Beiträge von smiling_saidjin

    Das halte ich für ziemlich ausgeschlossen, dass von Freien Wählern, FDP, BSW, Linke, Werteunion mehr als 2, im besten Fall 3 in irgendein Parlament einziehen - Und wenn ja, dann vor allem mit starken Verlusten für die AFD. Ich glaube sogar: Wäre durch die 5% Hürde die Hürde für die Aufnahme ins Parlament nicht so hoch, würde die AFD am stärksten von der Zersplitterung getroffen werden.

    Es sind halt normale Verhandlungen - Die eine Seite hat das Geld, die andere die Arbeitskraft und es ist legitim, dass beide Seiten ihren Spielraum ausreitzen. Unschön finde ich es, wenn eine Seite den Verhandlungsführer der Anderen über die Medien denunziiert um öffentlich Druck aufzubauen.


    Wenn man in einer Branche keine Gehaltsverhandlungen möchte, in deren Zuge auch gestreikt wird, dann muss man halt verbeamten. Wenn man die öffentliche Infrastruktur in private Hände gibt, dann ist das nicht vermeidbar.

    [...] aber niemand plant die Ausfälle von Waldschmidt, Uth und Selke zur gleichen Zeit.

    Von den genannten tut mir aktuell auch Selke am wenigsten weh. Schulz traut sich ja auch mal ohne klassischen Mittelstürmer zu spielen - Ich kann mir gut vorstellen, dass vorne auch mal Uth und Waldschmidt zusammenspielen, wenn sie gesund wären - Und das wäre eine Kombination, die ich gerne mal gesehen hätte.

    Mittlerweile scheint es einfach egal zu sein wen der Trainer im Sturm aufstellt oder bringt es ist keiner der vorhandenen Spieler in der Lage Tore zu schießen oder Torgefahr auszustrahlen.

    Auch da: Ich sehe das Problem nicht beim Tore "schießen", sondern beim Herausarbeiten, beim letzten oder sogar beim vorletzten Pass. Wenn man so wie wir, die erste Halbzeit drückend überlegen ist, dann kann es nicht sein, dass man dabei überhaupt keine Chancen herausspielt.


    In HZ2 war das dann immerhin schonmal deutlich besser, insbesondere auch mit der Hereinnahme von Alidou und Diehl, da hatte man zumindest das Gefühl, dass etwas passieren könnte. Und wenn man dann mal Chancen hat und sie vergeben werden kann das immer vorkommen, da mache ich niemanden einen Vorwurf - Man muss aber zuallererst daran arbeiten, dass man diese Chancen auch bekommt.


    Ich hoffe daher, dass Schultz Antwort auf dieses Spiel nicht ist, dass wir in Zukunft wieder mit großen Mittelstürmern spielen, auf die keine Bälle kommen, sondern dass daran gearbeitet wird, wie wir in der Box auch gefährlich werden.

    Dass Dortmund mit Süle und Schlotterbeck in der IV spielt, war für niemanden eine Überraschung. Dass beide über 1,90 m groß sind, sollte auch Herr Schultz wissen.


    Was macht er? Stellt Jan Thielmann (keine 1,80) als Stürmer auf und das Konzept sind lange hohe Bälle und Flanken.

    Also ganz ernsthaft: Gestern wäre kaum ein Ball dabei gewesen, wo Dietz, Tigges oder Selke irgendwie hätten gefährlich werden können, außer vielleicht bei den Ecken - Selbst da kam aber wenig richtig gefährlich rein. Ich denke nicht, dass das Spiel mit einem dieser Spieler besser ausgesehen hätte, eher im Gegenteil.


    Ich fand die Aufstellung gut - Man muss sich nur auch mal trauen, den letzten Pass flach in die Schnittstellen oder in den Rückraum zu spielen, anstatt sich auf die Außenbahnen abdrängen zu lassen und dort hoch zu flanken. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das etwas ist, woran in den nächsten Wochen trainiert wird.

    Die größte Hoffnung besteht darin, dass die anderen Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte in der Rückrunde ähnlich spielen wie in der Hinrunde. Dann haben wir noch eine realistische Chance, wenn wir uns nur leicht verbessern. Der 1. Spieltag der Rückrunde war bisher allerdings wirklich kein gutes Omen...

