DFB - Pokal, Freude und Frust

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    • DFB - Pokal, Freude und Frust

      Für die jüngeren von uns heute fast unglaublich - der 1.FC Köln war in den 60er und 70er Jahren eine wahre Pokalmannschaft. Ich hatte die Freude, legendären Schlachten im DFB - Pokal beizuwohnen. Darüber will ich schreiben.
    • DFB Pokal 1967/1968

      In der Meisterschaftssaison 1967/68 war die vorher einigermassen hoch gewettete FC - Truppe nicht über einen vierten Tabellenplatz hinaus gekommen. Stars gab es genug, es fehlte aber die mannschaftliche Geschlossenheit. Und der FC litt sehr unter dem Tod von "Boss" Franz Kremer im November 1967. Das viel zu frühe Ableben des Machers vom Rhein und "Vaters der Bundesliga" erschütterte den Verein bis in die Grundfesten.
      Daran konnte auch Startrainer Willi Multhaup nichts ändern. Multhaup - mit Werder Bremen Meister 1964 und mit Borussia Dortmund Europapokalsieger 1966 - hatte Akzeptanzprobleme in Köln. Als starke Persönlichkeit galt - neben Kremer - Altnationalspieler Hans Schäfer.

      Im Pokal lief es besser. Über den FB Homburg 08(4:1), Eintracht Frankfurt(1:1 und 1:0 im Wiederholungsspiel),Eintracht Braunschweig(1:1 und 2:1 im Wiederholungsspiel!!) und Borussia Dortmund(3:0) im Halbfinale gelangte man in das Endspiel nach Ludwigshafen, wo man gegen den Zweitligisten Bochum antreten musste. Bochum hatte unter anderem Borussia Mönchengladbach und im Halbfinale Bayern München ausgeschaltet.

      60.000 in Ludwigshafen sahen diese Kölner Mannschaftsaufstellung:
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      Soskic - Pott - Hemmersbach - Weber - Thielen - Simmet - Flohe - Overath - Rühl - Löhr - Hornig. Der FC spielte mit 7 Nationalspielern(Soskic, Pott,Weber,Thielen, Overath, Löhr und Hornig) und einem(Flohe), der es noch werden sollte. Natürlich war man favorisiert, doch man war auch gewarnt vor den kampfstarken Bochumern um Regisseur Heinz Höher(dem nachmaligen Bundesligatrainer).

      Köln ging in der 22ten Minute durch ein Eigentor von Jablonski in Führung, verdient in Führung. Schon vorher hatten Rühl und Löhr zwei gute Gelegenheiten liegen gelassen. Die Bochumer wurden dann stärker und erzielten in der 37ten Minute durch Böttcher den Ausgleich. Grosser Jubel beim Anhang des Ruhrpottvereines und bei den Neutralen, die eher auf der Seite des Underdog standen. Im Gegenzug erzielte Rechtsaussen Rühl dann allerdings postwendend das 2:1, welches den Halbzeitstand markierte.
      In der zweiten Halbzeit spielte dann nur noch der FC. Overath, Rühl und Bundesliga - Torschützenkönig Hennes Löhr brachten die Bochumer Hintermannschaft von einer Verlegenheit in die andere und Rühl und Löhr besiegelten in der 57ten und 70ten Minute das Schciksal der wackeren Bochumer. Diese hatten sich nach Kräften gewehrt, aber am verdienten Sieg der Geissböcke gab es nichts zu deuteln. Kapitän Thielen nahm nach dem Spiel den Pokal im Empfang - den ersten Pokal in der Geschichte des 1.FC Köln.
    • DFB - Pokal 1969/1970
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      Eine wahrhaft unvergessliche Pokalrunde. Sie begann im März 1970 und endete am 29. August 1970!!!Warum?!

      Im Winter 1969/70 war es durch eine lang anhaltende Schlechtwetterperiode zu einer wahren Unzahl von Spielabsagen in der Bundeslga gekommen.Zudem dräute die Fussballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko und es kam zu einer massiven Terminnot. EInzig und allein die erste Runde gegen Essen wurde im März ausgetragen und die war schon denkwürdig genug, denn es kam in Essen zu einem knüppelharten Spiel, welches nach sechs Toren mit 3:3 in der Verlängerung endete. Das Wiederholungsspiel fand am 25.Juli 1970 in Köln statt und dieses Mal gewann der FC mit 5:1 gegen überforderte Essener. Ja, richtig gelesen - der Poklawettbewerb wurde(quasi als Extrarunde) in den Juli und August der darauf folgenden Saison gespielt. Vier Tage später ging es weiter. Dieses Mal ging es gegen den MSV Duisburg und die Duisburger wurden gleich mal mit 6:1 zerlegt und waren ohne jede Chance in Müngersdorf.

      Im Viertelfinale musste der FC auf den gefürchteten Bökelberg, zum amtierenden Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach. Köln ging in der 31ten Minute durch Löhr in Führung. Nach der Halbzeit glich Vogts aus und Luggi Müller markierte durch einen sehr umstrittenen Elfmeter die 2:1 Führung für die Fohlen. Unumstritten dann der Foulelfmeter für Köln, den Biskup in der 87ten Minute zum Ausgleich verwandelte. Verlängerung und in dieser fiel bereits in der 93ten Minute die Entscheidung durch ein Tor von Matthes Hemmersbach.

      Halbfinale in Aachen und auf dem Tivoli gewann eine äusserst überlegen aufspielende Mannschaft des 1.FC mit 4:0 gegen chancenlose Aachener.
      Der FC also innerhalb von nicht einmal vier Wochen im Endspiel des Pokals - mit dem imponierenden Torverhältnis von 18:4 Toren.
      Hoch favorisiert gegen den Endspielgegner Kickers Offenbach waren die Köner also. Mit Manglitz, Weber, Löhr und Overath stellte sie alleine vier WM - Teilnehmer.

      Vor 50.000 Zuschauern in Niedersachsenstadion stellte sich folgende Kölner Mannschaft den Offenbachern:
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      Manglitz - Thielen - Hemmersbach - Weber - Biskup - Simmet - Kapellmann - Flohe - Parits - Overath - Löhr.

      Offenbach immerhin mit Spielern wie Helmut Kremers, Bechtold, "Pille" Gecks, Winkler, Egon Schmitt, dem rothaarigen Winni Schäfer(langjähriger Trainer) und einem Torwart namens Volz.

      Ich war mit meinem Onkel, meinem Vater und meiner jüngeren Schwester nach Hannover gefahren. Schon die beiden Spiel in Mönchengladbach und auf dem Tivoli hatte ich live gesehen. Unsere Erwartungen waren eindeutig. Bei allem Respekt für den OFC, da konnte nichts schief gehen.

