Legendäre Spieler der 60er und 70er Jahre

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    • MATTHIAS HEMMERSBACH

      Die jüngeren werden sagen:Matthias Hemmersbach?!...Wer ist das denn?!

      Tja, wer war Matthias(Matthes) Hemmersbach. Matthias Hemmersbach kam aus Efferen als Torschützenkönig des BC Efferen 1961 zum FC. Mittelstürmer beim FC hat er nie gespielt. Hemmersbach wurde von Cajkovski umgehend zum offensiven Verteidiger umgeschult und wurde 1962 als solcher prompt Deutscher Meister. Ein Jahr später Vizemeister, wieder ein Jahr später Meister und wieder ein Jahr später Vizemeister. Hinzu kamenin der alten Oberliga West noch mal eben 2 Meistertitel. 1965/1966 - in Herrn Hemmersbach 5ter Saison beim FC holte er seine schlechteste Plazierung und wurde mit dem FC in der Meisterschaft 5ter. Hemmersbach war Stammspieler des FC, wurde 1968 Deutscher Pokalsieger. Ein Muster an Beständigkeit, Trainingseifer und Bescheidenheit. Selten überragend, oft gut, nie schlecht(ausser gegen Stan Libuda, den konnte Matthes einfach nicht).
      Seine beste Saison spielte Hemmersbach in der Saison 1969/70, als der FC lange um die Deutsche Meisterschaft spielte. 34 Bundesligaspiele, acht Tore - als Verteidiger wohl gemerkt. Matthes Hemmersbach wurde 1970 und 1971 jeweils noch zwei Mal Vizepokalsieger. Seine grosse Zeit beim FC war mit der Saison 1970/71 vorbei - junge Spieler wie Kapellmann, Konopka, Cullmann und Hein hatten an ihm vorbei gedrängt. Matthes ertrug das, freute sich mit den Jungen und bildete sie aus. Er war ungeheuer beliebt in Köln und ein ganz fairer Sportsmann. Hemmersbach kickte nach seiner Zeit noch bei Leverkusen(was damals kein Sakrileg war) und zum Schluss lief er noch mal für "seinen" BC Efferen auf.

      Matthias Hemmersbach ist viel zu früh gestorben. 1997 erlag er einer heimtückischen Krankheit, gerade 56 Jahre alt. Spieler wie er haben den FC Köln seiner Zeit geprägt und gross gemacht. Ich war 10 Jahre alt, als ich Matthias Hemmersbach recht schüchtern nach einem Autogramm fragte. Er meinte nur, daß er mir eines von Wolfgang Weber besorgen würde, der sei doch viel besser als er. Ich blieb dabei, wollte eines von ihm. Matthias Hemmersbach hat mir eines gegeben und ich bin mir sicher - er hat sich darüber gefreut.
    • HANS "HANSI" STURM

      Wenn wir in Köln zum Fussball fuhren, machte mein Vater immer einen kleinen Umweg und tankte seinen Wagen in der Tankstelle von Hans Sturm in Sülz. "Ehrensache", war stets sein lapidarer Kommentar. "Bei dem, was Hansi alles für uns getan hat. Der war immer der Beste, immer der Anständigste".

      Hansi Sturm habe ich als Aktiven nicht mehr erlebt - da kam ich zu spät. 1967 endete die Karriere des Hans Sturm beim FC und er agierte dann nur noch bei der Viktoria aus Köln in der Regionalliga.

      Hans Sturm, geboren 1935, feierte sein FC Debüt 1955 und kam aus dem eigenen Stall, sprich der Amateurmannschaft des FC. Ab der Saison 1957/58 war Sturm für ein Jahrzehnt unerschütterlicher und unersetzbarer Stammspieler des FC. Sturm war extrem laufstark, mit einem Mordsschuss gesegnet und als Halbstürmer und Läufer auf allen Positionen einsetzbar. Mit dem FC wurde Sturm in seinen beiden ersten Jahren als Stammspieler Vizemeister der Oberliga West und danach fünfmal Meister der Oberliga West. 1960 stand er im Deutschen Endspiel gegen des HSV und verlor es mit 2:3. 1962 wurde Sturm Meister, ebenso wie 1964. Die Läuferreihe des FC - Sturm, Benthaus und Wilden - war von absolutem internationalen Format und hatte in der Bundesliga nicht annähernd ein Pendant. In der alten Oberliga West hatte Hansi Sturm in 234 Spielen(inklusive Meisterschaftsendrunden) 66 Tore erzielt - für einen Mittelfeldspieler ein erstaunlicher Wert. Im ersten Bundesligajahr toppte er diesen Schnitt sogar. Sturm war in allen 30 Meisterschaftsspielen dabei und erzielte 13 Tore.

      Hansi Sturm war in zwei WM Aufgeboten dabei, machte aber nur drei Länderspiele. Eines jeweils bei den WM, an denen er teil nahm. Kurios...
      Das er international mit halten konnte, das stellte Sturm in den internationalen Spielen seines Klubs immer wieder unter Beweis. Hansi Sturm hatte die Klasse dafür und liess sich auch von hart gesottenen englischen Profis wie die des FC Liverpool in den legendären Spielen 1965 im Europapokal nicht die Butter vom Brot nehmen.

      407 Pflichtspiele und 100 Tore für den FC - Hans Sturm war einer der großen Spieler dieses Vereines. Nach seiner Karriere begleitete er höchst aufmerksam die fussballerische Karriere seines Sohnes Ralf ,der es auch zum Spieler beim FC brachte.
      Hans Sturm verstarb am 24.06.2007 und wurde von seinen ehemaligen Mitspielern Wilden, Schäfer und Overath gewürdigt:"Hansi war immer ein Mensch, der viel zu bescheiden war. Er hat nie was verlangt, er war immer anständig und gutmütig. Er war der grossartigste Spieler, den wir je hatten. Hansi Sturm war ein Grosser. Als Fussballer, aber vor allem als Mensch"...Hörte sich irgendwie an wie das, was mein alter Herr immer über Hansi Sturm gesagt hatte.
    • PIERRE LITTBARSKI

      Pierre Littbarski ist im Grunde genommen natürlich kein Spieler der 70er, sondern eher der 80er und 90er Jahre. Aber - er kam 1978 als 18 -jähriger Jungspund von der Spree an den Rhein. Littbarski war Berliner,spielte sehr erfolgreich bei Hertha Zehlendorf und wurde nach dem Endspiel der A-Jugend Meisterschaft 1978 gegen den MSV Duisburg vom damaligen Manger Thielen und Meistercoach Hennes Weisweiler verpflichtet.

