Saison 99/00

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    • Saison 99/00

      Ich habe gesehen, dass es noch nichts über die 2000er Jahre
      hier gibt und dachte, dass das eigentlich schade ist, da dies das einzige Jahrzehnt
      ist, über das hier wahrscheinlich fast alle etwas berichten können –
      gleichzeitig ist es natürlich auch noch die Dekade, die die meisten aus der
      Historie des FC tilgen würden. Ich dachte mir, man könnte zu jeder Saison etwas
      schreiben und zusammen in – gelegentlich auch schrecklichen – Erinnerungen schwelgen.
      Denn wenn diese Krisenjahre für etwas gut waren, dann sicherlich dafür, dass
      wir heutzutage viel realistischer sind was unseren FC angeht als noch zu Beginn
      des Jahrtausends. Ich würde den Anfang mit der Saison 99/00 machen und je nach
      Gefallen auch andere Spielzeiten hier vorstellen. Ist natürlich schöner wenn
      sich viele daran beteiligen. Ist ja alles immer subjektiv und so…


      Also los geht’s:




      Saison 99/00




      Vor der Saison:


      Der FC war in der bis dahin größten Krise seiner Geschichte.
      Nach dem Abstieg 97/98 kam eine
      grauenhafte Zweitligsaison 98/99 in der man nur den 10. Rang belegen konnte und
      teilweise empfindliche Klatschen im Derby gegen die Fortuna, Hannover 96 oder
      St. Pauli hinnehmen musste.


      Ewald Lienen war der neue Trainer und predigte Dinge wie
      Demut, Bescheidenheit und Leidenschaft. Ford war nicht mehr länger Hauptsponsor
      sondern die viel kleinere und unbekanntere VPV. Auch was Neuzugänge betrifft
      gab man sich bodenständiger und verpflichte mit Matthias Scherz, Markus
      Dworrak, Janosch Dziwior, Marcel Gebhardt, Markus Kurth, Christian Timm und
      Moses Sichone fast ausnahmslos junge, talentierte aber eben auch unbekannte und
      günstige Spieler. Komplettiert wurden die Neuzugänge durch Pascal Ojigwe, der
      vom FCK ausgeliehen wurde und später für Furore sorgen sollte.


      Neben Trainer Bernd Schuster waren Dorinel Munteanu, Holger
      Gaißmayer und Dirk Schuster die prominentesten Abgänge. Auch Barca-Talent Goran
      Vucevic musste den Verein verlassen.


      Die Stimmung unter den Fans war zurückhaltend und skeptisch,
      schlug jedoch sehr schnell in regelrechte Euphorie um.




      Die wichtigsten
      Spiele:



      Im Pokal konnte der FC zwei Erfolge feiern, die der kölschen
      Seele gut getan haben. Das erste Pflichtspiel gewann man in Wattenscheid mit
      7:1. Der junge Christian Timm glänzte hier mit einem Hattrick und insgesamt
      vier Toren. In der zweiten Runde konnte
      man gegen den Bundesligisten aus Frankfurt zuhause mit 2:1 gewinnen. Das deutete zumindest an, dass man in der
      Bundesliga nicht gänzlich ohne Chance wäre. In der dritten Runde gab es dann
      allerdings eine klare Niederlage gegen den VfB Stuttgart zu beklagen. Im Ländle gab es ein 0:4.


      In der Liga gab es eine Reihe von fulminanten Torfestivals.
      Nicht selten schoss der FC drei oder mehr Tore. Einer der wichtigsten Siege war
      mit Sicherheit das 3:0 gegen Waldhof Mannheim am siebten Spieltag. Nachdem man
      vorher noch auf dem Bökelberg mit 3:1 verloren hatte, konnte man sich nun die
      Spitzenposition der Tabelle sichern und gab diese bis zum Schluss nicht mehr
      her. Besonders beeindruckend war mit
      Sicherheit das 6:1 gegen den Club aus Nürnberg am 11. Spieltag, wenn ich mich
      recht erinnere machte danach die Erkenntnis die Runde, dass Dirk Lottner auch
      einen Kühlschrank ins Tor schießen könnte. Nachdem man die Hinrunde souverän
      mit neun Punkten Vorsprung als Spitzenreiter (Spitzenreiter hey hey) beenden
      konnte stotterte man beim Start in die Rückrunde konnte aber in den Heimspielen
      gegen die Verfolger aus Bochum und Mönchengladbach big points landen. Gegen den
      Vfl Bochum gewann man mit 3:0 und bewies wer die Nummer eins in der Liga ist.
      Georgi Donkov machte hierbei wohl sein stärkstes Spiel für den FC. Gegen
      Mönchengladbach konnte dann Kapitän Lottner in der letzten Minute den 1:1
      Ausgleich besorgen, was uns natürlich auch noch einmal einen kleinen
      moralischen Aufschwung ermöglichte.