    ...wobei man bei dem Elfer sagen muss: Wenn man gegen so einen schnellen, dribbelstarken Gegner im Strafraum 1:1 verteidigen muss, dann kann das nicht immer gut gehen. Der Fehler ist nicht an der Stelle entstanden, sondern das Problem war bereits die Situation in der er verteidigen muss.

    Wenn man in den Wiederholungen sieht wie einfach sich Maina bei der Evke zum Gegentor mit einer Körperbewegung abkochen lässt, ist schlicht und einfach Kreisliganiveau

    Ich fürchte ja Maina wird der nächste Tigges, was die Kritik angeht, er spielt allerdings auch echt zum Vergessen. Er macht heute aber mal wieder wirklich kein gutes Spiel. Er hat einige ordentliche Flankenläufe ohne Ertrag, weil die Flanken zu unpräzise kommen oder er den Mitspieler im Rückraum nicht sieht. Beim Tor sieht er nicht gut aus. Und dann noch ein paar Situationen mit haarsträubenden technischen Fehlern.


    Als Verteidiger ist er so allerdings auch leicht zu verteidigen. Man muss nur den Weg in die Mitte zumachen. Dabei ist er technisch besser als das, was er auf dem Platz zeigt.

    Also insgesamt fand ich das Spiel ordentlich. Wir sind die klar bessere Mannschaft, nur der letzte Pass und das Spiel im letzten Drittel funktioniert nicht. Nur das Tor war halt dämlich. Man muss bedenken, dass wir hier gegen eine richtig starke Mannschaft wirklich gut aussehen und immer wieder Druck machen.


    Nur vorne ist es wirklich verbesserungswürdig und das liegt nicht an der Aufstellung - Es sieht nicht schlechter aus, als zu Zeiten, als da noch ein kantiger Stoßstürmer in der Mitte gestanden hat. Ich habe nicht das Gefühl, dass da für Selke oder Tigges irgendetwas verwertbares dabei gewesen wäre, außer vielleicht bei den Standards - Aber da sind ja auch unsere großen Verteidiger vorne. Wie so oft fehlt die Präzision bei den Bällen von der Außenbahn.


    Was ich mir wünschen würde:


    Nochmal mehr Mut am Strafraum den Ball zwischen die Leute in die Schnittstellen zu spielen um versuchen jemand flach ins Spiel zu bringen, anstatt das immer wieder auf die Außen abgelenkt wird. Es gab ein paar Situationen, wo man durchaus mal einen Pass mit etwas Risiko hätte spielen können, aber der Mut gefehlt hat.


    Und das man öfters bei Standards und wenn man an der Grundlinie steht auch den Mitspieler im Rückraum sucht und der Spieler es dann einfach mal aus der Distanz probiert. Es kann nicht sein, dass in so einem Spiel der gegnerische Torhüter gar nicht eingreifen muss...

    Dann braucht ja keine dieser Parteien einen politischen Gegner verbieten lassen, sondern müssen nur mit den besseren Lösungen überzeugen. Zu schwach oder doof dafür?

    Ich halte es an der Stelle so: Ich diskutiere mit jedem politisch über bessere Lösungen, der prinzipiell fest hinter der demokratischen Grundordnung und unserem Rechtsstaat steht.

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    Ich sage Dir, Deutschland wird auch nach der nächsten und übernächsten Bundestagswahl eine gefestigte Demokratie sein. Daran würde eine AFD Regierungsbeteiligung (die es nicht geben wird) ebensowenig was ändern wir deren aktuelles Umfragehoch.

    Die zerlegen sich selbst, da die 0 Reallösung haben (wie der Rest).

    Das ist eine sehr mutige Aussage. Wenn man anschaut, was z.B. in Polen passiert ist, oder was in Israel läuft, dann sieht man, was passiert, wenn man Parteien wählt, die nicht hinter der freiheitlich demokratischen Grundordnung stehen.


    In Deutschland hat man auch mal geglaubt, dass dieser Hitler nichts anrichten kann, wenn man zurückdenkt an Franz von Papen der sagte, man werde "Hitler in die Ecke drücken bis er quietscht.“" - Es dauerte nur 1u1/2 Jahre die Demokratie abzuschaffen. Ganz so schnell würde es mit der AFD vermutlich nicht laufen, aber es geht schneller eine Demokratie abzuschaffen oder auszuhöhlen, als sie aufrecht zu erhalten - Das hat die Geschichte zu verschiedenen Zeitpunkten an verschiedenen Orten uns immer wieder gezeigt - Jede andere Annahme wäre mit dem Blick auf die Geschichte hochgradig naiv.

