TuS Koblenz Insolvenzantrag

  • Die TuS Koblenz GmbH hat heute einen Insolvenzantrag gestellt. Hintergründe und Informationen im Statement des Präsidiums:


    http://www.tuskoblenz.de/news/show/id/4910


    Nach dem Abstieg aus der RL in der abgelaufenen geht der Spielbetrieb in der Oberliga über den e.V. weiter. Nun sind die Schängel nicht irgendein Verein. Viele FCler kommen aus der Region und stehen diesem Traditionsverein nahe. Der FC hat erst kürzlich in den Jugendsichtung die TuS zum Partnerverein genommen. Gerne erinnere ich mich an die Saisons 2006-2008 zurück, wo beide Vereine in der 2. BuLi aufeinander trafen. Im Heimspiel 2008 war Müngersdorf sogar ausverkauft. Die Schängel hatten es als einer der wenigen Vereine geschafft den Gästebereich in der 2. BuLi zu füllen. Quasi ein kleines rheinisches Derby.


    Einfach schade welche Entwicklung der Verein in den letzten Jahren durchlebte. Eine realistische Chance sich im Profibereich zu etablieren hatten sie nicht wirklich. Die Politik förderte den FC-Beck und Mainz 05 ist einen außerordentlich guten Weg gegangen. Über Jahre hatte die TuS versucht einen Stadionneubau an der A61 hinzubekommen, hatte aber letztlich in der Politik nicht die nötige Unterstützung gefunden. Auf dem Oberwerth konnten sie nie eine Basis für wirtschaftlichen Erfolg schaffen. Wer einmal dort war, weis warum. Parkplatzsituation eine Katastrophe und ansonsten antiquiert im Stil der 1950er. Keine Veränderungsmöglichkeiten weil das Stadion in einem Wasserschutzgebiet liegt.


    Hoffe die TuS kommt nochmals halbwegs auf die Füße!

  • Das, was ich von der TUS so gehört habe:


    nicht unbedingt fähige Leute im Vorstand (auch zu 2. Bundesliga Zeiten) = das habe ich von dem Sohn einer Kollegin, der seit Jahren Reporter hier ist und sich gut im Fußball auskennt.


    Dann wurde doch immer gesagt, dass dieser Stadionneubau von dem Menschen auch vorangetrieben wurde, der das auch für seine eigenen geschäftlichen Zwecke gleich mit nutzen wollten (Zufahrtswege etc. zum Stadion, auch für seine Zeitung nutzen wollte).


    In geschäftlichen Dingen sind die anscheinend auch nie professionell aufgestellt gewesen: kleines Beispiel: mein Schuster im Schängelcenter ist mal in den Laden umgezogen, den zu 2. Liga Zeiten die TUS als Fanshop hatte. Kurz nach Umzug sind bei ihm des Öfteren Leute aufgelaufen, die nach Fanartikeln von der Tus gefragt haben. Daraufhin hat er sich mit denen in Verbindung gesetzt und gefragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, ein paar Vitrinen aufzustellen und er würde die dann im Auftrag der TUS verkaufen....erst mal kam lange Zeit nichts, dann kam einer vorbei und merkte Probleme mit der Umsetzung an. Darauf mein Schuster: geht zu Ikea, kauft dort ein paar entsprechende Teile und fertig.....da ist nichts draus geworden, weil da niemand in die Puschen kam. Habe ich dann einem Freizeitkicker erzählt, der nur gegrinst hat: Typisch TUS.

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  • Elkie Du bringst es auf den Punkt. Mangelnde Professinalität war das eigentliche Kernthema. Wenn die auf dem Niveau nicht vorhanden ist wird folglich ein sportlicher Niedergang kommen. Kennen wir beim FC aus der Vergangenheit und erleben gerade das Gegenteil. JS und PS haben den Verein in zwei Jahren für hoffnungsvolle Talente salonfähig gemacht.


    In Stefan Kuntz hatte die TuS bis März 2006 jemanden als Manger gehabt, dessen Verlust sie nie wieder kompensieren konnten. Er hat sogar später nach seiner Bochumer Zeit als FCK-Vorstand den ein oder anderen fähigen Mitarbeiter aus KO nach KL transferiert. Die Rolle von Twer sehe ich garnicht einmal so negativ. Er hat die TuS lange Zeit über Wasser gehalten. Ein attraktives Stadion hätte der Stadt als Oberzentrum gut getan und die Voraussetzungen für den Verein wesentlichst verbessert. Du kennst ja selbst das Rattenloch Oberwerth. An der Stelle muss ich einfach den Vergleich zu KL ziehen. KO ist von der Wirtschaftskraft, dem Umland und den Voraussetzungen weit vor KL anzusiedeln. In vielen Bereichen Spitzenposition in RLP. Die Stadt und vor allem das Land (Beck) hatten aber keinerlei Interesse an einer Förderung. Wir reden hier letztlich über Peanuts wenn ich den Ring und die dreistelligen Millionenschäden für RLP im Kontext betrachte. Dieser Freizeitpark und alles darum war von vornherein eine Totgeburt.

  • Spätestens mit dem Rückzug des Verlegers der Rhein-Zeitung als Haupt- und quasi Alleinsponsor war dieses Schicksal absehbar.
    Ich habe den Verein meiner Geburtsstadt nie wirklich gemocht, aber ich empfinde es schon als schade, dass man sich nicht in Liga 2 etablieren konnte.


    Meine besten Erinnerungen an das Oberwerther Stadion verbinde ich aber mit der Austragung des Fuji-Cups in Koblenz Mitte der 90er Jahre. Da hatte man als Koblenzer (bzw. dicht daran Wohnender) mal die Möglichkeit in nächster Nähe die besten Vereine Deutschlands bewundern zu können.


    Übrigens gibt es viele Parallelen zu Eintracht Trier - auch da scheiterte der Stadioneubau an der Politik, und der Auf- und Abstieg Richtung Liga 2 verlief ähnlich. Auch die mangelnde Kompetenz und fehlende Unterstützung durch das Land (Dreckslautern!!!) verliefen parallel.

    Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)