      In der 24ten Minute ging Offenbach in Führung, verdient in Führung. Dem FC war ausser Ballgeschiebe nichts eingefallen und die Abwehr wirkte bis auf Weber und Manglitz unsicher. Thielen, dem beim 0:1 ein kapitaler Fehler unterlief, wurde dann folgerichtig bald durch Rupp ersetzt. In der zweiten Halbzeit wurde es etwas besser, aber die Kickers konterten durch Winkler zum 2:0 in der 64ten Minute. Da hatte mein Vater meine Schwester schon von mir weg gesetzt. Meine Schwester, minimal an Fussball interessiert und maximal daran ihren Bruder zu nerven, hatte bereits nach dem 1:0 begonnen, ein einfältiges Liedchen zu intonieren:" Köln verliert, Köln verliert"....Fünf Strophen weiter und sie fing sich eine schwungvolle Backpfeife von mir und von da an saßen wir nicht mehr nebeneinander.

      Löhr schoss dann in der 73ten Minute den Anschlusstreffer und 9 Minuten vor Schluss gab es einen Elfmeter für Köln. EIn unbeschreibliches Tohabowuhu auf dem Platz, Offenbacher Zuschauer stürmten das Feld, de rElfmeter konnte minutenlang nicht ausgeführt werden. Dann trat an:Wener Biskup, der in den letzten Wochen im Pokal fünf Tore, davon vier per Elfmeter, erzielt hatte. Schiesst - und besagter Volz hält. Alle Kölner Bemühungen danach halfen nichts mehr, Offenbach reckte den Pokal in die Luft und wir gingen bedröppelt aus dem Stadion. Der Spott über die Kölner war grenzenlos, zumal der Triumphzug in Köln schon organisiert war. Die Einzelleistungen der meisten Kölner unterschieden sich meilenweit von den Leistungen der letzten Wochen. Nicht Overath, sondern Schäfer wurde zum entscheidenen Mann im Mittelfeld. Weber und Löhr waren die Besten auf Kölner Seite, doch es reichte insgesamt eben nicht. Das erste von einigen Pokalendspielen, die ich noch (mit) verlieren sollte.
    • DFB - Pokal 1970/71
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      Köln - die Pokalmannschaft. In jener Saison gab es für den FC in der Meisterschaft nichts zu holen, gar nichts. Am Ende stand Rang 11 und als "Schmankerl" oben drauf, daß Startorwart Manglitzt massgeblich in den dann folgenden Bundesligaskandal verwickelt wurde(dazu später etwas mehr).

      In den Pokalwettbewerben lief es anders. Im UEFA - Pokal ging es in das Halbfinale, wo man an Juventus Turin scheiterte. Im DFB - Pokal fuhr amn am 12ten Mai 1971 nach Gelsenkirchen. Ich war auch dabei und das war so ein Spiel, welches man nicht so schnell vergisst. Die altehrwürdige Gelsenkirchener Glückauf - Kampfbahn war ausverkauft(das hiess offiziell je nach Lesart 33 - 35.000 Zuschauer, tatsächlich waren es wohl eher Richtung 42,43.000 Zuschauer).

      Schalke hatte einen Bombenstart und ging durch Scheer in der 7ten Minute in Führung. Schalke`s Rechtsaussen Libuda spielte mit Linksverteidi-
      ger Matthes Hemmersbach Jojo und liess diesen ein um das andere Mal aussteigen. In der 17ten Minute einmal zuviel und da hiess es dann 2:0. Der FC hatte bis dahin kaum Bindung gefunden und das galt auch für die viel gerühmte Mittelfeldreihe mit Simmet, Flohe und Overath. 10 Minuten vor der Halbzeit hatte Trainer Ocwirk einen Geistesblitz und wechselte Lex für Parits ein. Dieser kümmerte sich zusammen mit Thielen,der auf die linke Verteidigerseite wechselte, um Libuda. Hemmersbach ging auf die andere Verteidigerseite.

      Von der Minute an war es um das Schalker Angriffsspiel geschehen und in der zweiten Halbzeit regierte der FC. Fischer völlig abgemeldet bei Weber, Libuda in besten Händen und im Mittelfeld regierten jetzt Overath und Fllohe statt Lütkebohmert und van Haaren. Köln verkürzte in der 50ten Minute und glich in der 70ten durch Thielen aus....Und dann passierte in der 75ten Minute folgendes: Mein Vater, mein Onkel und ich sassen unmittelbar am Spielfeldrand. Unmittelbar heisst, daß du die Spieler mit dem ausgestreckten Arm berühren konntest, wenn sie einen Einwurf machten. Auf unser Höhe klärt Simmet vor Lütkebohmert ins Aus. Der tritt ihm ziemlich hart, aber unabsichtlich auf den Fuss. Heinz Simmet - nie um eine Aktion verlegen - fäng an zu schimpfen und zu rangeln.Auf den Rängen steht alles auf. Mein Onkel beugt sich nach vorne und zieht Lütkebohmert an der Hose. Es entsteht ein Riesentheater auf dem Platz und den Rängen. Minuten später haben sich die Wogen geglättet und das Spiel wird - der Schiedsrichter hat völlig den Überblick verloren - mit einem Freistoss für Köln fort gesetzt. Overath tritt den Ball Richtung 16er, irgend jemand verlängert und Heinz Flohe schiesst das 3:2...Und mit diesem Ergebnis ist Schluss und Köln steht im Finale des DFB - Pokals 1971.
      Klar, daß wir dann nach Stuttgart fuhren, denn dort war das Endspiel. Gegen Bayern München, gegen das wir in der Meisterschaft äussert dubions 0:7 in München verloren hatten. Was den Bayern nichts genutzt hatte, denn sie hatten die Meisterschaft dann doch noch vergeigt - in Duisburg.
      Mittlerweile hatte nach dem letzten Bundesligaspieltag der Saison der Offenbacher Prsäident Horst Gregorio Canellas die wahre Bombe gezündet - er liess anlässlich seines 50ten Geburtstages in seinem Garten(die komplette DFB - Spitze war anwesend) ein Tonband laufen. Der Auftakt zum Bundesliga - Skandal, der mehr als die Hälfte aller Klubs der Liga erfasste. Einer der Drahtzieher: Manfred Manglitz, der Kölner Torwart. Logisch, daß der in Stuttgart nicht spielte. Spielen durfte Milutin Soskic und der - in seinem letzten Spiel für den FC - zeigte eine Weltklasseleistung. Genau wie Bulle Weber, der Gerd Müller beherrschte. Genau wie Wolfgang Overath, der ein überragendes SPiel machte. Genau wie auf der Gegenseite Franz Beckenbauer und Uli Hoeness. Köln ging durch Rupp 1:0 in Führung und behielt diese Führung zur Halbzeit. Die favorisierten Münchener glichen durch Beckenbauer aus, mussten aber in der 70ten Minute den Platzverweis von Koppenhöffer hin nehmen - nach einem äusserst rüden Foulspiel. Das Geschehen - auch in der Verlängerung - wogte hin und her und das bis zur 119 Minute. Dann kam ein Mann namens Schneider und nagelte den Ball aus ca, 28 Meter unter den Giebel. Soskic machtlos, die Kölner Spieler in Tränen aufgelöst. Grosses Spiel, alles gegeben, nichts gewonnen.

      So kam es, daß mein Onkel uns zwar in das Pokalfinale brachte - aber nicht zum Pokalsieg führen konnte.
    • Also das 71er Finale hab ich mal in der 20 Minuten Zusammenfassung gesehen.

