Beiträge von smiling_saidjin

    Diese Diskussion ist auch eine der Gründe, warum ich nie verstanden habe, dass in der Öffentlichkeit vor allem die Stoßstürmer bei uns im Blick waren. Unsere Außenbahnpositionen sind spätestens seit dem Abgang von Easy so dünn besetzt, dass da überhaupt nichts passieren darf. Sowohl Schindler als auch Pedersen sind keine guten Alternativen. Hector spielt auf seiner Seite überragend, bei Schmitz würde ich mir auch im Normalbetrieb noch eine ähnlich starke Alternative mit anderen Stärken wünschen. Easy hat mit seiner Schnelligkeit und Technik es manchmal geschafft Spieler kalt zu stellen, die Schmitz schwindelig gespielt haben.


    Das ist meiner Meinung nach die größte Baustelle für das nächste Jahr.

    Das Skhiri bei schwerer Verletzung in der Rückrunde ab Sommer ohne Vertrag da steht, ist absolut ausgeschlossen.

    Das schon - Aber der Markt ist dann ein ganz anderer. Andersson z.B. hätte nicht später zu uns wechseln dürfen, sonst wäre er niemals hier -oder bei einem anderen BL- untergekommen.


    Es ist deshalb bei einem Profisportler immer eine Risiko-Abwägung. Wenn jetzt ein gutes Angebot für einen Winter-Wechsel kommt, wo vieles passt, dann sehe ich schon einige Szenarien wo ein Spieler ins Grübeln kommen könnte.

    Es kommt drauf an, wer da bietet. Wenn ein attraktiver Club sich jetzt meldet, dann wird Skhiri zweimal überlegen ob er absagt. Im Sommer ist der Platz bei *diesem* Verein dann möglicherweise besetzt. Man weiß im Fußball auch nie was passiert. Wenn er sich z.B. in der Rückrunde schwer verletzt und dann ohne Vertrag und Verein verletzt dasteht, würde er sich ärgern nicht im Winter gewechselt zu sein.


    Es gibt also auch durchaus Gründe, jetzt schon zu wechseln, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt. Und wenn hier Angebote eintrudeln, dann zwingt das vielleicht auch andere Akteure zum Handeln, die eigentlich bis zum Sommer warten wollten.

    Kennt ihr diese Träume, man rennt und rennt und kommt nicht von der Stelle... So sah das heute bei Davie aus. Da fehlt noch einiges an Spritzigkeit.

    Das sah bei ihm ehrlich gesagt nicht anders aus, als bei allen anderen auch. Die Bayern sind insgesamt mit deutlich mehr Tempo aufgestellt als wir und haben gerade in der Abwehr auch ordentlich Speed. An anderen Positionen fällt das nur nicht ganz so extrem auf, weil wir oft zu zweit oder dritt verteidigt haben und diese Defizite über Teamarbeit ausgeglichen haben.


    Was mir nicht gefallen hat war, dass er beim Anlaufen oft so gelaufen ist, dass er anschließend hinterherrennen musste - Da fehlt noch Abstimmung - und die eine Situation wo er eine aussichtsreichen Kontersituation durch einen gefährlichen Rückpass für uns gefährlich gemacht hat.


    Ansonsten war das kein Spiel, wo ein Mittelstürmer besonders positiv auffallen konnte. Das wir eine Halbzeit lang komplett in unserer Hälfte stehen wird in der Rückrunde voraussichtlich nicht so oft vorkommen.

    Na ja, auszuschließen vielleicht nicht. Aber einen Spieler abgeben zu wollen, den man quasi gerade erst geholt hat, wäre ein allzu großes Eingeständnis der eigenen Fehlplanung. So eine Blöße wird sich das Management kaum geben wollen.

    Wobei genau das ja eigentlich die Stärke eines guten Managements wäre. In jeder Transferperiode werden nämlich mal Spieler dabei sein, die nicht so zünden wie gewünscht und in der Summe hat man trotzdem nicht unbedingt eine Fehlplanung getätigt.

    Letztendlich wäre Duda für einen Verein genauso ein Zugang wie für uns Selke.


    Ein Spieler der durchaus mal Anlagen gezeigt hat, aber bei seinem aktuellen Verein im aktuellen System wenig Chancen hat. Ich traue im durchaus zu in einem anderen System auch wieder eine bedeutende Rolle zu spielen.

    Daran sieht man, dass Marktöffnung und Wettbewerb nicht immer per se gut für die Verbraucher ist.

    Streng genommen ist das ja keine "Marktöffnung": Die einzelnen Anbieter haben in ihrem Bereich ja jeweils Exlusivrechte. Wenn man wirklich einen Markt hätte schaffen wollen, dann müssten die Anbieter ja wirklich miteiander konkurrieren und der Kunde hätte z.B. die Wahl ob der die BL Samstags auf Sky oder auf DAZN schaut und würde sich für das Angebot mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis entscheiden.


    So ist man aber von mehreren Monopolen abhängig und hat keine Möglichkeit auszuweichen.


    Das ist (aus Kundensicht) keine Marktöffnung und ein wirklicher Wettbewerb um Kunden von niemanden erwünscht ist. Im Prinzip hat manmit den Regelungen eine Art Kartell geschaffen.

    Ich habe mir nicht wirklich die Mühe gemacht lange zu suchen - Die allgemeine Erfahrung aus dem Kapitalismus zeigt aber, dass man mit genügend Geld auch seine Wege findet, das Geld auszugeben. Das Leben für die Oligarchen wird sicherlich unbequemer geworden sein, aber ich vermute, dass sie immer noch irgendwo im Luxus leben -


    Härter werden die Sanktionen die ärmeren Teile der Bevölkerung treffen (zumindest den Teil, der nicht in der Rüstungsindustrie seinen Platz findet...) - die Löhne sinken, die Kosten steigen und bald auch die Arbeitslosenquote.

    Zitat

    Finden die Oligarchen nicht ohnehin einen Weg, die Sanktionen zu umgehen?

    Nein, die bekommen das deutlich zu spüren. Sie können zum Beispiel nicht mehr reisen oder auf ihr Auslandsvermögen zugreifen. Die Oligarchen lebten bisher immer nach dem Motto: Ich verdiene zwar mein Geld in Russland, aber in dem Loch will ich nicht leben. Ich lebe lieber auf meiner Jacht an der Côte d'Azur, in London oder in Paris. Aber dieses Modell funktioniert nicht mehr. Jetzt sitzen sie im traurigen und isolierten Russland herum und ärgern sich, dass sie nicht mehr in New York Party machen können.

    Das kann ich mir nicht vorstellen - die haben doch sicherlich so viel wie möglich ihres Vermögens in Katar und ähnlichen Staaten untergebracht (siehe z.B. https://www.tagesspiegel.de/po…he-russen-an-4318447.html )

    Das ist so eine ZDF Kultur, dass man "anders" berichtet, über Doping, Politik etc, darüber reden sie nonstop, aber überhaupt nicht mehr über das Spiel.

    Ich habe dieses Jahr noch gar nicht in die WM hereingeschaut und möglicherweise werde ich es auch nicht mehr tun.


    Wenn die Sender wenigstens angemessen berichten, dann ist das ja noch positiv anzurechnen - Ansonsten habe ich nämlich kein Verständnis dafür, dass diese Veranstaltung von den Beitragszahlern finanziert wird. Die WM kann in Zukunft gerne ins Pay-TV wandern und dann dort in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

    Ich halte nach wie vor einen Mittelstürmer nicht für unsere wichtigste Baustelle.


    Meiner Meinung nach brauchen wir in erster Linie noch mehr Tempo und Qualität auf den defensiven Außenbahnen. Nach Hector klafft da ein Riesenloch, alle anderen hatten auch eine ganze Menge schlechte Tage.

    Sorry, mein Lieber - aber da bist du schief gewickelt. Die Sanktionen tun richtig weh und das schon jetzt. Wir arbeiten mit einem Unternehmen zusammen, daß seit 18 Jahren in Russland eine Anlage betreibt. Die haben vier Produktionslinien(westlicher Standard) und bekommen nicht ein Ersatzteil mehr nach Russland. Mitte September haben die die erste Linie komplett geschlossen und die Teile werden benutzt um ErSaksatzteile für die nächsten drei zu haben. Mitte Januar ist Schluss bei der nächsten Linie. Den Rest kannst Du Dir ausrechnen. Die Sanktionen wirken - aber es dauert-

    Du verwechselst da "wirken" und "wirken" - Das die Sanktionen wirken werden und es Firmen und großen Teilen der Bevölkerung in Russland schlechter gehen wird - Das müssen wir nicht diskutieren.


    Sie werden aber auf kurze oder lange Sicht nicht dazu führen, dass das Regime gezwungen ist seine Politik zu ändern. An anderen Autoritären Regimes mit weit weniger Einfluss als Russland ist dies bereits gescheitert. Die Chancen dass die politische Führung in absehbarer Zeit durch Sanktionen gezwungen ist, seine Politik zu ändern hingegen, sehe ich nicht gegeben.


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    Die Sanktionen der vereinten Nationen erhöhten auch innenpolitisch den Druck auf die Führung, und- das sollte man nicht verkennen- gaben der Opposition psychologisch enormen Auftrieb.

    ...wenn die Opposition realistische Chancen hat, irgendwas zu bewegen. In einem Land, in dem ein falsches Wort dich im besten Fall ins Gefängnis und im schlechtesten Fall mit plötzlichem Herbstversagen oder nach einem Suizid ins Grab bringt, ist das aber zweifelhaft. Gleichzeitig zielt ja der gesamte Propaganda-Apparat darauf ab, dem Westen die Schuld dafür zu geben, dass es Russland schlechter geht. Der Westen wolle Russland zerstören, man beschwört Einigkeit usw....


    Da man da mit den tief fest hängenden Ressentiments gegenüber dem Westen spielt, wird einiges der Propaganda in der Bevölkerung hängen bleiben.

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    Naja, so oder so komplexes und wohl kaum zu beantwortendes Thema. Zielkonflikte, Exit-Strategien, Messbarkeit von Erfolg und Misserfolg, alles nicht so einfach zu bewerten meiner Meinung nach. Besser als eine direkte militärische Intervention sind Sanktionen aber wohl in jedem Fall. Und die Alternative zu beidem (Sanktionen, Krieg) wäre wohl gar nichts zu tun. Auch nicht schön.

    Ja, keine Frage - Das bezweifle ich auch nicht.


    Ich bin nicht dafür Sanktionen aufzuheben. Man sollte sich aber nicht der Illusion hingeben, dass man damit Erfolg haben wird. Man befindet sich in einem Wirtschaftskrieg mit Russland, den Teile der Bevölkerung bei uns und in Russland verlieren werden. In Russland sind die Schäden in der Zivilbevölkerung vermutlich höher als bei uns. Die Regierung Russlands das in seinem Land auch auf lange Sicht mit seinen Ressourcen Nahrung und fossile Energien fette Trumpkarten hat, wird man damit aber nicht in die Knie zwingen und international nicht isolieren können, da bin ich mir relativ sicher - Und im Moment deutet auch absolut nichts darauf hin, dass man den Wirtschaftskrieg gegen Russland in naher Zukunft "gewinnen" wird noch deutet irgendetwas daraufhin, dass die Staaten, die sich bisher in dem Konflikt neutral verhalten gegen Russland stellen werden.

    Um ihm gefährliche Dinge und Vorhaben unmöglich zu machen, die es faktisch anstrebt. Das geht natürlich nur, wenn alle relevanten Regierungen weltweit mitziehen. In Sachen Verbreitung von Atomwaffen und Technologie zu deren Produktion ist das nicht der Fall. Nordkorea z. B. hat die Nuklearmacht China auf seiner Seite, bislang allerdings unter der Prämisse, dass Atomwaffen nur als defensive Drohung verstanden werden sollen, nicht als Waffe in einem eigenen Angriffskrieg.


    Ansonsten würde ich Pauschalkritiker von Sanktionen gerne mal fragen, wie denn die Alternativen lauten: Etwa nichts tun? Selber militärisch angreifen?

    Ich habe ja bereits einen Artikel gepostet, der das sehr differenziert betrachtet - Ich würde mich nicht als Pauschalkritiker bezeichnen.


    Trotzdem muss man realistisch festhalten, dass die Sanktionen gegen Russland keinen "Erfolg" haben werden - Russland kann und wird dieses Spiel noch sehr sehr lange spielen. Die Sanktionen werden realistisch betrachtet nicht dazu dienen können, irgendetwas an der russischen Politik zu ändern.

    Dazu kommt möglicherweisenoch die Isolierung in Corona-Zeiten... in meinem erweiterten Umfeld gibt es mehrere Personen, deren Meinung sich radikalisiert hat - Nicht so, dass sie morgen irgendetwas anzünden werden - Aber schon in einer Geschwindigkeit und in einem Maße, die mir Sorgen bereitet.