      Littbarski kam zu einer Startruppe, die gerade Deutscher Meister geworden war und die in der Offensivbesetzung mit Okudera, van Gool und Schützenkönig Müller exzellent besetzt war. Nichtsdestotrotz kam Litti schon in der ersten Saison auf seine Einsätze und das lag an folgenden Faktoren: Hennes Weisweiler war ein Förderer junger Talente und liebte es den Arrivierten Feuer zu machen. Daneben hatte der FC in dieser Saison seine liebe Not mit Verletzungen. Und last but not least - sogar jeder Laie konnte sehen, daß Litti Fussball spielen konnte. Und ausserdem war er schnell durch seine unkomplizierte Art in der Mannschaft sehr beliebt.

      In der Saison 79/80 arrivierte Littbarski zum unumstrittenen Stammspieler. Auf dem rechten Flügel agierend,war Littbarski für seine Gegenspieler extrem schwer auszurechnen. Schnell, enorm trickreich. Immer einen Haken zur rechten Zeit auf Lager(manchmal auch einen zu viel) - Litti machte Furore. Schoss 7 Tore und bereitete mehr davon vor. In der darauf folgenden Saison fiel er in ein gewisses Loch, ebenso wie die Mannschaft. Ausserdem hatte es einen Trainerwechsel gegeben - im November 1980 übernahm der eisenharte Rinus Michels nach dem Heddergott Desaster die Kölner. Die Mannschaft stabilisierte sich zwar, aber der grosse Spass(den gerade Lustkicker Littbarski gerne hatte) - der war vorbei in Müngersdorf.

      Zur Saison 1981/82 rüstete der FC gross auf. Klaus Allofs aus Düsseldorf und Klaus Fischer aus Schalke verstärkten den FC. Das hiess, daß in vorderster Reihe das Anbebot Woodcock - Littbarski - Allofs - Fischer hiess...Von diesen vieren würden maximal drei spielen - Hauen und Stechen war angesagt und nicht wenige sagten dem guten Pierre eine ungute Zukunft voraus. Littbarski spielte von 34 Partien in der Liga 32, erzielte 15 Tore und bereite 10 weitere Treffer vor. Der einzige Stammspieler vorne - das war Pierre Littbarski, trotz der Konkurrenz durch die oben Erwähnten. Litti war der überragende Kölner Spieler der Saison und feierte prompt das Nationalelf Debüt. Statt Allofs fuhr er mit zur WM nach Spanien. Köln war in dieser Saison immerhin Vizemeister geworden. Pierre Littbarski war in Spanien mit Sicherheit der beste deutsche Stürmer und einer der besten Spieler überhaupt. Auf Rechtsaussen machte er vor versammelter Weltöffentlichkeit einen formidablen Eindruck und beim "Jahrhundertspiel" gegen Frankreich im Halbfinale war er an allen 3 deutschen Toren beteiligt. Leider reichte es letzten Endes nur zim Vizeweltmeistertitel.

      Schadlos hielt sich Littbarski in der folgenden Saison mit dem FC - Pokalsieger 1983 durch ein Littbarski Tor. In der Spielzeit hatte es zwischen Litti und Michels x mal gekracht(wei auch zwischen Allofs und Michels). Littbarski warf dem Trainer unmenschliche Methoden vor. Nichtsdestotrotz - Michels brachte ihn in jedem Spiel. Zu Anfang der Saison feuerte Köln Michels und Hannes Löhr übernahm. Von Stund an spielte der FC mit dem Sturm Littbarski/Allofs und die beiden schossen um die Wette - Litti in 61 Bundesligaspielen 33 Tore. Die darauf folgende Saison brachte das Ende der Ära Löhr - und auch das vorläufige Ende der Ära Littbarski. Nach der WM 86(erneute Vizeweltmeisterschaft) ging er nach Paris. Vorher hatten Litti und Co. gegen Real Madrid den UEFA Pokal Sieg vergeben.

      Das Jahr in Paris war für Littbarski eine einzige Katastrophe. Er akm mit dem Fussball nicht zu Recht, mit den Mannschafskollegen auch nicht zur grossen Zufriedenheit. Und so wurde im August 1987 die grosse Rückholaktion gestartet, an welcher Udo Lattek(der neue Sportdirektor in Köln) und ein sehr einflussreiches Verwaltungsratsmitglied massgeblich beteiligt waren. Litti feierte sein Comeback gegen Uerdingen mit einem Tor.
      Der 1.FC Köln war wieder wer in der Bundesliga. Man hatte eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft mit Spielern wie Poulsen, Ilgner, Kohler, Hässler. Routiniers wie Steiner, Görtz, Götz und Thomas Aloffs. Und jetzt hatte man auch wieder einen Chef, den Littbarski spielte jetzt im Mittelfeld den Dirigenten. Und wie er das tat - streckenweise überragend und unwiderstehlich. Der FC wurde Dritter in der Liga, hatte lange um den Titel gespielt, zu einem grossen Teil das Verdienst des neuen Littbarski.
    • Zur Saison 88/89 hatte man sich folgerichtig einiges vorgenommen. Köln hatte ine excellentes Team. Ilgner im Tor, eine Abwehr mit Steiner, Kohler,Görtz und Hönerbach, ein Mittelfeld mit Hässler, Littbarski, Olsen und Engels und vorne Thomas Allofs und Poulsen. Mit anderen Worten, der FC spielte mit fünf Spielern die ein Jahr später in Italien Weltmeister wurde. Trotz teilweise überragender Leistungen von insbesondere Hässler und Littbarski reichte es nicht. Daum hatte durch unverständliche Personalentscheidungen in der Vorrunde einen gehörigen Abstand auf München aufgebaut und den konnte man trotz einer sehr guten Rückrunde nicht aufholen. Das entscheidene Spiel gegen München ging dann in Müngersdorf auch noch mit 1:3 verloren. Ein turbulentes Jahr, ein grossartiges Jahr - leider nur als Vizemeister beendet.

      In der Saison 89/90 spielte der FC - wieder mit einem überragenden Littbarski - lange um die Deutsche Meisterschaft mit. Litti war Dreh - und Anfgelpunkt der Mannschaft , spielte die beste Saison seiner Karriere. Am Ende lange es wieder nicht - Deutscher Vizemeister. Littbarski, Ilgner, Hässler und Steiner fuhren zur Wm und Pierre Littbarski stand am 8. Juli 1990 im Endspielteam gegen Argentinien. Nach zwei Vizeweltmeisterschaften reichte es an diesem Tag zur Weltmeisterschaft, im 71ten und letzten Spiel seiner Karriere in der Nationalmannschaft, der grösste Erfolg für den kleinen Berliner/Kölner.