      Der Bomber hat 4 Elfer nicht gekriegt. :wink:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Chef), Ich (Vize), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, sharky, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock.
    • Genau das. :wink:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Chef), Ich (Vize), Anfield, grischa, Barny, Flykai, elkie57, schwarzwälder Geißbock, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, winter, ManwithnoName, Malu, Maddes46446, fckoeln1948, Mittelfeld, effzeh, caprone, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, sharky, Et troemmelche71, KölscheJung, izeh, Badischer Bock.
    • DFB - Pokal 1971/72
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      Der Pokal wurde im Hin - und Rückspielmodus ausgeführt. Der FC schoss einen Essener Vorstadtverein in der ersten Runde aus dem Pokal und in der
      zweiten Runde wurde die Rechnung von 1970 mit den Offenbacher Kickers glatt gestellt. In Offenbach verlor man mit 3:1, in Köln dafür mit 4:0, der FC im Viertelfinale. Gegner: der FC Bayern München und man konnte die Rechnung für 1971 begleichen.

      Im Hinspiel fuhr man nach München und verlor an der Grünwalder Strasse mit 3:0. Was sich glatt anhörte, war ein Skandalspiel allererster Güte, in dem Köln von einem unfähigen Schiedsrichter nach Strich und Faden benachteiligt wurde. Overath`s 1:0 nach 10 Minuten erkannte der Referee ab und verhängte stattdessen einen Freistoss für Köln - er hatte eine Vorteilsposition übersehen. Dem 1:0 für München durch Roth ging eine Handspiel voraus und beim 2:0 durch Gerd Müller stand der Bomber derartig krass im Abseits, daß er selber nicht wusste warum er nicht zurück gepfiffen wurde. Das 3:0 durch Müller ist eine Extrageschichte wert. Beim Stande von 2:0 umkurvte - sieben minuten vor Schluss - Rechtsaussen Glowacz elegant seinen Gegenspieler und trat von rechts mit dem rechten Aussenrist den Ball am verdutzten Nationatorwart Maier den Ball in das Kreuzeck. Maier holte frustriet den Ball aus dem Netz und trat ihn gen Anstosskreis. 2:1 für den FC, das war doch mal eine Ausgangsbasis für das Rückspiel. Statt Tor gab der Schiri allerdings Freistoss - für München. Glowacz habe sich vor seinem Tor zu heftig eingesetzt, selbst die Münchener konnte sich kaum halten vor Lachen. Während die Kölner heftig protestierten, wird der Freistoss nach vorne geschlagen - Müller steht frei und macht was er am besten kann, Tor für Bayern. Die Kölner - nach dem Abpfiff völlig ausser Rand und Band - attackieren Schiri und Linienrichter und es fallen auch unfreundliche Töne Richtung Münchener Gegenspieler. Es ist offen von Betrug die Rede. Udo Lattek, Münchener Trainer udn schon immer ein Freund der hohen Diplomatie, giesst noch ein bisschen Öl in das Feuer:"Die Kölner sollen sich nicht so anstellen, das ist Profifussball". Hennes Löhr giftet zurück:"Der Lattek soll den Mund halten. der weiss doch gar nicht, wie ein Ball aussieht".

      In den kommenden Tagen vergiftet sich die Atmosphäre immer mehr und am Tage des Rückspieles textet der Express:"Die Messer sind gewetzt".
      Wohl selten war die Schlagzeile eines Boulevardblattes so wahr - die Messer waren gewetzt. Köln ohne Weber und ohne Overath, Maier fehlte bei den Bayern.

      Von Anfang an stürzten sich die Kölner Spieler auf ihre Münchener Gegenspieler wie die Falken auf den Hasen. Löhr erzielt in der 19ten Minute das 1:0 und die Münchener kommen kaum zur Besinnung. Köln verschwendet bis zur Halbzeit ein Dutzend bester Möglichkeiten, doch der eigentliche Aufreger der ersten Halbzeit kommt, als Linksaussen Sühnholz und Rechtsverteidiger Konopka aneinander geraten. Der Bayer muss mit Verdacht auf Schien - und Wadenbeinbruch ausscheiden. Der Höhepunkt an Nickligkeiten, Fouls der Kategorie "dreckig" "superdreckig" und "ohne Worte".
      In die Kabine werden die Bayern mit Schmähgesängen überzogen, aber sie dürften kaum geahnt haben was dann kam. In der 49 ten Minute provoziert Rupp ein Eigentor von Nationalspieler Schwarzenbeck. In der 50ten Minute erzielt Rupp das 3:0, in der 52ten Minute Glowacz, der Gegenspieler Breitner verrückt macht, das 4:0. Bomber Müller stellt auf 4:1, aber der überragende Rupp - der Beckenbauer in diesem Spiel mehrere Male den Ball durch die Beine spielte - macht das 5:1.Dabei blieb es und die Bayern waren noch gut bedient, der FC hätte auf zweistellig stellen können. Erwähnenswert auch noch, daß Heinz Flohe sein boxerisches Talent andeutete, als er Gegenspieler Krauthausen per linkem Haken in die Parterre schickte. Der Schiedsrichter hatte gerade wieder seine Augen ganz woanders und ahndete die Einlage von Flohe nicht.
      "Fussballkrieg in Köln" texteten die Gazetten und sie hatten Recht. Selten oder nie habe ich in einem Stadion eine von Anfang an derartig Hass erfüllte Atmosphäre erlebt und selten zwei Mannschaften, die sich absolut darüber einig waren nicht nur Fussball zu spielen, sondern Rechnungen zu begleichen. Das die Kölner das besser konnten als die Münchener mochte so manchen überraschen - standen doch auf Müncherer Seite ausgemachte und bekannte Rauhbeine wie Schwarzenbeck,Koppenhöfer und Hansen. Und ein Paul Breitner "spuckte" ja auch nicht rein. Allerdings standen Kapellmann, Hemmersbach,Simmet,Flohe und vor allem Konopka ihren Münchener Antipoden in nichts nach und Fussball spielen - das konnten die Kölner an diesem Tag besser.
    • Fortsetzung Pokal 71/72

      Im Halbfinale spielte der FC gegen Schalke 04. Schalke war leicht favorisiert, die Mannschaft bot den grossen Bayern in der Meisterschaft hartnäckig
      Paroli und hatte mit Nigbur, Fischer, Sobieray,Libuda, Lütkebohmert, Fichtel,den Kremers-Zwillingen und Rüssmann wirklich grossartige Spieler - die entweder Nationalspieler waren oder an das Tor zur Nationalmannschaft klopften. Wenn da nicht der unselige Bundesligaskandal gewesen wäre, der kurz darauf die Spieler Sobieray,Fischer, Fichtel,Libuda, Lütkebohmert und Rüssmann zeitweilig aus dem Verkehr ziehen sollte.

