Der Politik-Thread

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    • Soll/Ist schrieb:

      Aber - und das hast du nicht verstanden oder ich habe es nicht deutlich genug ausgedrückt - mein Hinweis auf Solidarität in der Gesellschaft bezog sich eben nicht nur auf Geld und Geldwerte. Sondern auf dieses
      Gefühl des Zueinanderstehens, des Miteinanderwollens. Ich bin ein Mensch des 20ten Jahrhunderts und nicht des 21ten. Das ist meine Sozialisation. Ich bin in der alten Bundesrepublik gross geworden, als Werte wie
      Ehrlichkeit, zusammen arbeiten und zusammen feiern, streiten aber fair bleiben, Fussball spielen für eine Currywurst und nicht für Geld zum nächsten Verein wechseln noch etwas zählten. Das ging quer durch die
      Schichten, quer durch die Generationen. Und alles das hat zusammen geschweisst. Nichts oder wenig davon ist übrig geblieben, das Ich und die Verwirklicklichung des ICHS stehen im Vordergrund. Nicht das WIR.
      Kennedy hat mal gesagt:"Frage dich nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage dich, was du für dein Land tun kannst:" Ich sage: "Frage dich nicht, wie du weiter kommst, sondern frage dich wie wir weiter
      kommen."....Ich, ich, ich, ich - ich kann es nicht mehr hören. Das grosse Gefühl des Zusammenhaltes, diese undefinierbare Band von Solidarität - das ist uns verloren gegangen. Und es ist uns verloren gegangen irgendwann
      in den 90er Jahren, das ist jedenfalls meine Wahrnehmung.

      Du, ihr könnt das alles für altmodisch halten. Ich hätte es gerne zurück. Und ich weiss auch, daß es gut tun würde.
      In dem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass die Deutschen bei großen Katastrophen wie Erdbeben & Tsunamis auf der Welt bei der Spendenbereitschaft ganz vorne mit dabei sind und ihre Bereitschaft zur Solidarität regelmäßig unter Beweis stellen.
      Wenn diese Solidarität, die in meinen Augen aus den Hauptmerkmalen Einzelereignis und Freiwilligkeit besteht, zu einer Bringschuld und anlasslosen Dauerzahlung umfunktioniert wird wie bei uns, um z.B. via illegaler Massenmigration arbeitslose Sozialpädagogen
      und Mitarbeiter in der Sozialindustrie zu alimentieren, ist das ein Raubzug im Namen der Solidarität zwecks Umverteilung vom Steuerzahler hin zu Caritas, Diakonie & Co.! Für ein schönes Sozialpädagogengehalt kann man schon mal Solidarität einfordern^^

      Den Anfang des von dir richtig beschriebenen Verlustes von Solidarität im Alltag verorte ich in den 2000ern mit der Schaffung von Hartz IV, Werkverträgen und der Liberalisierung der Zeitarbeit, womit der Kampf um ausreichend Lohn und bezahlbaren Wohnraum losging.
      Die Massenmigration, für die ebenfalls den Begriff der Solidarität missbraucht wird, ist die Treibladung für eine weitere Verschärfung des Kampfes um Arbeit, Wohnraum und Resourcen und ist geeignet, unseren Sozialstaat sturmreif zu schießen.
      Davon bekommt man in der Blase der links-grün wählenden und/oder bestens versorgten Spitzenverdiener, Medienschaffenden, Beamten, Staatsangestellten, NGOs und Wohlfahrt nichts mit. Bei uns ist Solidarität inzwischen das, was sie nicht sein sollte: Eine Einbahnstraße ins nichts!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Tanis ()

    • Tanis schrieb:

      Soll/Ist schrieb:

      Aber - und das hast du nicht verstanden oder ich habe es nicht deutlich genug ausgedrückt - mein Hinweis auf Solidarität in der Gesellschaft bezog sich eben nicht nur auf Geld und Geldwerte. Sondern auf dieses
      Gefühl des Zueinanderstehens, des Miteinanderwollens. Ich bin ein Mensch des 20ten Jahrhunderts und nicht des 21ten. Das ist meine Sozialisation. Ich bin in der alten Bundesrepublik gross geworden, als Werte wie
      Ehrlichkeit, zusammen arbeiten und zusammen feiern, streiten aber fair bleiben, Fussball spielen für eine Currywurst und nicht für Geld zum nächsten Verein wechseln noch etwas zählten. Das ging quer durch die
      Schichten, quer durch die Generationen. Und alles das hat zusammen geschweisst. Nichts oder wenig davon ist übrig geblieben, das Ich und die Verwirklicklichung des ICHS stehen im Vordergrund. Nicht das WIR.
      Kennedy hat mal gesagt:"Frage dich nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage dich, was du für dein Land tun kannst:" Ich sage: "Frage dich nicht, wie du weiter kommst, sondern frage dich wie wir weiter
      kommen."....Ich, ich, ich, ich - ich kann es nicht mehr hören. Das grosse Gefühl des Zusammenhaltes, diese undefinierbare Band von Solidarität - das ist uns verloren gegangen. Und es ist uns verloren gegangen irgendwann
      in den 90er Jahren, das ist jedenfalls meine Wahrnehmung.

      Du, ihr könnt das alles für altmodisch halten. Ich hätte es gerne zurück. Und ich weiss auch, daß es gut tun würde.
      In dem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass die Deutschen bei großen Katastrophen wie Erdbeben & Tsunamis auf der Welt bei der Spendenbereitschaft ganz vorne mit dabei sind und ihre Bereitschaft zur Solidarität regelmäßig unter Beweis stellen.Wenn diese Solidarität, die in meinen Augen aus den Hauptmerkmalen Einzelereignis und Freiwilligkeit besteht, zu einer Bringschuld und anlasslosen Dauerzahlung umfunktioniert wird wie bei uns, um z.B. via illegaler Massenmigration arbeitslose Sozialpädagogen
      und Mitarbeiter in der Sozialindustrie zu alimentieren, ist das ein Raubzug im Namen der Solidarität zwecks Umverteilung vom Steuerzahler hin zu Caritas, Diakonie & Co.! Für ein schönes Sozialpädagogengehalt kann man schon mal Solidarität einfordern^^

      Den Anfang des von dir richtig beschriebenen Verlustes von Solidarität im Alltag verorte ich in den 2000ern mit der Schaffung von Hartz IV, Werkverträgen und der Liberalisierung der Zeitarbeit, womit der Kampf um ausreichend Lohn und bezahlbaren Wohnraum losging.
      Die Massenmigration, für die ebenfalls den Begriff der Solidarität missbraucht wird, ist die Treibladung für eine weitere Verschärfung des Kampfes um Arbeit, Wohnraum und Resourcen und ist geeignet, unseren Sozialstaat sturmreif zu schießen.
      Davon bekommt man in der Blase der links-grün wählenden und/oder bestens versorgten Spitzenverdiener, Medienschaffenden, Beamten, Staatsangestellten, NGOs und Wohlfahrt nichts mit. Bei uns ist Solidarität inzwischen das, was sie nicht sein sollte: Eine Einbahnstraße ins nichts!
      grübel Kannst du mir das mal genauer erklären?
      FC im Blut...egal welche Liga...trotz VAR Betrug :mfinger:
    • Manamana72 schrieb:

      grübel Kannst du mir das mal genauer erklären?
      glaubst Du wirklich an eine sinnige und nachvollziehbare Erklärung von jemandem, der andere pauschal als "dumm" abqualifiziert, wenn sie seine kruden Thesen widerlegen, der andere pauschal in Schubladen, oder Blasen steckt, während er selbst komplette Bevölkerungsgruppen in Summe abqualifiziert, und der sich nur darüber definiert, (erfundene) Probleme zu zeigen, und Lösungen mal eben zur Nebensache deklariert.
      Qualitätsbeiträge seit 2014
    • Tanis schrieb:

      In dem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass die Deutschen bei großen Katastrophen wie Erdbeben & Tsunamis auf der Welt bei der Spendenbereitschaft ganz vorne mit dabei sind und ihre Bereitschaft zur Solidarität regelmäßig unter Beweis stellen.
      Wenn diese Solidarität, die in meinen Augen aus den Hauptmerkmalen Einzelereignis und Freiwilligkeit besteht, zu einer Bringschuld und anlasslosen Dauerzahlung umfunktioniert wird wie bei uns, um z.B. via illegaler Massenmigration arbeitslose Sozialpädagogen
      und Mitarbeiter in der Sozialindustrie zu alimentieren, ist das ein Raubzug im Namen der Solidarität zwecks Umverteilung vom Steuerzahler hin zu Caritas, Diakonie & Co.! Für ein schönes Sozialpädagogengehalt kann man schon mal Solidarität einfordern^^

      Den Anfang des von dir richtig beschriebenen Verlustes von Solidarität im Alltag verorte ich in den 2000ern mit der Schaffung von Hartz IV, Werkverträgen und der Liberalisierung der Zeitarbeit, womit der Kampf um ausreichend Lohn und bezahlbaren Wohnraum losging.
      Die Massenmigration, für die ebenfalls den Begriff der Solidarität missbraucht wird, ist die Treibladung für eine weitere Verschärfung des Kampfes um Arbeit, Wohnraum und Resourcen und ist geeignet, unseren Sozialstaat sturmreif zu schießen.
      Davon bekommt man in der Blase der links-grün wählenden und/oder bestens versorgten Spitzenverdiener, Medienschaffenden, Beamten, Staatsangestellten, NGOs und Wohlfahrt nichts mit. Bei uns ist Solidarität inzwischen das, was sie nicht sein sollte: Eine Einbahnstraße ins nichts!
      Gibt es diese sinnfreien Texte vorgefertigt von der AfD? Vielleicht sollten die auch jemanden finden, der vorher die Rechtschreibung prüft? Oder ist das dann wiederum nicht authentisch genug?
      Klingt alles gleich bei dir. Niemals Argumente, immer nur Behauptungen und Parolen.

      Macht sich jemand die Mühe, den Unsinn zu entkräften, die Lügen, Halbwahrheiten und nicht im Zusammenhang stehenden Behauptungen als solche kenntlich zu machen (was hier schon x-fach passiert ist), wird dies ignoriert.
      Dann geht es kurz darauf wieder von vorne los - mit der gleichen Propaganda.

      Du sagst es ganz richtig: "Eine Einbahnstraße ins Nichts!"

      Edit: Damit sich keiner den ganzen Unsinn durchlesen muss, habe ich die Kernparolen der AfD extra hervorgehoben.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tigranes ()

    • Koelschlenny schrieb:

      Bezüglich Weidel: Das Doppelbesteuerungsabkommen sagt nur, dass bereits in einem Land versteuerte Erträge nicht auch noch im anderen Land versteuert werden. Maßgeblich für die Besteuerung ist allerdings der gewöhnliche Aufenthaltsort (nicht zwingend gleichzusetzen mit dem Wohnsitz), nicht das Land, in dem die Erträge erwirtschaftet wurden. In einer Stellungnahme schrieb Weidel kryptisch "Steuerrechtlich sind die Verhältnisse vollkommen klar definiert, Spekulationen darüber erübrigen sich." Die Spendenthematik hat mein Vertrauen nicht unbedingt bestärkt.
      Nun aber zur eigentlichen Sache, wo wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt zu sein scheinen. Deinen Ansatz - Freibetrag hochsetzen - halte ich nicht für falsch, da er geringe Einkommen prozentual stark entlastet.
      Was die Progression angeht, muss ich festhalten, dass der Spitzensteuersatz ja derzeit erst bei 55.000 € zu versteuernden Einkommens für Alleinstehende gilt. Wenn ich mir die Einkommensverteilung anschaue (Quelle), dann verdienen drei Viertel der Vollzeitbeschäftigten diesen Betrag derzeit nicht, würden also davon nicht profitieren.


      Warum sollen Vermögens- und Erbschaftssteuern Neidargumente sein? Ich habe für eine Erbschaft in der Regel nicht selbst gearbeitet und ob jemand, der ein Millionenvermögen angehäuft hat und daraus zu sehr sanften Konditionen Kapitalerträge erhält, wirklich aufgrund seiner Lebensleistung soviel Kohle hat oder doch eher Glück hatte, mag ich nicht beurteilen.
      Ich finde es asozial, diese Menschen nicht deutlich stärker für das Gemeinwesen heranzuziehen als die Mittelschicht.

      Dein Argument "wenn man noch mehr bezahlen soll, investiert man nicht mehr" halte ich nicht für besonders stichhaltig. Anders herum wird ein Schuh draus. Wer viel Geld hat, der investiert mit dem Ziel, eine Dividende zu erhalten. Wenn man herumliegendes Vermögen besteuert, dann motiviert man die Menschen eher, mit ihrem Geld auch etwas anzustellen.
      Wer aber wenig Geld hat, der konsumiert, wenn man ihm mehr gibt, gibt sein Geld also aus. Das klappt besser als jedes Konjunkturprogramm, weil diese Menschen dann auf einmal eine neue Spülmaschine kaufen oder regelmäßig ins Kino gehen.


      Warum sollen wir es uns als Gesellschaft leisten, die oberen 10% (oder 1%?!) zu verschonen mit dem Argument "Neid", wenn andere Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben oder auch nur in jungen Jahren arbeitslos werden, an der Armutsgrenze leben?
      Das Thema mit der Erbschaft und dem Thema wer das verdient hat sehe ich ein bisschen anders, der Verdienst wurde versteuert, egal von wem. Was man machen kann, wäre die pauschale 25% Steuer von Kapitalerträgen abzuschaffen und hier den normalen Steuersatz einzuführen. Da würde ich mitgehen. D.h. für Leute mit viel Kapital fallen dann nicht mehr 25% an sondern eben im Extremfall der Spitzensteuersatz. Meinetwegen erhöht man auch hier den Freibetrag.

      Noch ein Beispiel zur Erbschaftsteuer. Wenn ich vermietete Immobilien aus dem Privatvermögen vererbe und das Erbe wird hoch versteuert.
      Was würde passieren: Entweder man kann die Erbschaftssteuer nicht bezahlen und muss verkaufen (Käufer setz AFA und Zins) von der Steuer ab oder einen Kredit dafür aufnehmen, welchen ich dann wieder von der Steuer absetzen kann - linke Tasche rechte Taschen. Idealerweise überführe ich dann die Immobilien in ein Geschäftsvermögen, dann ist es nach 10 Jahren steuerfrei. Folglich werden aber die Mieten teuerer, da ich dann hier Bilanzieren muss und diese Kosten ja wieder rein müssen....

      Das war jetzt nur ein kleines Beispiel, sicherhlich nicht komplett vollständig. Meines Erachtens ist diese Erbschafts- und Vermögenssteuer eine Diskussion, die dem Staat nicht viel bringt, sie schafft nur einen Nebenkriegsschauplatz.

      Was der Gesellschaft mehr bringt, sind die Verbrauchssteuern zu überdenken (nachdem man obigen Vorschlag bzgl. der Einkommenssteuern umgesetzt hat). Mehrwertsteuer für Lebensmittel von 7% runter, auch die normalen 19% runter. Dafür aber Luxussteuer auf den SUV, den Ferrari, die Yacht, auf Uhren über x Euro, auf Gemälde, auf Wohngebäude über x qm (gibt es teilweise schon bei der Grundteuer) Da triffst du dann Leute die Geld haben. Die Yacht wird trotzdem gekauft, die Uhr auch...interessiert keine Sau, man kann dann sogar noch mehr prahlen was die gekostet hat.

      Ironie on: Mist, geht alles leider nicht, denn dann kommt ja das Argument, dass sich der kleine den Ferrari und die Yacht nicht mehr leisten kann) Ironie off
      Was macht mein Verein Montags? Na über die Dörfer tingeln!
      Auf und ab und wir sind trotzdem hier...langsam werde ich zu alt für die Scheiße.
    • Koelschlenny, Beitrag 11989

      Zu Erbschaftssteuer usw. einmal nichts Theoretisches, sondern ein echtes Beispiel aus der Praxis.

      Der Vater(Mutter war schon verstorben) vererbt seinem Sohn das Gesamtvermögen. Bestehend aus einem EFH(in welchem der alte Herr gelebt hatte), einem Sechs - Parteien Mietshaus und der gut laufenden Handwerkerfirma.
      (12 Beschäftigte). Plus einen Bestand in Aktien und Barwerten(auf der privaten Ebene) in Höhe von ca. 325.000 EURO. In der Handwerkerfirma arbeitete der Sohn schon 14 Jahre mit. Diese Handwerkerfirma lief gut, aber hatte
      Kredite(man hatte stark investiert) von ca. 700.000 EURO laufen.

      Nach Feststellung der Freibeträge musste der Sohn knapp 750.000 EURO Erbschaftssteuer zahlen. Die waren aus den zur Verfügung stehenden Barmitteln und dem Aktienpaket nicht zu bestreiten, was zu einer Aufnahme von
      Krediten in der Höhe von weiteren 350.000 EURO geführt hätte. Die Alternativen bestanden also darin, daß Haus des alten Herren zu verkaufen, das Mietshaus zu verkaufen, die Firma zu verkaufen oder aber weitere Kredite
      aufzunehmen.

      Parallel dazu fiel - weil der Betrieb gut lief - selbstverständlich auch aus diesem Bereich Steuerzahlungen an. Mit anderen Worten: der Bursche war zwar durchaus nach landläufiger Meinung vermögend, aber die Liquiditäts-
      situation war durchaus beunruhigend.

      Ende vom Lied: Das Mietshaus wurde verkauft. Die Steuerschulden damit beglichen, ein Teil der Kredite abgelöst, der Rest wanderte ins Betriebsvermögen.

      Ist so etwas gerecht?! Immerhin hatte Junior ja auch 14 Jahre den Laden mit begleitet, Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, modernisiert und weiter gedacht. Senior hatte sowieso nicht viel anderes im Kopf als seinen Laden.
      Und alles, was er privat gemacht hatte - Mietshaus gekauft und EFH gebaut - das war aus schon versteuertem Einkommen. Also, ist das gerecht?!
      Gladbachgegner seit über 50 Jahren
    • PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Präsident), Ich (Vize), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Heimerzheimer (Ehrenmitglied), caprone, Flykai, elkie57, winter, Schwarzwälder GB, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, ManwithnoName, Mittelfeld, effzeh, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, troemmelche71, izeh, BadischerBock, Salival (Klofrau), Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl), lunyTed (Azubi), Kimeo, Olemaus.
    • Soll/Ist schrieb:

      Koelschlenny, Beitrag 11989

      Zu Erbschaftssteuer usw. einmal nichts Theoretisches, sondern ein echtes Beispiel aus der Praxis.

      Der Vater(Mutter war schon verstorben) vererbt seinem Sohn das Gesamtvermögen. Bestehend aus einem EFH(in welchem der alte Herr gelebt hatte), einem Sechs - Parteien Mietshaus und der gut laufenden Handwerkerfirma.
      (12 Beschäftigte). Plus einen Bestand in Aktien und Barwerten(auf der privaten Ebene) in Höhe von ca. 325.000 EURO. In der Handwerkerfirma arbeitete der Sohn schon 14 Jahre mit. Diese Handwerkerfirma lief gut, aber hatte
      Kredite(man hatte stark investiert) von ca. 700.000 EURO laufen.

      Nach Feststellung der Freibeträge musste der Sohn knapp 750.000 EURO Erbschaftssteuer zahlen. Die waren aus den zur Verfügung stehenden Barmitteln und dem Aktienpaket nicht zu bestreiten, was zu einer Aufnahme von
      Krediten in der Höhe von weiteren 350.000 EURO geführt hätte. Die Alternativen bestanden also darin, daß Haus des alten Herren zu verkaufen, das Mietshaus zu verkaufen, die Firma zu verkaufen oder aber weitere Kredite
      aufzunehmen.