      In der neuen Saison war Schluss mit Lustig für Pierre. Kreuzbandriss und im Grunde ging die komplette Saison baden. Littbarski kam spät zurück, der FC kam in Berlin gegen Bremen in das Endspiel um den DFB Pokal. Nach Verlängerung udn Elferschiessen hatten die Bremer die Nase vorn. Pierre Littbarski hatte im Endspiel nicht seinen besten Tag erwischt und verschoss oben drein noch einen Elfmeter im Elfemeterschiessen. Der richtige Schlussakkord für ein bescheidenes Jahr.

      Im Jahr darauf lief es besser. Litti war wieder in guter Form. Nicht so unwiederstehlich wie ehedem, eher ein gereifter Spielmacher, der sich auch seine Pausen erlaubte. Immerhin - der FC wurde Vierter und qualifizierte sich für den UEFA Pokal. Was folgte war die grauenvolle Saison 1992/93, die fast mit dem Totalschaden endete. Am 29ten SPieltag war man noch 17ter, als Nürnberg nach Köln kam .Littbarski erzielte in seinem letzten SPiel zu Hause zwei Tore und Köln war 15ter. Es folgte noch ein Auswärtsspiel in Leverkusen(welches verloren ging) und danach wechselte Litti nach Japan. Der FC sicherte sich ohne seinen Kapitän den Bundesligaerhalt. Ein etwas unspektakuläres >Ende einer spektakulären Karriere. 15 Jahre beim FC(mit einem Jahr Unterbrechung) - Litti hatte die Massen begeistert und unterhalten. Ein grossartiger Spieler, aber ein Idol a la Schäfer, Overath, Flohe, Weber, Schumacher - das wurde Littbarski trotzdem nicht. Vielleicht war er dafür auf eine bestimmte Art und Weise zu Jungenhaft, kam zu wenig ernst herüber. Sicherlich fehlten ihm die Titel- ein Pokalsieg 1983 und drei Vizemeisterschaften erscheinen als zu wenig. Fest steht - Pierre Littbarski war ein ganz grsser Könner, ein Virtouse mit dem Ball. Und - neben aller Verspieltheit - auch ein Torschütze par excellenc. 116 Bundesligatore für den FC sprechen eine deutliche Sprache. Fest steht auch, daß Litti einer der Protagonisten einer Ära war, in der der FC ein ganz sicherer UEFA - Cup Aspirant war und manchmal eben auch ein Meisterschafskandidat. Da es zu mehr nicht reichte, das lag meistens nicht an ihm. Pierre Littbarski - sicher eine Kölner Legende.
    • STEFAN ENGELS

      Wie Pierre Littbarski kam Stephan Engels zur Saison 1978/79 in das Seniorenaufgebot des 1.FC Köln. Angesichts der geballten Klasse im Mittelfeld tat der veranlagte Junior sich in den beiden ersten Jahren recht schwer und kam über gelegentliche Vollzeit - und mehr Teilzeiteinsätze nicht hinaus. Was man sehen konnte - hier war ein Spieler mit Drive, Kämpfergeist und einem gewissen technischen Rüstzeug unterwegs.
      Engels Durchbruch kam in der Saison 1980/81. Er kam auf deutlich mehr Spielanteile, spielte taktisch geschickt und war in aller Regel ein absolutes kämpferisches Vorbild. Ganz gross teilweise seine Leistungen im UEFA - CUP, in dem es der FC in dieser Saison immerhin in das Halbfinale brachte, wo man gegen den späteren Gewinner Ipswich Town mit zweimal 0:1 knapp ausschied.
      Im Jahr darauf hatte Engels seinen ganz grossen Durchbruch und schaffte es - als Standby Spieler - sogar bis in das deutsche Aufgebot zu WM 1982. Man wäre versucht zu sagen - schade, daß er nicht dabei war, denn Engels hätte sicherlich eine andere Motivation und kämpferische Einstellung mit gebracht wie einige der Kameraden die dann durch besonders schlechte Einstellung auffielen. In der Saison 81/82 war Engels jedenfalls treibende Kraft des FC in der Meisterschaft und machte einige überragende Spiele, so beim 2:0 auf dem Bökelberg. Immerhin wurde der FC Vizemeister, auch dank Stephan Engels, der höhe gehandelte Spieler wie Bonhof, Woodcock und C. so manches Mal in den Schatten stellte.
      In der Saison darauf lief es für dem jungen Rheinländer weiter gut, der FC schaffte den Pokalsieg 1983 - es sollte der einzige Titel für Engels beim FC bleiben. In der darauf folgenden Saison war Stephan Engels das erste Mal von grösseren Blessuren verfolgt, was zu einem massiven Formrückgang führte. Engels selber - durchaus selbstkritisch - ging hart mit sich ins Gericht. Trainer Löhr brachte ihn durch gutes Zureden und richtig dosiertes Trainig wieder in ein Form, die Engels in der darauf folgenden Saison wieder zum Leistungsträger machte. Die erste grosse Zäsur in Engels Karriere kam in der Saison 85/86, als er sich im UEFA Pokal Spiel gegen Hammarby schwer am Kreuzband verletzte und für den Rest der Saison ausfiel - was dem FC übel bekam. Im Mittelfeld war Engels in dieser Zeit durch Laufstärke und Kampfgeist, aber auch durch taktische Flexibilität nur schwer zu ersetzen und ohne ihn fiel die Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte stark ab.

      In der darauf folgenden Saison kam Engels wieder in Tritt, bestritt immerhin 27 Spiele und war für die Saison 1987/88 wieder unumstrittene Stanmkraft. Das Standard Mittelfeld in dieser Saison wurde zunächst durch Olsen - Hässler - Littbarski und Engels gebildet und Engels spielte streckenweise formidabel. Sein grösster Auftritt in dieser Spielzeit war sicherlich beim 3:1 Sieg gegen Bayern München, welches er mit einem Traumtor in den WInkel krönte. Ein paar Wochen später war Schluss mit Lustig - Engels verlor das Spitzenspiel mit 1:2 in Bremen und handelte sich durch eine Tätlichkeit zudem die Rote Karte ein - der Bruch mit Trainer Daum war da. In der Rückrunde deutete sich an, was in der Saison 1988/89 zur Gewissheit wurde - Engels wurde von Daum nicht mehr gebraucht. Was auch daran lag, daß Engels seiner sehr intensiven Spielweise Tribut zollen musste und des öfteren Blessuren hatte. Sein letztes Bundesligaspiel für den FC absolvierte Stephan Engels im November 1989 gegen Hannover und wechselte dann zum Lokalrivalen Fortuna Köln. Nach weiteren Verletzungen musste er dort bald seine aktive Karriere beschliessen.

      Stephan Engels war ein Spieler mit einer wirklich hervorragenden Berufsauffassung, der sich stets auf dem Platz zerriss. Sein Abschied vom aktiven Dasein hätte schöner ausfallen können - auch beim FC. Aber damals waren schon die schnoddrigen Typen a la Daum und vor allem ein Präsidium Artzinger-Bolten/Neukirch/Söller am Werke, die nicht mehr verstanden, daß es für verdiente Spieler a la Engels andere Aussstiegsmöglichkeiten hätte geben müssen.
    • Soll/Ist schrieb:

      Ein grossartiger Spieler, aber ein Idol a la Schäfer, Overath, Flohe, Weber, Schumacher - das wurde Littbarski trotzdem nicht.
      Ich kann alles unterschreiben, was Du zu Litti geschrieben hast, das aber nicht. Litti war, neben Tünn, der Held meiner Generation. :jawohlja:
    • 11880 schrieb:

      Soll/Ist schrieb:

      Ein grossartiger Spieler, aber ein Idol a la Schäfer, Overath, Flohe, Weber, Schumacher - das wurde Littbarski trotzdem nicht.
      Ich kann alles unterschreiben, was Du zu Litti geschrieben hast, das aber nicht. Litti war, neben Tünn, der Held meiner Generation. :jawohlja:

      Ich weiss schon was du meinst, Auskunft.
    • Gehen wir doch einmal nahtlos über in die 80er Jahre und wir beginnen mit einem Spieler, der bei seiner Verpflichtung die allergrössten Kontrover-
      sen bei den Anhängern des 1.FC Köln aus löste. Rinus Michels hatte erkannt, daß die Kölner Deckung löchrig war. Das sich die grosse Karriere des Bernd Cullmann so langsam ihrem Ende zu neigte. Das Gerd Strack einen formidablen Libero abgeben würde und das Cullmann sehr gut in Michels Konzept als defensiver Mittelfeldspieler passen würden(wie ehedem schon mal unter Weisweiler). Da musste dann für den guten Gerd Strack aber ein neuer Vorstopper her(Ja,so hiess das früher - mit der Betonung auf STOPPER). Fündig wurde man beim MSV Duisburg, wo ein Spieler aus der so genannten Waldhöfer Schule in zwei Jahren Bundesligaaufenthalt in Duisburg ordentlich reüssiert hatte. Der Mann hiess PAUL STEINER und das löste bei einem Teil der FC Fans heftigste Reaktionen aus. Denn besagter Paul Steiner hatte mit einem überharten, ja brutalem Foul die Karriere des Kölner Idols Heinz Flohe - als der schon bei 1860 kickte - beendet. Steiner wurde trotzdem verpflichtet - Michels setzte sich durch(a la Pep Guardiola hiess es damals von Herrn Michels:"Wir brauchen Steiner und sonst keinen"). Steiner machte sich also auf den Weg, nachdem der FC 800.000 DM Ablöse berappte. Mit ihm kamen Klaus Allofs aus Düsseldorf und Klaus Fischer aus Schalke.

      PAUL STEINER

      Mit erheblichem Vorbehalten aufgenommen(und teilweise vom eigenem Publikum ausgepfiffen) stellte sich Steiner der neuen Aufgabe. Nach drei Monaten sagte ausgerechnet der Boulevard einmal die Wahrheit:"Allofs? Fischer? Der beste Einkauf des FC ist Paul Steiner".
      So war das auch. Steiner bildete von Anfang an mit Gerd Strack ein Innenverteidigergespann von internationaler Klasse. Kopfballstark,kaum im Zweikampf zu übergehen, ein Riesenkämpfer. Dazu Torgefährlich(in der ersten Kölner Saison mit 5 Toren). Der FC bildete dank Strack und Steiner die beste Abwehr, zumal Konopka und Prestin an den Seiten ordentlich assistierten. Bayern München und Gladbach wurden mit 4 und 3:0 aus dem Stadion geschossen. Am Ende der Saison wurde der FC Vizemeister und die Vorbehalte um Steiner waren verstummt. Ich persönlich hatte lange Zeit ein grösseres Problem als die meisten - war doch Heinz Flohe eines meiner absoluten Idole gewesen. Irgendwann habe ich mir selbst gesagt - das ist Fussball und Steiner wollte Flohe zwar wahrscheinlich richtig schön hart treten aber die Karriere beenden, das wollte Paul Steiner mit Sicherheit nicht.
      1982/83 war Steiner erneut überragend. Sein grösstes Spiel machte er vielleicht gegen Fortuna Köln, als er den gefährlichen Schatzschneider völlig kalt stellte, obwohl er in Halbzeit 1 einen Muskelfaserriss erlitten hatte. Auch das war Steiner - eisenhart gegen sich selbst. Mein Onkel nannte ihn nach diesem Spiel nur noch: STEINER - DAS EISERNE KREUZ.
      In den Jahre darauf war auf Paul Steiner in einer zwischendurch auch schwächer werdenden Mannschaft stets Leistungsträger. Seine schwächste Saison hatte er in der Saison 86/87 und die beendete er immerhin noch mit einem Notenschnitt im Kicker von 3,25.
      Trainer Daum hatte sich - analog Michels vor einigen Jahren - zur neuen Saison etwas überlegt. Statt Vorstopper sollte Steiner Libero spielen und Vorstopper wurde ein anderer Waldhöfer mit dem Namen Jürgen Kohler. Ein kongeniales Duo entstand, wie sich bald heraus stellen sollte. Steiner und Kohler in der Innenverteidigung - das war eine absolute Katastrophe für jeden Sturm. Reihenweise wurde die gegnerischen Stürmer von den beiden Kölner Artisten in der Innenverteidigung zu Statisten degradiert. "Wenn ich jeden Spieltag gegen Steiner und Kohler spielen müsste, würde ich aufhören" - so Frank Mill. Das die beiden nicht zimperlich waren, das war sowieso klar. Die rustikale Note in Köln regierte. Aber insbe-
      sondere der ältere, gereifte Steiner war dazu auch noch clever und abgezockt und dirigierte die Abwehr des FC mit grossem Bravour. Der FC wurde Dritter und im folgendem Jahr wurde die Mannschaft Vizemeister und hätte Meister werden müssen(dank Daumscher Glanzleistungen personeller Natur in der ersten Hälfte dieser Saison wurde nichts daraus). Steiner hatte eine nochmals bessere Saison gespielt und überragte bei etlichen Spielen. Ein Jahr später wurde der FC wieder Vizemeister - Paul Steiner war erneut absoluter Leistungsträger. Die Belohnung erteilte ihm Franz Beckenbauer - der ihn einigermassen überraschend mit zur WM nahm, obwohl Steiner vorher nur ein Länderspiel gemacht hatte.Steiner`s Standardspruch zur Nationalmannschaft war vorher stets gewesen:"Nein, die spielen immer Mittwochs, da habe ich keine Zeit".

      Steiner wurde mit dem Team Weltmeister - ohne Einsatz. Von Beckenbauer wurde er aufgrund seiner Haltung udn seines Trainingseinsatzes während der Vorbereitung und während der WM über den grünen Klee als sehr sauberer Charakter gelobt. Am Ende der Karriere den grössten Titel. Da konnte Paul Steiner es vermutlich verschmerzen, daß er seine Karriere nur ein Jahr danach beenden musste. Zum Saisonauftakt 1990/91 erwischte es den Weltmeister mit einem Kreuzbandriss - von dem er sich nicht mehr erholte.

      Paul Steiner bestritt für den FC weit über 300 Pflichtspiele. In der Bundesliga hatte er bis zu seinem Ausfall eine Quote von 95 % der möglichen Einsätze. Ein kämpferisches Vorbild, ein Typ mit etlichen Ecken und Kanten. In die Kölner Legendengalerie gehört er allemal. Trotz des Fouls an Heinz Flohe. Das sage ich und ich war ein ganz grosser Fan von Heinz Flohe.
    • Mein Vater, ja, der Bayern Fan, kann bis heute nicht von Steiner reden ohne ihn übelst zu beschimpfen. :D:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Chef), Ich (Vize), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, sharky, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock.

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    • KLAUS ALLOFS

      Klaus Allofs kam zur Saison 1981/82 zum 1.FC Köln. Als original Düsseldorfer Junge aus dem Stadtteil Gerresheim spielte er bereits in der Jugend und dann bei den Senioren für den Kölner Lokalrivalen Fortuna Düsseldorf. Mit den Düsseldorfer verlor er im Endspiel des DFB Pokals in Gelsenkirchen 1978 den Kölner, hielt sich aber 1979 und 1980 schadlos. 1979 Pokalsieger gegen Hertha BSC, 1980 erneut Pokalsieger - ausgerechnet
      gegen den FC. Dazu erreichte Allofs mit den Düsseldorfern 1979 das Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger, welches man ausgesprochen un-
      glücklich gegen den FC Barcelona mit 3:4 nach Verlängerung verlor. 1980 wurde Allofs mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister in
      Italien.
      Allofs war also wer, als er zum FC kam. Für Düsseldorf hatte er schon über 70 Bundesligatore gmacht, war aktueller Nationalspieler und der FC musste seinerzeit die Rekordsumme von 2,25 Millionen DM locker machen, um Allofs von Düsseldorf nach Köln zu bekommen. Umso weniger vorbereitet war Klaus Allofs auf das, was ihn in Köln erwartete. In Köln war Rinus Michels Trainer, der eisenharte Holländer - der nur ein Gesetz kannte: seines. Der von seinen Spielern bedingungslosen Gehorsam und eiserne Disziplin erwartete. Der seinen Spielern nicht die mindeste Begründung gab, wenn diese sich einmal auf der Ersatzbank oder auf der Tribüne fanden. In Köln herrschte zur Saison 1981/82 ein Topangebot an hervorragenden Spielern und Allofs durfte sich mit Fischer, Woodcock und Littbarski um einen Platz im Sturm balgen. Das hatte er so nicht kommen gesehen - und es kam immer wieder zu Konflikten mit Michels, dem Allofs auch schon mal Menschen verachtendes Verhalten vorhielt. Michels scherte dieses nicht und Allofs fand sich mal in der Startformation, mal draussen, mal auf einer ungeliebten Position - aber stets in der Kritik. Für den FC lief die Saison gut, immerhin wurde man Vizemeister. Für Allolfs lief es schlecht und das kostete ihn die Teilnahme an der WM 1982 in Spanien, was Allofs dem Startrainer Michels nie verziehen hat. Zumal es in der darauf folgenden Saison für Klaus Allofs nicht unbedingt besser lief und er immer wieder mit Michels aneckte. Immerhin wurde er mit dem FC deutscher Pokalsieger.
      Zu Anfang der Saison 1983/84 wurde Michels gefeuert - das Verhältnis zwischen den Stars und dem Startrainer war absolut unhaltbar geworden. Trainer wurde Johannes Löhr und von Stund an stand ein anderer Klaus Allofs auf dem Platz. Der nicht nur selber brillant spielte und Tore erzielte, sondern oft genug seine Teamkameraden brillant einsetzte. Allofs war ein überragender Techniker, ein Spieler mit einer der besten Schusstechniken, die ich je gesehen habe. Ein Fussballer, der auch mal einen 40 Meter Pass spielen konnte und der ein Gespür für sich anbahnende Torgefahr hatte. 20 Tore in der Saison 83/84 und 26 Tore in der Saison darauf geben ein beredtes Zeugnis dafür - Klaus Allofs war in dieser Saison Torschützenkönig wie schon 1979 in Düsseldorf.
      Konsequenterweise wurde er auch wieder in die Nationalmannschaft berufen und dort lief es 1986 während der WM für Allofs hervorragend. Im Verein hatte er Verletzungsbdingt in der Spielzeit Probleme gehabt, in Mexiko war er Topfit. Allofs spielte in allen 7 Spielen, anders als seine zum Teil angeschlagenen Konkurrenten Littbarski, Rummenigge und Völler. Er war sicherlich der beste deutsche Offensivspieler und beendete die Weltmeisterschaft als Vizeweltmeister. Seine Nationalmannschaftskarriere endete 1988 vor der Europameisterschaft Verletzungsbedingt. Allofs war da schon nicht mehr in Köln. Die Saison 86/87 war seine letzte für den FC, in der er - in ein bisschen zurück gezogener Position immer noch 14 Tore erzielte und gleichermassen als Vorbereiter in Aktion trat. Allofs - Kapitän des FC - ging dann nach Marseille, Bordeaux und Bremen. Und holte auch mit diesen Vereinen 2 Meisterschaften(Marseille und Bremen), zwei Pokalsiege(Bremen und Bordeaux, mit Bremen leider gegen den FC Köln) und einen Europapokal der Pokalsieger mit Bremen. A

      Allofs war ein Grosser des Fussballsports, der ihn auch nach der Karriere nicht los liess. Im Bremen und Wolfsburg hinterliess und hinterlässt er tiefe und erfolgreiche Spuren im Management dieser Klubs. Ganz sicher hätte es gut getan, einen solchen Mann auch irgendwann einmal beim FC zu verpflichten - dazu kam es leider nie.

      Wenn ich Klaus Allofs denke, dann fällt mir immer ein Spiel im Mai 1985 auf dem Bökelberg ein. Allofs Gegenspieler war Uli Borowka, der eisenharte Gladbacher Verteidiger, ein Mann von seinerzeit Top Bundesliganiveau. Borowka hat vermutlich noch Tagelang Kopfschmerzen gehabt, Allofs spielte wie ihm Brummkreisel. Links vorbei,rechts vorbei. Durch die Beine, über den Kopf. Borowka machte keinen Stich, der FC gewann durch drei Tore von Klaus Allofs mit 3:2 -ein wunderbares Spiel mit einem ganz grossen Fussballer im Mittelpunkt.
    • Vor 40 Jahren - am 06.09.1975 - spielte der 1.FC Köln in der Radrennbahn gegen den HSV. 24.000 Zuschauer, fast ausverkauft war das damals in der kleinen Radrennbahn mit ihrer unvergleichlichen Atmosphäre, die den FC zu grossen Siegen getragen hatte.

      Davon war am Anfang der Saison 1975/76 nicht viel über geblieben. Der FC - wie immer mit grossen Ambitionen gestartet - lag mit 4:6 Punkten im hinteren Feld der Tabelle und hatte gerade mit 1:3 beim Aufsteiger Karlsruhe verloren. Es war Pech im Spiel, das muss man sagen. Aussenverteidiger Hein hatte sich verletzt. Heinz Flohe litt unter Rückenbeschwerden und konnte nicht vernünftig trainieren. Das Allerschlimmste war, daß Mittelstürmer Dieter Müller - im Vorjahr noch mit 24 Toren zweiter der Bundesligatorschützenliste - sich eine Rippenfellentzündung zugezogen hatte und seit dem zweiten Spiel fehlte. Man munkelte von TB und Karriereende. Wie auch immer, Müller fiel lange aus. Ohne ihn gab es keine Tore - es war wie verhext.

      Der im Grunde schon für den Ruhestand vorgesehene Hannes Löhr brachte den FC in Führung, nach fünf Minuten. Fortan ein verteiltes Spiel, mit Chancen hüben wie drüben. Der HSV hatte eine Bombentruppe mit SPielern wie Kargus, Kaltz, Volkert, Zaczyk, Memering, Ettmayer, Hidien - im Grunde der Kern der Mannschaft, die wenige Jahre später den Europapokal der Pokalsieger gewinnen würden und Deutscher Meister wurde.
      Heinz Flohe musste zur Halbzeit raus - Rückenbeschwerden. Der bruch im Kölner Spiel und Hamburg wurde immer dominanter. In der 79 Minute erzielte Manni Kaltz den verdienten Ausgleich, Köln rettete sich über die Zeit.

      Nach dem Spiel haderte Traniner Cajkovski mit dem Schicksal. Heinz Flohe u n d Dieter Müller - das geht nicht, das können wir nicht auffangen. Im Umfeld mehrten sich die Stimmen, die den Jugosslawen kritisch sahen. Zu viele(angebliche) Magie, zu wenig inhaltliche Trainerarbeit, zu wenig taktische Kniffe. Ob es daran alleine lag?! Müller und Flohe, das war schon extrem bitter für den FC. Nun, Cajkovski wurde dann gegen Ende der Halbserie nach einer 0:4 Niederlage gegen Mönchengladbach gefeuert(das war schon im neuen Müngersdorfer Stadion vor 60.000 Zu-
      schauern).
      In der Rückrunde kam Dieter Müller zurück. 16 Toren in 17 Spielen erzielte er. Fuhr mit zur Europameisterschaft 76 und der Rest ist Legende. Eingewechselt gegen die Jugoslawen - drei Tore durch Müller. Trainiert wurde er in der Rückserie fvon Georg Stollenwerck,dem ehemaligen Verteidgerstar der Kölner, welcher eingesprungen war. Nachfolger von Stollenwerck wurde Hennes Weisweiler, der sein Kommen damit verknüpfte, daß Müller - dem zahlreiche Angebote vorlagen - blieb. Müller blieb,, Weisweiler kam. Was dann kam, ist auch Legende. Aber eine andere Geschichte.
    • Es gibt Spiele, die man nie vergisst. Es gibt auch Spiele, die man sofort vergessen will. Aber es nicht kann, weil der Eindruck den man vermittelt bekam einfach zu grausig war um ihn je vergessen zu können.

      Ein solches Spiel ereignete sich vor nunmehr 20 Jahren weiland des Aufeinandertreffens des 1.FC Köln mit Bayer Uerdingen. Jawoll, die spielten damals noch Bundesliga - trainiert von FRIEDHELM FUNKEL, auch in Köln noch gut bekannt aus späteren Trainertagen. Der Trainer des 1.FC Köln war Stefan Engels, welcher den Dänen Morten Olsen ersetzt hatte. Olsen war zwei Wochen gefeuert worden, nachdem der Auftakt in der Liga missglückt war(0:1 gegen Schalke und 1:1 in Düsseldorf) und die Kölner im Pokal bei de rruhmreichen Spielvereinigung aus Beckum gescheitert waren. Ein schwaches Präsidium vermeinte, der Stimme des Mobs und der Stimme des Boulevard folgen zu müssen und entliess den Dänen. Honorige Verwaltungsratsmitglieder wollten den Aufstand proben, wurden aber stilsicher abgekanzelt. Die Entlassung des Dänen war unglaublich dämmlich, unglaublich bar jeden Fachwissens und unglaublich undankbar und letzten Endes ein weiterer Schritt auf der Rolltreppe nach unten.

      Nun gut - Engels übernahm. Startete mit einem glücklichen Sieg gegen den HSV und einer Niederlage in Karlsruhe. Am 08.09.1995 kamen also die Uerdinger und ich war einer von 16.000 Zuschauern. Onkel und Vater - ansonsten treue Begleiter - waren auf Kegeltour(was für ein Näschen hatten sie gehabt). Ich war in Begleitung eines alten Freundes und Mitspielers.
      Nach 15 Minuten gellten bereits die ersten Pfiffe durch das Stadion, so erbärmlich gestalteten sich die Aktionen. Köln, immerhin mit Akteuren wie Ilgner, Steinmann, Oliseh, Munteanu und Labbadia, fiel dreimal gar nichts ein und die Uerdinger traten den Ball bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf die Tribüne. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit hatte es nicht eine nennenswerte Aktion gegeben - beiderseitig. Fussball zu Abgewöhnen.Dann ein herrliches Ereignis, als die Kölner Braun und Oliseh den Ball gegenseitig übergeben/übernehmen wollten und sich prompt dabei mit Karacho über den Haufen rannten. Kaum drei Sekunden später wurde dieses Highlight noch getoppt, als zwei Uerdinger Artisten sich beim Konter im Kölner Strafraum auf eine derartig hanebüchene Weise selbst behinderten, daß der Kölner Baumann den Ball bereinigen kann. Allerdings dann einen derarig hanebüchenen Rückpass spielt, daß Bodo Ilgner Kopf und Kragen riskieren muss. Gelächter auf den Tribünen ohne Ende.