      Der FC Schalke kam also nach Köln und der FC zog den Knappen das Fell über die Ohren. 4:1 durch Tore von Cullmann,Overath und zweimal Löhr bei einem Gegentreffer von Fischer. "Es hätte dicker kommen könne", sagte Ivica Horvat, Trainer der Schalker. Der einstige Weltklassestopper Jugoslwawiens hatte ein Kölner Team von grosser Klasse gesehen und lobte die Atmosphäre in der Radrennbahn. Im Gegensatz zum München SPiel blieb dieses Mal alles im sportlichen Rahmen.

      Rückspiel in der glückauf - Kampfbahn. Wie üblich war die offizielle Zuschauerzahl 35.000, die inoffizielle dürfte sich bei 45.000 eingependelt haben. Schlake begann furios und lag nach 41 Minuten mit 3:0 vorne, ehe Löhr verkürzte. Der selbe Löhr besorgte per Elfmeter den Anschlusstreffer und bis zur 80ten Minute blieb es dabei. Dann bekam Schalke einen Eilfmeter und der Wahnsinn begann. Beverungen verschiesst, es bleibt beim 3:2. Drei Minuten später - das Spiel wird immer hitziger -Elfer für Schalke. Dieses Mal Helmut Kremers - und es steht 4:2 für die Knappen. Das SPiel geht in die Nachspielzeit und es gibt wieder einen Elfmeter - für Schalke. Kremers - und 5:2.
      Die Schalker waren nach dem Spiel so ehrlich und gaben zu, daß der Elfer zum 4:2 eine Lachnummer gewesen sei und der Elfer zum 5:2 zumindest umstritten. Der Schiedsrichter lääst sich in der 105ten Minute zur nächsten Lachnummer hin reissen - Elfer für Köln. Biskup läuft an - und verschiesst. Es bleibt beim 5:2, Elfmeterschiessen muss entscheiden.

      Es dauert 16 Elfer, bis die Nummer entschieden ist. Auf Schalker Seite verschiesst Libuda, Overath folgt ihm.Dann verschiesst Beverungen, Glowacz folgt ihm. Und Bernd Cullmann macht den Schalker Sieg perfekt, als er seinen Elfer gegen den Pfosten schiesst. 21 Elfer hat das Spiel gesehen - und der FC ist raus. Dumm gelaufen -denn mit Köln schied die über zwei Spiele deutlich bessere Mannschaft aus, die allerdings auch deutlich dämmlichere Mannschaft - so meint es jedenfalls Köln`s Kapitän Overath. Er wird gewusst haben, wovon er spricht.

      Für die Spieler aber auch für die Zuschauer eine unvergessliche Angelegenheit. Eine Belastung der besonderen physischen und psysischen Natur - unvergesslich halt.
    • DFB - Pokal 1972/73
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      Der Modus war der gleiche geblieben - mit Hin-und Rückspiel wurden die Begegnungen ausgetragen. Am Ende dieser Pokalrunde sollte das denkwürdigste Endspiel aller Zeiten stehen - bis heute.

      Der FC bekam es in Runde 1 mit der Fortuna aus Köln zu tun und unterlag im Hinspiel mit 1:2. Die Schmach wurde wieder wett gemacht im Rückspiel, in der man die Fortuna nach Verlängerung mit 4:0 besiegte.
      In der zweiten Runde lag man im Hinspiel beim HSV mit 2:0 zurück, ehe Overath und Gebauer egalisierten. Das Rückspiel gegen einen schwachen HSV wurde glatt mit 4:1 gewonnen.

      Im Viertelfinale musste Köln nach Braunschweig, wo die Trauben für den FC im Normalfall recht hoch hingen. Dieses Mal nicht. Wolfgang Weber - nach langer Pause genesen - überragte und erzielte die beiden ersten Treffer bei einem in der Höhe mehr als überraschenden 5:0 Sieg. Im Rückspiel begnügten sich die Kölner mit einem 3:2.

      Halbfinale - und der alte Bekannte Kickes Offenbach kam nach Köln. Und blieb absolut chancenlos - 5:0 für den 1.FC Köln, der sich nach dem 1:1 auf dem Bieberer Berg auf das Pokalfinale freuen durfte. Verdientermassen freuen durfte, man war durchaus imposant durch die Pokalrunde gesegelt.
      Der FC hatte in diesem Jahr eine Menge neuer, junger Leute eingebaut. Cullmann war schon seit zwei Jahren eine feste Grösse, Konopka und Glowacz im Jahr davor in den Kader gerückt. Jetzt waren auch Herbert Hein und Herbert Neumann hinzu gekommen - sie alle sollten noch grosse Spiele beim FC absolvieren. In der Meisterschaft wurden die Kölner hinter Bayern Vizemeister und am vorletzten Spieltag hatten sie den verhassten Rivalen Mönchengladbach mit 3:1 in der Radrennbahn geschlagen. Ein Ergebnis, das die Gladbacher ihrem überragendem Torwart Kleff zu verdanken hatte, dem Gladbachs Trainer Weisweiler nach dem Abpfiff süss - sauer eine Weltklasseleistung attestierte.

      Eben gegen jende Gladbacher ging es also im Pokalfinale, welches am 23.Juni 1973 im Düsseldorfer Rheinstadion angesetzt wurde. Die Kartennachfrage für dieses Spiel war ungeheuer und ich hatte das grosse Glück am 23.Juni in Düsseldorf einem Spiel beizuwohnen, welches zu den TOP - 3 Spielen gehört, die ich jemals gesehen habe.

      Borussia Mönchengladbach war als fünfter der Meisterschaft hinter dem FC gelandet - zum ersten Mal seit Jahren. Es gab gewisse atmosphärische Störungen zwischen dem grossen Regisseur der Mannschaft, Günter Netzer und Trainer Hennes Weisweiler. Weisweiler rieb sich gerne an seinen Stars und Netzer war ein STAR. Als fest stand, daß Netzer nach der Saison zu Real Madrid wechsel würde, war für Weisweiler das Fass voll und in der Startformation für das Endspiel fehlte Netzer`s Name.

      Bei Köln hingegen stimmte alles. Die Mannschaft hatte Form und vor allem Cullmann, Flohe, Kapellmann und Weber waren in überragender Verfassung. Köln war also leicht favorisiert und das waren die Vorzeichen vor diesem Spiel an diesem brütend heissen Tag im Juni 1973.
    • 23.Juni 1973 - Deutsches Pokalendspiel zwischen dem 1.FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach
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      Der Tag war von der Sorte, die eher für Juli oder August gemacht sind. Flirrend heiss, schwül und drückend - gerade am Niederrhein. Ein Tag, an denen du fünf Minuten nach einer Dusche bereits nach der nächsten gierst.

      69.600 Zuschauer waren in das für die kommende WM neu erbauten Düsseldorfer Rheinstadion gekommen und es lag buchstäblich in der Luft. Es war da, fast zum Greifen. Die Atmosphäre war brodelnd, stickig, gespannt und nachdem die Nationalhymne verklungen war, entlud sich das Spiel wie in einer Explosion.

      Die Trainer Weisweiler und Schlott hatten folgende Mannschaften nominiert:
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      Borussia Mönchengladbach begann mit Kleff im Tor, Vogts und Michallek in der Verteidigung, Sieloff als Libero und Bonhof als Vorstopper. Im Mittelfeld agierten Danner, Kulik und Wimmer. Rechtsaussen war Jensen, Mittelsttürmer Rupp und Linksaussen Heynckes. Weisweiler hatte also die Ankündigung wahr gemacht - Netzer sass auf der Bank.

      Der 1.FC Köln spielte mit Welz im Tor, Kapellmann und Hein in der Verteidigung, Cullmann als Libero und Weber als Vorstopper. Simmet, Flohe, Overath und Neumann bildeten ein Vierermittelfeld und im Sturm liefen auf Glowacz und Löhr.

      Gladbach begann wie die Feuerwehr und Rupp ist frei vor Welz, schlenzt den Ball an ihm vorbei und Bernd Cullmann klärt diesen diesen Zentimeter vor der Torlinie. Auftakt zu einem Spiel, das niemand vergessen war, der im Rheinstadion dabei war. Gladbach ist in den ersten 25 Minuten Ton angebend, hat Chancen zuhauf. Köln hat aber auch Chancen zuhauf, das Spiel ist ein einziges Offensivspektakel. Die ersten Verlierer stehen bald fest - und das sind die beiden Trainer, denen offensichtlich keiner bei der taktischen Besprechung zugehört hat. Es geht nur in Richtung gegnerisches Tor und zwar mit offenem Visier. Selbst Spieler wie Simmet, Hein und Kapellmann auf Kölner Seite und Spieler wie Bonhof, Danner und Vogts auf Gladbacher Seite, deren Auftragsprofil zunächst einmal defensiv ausgelegt ist, interpretieren ihre Rollen dieses Mal höchst eigenwillig. Ist ein Angriff von Gladbacher Seite beendet, geht der nächste der Kölner schon los und beide Torleute bekommen reichlich Gelegenheiten sich auszuzeichnen. Gladbach geht in Führung, gerade als die anfängliche Überlegenheit der Fohlen abzuebben droht. Wimmer setzt sich durch, Linksschuss - 1:0 für den VfL.
      Sollte einer gemeint haben, daß die Kölner jetzt konsterniert seien - dss Gegenteil ist der Fall. Das Mittelfeld des FC wird immer stärker und bestimmt das Spiel. Overath zieht die Fäden, Simmet spielt defensiv wie offensiv, Heinz Flohe hat einen seiner Schokoladentage und die Überraschung des Spieles ist der 19-jährige Herbert Neumann, der ein brillantes Spiel macht. Köln ist besser, Köln erzielt in der 41te Minute das 1:1. Overath läuft quer zum Strafraum, legt perfekt mit der Hacke auf den heran preschenden Neumann auf, der Kleff mit einem plazierten Rechtsschuss überwindet. In den nächsten fünf Minuten vor der Halabzeit nagelt der FC Gladbach förmlich in der eigenen Hälfte fest und die Fohlen retten sich mit Glück, Geschick und Kleff in die Pause.

      Pause - und alles schaut erstaunt umher. Was hatte man nicht alles in dieses Spiel hinein interpretiert und gewünscht.Und jetzt?! Alles übertroffen, weit übertroffen. Leidenschaft und KLampf, spielerische Klasse hüben wie drüben, Einzelaktionen von Brillanz, Torleute, die die unhaltbarsten Bälle hielten. Eine Woche zuvor hatte Brasilien in Deutschland in einem Länderspiel mti 1:0 gewonnen - was für eine müde Veranstaltung war das gegen dieses Spiel.
    • Deutsches Pokalendspiel 23.Juni 1973 - Teil 2
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      Wer gedacht hätte, daß beide Mannschaften in der zweiten Halbzeit einen oder zwei Gänge herunter fahren würden, sah sich getäuscht. Sofort nach Wiederanpfif muss Welz schon wieder in höchster Not eingreifen und keine zwei Zählerumdrehungen weiter hat Heinz Simmet eine Tausendprozentige Chance, die er aber verdasselt. In diesem Stil geht es weiter - Chancen hüben wie drüben und dann erhält Gladbach eine Elfer als Kapellmann den Dänen Jensen foult. Josef Heynckes läuft an und Welz hält den Ball mit einem wahren Panthersprung ins linke Eck. Hält den scharf geschossenen Elfer f e s t mit einer Hand, eine der aussergewöhnlichsten Parade, die ich jemals gesehen habe.

      Das Tempo steigert sich fast noch, Chancen im Minutentakt. Am Ende der regulären Spielzeit hat der FC dreimal vor Latte und Pfosten geklopft und der VFL verzeichnet zwei Holztreffer. Alles läuft, spielt, kämpft wie aufgedreht. Alleine In den letzten 10 Minuten erstickt den Anhängern beider Seiten der Torschrei hüben wie drüben vier, fünfmal auf den Lippen. Immer wieder geht der Ball knapp daneben oder drüber, die Torleute haben wiede einer ihrer Paraden oder der Ball wird von der Linie geholt. Es bleibt beim 1:1 und wenn es 6:6 stehen würde, dann würde keinen der Torleute ein Vorwurf treffen. Wolfgang Overath ist beim Abpfiff nicht mehr auf dem Platz. In der 71ten Minute muss er weichen, Wadenkrämpfe plagen den Kapitän. Ihn werden nach dem Spiel Vorwürfe treffen - er hätte sich durchbeissen müssen. Konopka kommt für ihn wie Gebauer für Glowacz - dem Kölner Spiel tut das keinen Abbruch. Generell hat das Spiel eine Eigendynamik genommen, das sich einer normalen Betrachtungsweise längst entzieht und auch dem Zugriff der Trainer.
    • nur mal so zwischendurch lieber Soll/Ist

      danke für deine Mühe.....das ist doch endlich mal ein Sommerlochfüller!!

      liebe Mods: wäre das nicht mal ein Aufhänger für FB??
      ......nein....nein....ich weiß auch nicht, warum der Risse immer die Freistöße schießt.....
    • Deutsches Pokalendspiel 23. Juni 1973 - Teil 3
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      Das die Trainer keinen Zugriff mehr hatten, sollte Hennes Weisweiler schnell feststellen, als der Abpfiff ertönte. Kulik war fix und fertig und Günter Netzer wechselte sich selber ein - für Kulik. Weisweiler nahm es äusserlich gelassen auf. Wer ihn kannte, der wusste wie es in ihm brodelte.

      Ich fürchtete Netzer, den `King`vom Bökelberg. Meist hatte er gegen Köln geglänzt und aussergewöhnliches gezeigt. In der 93ten Minute erhält er den Ball von Bonhof, der rutscht ihm über den linken "Schlappen" und der Ball erhält dadurch eine völlig verrückte, unhaltbare Flugbahn, 2:1 für Gladbach. Grenzenloser Jubel bei Netzer, seiner Mannschaft und den Anhängern der Borussen. Hennes Weisweiler indes verzieht kaum eine Miene.

      Köln ist nur kurz geschockt, die Mannschaft versucht auszugleichen. Auch in der Verlängerung gibt es hüben wie drüben Chancen reichlich und der FC hat die goldene Chance in der 118ten Minute als Heinz Flohe wieder einmal seine Gladbacher Gegenspieler düpiert und den Ball auf Cullmann flankt und der kommt mit einem gewaltigen Kopfballtorpedo zum Abschluss...TOR....nein, kein Tor, Kleff hat den Ball mit einer Wahnsinnsparade im Rückwärtsfallen gehalten.

      Das Spiel ist aus. Wir haben verloren und es gibt keinen Trost für mich - die hellen Tränen laufen mir die Wangen herunter. Gladbach erhält den Pokal und - das habe ich den damaligen Spielern von Gladbach immer hoch angerechnet - die Ehrenrunde absolvieren sie in den roten Trikots der unglücklichen Verlierer.

      26 Spieler auf beiden Seiten haben in diesem Spiel alles gegeben. Mehr hatte niemand mehr drin, weniger hääte jeder akzeptiert. Die beiden Torleute spielten das Spiel ihres Lebens und von allen grossartigen Feldspielern auf dem Platz waren die besten Wimmer, Danner und Bonhof auf Gladbacher Seite und Neumann, Cullmann und der absolut unwiderstehliche Heinz Flohe auf Kölner Seite. Wenn ich heute höre, das Tempo gegenüber früher ist doch viel höher geworden und diese Dynamik lässt sich doch nicht vergleichen und dergleichen mehr....dieses Spiel im Düsseldorfer Rheinstadion war seiner Zeit Lichtjahre voraus und wer gesehen hatte mit welchem Tempo ein Spieler wie Wimmer die Kölner Abwehrreihen durchmass und mit welcher technischen Brillanz und Laufstärke ein Spieler wie Flohe seine Gegenspieler düpierte - der wird wissen was ich meine. Das Pokalfinale 1973 war eine Sternstunde des Fussballs.

      Stunden nach dem Spiel waren wir in einem der vielen Biergärten am Niederhein. Gladbacher Anhänger in der Mehrzahl, aber auch viele Kölner. Eine wundervolle Atmosphäre - man war unter Freunden. Ehrliche Anerkennung für die Unterlegenen, ehrliche Anerkennung für die Sieger. Ein Fussballfest auch nach dem Spiel.
    • Von 1968 bis 1973 hatte es sechs Pokalaustragungen gegeben - und der FC war viermal im Finale gewesen und einmal im Halbfinale. 1968 hatte man gewonnen und dann drei Finale hintereinander mit 2:1 verloren, zwei davon in der Verlängerung. Der Frust der Spieler sass tief. Weber,Simmet,Overath,Flohe und Löhr hatten in drei Finalen hintereinander den Kürzeren gezogen.

      In den drei Jahren, die folgten, konnte der FC nicht ganz an die grossen Pokalzeiten anknüpfen. 1974 war im Viertelfinale Schluss. Selbstverständlich verlor man wieder in der Verlängerung - dieses Mal mit 3:4 beim späteren Cupsieger Eintracht Frankfurt. Overath sagte nach dem Spiel, daß er jetzt die "Schnauze voll vom Cup" hätte. Einer Vielzahl der Anhänger sprach er damit aus der Seele. 1975 war dann Fierabend im Achtelfinale in Düsseldorf. Dieter Müller brachte Köln in Front und dann schoss der Düsseldorfer Gerd Zimmermann - gesegnet mit einem Mordshammer - zweimal aus 35 - 38 Meter auf das Kölner Tor. "Musst du halten Bälle aus 100 Meter", tobte Kölns Trainer Tschik Cajkovski nach dem Spiel und war - zu Recht - sauer auf Torwart Toni Schmacher, der damals längst noch nicht der spätere Weltklassemann zwischen den Pfosten war...Das Spiel kippte, Düsseldorf machte das 3:1, Köln kam auf 2:3 heran und in den letzten fünf Minuten machte die Fortuna gegen weit aufrückende Kölner noch zwei Tore.

      1976 war ebenfalls mit 2:5 Schluss, im Viertelfinale. Zu Hause gegen die Bayern, dieses Mal ohne Chance.
    • DFB - Pokal 1976/1977

      Köln startete in Ithzehoe und gewann mit 7:0. In der zweiten Runde musste man sich mehr mühen. Der FC musste nach Düsseldorf, musste durch die Verlängerung - aber gewann mit 4:2 und einer überragenden Vorstellung von Flohe und Dieter Müller.TEBE Berlin war in der dritten Runde der nächsten Gegner und der FC gewann mühelos mit 5:1. Im Achtelfinale wurde dann Homburg mit 7:2 ausgeschaltet, im Viertelfinale Nürnberg mit 4:2.Das Halbfinale sah einen alten Westschlager, in dem der FC Rot-Weiss Essen mit 4:0 nach Hause schickte.

      Das ganze Jahr stand im Zeichen des Konfliktes zwischen Weisweiler und Overath. Der Starcoach war im Frühjahr 1976 nach einem Krach mit seinem Star Cruyff in Barcelona entlassen worden und mit viel Tamtam nach Köln gelotst worden. Die Meisterschaft startete viel versprechend. Fünf Spiel, fünf Siege. Die klar denkenden Auguren sahen allerdings schon das kommende Unheil. Weisweiler verlangte von Overath, daß dieser nicht nur schneller spielen solle, sondern auch immer mit in die Spitze rücken solle. Dort gab es für Overath aber immer kräftiger was auf die "Socken", was dem Kapitän so recht nicht behagte.Er fügte sich, aber nachdem die Siegesserie gerissen war und die ersten Niederlagen kamen, fingen die Querelen an. Erst recht, nachdem die Gladbacher Borussia in Köln mit 3:0 gewann und Weisweiler seinen Kapitän verantwortlich machte.Overath war ab da Spieler auf Abruf.

      Die anderen Oldtimer - Weber und Löhr - standen bei Don Hennes gross im Kurs. Im Gegensatz zu Bernd Cullmann. Der - genesen von einer komplzierten Zehenverletzung - war Weisweiler als Libero zu offensiv. Gerber machte das in Weisweiler`s Augen besser. Konsequenz: Culli sass zunächst einmal auf der Bank. Im Gegensatz zu Culli schwor Weisweiler auf Konopka, Heinz Flohe und Dieter Müller. Müller, im Jahr zuvor lange mit einer Rippenfellentzündung ausser Gefecht, war die entscheidene Waffe in Kölns Angriff. In der Meisterschaftssaison traf Müller 34 mal, wurde unangefochten Torschützenkönig und bestach durch seine Kopfballstärke, seine Ballablagen und durch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Im Pokal traf Müller schon vor dem Finale in sechs Spielen sage und schreibe 12 mal.