      Die Entscheidung um den Aufstieg fiel dann am 30. Spieltag
      in Hannover wo man mit 5:3 gewinnen konnte nachdem man in der 63. Minute noch
      das 3:1 kassiert hatte. Unvergessen sicherlich das Tor zum 4:3 aus kölner Sicht
      durch den Jung aus Ehrenfeld, Alexander Voigt. In der Nacht nach dem Spiel
      floss reichlich Kölsch am Geißbockheim und die Mannschaft, Trainer und Betreuer
      wurden feierlich empfangen. Ich kann sagen, dass ich danach nie wieder erlebt
      habe, dass die Menschen in der Stadt so stolz auf ihren FC waren. Man glaubte
      wirklich, dass es nun in eine bessere und erfolgreichere Zukunft gehen würde.





      Tops der Saison:


      Ewald Lienen: Er sorgte mit seiner Art Fußball zu predigen
      und Fußball spielen zu lassen für einen positiven kölschen Kulturschock. Es kam
      zum Schulterschluss zwischen Mannschaft, Fans und Stadt. Alle arbeiteten mit
      Hochdruck am gemeinsamen Ziel, dem Aufstieg, und konnten dies letzendlich auch
      souverän erreichen. Seine teilweise penible Art kam damals noch gut bei Fans
      und Spielern an und er selbst konnte auch mit einem Augenzwinkern ( zum
      Beispiel an Karneval ) reagieren. Um
      nochmal in Erinnerung zu schwelgen: youtube.com/watch?v=Yn-kBjLsPUA




      Die Mannschaft: Ein junges, aufstrebendes Team, dass überall
      Sympathien sammelt und sogar Derbys gewinnt (Aachen und Fortuna) oder zumindest nicht verliert
      (Mönchengladbach). Das war lange Zeit vorher und auch nachher leider ein Traum
      für FC-Fans




      Dirk Lottner: Der kölsche Käptn steht stellvertretend für
      einige echte kölsche Jungs in der Mannschaft. Cullmann, Voigt und Lottner
      repräsentierten perfekt den neuen kölschen Weg und erfüllten die Sehnsucht der
      Fans nach Identifikation der Mannschaft mit dem Verein und der Stadt.
      Darüberhinaus sprechen natürlich 14 Tore eine deutliche Sprache.




      Pascal Ojigwe: Er ist in meiner Erinnerung der erste
      Spieler, der den FC in die Moderne befördert hat. Sein Spiel auf der 6 suchte
      in der damaligen zweiten Liga seines Gleichen. Leider war er so gut, dass der
      FC ihn nicht behalten konnte was dann auch zu den…





      Flops der Saison:


      …führt.


      Pascal Ojigwes Abgang: Er ging nach Leverkusen. Was unter
      FC-Fans natürlich für Unverständnis sorgte, ihm aber ordentlich Geld und der
      Express gute Schlagzeilen brachte ( Ein großes Calliganzkörperbild auf der
      ersten Seite des Sportteils mit der Überschrift „DER GIERIGE“ war wirklich
      spitze)




      AWH- Gesang: Sehr subjektiv aber es war das erste Mal, dass
      ich diesen Gesang wahrgenommen habe und es war kurze Zeit lustig aber schnell
      nur noch peinlich den gegnerischen Torwart derart zu beschimpfen. Abgesehen
      davon trieb es Goran Curko im Spiel gegen Offenbach zu einer Top-Leistung, was
      uns zwei Punkte kostete.





      Ausblick in die
      nächste Saison:





      Man blickte durchweg positiv in die Zukunft und dachte
      teilweise vielleicht sogar, dass eine
      ähnliche Entwicklung wie beim FCK möglich wäre und man in Zukunft wieder durch
      Europa stürmen könnte. Allerdings gab es damals auch im Verein und unter Fans
      gemäßigtere Stimmen die zu aller erst die Klasse sichern wollten.


      Hier kann man noch einmal einen ganz guten Überblick über die Saison erhalten:


      fussballdaten.de/vereine/1fckoeln/2000/
      La Kölsche Vita Magica :koeln: