das war doch bisher immer nur die Öffentlichkeit.

    Zunächst mal, dass er ihn damals, als er eingeladen wurde, nicht mal für ne Minute in dem unwichtigen Spiel eingewechselt hat, als Signal an ihn, während der andere Neuling (war das Lennart Karl?) spielen durfte. Das fand ich schon irgendwie herabwürdigend, denn dann muss er ihn auch nicht einladen.

    Und dann steht bei kicker „El Mala bekam keinen Anruf“. Obwohl Nagelsmann doch neulich noch erzählt hat (im Sportstudio?), dass er jeden betroffenen Spieler persönlich anrufen wird.

    Ob das alles jetzt so stimmt, keine Ahnung. Aber nach dem, was ich einschätzen kann, finde ich das alles nicht sehr wertschätzend im Umgang.

    Ich hoffe einfach, dass Nagelsmann nach dieser WM Geschichte ist als Bundestrainer. Dieser gesamte Nominierungsprozess ist doch an Unprofessionalität kaum zu überbieten, ebenso wie sein Umgang mit Spielern wie Undav, Baumann oder jetzt auch El Mala.

    Ich denke, dass Königsdörffer verpflichtet wurde, weil Becker wieder weg ist (war nur geliehen) und man einen schnellen Stürmer gebraucht hat für die Tiefenläufe. Weder Becker noch Königsdörffer sind die großen Abschlussspieler, sondern eher diejenigen, die die Laufarbeit vorne verrichten.

    MattEagle

    Ich verstehe Deinen Ansatz, aber ich würde das nicht so absolut sehen als „entweder oder“. Ich glaube schon, dass Emotionalität, regionale Verbundenheit, Nähe zu den Fans/Mitgliedern schon auch Werte sind, aus denen man wirtschaftlichen Erfolg ziehen kann, ohne gleich ein „Konstrukt“ zu werden. Andere Vereine, z. B. Freiburg oder Frankfurt, schaffen das ja auch, wenn vielleicht auch in etwas anderen Strukturen.

    Und auch der FC hat das schon mal geschafft. Ich werfe mal einen weiten Blick zurück, aber die erfolgreichste Zeit des FC, die wir alle gemeinsam heute noch glorifizieren und uns zurück wünschen, war unter Franz Kremer. Und warum war der FC damals das Nonplusultra im deutschen Fußball? Weil man sich frühzeitiger als alle anderen Verein dank Kremer professionelle Strukturen gegeben hat, die für die damalige Zeit einzigartig waren.

    Und genau das muss doch das Ziel sein: eine gute Kombination aus Professionalität unter diesen besonderen Rahmenbedingungen hier zu schaffen. Nicht die Identität aufgeben, sondern nutzen, um damit den maximalen Erfolg zu erzielen. Und der maximale Erfolg kann doch nicht lauten: Fahrstuhlverein, der jedes Jahr um den Klassenerhalt zittert, dafür aber rührselig und maximal emotional ist.

    Ich würde zu keinem Zeitpunkt argumentieren, dass es eine klare Sache pro Wagner ist. Wie zuvor erwähnt: Die sportlichen Ergebnisse geben auch nicht her, dass man ihn ohne Restzweifel befördern kann. Deshalb spekuliere ich ja auch, dass es gar nicht um Wagner an sich geht. Ich glaube, man weiß, was man an ihm hat, und man weiß auch, dass es theoretisch bessere Optionen geben könnte. Aber ob diese besseren Optionen auch zu bekommen sind, das muss man klären. Und bevor man das geklärt hat, sollte man Wagner nicht abschießen.

    Ok, dann sehen wir das ja ähnlich.

    Dann verstehe ich in einer solchen Situation aber die Aussagen von Stobbe „natürlich ist er in der Pole Position“ nicht. Dann sollte man sich öffentlich eher bedeckt halten. Denn, wenn der Trainer, den man aktuell hat, in der Pole Position ist, man aber tagelang keine Entscheidung für ihn trifft, sondern ggf. parallel mit anderen Kandidaten verhandelt, dann wirkt das nicht sehr seriös. Und es beschädigt Wagner, an dem es ja eh schon Zweifel gibt.

    Finde ich alles nicht glücklich, aber solches Vorgehen kennt man ja leider vom FC: Der eine sagt dies, der andere tut jenes. Wann schafft man es eigentlich mal, auch nach außen professionell solche Situationen zu managen bzw. zu kommunizieren?

    Selbst wenn Kessler jetzt tatsächlich mit z. B. Toppmöller spricht: Der kriegt doch auch mit, dass der Präsident seines ggf. neuen Arbeitgebers darüber spricht, dass er einen anderen Trainer in der Pole Position sieht. Wie wirkt denn das auf andere Kandidaten? So, als wäre man Plan B.