      Vor dem Finale gab es eine Art von Burgfrieden zwischen Weisweiler und Overath. Overath, der am 17.Mai 1977 im Rahmen eines rauschenden Abschiedsspieles würdig verabschiedet wurde, sollte die Gelegenheit erhalten, seinen Abschiedspokal zu gewinnen. Vermutlich war das ganze auf sanften Druck von Präsident Peter Weiand zustande gekommen, dessen Lieblingsspieler Overath gewesen war. Manager Thielen, instinktiv auf der Seite von Weisweiler(aber die Folgen einer Disharmonie fürchtend), hatte wohl erfolgreich zwischen allen Seiten vermittelt.
    • DFB - Pokalendspiel, 28. Mai 1977, Hertha BSC - 1.FC Köln
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      Pfingstsamstag war das Spiel. Mit Vater und Onkel fuhr ich nach Hannover, im Schlepptau noch zwei Freunde meines Vaters. Das Wetter war bestens, die Stimmung aufgeräumt, der FC Favorit. Mit anderen Worten: wir waren aus (schlechter) Erfahrung durchaus vorsichtig mit unseren Prognosen.

      Die Berliner waren nicht ohne. Spieler wie Kliemann, Weiner, Sziedat, Hermandung,Beer und Horr hatten Klang in der Bundesliga und mit Norbert Nigbur hatte man einen erstklassigen Keeper(von dem gemunkelt wurde, daß Weisweiler ihn nach Köln holen wolle um Schumacher zu ersetzen).

      Der FC startete mit:
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      Schumacher im Tor, Konopka und Zimmermann in der Verteidigung, Strack als Vorstopper und Gerber als Libero. Im Mittelfeld sollte Simmet defensiv agieren, Overath die Strippen ziehen und Heinz Flohe Heinz Flohe sein. Rechtsaussen der clevere Belgier van Gool, Linksaussen Hannes Löhr und Mittelstürmer war Torschützenkönig Dieter Müller.
      "Der Müller wird sich wundern", hatte Stopper Kliemann vorher getönt."Der sieht gegen mich keinen Ball und schon gar keinen Kopfball", so 1Meter 95 Hüne Kliemann, der eine hervorragende Bundesligasaison absolviert hatte.
      54.000 Zuschauer im Niedersachsenstadion sahen ein schwungvolles Spiel. Der FC spielte eine bessere erste Halbzeit und Uwe Kliemann merkte recht bald, daß es gegen Müller schwierig würde, sein Versprechen zu halten. Müller -zumeist bedient von Löhr, Konopka und Flohe stürzte den "Funkturm" von einer Verlegenheit in die andere und Norbert Nigbur, der Berliner Torhüter, wurde zunächst zum besten Mann seiner Mannschaft. In der 44ten Minute war auch er ohne Chance - Kopfball Müller auf Flanke von Konopka, 1:0 für die Geissböcke, hoch verdient.

      Die zweite Halbzeit sah ein anderes Spiel - Berlin wurde überlegen, gar dominat. Was auch daran lag, daß Overath bei den sommerlichen Temperaturen körperlich nicht mehr mithalten konnte und die Berliner im Mittelfeld die Überhand bekamen. 1:1 durch Lorenz Horr in der 64ten Minute - sollte wieder alles schief gehen?! Weisweiler hätte spätestens in der 70 ten Minute wechseln sollen, müssen. Er tat es nicht und noch heute habe ich die Meinung, daß er es nicht tat, um Overath bis auf das Messer zu zeigen, daß dieser nicht merh mithalten könne. Als die Verlängerung anbrach - bis dahin gab es Chancen hüben und drüben in einem sehr guten SPiel - wurde Overath durch Neumann ersetzt. Es war der letzte Auftritt in einem Pflichtspiel für den Kapitän.
      In der Verlängerung hatten beide Mannschaften die Gelegenheit den Siegtreffer zu erzielen. Aber Nigbur und Schumacher(der stark hielt) sicherten das Unentschieden und das bedeutete - absolutes Novum - Wiederholungsspiel am Pfingstmontag an gleicher Stätte. Man hatte ein tolles Spiel gesehen, ging aber etwas frustriert aus dem Stadion.
    • Des Dramas zweiter Teil - Deutsches Pokalendspiel, 30.Mai 1977
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      Spät waren wir am Pfingstsamstag zu Hause gewesen - ohne Niederlage, aber auch ohne Pokal. Der Pfingstsonntag ging schon in die frühen Abendstunden, als mein Vater meiner Mutter eröffnete, daß unser Platz am Pfingstmontag in Hannover sei."Ihr seid wohl übergeschnappt", war die Antwort meiner Mutter, garniert mit dem Zusatz:"Das könnt ihr vergessen".....Diese fulminante Replik musste erst einmal verdaut werden. Klar war, wir mussten zum Spiel. Aber der häusliche Segen stand damit auf Messer`s Schneide, zumal sich sowieso alles um Fussball drehte. "Ihr mit eurem verrückten Fussball", war eine ständige Redewendung meiner Mutter. Nun, mein Vater schaffte es, uns loszueisen - gegen das Versprechen am Wochendende darauf mit meiner Mutter weg zu fahren(was er dann auch getreulich einhielt).

      Am Pfingstmontag fuhren Onkel, Vater und Sohn dann wieder nach Hannover, diesmal ohne die Freunde.

      Weisweiler hatte die Mannschaftsaufstellung geändert. Für Overath spielte Neumann - der Kapitän sollte ohne Einsatz bleiben. Er hatte sich schlichtweg geweigert von der Ersatzbank auf`s Feld zu kommen.
      Köln wirkte von Anfang an überlegen, spritziger, besser. Flohe als Regisseur, Neumann und Simmet hielten ihm den Rücken frei. Köln hatte in Halbzeit 1 und Halbzeit 2 mehr Chancen, allerdings das Riesenglück, daß Berlin ein regulärer Treffer aberkannt wurde.Ansonsten: Nigbur wieder in grosser Form, Kliemann gegen Müller in Nöten - aber das erlösende Tor mochte nicht fallen. Es fiel - in der 70ten Minute. Rechtsverteidiger Konopka trat eine Flanke auf den langen Pfosten und Dieter Müller befördert den Ball nach einem fulminanten Hechtsprung per Kopf in das Tor. Beim 1:0 blieb es, Bernd Cullmann durfte für Heinz Simmet auf den Platz und wurde so auch noch Pokalsieger. Der FC war ein verdienter Pokalsieger, der Berliner Ärger über das nicht gegebene Tor war trotzdem mächtig. Nigbur echauffierte sich massiv auf dem Platz, der Wechsel nach Köln war kein Thema mehr. Musste er auch nicht, den Harald "Toni" Schumacher hatte angedeutet, daß er ein ganz Grosser werden könne.

      Wir fuhren nach Hause - endlich als Pokalsieger. Ein wunderbares Gefühl, nach all diesen knappen Niederlagen in den Endspielen vorher. Randnotiz dazu:Mein Vater versuchte mich dazu zu bringen, mein erstes Bier zu trinken - auf den Pokalsieg. Pokalsieg hin oder her: nach dem ersten Schluck liess ich das Bier stehen und wollte lieber Fanta....Bier kam dann später.
    • DFB - Pokal 1977/78 - Teil des Doubles
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      Ja, das Jahr 1977/78. Das Jahr des Doubles, das erfolgreichste Jahr des 1.FC Köln.