      In Mitte der zweiten Halbzeit schaute ich nach etlichen weiteren Glanzleistungen meinen Freund indigniert an und sagte:"Verdammt noch mal, das muss doch möglich sein, daß wir hier im Stadion 22 Leute finden, die besser kicken als diese Pfeifen da unten?!" Er schaut mich sinnend an und sagt:"Wieso im ganzen Stadion?! Die finden wir in diesem Block!"...MUHAHA,MUHAHA....

      Mittlerweile hatte sich im Stadion eine Stimmung breit gemacht, die an eine Büttenveranstaltung unter massivem Alkoholeinfluss grenzte. Jede Aktion wurde beklatscht, bejubelt - natürlich mit äusserster Häme. Als nach 90 Minuten abgepfiffen wurde - eisige Stille. Mein Kumpel und ich gingen schweigend aus dem Stadion und fuhren in die Stadt. Wir haben an diesem Abend viel Alkohol gebraucht, anders ging es nicht.

      Das war am fünften Spieltag der Saison. Es wurde nicht besser. Engels wurde nach einer Heimniederlage gegen Kaiserslautern gefeuert und zum guten Schluss richtete es Peter Neururer und hielt mit diesem Haufen die Klasse. Aber das ist eine andere Geschichte - wenn auch eine gute und interessante.
    • Vor 40 Jahren, Ende September, spielte der FC in Uerdingen. Köln war mau gestartet in der Saison, der Mannschaft fehlte der Langzeitkranke Dieter Müller an allen Ecken und Enden. Uerdingen - Bundesliganeuling . hatte in den Spielen vorher auf bedingungslosen Kampf gesetzt. Angesichts der unter entwickelten Spielkultur der Uerdinger war das auch das einzige und probate Mittel.

      Die rustikale Gangart war dann auch genau das richtige für unseren FC, dessen Starspieler geradezu entrüstet auf die zwar hausbackenen, aber doch penetranten Abwehrversuche der Uerdinger reagierten. Der FC - immerhin mit Weber, Strack, Cullmann, Simmet,Overath, Löhr und Flohe am Ball - bestand darauf, mt Einzelaktionen zu Werke zu gehen um den Uerdinger mal zu zeigen wer Fussball spielen konnte und wer nicht. Ganz besonders tat sich Heinz Flohe da hervor, der mehr Spass daran hatte, den Uerdingern Beinschüsse zu verpassen als konstruktiv und nachhaltig auf Torerfolg zu spielen. Der gute Heinz wurde dann auch nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt, nach meinem Geschmack 40 Minuten zu spät. Simmet tat sich indes besondres hervor, indem er - ob des harten Einsteigens der Uerdinger - seine Lieblingsrolle als "Rächer" ausfüllte. Im Gegensatz zu sonst mit äusserst mediokrem Erfolg. Einen nachhaltiger Lacher erntete Simmet auf den gut gefüllten Rängen als er Köstner(ja, unseren späteren Trainer) an der Seitenlinie versuchte dreimal über diese Seitenlinie zu treten und dreimal in die Luft trat.