    Ich bin Mitschuld an der Ampel, aber von den drei bekommt keiner meine Stimme, Union auch nicht. Also kann ich die gute Stimme als ungültig oder an eine Splitterpartei verschenken. Weil das Angebot bzw die Umsetzung der 4 demokratischen Optionen mich nicht abholt. Und mir ist dabei bewusst, s.o., dass das die AFD stärkt.

    Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich die 5% Hürde problematisch finde. Mir ist klar, warum sie eingeführt wurde, nämlich weil in der Weimarer Republik das Parlament mit Kleinparteien zersplittert ist.


    Aber wenn man die letzten Landtagswahlen anschaut und sieht, wie viele gültige Stimmen keinen Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlaments haben, dann ist das ein Problem. Ich würde auch vielleicht eine Splitterpartei wählen, aber die oberste Priorität noch vor meiner politischen Überzeugung ist es, die Faschisten nicht zu stärken.


    Ich finde die Hürden für "Alternativen" müsste kleiner sein.

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    Unbestritten.


    Nur gegen Krankenhäuser gerade Pleite, werden auf dem Land geschlossen. Für marode Kita oder OGS zahlen Eltern von Netto teils zusätzlich horrende Beiträge, an den Schulen ist Mangelverwaltung und der Kunstrasen hier war sehr viel Eigenleistung (von denen, die eh Arbeiten und das Ehrenamt tragen). Z.B.

    Ja, ich sage nicht, dass alles gut ist (Eher sogar im Gegenteil). Aber dir fällt auf, ob die Dinge für dich funktionieren oder nicht, ob du z.B. den Kindergarten bezahlen kannst, oder ob der Staat das für dich übernimmt. Von den Kunstrasenplätzen die ich kenne wurde i.d.R. viel Eigenleistung getätigt, aber auch alle Fördertöpfe abgegriffen, die es irgendwo gibt - Ähnlich geht es auch politischen Angeboten, Familienferienfreizeiten, .... Die Liste ist sehr lang.


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    Du darfst unser Gesundheitssystem toll finden, Wartezeiten sollen aber teils sehr hässlich sein (bin selber PKV, kenn ich nicht...) und auch da gibt es ja als Konkurrenz-Systeme nicht nur die USA. Medizinisches Elend in West-Europa gibt es eher weniger.

    Ich habe hier nur die USA verglichen - Alles andere legst du mir in den Mund. Und außerdem war nicht die Kernbotschaft, dass unser Gesundheitssystem so toll ist.


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    Will sagen: so toll finde jedenfalls ich Infrastruktur und Bildung und Medizinische Versorgung nicht, wenn ich so durch Europa gucke.

    Ich habe nicht gesagt, dass alles toll ist. Im Gegenteil: An vielen Stellen merkt man einfach, dass sich die Situation in den letzten Jahrzehnten verschlechtert hat - Und das erzeugt Unzufriedenheit.

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    Wenn Steuer- und Abgabenlast Europaweit oder gar OECDweit spitze sind, sollte es die Gegenleistung des Staates halt auch sein. Und ja, Du kannst Rentenansprüche und Kranken- und AL Versicherungsansprüche abstrakt dagegen rechnen. Nur sind die halt für den gesunden leistenden Arbeitnehmer oder Unternehmer und selbst für Beamte abstrakt. Pensionsansprüche oder Rentenansprüche mit 67, bald eher 70 machen mich statistisch wohlhabender, dafür ne Wärmepumpe kaufen kann ich aber nicht. Und den Versorger auch nicht, das geht nur vom Netto.