      Wolfgang Overath war weg, in Kontroverse geschieden aufgrund seines Zwistes mit Startrainer Hennes Weisweiler. Cullmann stand bis kurz vor Saisonbeginn ebenfalls vor einem Wechsel zu Borussia Dortmund, blieb letzten Endes aber - was sich noch als goldene Entscheidung erweisen sollte. Das Doublejahr begann übrigens mit einer deftigen Pleite - die Weisweiler - Truppe kam bei Fortuna Düsseldorf mt sage und schreibe 1:5 unter die Räder und die Kritiker überschlugen sich mit Häme. Nun, sie würden bei Don Hennes im Laufe der Saison noch genug Wasser aus der Toilettenschüssel trinken müssen.

      Der Pokal begann in Offenbach mit einem 4:0 Erfolg. In der zweiten Runde gewann Köln gegen Bad Kreuznach mit 3:1 und in der dritten Runde war der FSV Frankfurt in Frankfurt dran. 3:0 war das Ergebnis. Nächster Gegner war der Karslruher SC, 4:0 in Köln gegen chancenlose Frankfurter. Das Highlight schlechthin war das Viertelfinale gegen Schwarz - Weiss Essen. 3.000 Zuschauer(!!) am 29.12.1977 sahen ein Schützenfest. 9:0 durch Tore von Müller(4x), Okudera(2x),van Gool(2x) und Cullmann. Das Endergebnis stand in der 66ten Minute fest und zweistellig wollte den Kölnern trotz dann bester Chancen nicht gelingen. Müller und Strack klärten gar zweimal für den Gegner auf dessen Torline - wir haben uns fast weg gelacht.

      Halfinale fand im kalten Müngersdorf gegen Bremen statt. Unfassbare 16.000 Zuschauer wollten dieses Spiel sehen und der FC gewann durch ein Tor von Stopper Strack mit 1:0.Und stand im Pokalfinale. Auf dem Weg dorthin hatte der FC 24:1 Tore erzielt(das einzige Gegentor hatte Bad Kreuznach erzielt). Torschützen gab es reichlich. Neben Müller erzielten Strack, van Gool, Flohe, Prestin,Neumann,Löhr Tore.

      Gegner im Endspiel war der rheinische Rivale Fortuna Düsseldorf - die Mannschaft gegen die man zu Anfang des Jahres mit 1:5 unterlegen war und die man im Rückspiel mal gerade so 1:0 durch ein Tor von Herbert Neumann gewonnen hatte. Düsseldorf spielte eine starke Saison und hatte mit Zewe, Gerd Zimmermann, Seel, Hickersberger, Bommer,Köhnen, Baltes und dem jungen Klaus Allofs wirklich überdurchschnittliche Bundesligaspieler an Bord. Es würde eng werden, das stand fest.
    • 15.April 1978, Deutsches Pokalendspiel 1978 zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1.FC Köln im Gelsenkirchener Parkstadion
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      Hennes Weisweiler, der Kölner Trainer, hatte vor den Düsseldorfern gewarnt. Das sei nicht nur eine Mannschaft, die kämpfen würde und diszipliniert sei, die könnten auch Fussball spielen. Gerd Zewe sei für ihn der beste spielende Libero in Deutschland und Klaus Allofs sei ein Stürmertalent wie man es alle Jahre einmal bekäme. Ausserdem - das sagte Weisweiler nicht aber wusste es - die Düsseldorfer lagen mit ihrer Spielanlage dem FC nicht unbedingt.

      Köln begann mit Schumacher im Tor, in der Verteidigung mit Konopka und Zimmermann, mit Vorstopper Strack und Libero Gerber. Defensiv im Mittelfeld agierte Bernd Cullmann, Neumann unterstützte in der Verbinderrolle Regisseur Heinz Flohe. Rechtsaussen spielte Roger van Gool, Linksaussen der Japaner Okudera und Mittelstürmer spielte Schützenkönig Dieter Müller.

      Von Anfang an liess die Fortuna keinen Zweifel daran, daß sie den "Pott" wollte, Die Kölner Spitzen wurden messerscharf gedeckt, das Kölner Mittelfeld permanent unter Druck gesetzt und die Kölner Abwehr hatte mit Allofs, Seel und dem Dänen Lund ihre Müh und Not. Der FC - als Titelverteidiger und akuter Meisterschaftskandideat war Favorit, aber die Fortuna war ebenbürtig - mindestens. Und hatte ein Chancenplus zur Halbzeit. Köln`s Bester war Toni Schumacher, der eine unglaubliche Präsenz ausstrahlte und den Düsseldorfern Paroli bot. Bis zur Halbzeit ein rassiges, schnelles Spiel. Chancenplus für Düsseldorf, wobei Köln - wohl aus der Taktik von Weisweiler heraus - vorsichtig agierte.
      In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild insofern, daß Köln selbst konsequenter nach vorne spielte und dabei wurde offensichtlich, daß Düsseldorf immer dann verwundbar wurde wenn der FC direkt nach vorne spielte und über Aussen Mittelstürmer Müller in Szene setzen konnte. Es dauerte allerdings bis über die 70te Minute hinaus, daß´etwas Zählbares heraus kam und vorher hatte Toni Schumacher zwei grosse Chancen der Düsseldorfer zunichte gemacht. Dann gab es Freistoss von der rechten Seite für den FC. Konopka trat den Ball in den Sechzehner und Bernd Cullmann(der fast verlorene Sohn) traf mit einem sehenswerten Flugkopfball ins Netz. Der FC kontrollierte das Spiel danach, die Düsseldorfer gaben aber nicht auf und versuchten alles zum Ausgleich zu kommen.Chancen hatten sie, Köln hatte Schumacher. Und Düsseldorf hatte Jörg Daniel, der ebenfalls mehrere Male parieren konnte. Kurz vor Schluss war er allerdings machtlos- Flohe auf Müller und der spielt einen Spitzenball auf den mitgelaufenen van Gool - 2:0 für die Kölner, die kurz darauf erneut den Pokal überreicht bekommen. Ganz grosse Feierlichkeiten gab es nicht, denn die Meisterschaft stand noch auf des Messer`s Schneide und es gab noch zwei Spiele zu bestreiten(die dann gegen Stuttgart und St. Pauli gewonnen wurden und damit war das Double perfekt).

      Von 1968 bis 1978 gab es 11 Pokalendspiele - davon sechs mit Kölner Beteiligung und drei wurden gewonnen. Der FC hatte seine Fähigkeit als Pokalmannschaft wieder einmal nachhaltig unter Beweis gestellt. Held des Tages neben Toni Schmacher war Bernd Cullmann. Culli spielte eine perfekte Rückserie als neuer defensiver Mann im Mittelfeld und fuhr gar noch mit zur WM 1978.

      Trainer Weisweiler genoss den ersten Triumph. Er wusste genau, was er gemacht hatte, indem er dem sonst so stürmischen FC gegen Düsseldorf eine eher defensive Taktik verodnet hatte. Er hatte Recht behalten - nur so konnte der FC gegen die besonders schnellen Düsseldorfer Angreifer einigermassen die Kontrolle behalten.