      Der FC war also voll auf der Höhe des Geschehens, einzig und alleine dem guten Torwart Topalovic war es zu verdanken das man nicht höher als
      0:1 zur Pause zurück lag. Neben dem Jugoslawen agierten noch Overath und Weber in Normalform - Cullmann, Flohe, Konopka eine Katastrophe.
      Besserung ab es in HZ 2, als die beiden Herberts - Neumann und Zimmermann - eingewechselt wurden. Es entstand ein gewisser Zug zum Tor, ohne das der FC überragend spielte. Eine absolute Slapstickeinlage leistete sich dann 10 Minuten vor Schluss Hannes Löhr, der völlig blank vor dem Tor mindestens dreimal die Chance hatte zu schiessen. Als er dann beim vierten Male ausholte um den Ball endlich ins Tor zu befördern, rutschte er aus und der Ball kullerte ins Toraus. Das Gelächter auf den Rängen höre ich heute noch.
      Löhr machte es dann eine Minute vor Schluss besser und...Naja, im Grunde machte er es nämlich nicht besser. Sein Schuss wäre wohl an der Eck-
      fahne gelandet, wenn nicht irgendein übereifriger Uerdinger Abwehrspieler sich erbarmt hätte und in den Ball sprang und diesen prompt ins Eck unhaltbar abfälschte. 1:1, ein Wahnsinnsspiel fand sein passendes Ende....
      Ich fuhr dann mit meinem Kumpel Manni mit der Strassenbahn zum Hauptbahnhof Krefeld. Von da aus nahmen wir den Bus nach Hause. Der hatte nach 10 Kilometern eine Reifenpanne. Wir stiegen aus und sind 15 Kilometer nach Hause gelaufen. 3 Kilometer bevor wir nach Hause kamen, fing es an zu schütten. Pitschnass kamen wir kurz nach 21 Uhr nach Hause. Ein Supersamstag war das - und alles hatten wir nur dem FC zu verdanken.
    • am 04. Oktober 1975 spielte der FC in der Radrennbahn gegen Rot - Weiss Essen. Jo, die spielten früher mal in der ersten Liga und das gar nicht so schlecht. Kein Wunder, Essen war ein Traditionsstandort des Fussballes im Westen. 1955 gar Deutscher Meister und hatte Spieler hervor gebracht wie den legendärem Helmut Rahn, den Schützen des 3:2 beim "Wunder von Bern" gegen die Ungarn. Die Mannschaft, die im Herbst 1975 gegen den FC auflief, hatte zwar keinen Helmut Rahn - aber Spieler, die in der Bundesliga langjährig für Furore gesorgt hatten oder dieses noch tun sollten. Als da wären: Hans - Güter Neues, eisenharter "Klopper" der alten Schule, dessen grösste Zeit in Lautern kommen sollte. Werner Lorant, mieser und giftiger Dauerläufer und Treter(durchaus mit Fussballfähigkeiten gesegnet), der auch noch bei Eintracht Frankfurt reüssieren sollte(und erst recht als Trainer des TSV 1860 München). Bast - ein richtig guter Fussballer, der seine ganz grosse Zeit dann ich Bochum erlebte. Manni Burgsmüller, langjähriger Topstürmer in der Liga für Essen, Uerdingen, Dortmund und Bremen. Und natürlich Will "Ente" Lippens - einen der originellsten Kicker, den die Liga je erlebte.
      Nach Köln kam die Mannschaft mit der frischen Empfehlung eines 5:2 Sieges gegen den MSV Duisburg immerhin als Tabellenfünfter. Beim FC fehlte in der Startformation Heinz Simmet, der sonst immer dabei war. Simmet hatte sich unter der Woche verletzt und konnte nicht spielen. Dachte man. Es fehlte auch der kranke Dieter Müller. Cajkovski hatte sich was einfallen lassen. Nicht Cullmann spielte Libero, sondern "Bulle" Weber. Culli bildete mit Heinz Flohe und Wolfgang Overath ein Mittelfeld der Sonderklasse. Vorne durfte ein Matthias Brücken neben Hannes Löhr ran, der sollte dann für Gefahr und Tore sorgen.
      In der ersten Halbzeit war das Spiel verteilt, die besseren Chancen hatte Essen. Weber holte spektakulär einen Ball per Fallrückzieher kurz vor der Linie ab, ansonsten wäre Essen in Führung gegangen. Zur zweiten Halbzeit kam wer?! Heinz Simmet für Glowacz, der enttäuscht hatte. Der FC jetzt mit einem Vierermittelfeld und einer enormen Präsenz im entscheidenen Areal des Spielfeldes. Simmet führte sich prächtig ein - nach vier Minuten legte er zum Vergnügen der Zuschauer Werner Lorant - der mit den üblichen Nickligkeiten aufgefallen war - an der Aussenlinie mal so richtig schön flach, um dann anschliesslich einer seiner Lieblingsrollen zu spielen: " Der unschuldige Heinz". Der Schiri beliess es bei einer Ermahnung - nach heutigen Massstäben war die Aktion dunkelgelb. Ein paar Minuten später spielten Overath und Flohe den erwähnten Brücken frei - 1:0 für den FC. Fünf Minuten später kam dann der nächste Auftritt von Simmet Heinz, er fälschte einen Schuss von Löhr ins Essener Tor ab, 2:0. Und Hannes Löhr machte eine Viertelstunde vor Schluss das 3:0. Ein paar Minuten später beendete Heinz Simmet seinen Arbeitstag. 35 Minuten gespielt, ein Tor geschossen. Werner Lorant mal gezeigt, wie man richtig tritt und damit davon gekommt - ein bemerkenswerter Arbeitsnachweis!!

      Schönes Spiel war das. Anschliessend waren wir beim "Nelles" und ich habe ein Superkotelett von Onkel Walter spendiert bekommen. Konnte es was Schöneres auf der Welt geben?!
    • 22.Oktober 2005

      Der FC hatte in der Vorwoche gegen Hannover mit 1:4 verloren - zu Hause. Die Luft in Köln wurde dünner für Trainer Rappolder."In Frankfurt muss was Zählbares her", sagte der und veränderte die Mannschaft auf einigen Positionen. Die genaue Aufstellung weiss ich nicht mehr, aber an Artisten wie Lell, Sinkewiecz, Alpay, Grammozis, Sinkala und Guie Mien - da erinnere ich mich bestens.
      Wir fuhren also nach Frankfurt - zu acht Mann hoch. Am Freitag ging es los, Manni hatte ein Tophotel organisiert. "Im Zentrum. Superlage. Alles vom Feinsten. Und wir fallen sofort in zehn 10 Kneipen und Restaurants".....Korrekt, Manni. Nur - das Tophotel war eine Topabsteige. Dusche auf dem Gang, Toilette dito...Das wir da am Freitag nicht in den Zimmern bleiben konnten war klar - Kneipen gab es genug. Fünf Morgens kamen wir ins Hotel - durchschnittlich mit 2,7 Promille. Um 9 Uhr 30 gab es Frühstück und danach sind wir in irgendso eine Wellnessoase gegangen, um Sauna zu machen. Der Körper musste entgiftet werden. Um 14 Uhr 45 im Stadion - Manni hatte Karten mitten in einem Frankfurter Block organisiert. "Eh, super - denen können wir mal zeigen, was ne Harke ist", sagt Manni. Ja, echt super - bei einem Verhältnis von 1:100 kommt das immer gut, wenn man eine richtig grosse Klappe hat.
      Nach zwei Minuten hatten wir den ersten Ball in der Kiste. Dieser Grieche - Amanatidis hatte uns einen eingeschenkt. Aber drei Minuten später kommt Albert Streit und macht das 1:1. Wir grosse Szene, Jubel, Tralala...Böse Blicke aus Frankfurter Ecke....Halbzeit:4:1 für Frankfurt. 4:1!!!
      Epische Aktion von Alpay, als er beim Rauslaufen einfach stehen bleibt und drei Frankfurter sind dadurch nicht im Abseits. Tor, 3:1....Und wir?! Wir feiern jede Aktion des FC...Singen und schunkeln...Zweite Halbzeit: 2 für Frankfurt, 2 für uns. Endergebnis 6:3 für die Eintracht. Und wir?! Singen und schunkeln und haben uns längst mit den Frankfurtern verbrüdert....."So Bekloppte wie euch hatben wir noch nie erlebt", sagen die Jungs....Nach dem Spiel sind wir mit 30 Frankfurtern durch die Kneipen gezogen. Megamässiges Besäufnis, absoluter Spitzenabend. Spitzennacht....Um fünf kommen wir wieder ins Hotel...Machen ordentlich Krach, die Bullerei wird raus gerufen...Wir schaffen es gerade noch, die Szenerie zu beruhigen....Bettruhe. 10 Uhr aufstehen, Frühstück. Wir wollen fahren. Gott sei Dank bekommen wir mit, daß wir beobachtet werden - Polizei vor Ort. Keiner von uns war so nüchtern, daß er fahren konnte. Wir haben bis 16 Uhr gewartet, dann ging es los. Auf der Rückfahrt von einem Stau in den nächsten - um 21 Uhr war ich zu Hause. Ganz grosse Stimmung in der Familie, meine Frau belobigte mich aus-
      drücklich für die Gestaltung eines schönen, gemeinsamen Wochenendes.....Dieses Wochenende vergess ich mein Lebtag nicht.