    Wobei bei den OECD-Berechnungen auch einiges nicht miberücksichtigt wird: https://www.tagesschau.de/wirt…aben-deutschland-100.html

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    Den relativ hohen Abgaben stünden damit aber auch direkte Leistungen wie Rentenansprüche, Kranken- und Arbeitslosenversicherung gegenüber. Außerdem sind Zahlungen wie Kindergeld und Steuervergünstigungen wie der Arbeitnehmerpauschbetrag oder Grund- und Kinderfreibeträge in Deutschland nicht in der Darstellung berücksichtigt. Würden diese berücksichtigt, läge die Belastung bei Familien nach Berechnungen des "Handelsblatt" bei knapp 20 Prozent und damit im Mittelfeld der OECD-Staaten.

    Keine Frage: Gerade für niedrige Einkommen sollten die Bedingungen besser sein. Aber man muss trotzdem etwas vorsichtig mit den Zahlen sein.

    Und auch hier nehme ich stark an, dass es die Minderheit ist, die Wohlstand in dem Vorhandensein sozialer Absicherung oder (angeblich) guter Bildung und Kunstrasenplätzen persönlich fühlt/sieht.

    Wenn man sie direkt fragt: Nein.

    Aber ich glaube viele merken schon, dass die staatlichen Systeme nicht mehr so gut funktionieren, wie vor 10 oder 20 Jahren und sich die Lebensbesdingungen verschlechtert haben. Um ehrlich zu sein höre ich sehr selten jemand, der sich über seine Gehaltsabrechnung beschwert, aber sehr oft Leute, die sich darüber aufregen, wenn sie ein konkretes Problem haben, für das sie den Staat bräuchten und das dann nicht funktioniert.

    Ich bleibe dabei, erst wirtschaftliche Sicherheit, eher Wohlstand lassen überhaupt über Klima, Sozialleistungen (ok, nicht für Bezieher), Gesellschaft oder Weltpolitik nachdenken. Und dazu passiert ganz wenig, während Belastungen - gestiegene Preise oder künftige Heizungsinvestitionen - sehr real ankommen (im Portemonnaie oder Kopf).

    Wohlstand ist nicht nur das Geld in der Tasche.


    Wenn ich im Krankheitsfall kein Krankenhaus mehr in der Nähe habe habe, die öffentlichen Verkehrsmittel unbefriedigend oft ausfallen bzw. ich überhaupt auf dem Land angebunden bin, eine gewisse Sicherheit habe, wenn mich mein Arbeitgeber morgen feuert, der Bildungsnotstand befürchten lässt, dass keine vernünftig ausgebildete Generation (die meine Rente sichern soll) heranwächst, die Vereine herumkrebsen, weil staatliche Förderungen für Projekte (z.B. den neuen Kunstrasenplatz) ausfallen, die staatliche Verwaltung zuverlässig funktioniert, [......], kulturelle Angebote um mich herum aussterben, ..... - Die Liste lässt sich lange fortführen.


    Es gibt sehr viele staatliche Leistungen, die man nicht direkt als Geld in der eigenen Tasche hat, bei denen es auffällt, wenn sie nicht mehr da sind oder schlecht funktionieren. Das Geld, was man in den Staat als Steuer einzahlt, geht zwar z.T. in Sozialleistungen und wird da umverteilt - Der größere Teil geht aber ja indirekt wieder an die Gesellschaft und auch an mich zurück und sorgt dafür, dass das Leben hier lebenswert ist.


    Nehmen wir z.B. das Thema Gesundheit: Ja, hier hat man höhere Ausgaben, die auch dafür sorgen, dass man weniger Geld in der Tasche hat - Die wenigsten bei uns im Land würden sich aber ein -auf den ersten Blick erstmal günstigeres- amerikanisches Gesundheitssystem wünschen, bei dem man im Notfall auf sich selbst gestellt ist. Ich habe z.B. auch lieber weniger Geld in der Tasche, als mehr Armut -und damit z.B. auch mehr Kriminalität- um mich herum erleben zu müssen. In den U.S.A. ist die Tötungsrate z.B. fast 10x so hoch wie bei uns.


    Dem widerspricht nicht, dass man natürlich arbeitgeberfreundliche Bedingungen schaffen muss, damit dieser Wohlstand auch geschaffen und erhalten werden kann - Aber man muss schon beide Seiten der Medaillie betrachten und der soziale Teil unserer sozialen Marktwirtschaft ist schon ein Teil, der unser Land so lebenswert macht.

    Und das Gefühl und die Erfahrung, das "der Staat/die Politik" nimmt (ob durch Streichung von Subventionen oder höhere "Beiträge") und von Leistung/Arbeit weniger bleibt, während es unendliche viele Wohltaten ohne Leistung gibt führt zu einer politischen Stimmung, bei Selbstständigen, Beamten und Angestellten, die weder schön ist noch wirkliche systemische Lösungsdiskussion "erlaubt".

    Ich würde nicht sagen, dass da die politische Stimmung herkommt, dass die Steuern zu hoch sind, sondern eher dass diverse staatliche Aufgaben vom Staat unbefriedigend gelöst werden und gesellschaftliche Entwicklungen deutlich spürbarer werden, die man bereits vor 20, 30 Jahren oder z.T. noch länger hätte absehen und reagieren können. Ich denke vielen Menschen hier wäre das wichtiger als die Steuerlast.


    Von einer Regierung würde ich mir wirkliche Reformbereitschaft wünschen, so dass man das Gefühl hat, dass wirklich etwas angegangen wird. Ich wäre auch mit der Ampel zufrieden, wenn ich das Gefühl hätte, das wirklich etwas Entscheidendes in diese Richtung passiert. Dann wäre ich auch bereit den ein- oder anderen handwerklichen Fehler auf diesem Weg zu verzeihen.


    Das Schlimme ist, dass die potentiellen Alternativen alle sehr viel rückwärtsgewandter sind. Viele Leute schimpfen ja auf die Ampel: Mir konnte aber noch keiner stichhaltig begründen, unter wem und warum es nach der nächsten Bundestagswahl besser werden könnte.

    Mit dem Gehalt konnte man bei den Angestellten nie punkten. Hier wurde man fast ausgelacht, wenn man den Verdienst genannt hat. Da waren große Unterschiede zur freien Wirtschaft. Bei den Angestellten konnte man noch (etwas) Punkten mit 13 Monatsgehalt und Leistungszulage. lAs Beamter bekommst du kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Weiter bist du in Ba Wü bei 41 h die Woche. Je nach Branche in der freien Wirtschaft hast du 35 bis 37 h.

    Das hängt sicher auch von der konkreten Situation ab: Der Lehrer für Deutsch und Geschichte hat genau eine Möglichkeit mit seiner Ausbildung Geld zu verdienen und da gibt es keinen besseren Weg als Beamter zu werden.


    Ich bin im Bereich Informatik und da verdient man in der freien Wirtschaft mit Sicherheit deutlich besser, das doppelte von dem was man beim Staat als Lehrer oder in der Verwaltung verdienen kann, ist locker möglich, oft sogar noch mehr - Es ist geradezu grotesk, wie schlecht Informatiker vom Staat bezahlt werden - Kein Wunder, dass die guten Leute woanders hingehen - Das ich mich für den Beamtenweg entschieden habe ist in meinem Fall zwar gut bezahlt, aber trotzdem auch ein stückweit Idealismus, wenn ich die Alternative betrachte.


    Wenn wir nur über die Höhe der Bezüge und auch der Pension von Beamten reden, dann muss man hier also sehr differenzieren.


    Tatsächlich sieht man die Vorteile vom Beamtentum ja derzeit auch regelmäßig: Dadurch, dass Beamte kein Streikrecht haben, läuft der Laden dort immer zuverlässig. Bei der Bahn wäre das wünschenswert. Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn die Lehrer, Polizisten, Richter. hier anfangen würden zu streiken - im Ausland mussten da z.B. schon Schuljahre wiederholt werden. Und ohne Beamtentum hätten wir heute vermutlich noch einen viel größeren Lehrermangel, als wir ihn sowieso schon haben, der Staat und die Allgemeinheit hat auch etwas von dem Beamtenverhältnis und für den Staat ist das auf dem Arbeitsmarkt ein wichtiges Argument um personalpolitisch auch steuern zu können. Ein Lehrerverband hat letztens vor dem EuGh geklagt um das Streikreicht für Beamte zu erklagen und ist gescheitert und ich finde das ist auch gut so.


    Was aber ein Problem ist, ist das wohlhabende Berufsgruppen -das sind ja nicht nur Beamte- aus dem staatlichen KV/Pflege-Versicherungswesen herausgehen und das dies bei Beamten sogar noch subventioniert wird. Hier müsste man meiner Meinung nach anders steuern.