      Parallel dazu fiel - weil der Betrieb gut lief - selbstverständlich auch aus diesem Bereich Steuerzahlungen an. Mit anderen Worten: der Bursche war zwar durchaus nach landläufiger Meinung vermögend, aber die Liquiditäts-
      situation war durchaus beunruhigend.

      Ende vom Lied: Das Mietshaus wurde verkauft. Die Steuerschulden damit beglichen, ein Teil der Kredite abgelöst, der Rest wanderte ins Betriebsvermögen.

      Ist so etwas gerecht?! Immerhin hatte Junior ja auch 14 Jahre den Laden mit begleitet, Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, modernisiert und weiter gedacht. Senior hatte sowieso nicht viel anderes im Kopf als seinen Laden.
      Und alles, was er privat gemacht hatte - Mietshaus gekauft und EFH gebaut - das war aus schon versteuertem Einkommen. Also, ist das gerecht?!
      Ich fasse das mal zusammen, einfach der Übersichtlichkeit halber.

      Das Erbe besteht aus:
      - EFH
      - MFH
      - gut laufende Firma
      - Aktien und Barwerte von ca. 325.000 €

      Nach Zahlung der Erbschafssteuer verbleibt:
      - EFH
      - gut laufende Firma
      - Aktien und Barwerte in unbekannter, vermutlich klein sechsstelliger Höhe (Anmerkung: Du hast nicht genau beschrieben, wie das Saldo aus Aktien, Barwerten und Einnahmen aus Verkauf MFH am Ende war)

      Kurze Antwort: JA, ich finde das absolut gerecht.

      Ich finde das Argument mit dem "das Geld war schon einmal versteuert" nicht besonders stichhaltig. Auch das Geld, für das ich zum Bäcker gehe, ist bereits versteuert und wird vom Bäcker nochmal versteuert, bevor es die dortigen Angestellten als zu versteuerndes Einkommen erhalten. Genauso hat der Vater vielleicht Zuschüsse für die Sanierung der Häuser oder für die Modernisierung der Firma erhalten, da würde ja auch keiner sagen, dass das nach dem Tod zurück an den Staat gehen muss.

      Der Erbe ist nun Eigentümer einer gut laufenden Firma, eines Einfamilienhauses, welches er nach freiem Gusto nutzen kann (mietfrei wohnen, vermieten oder verkaufen) und weiteren Vermögens, sodass keinerlei persönliche Gegenstände (ja, auch eine 30.000 €-Uhr kann ein persönlicher Gegenstand sein) verscherbelt werden mussten. Die Steuerlast von 750.000 Euro lässt auf einen Gesamtwert von ca. 4 Millionen Euro schließen, wovon also nach Zahlung der Erbschaftssteuer noch etwas über 3 Millionen Euro übrig bleiben (so sagt es der Rechner auf dieser Seite). Damit gehört dieser Erbe noch nach Zahlung der Erbschaftssteuer locker-flockig zum reichsten 1% der Gesellschaft (DIW 2012: ab 800.000 € Nettovermögen). Der Erbe hatte außerdem die freie Wahl, wie er die Erbschaftssteuer zahlt: er hätte Unternehmensanteile verkaufen können (zum Beispiel an einen weiteren langjährigen Mitarbeiter, der zukünftig den wegfallenden Arbeitsanteil übernimmt), Kredite aufnehmen können (zum Beispiel die Häuser beleihen und die Erbschaftssteuer aus den Mieten bestreiten) oder eben frei wählbare Teile des Vermögens verkaufen.
      Wer weiß, vielleicht hätte er sogar das MFH teilen und an die Bewohner verkaufen können, sodass diese nun Wohneigentum besäßen.

      Und nochmal: hier geht es allein um das Erbe, nicht um Einkünfte des Sohnes, um sein Privatvermögen oder gar um vorangegangene Schenkungen. Also um ein Vermögen, an dessen Bildung der Sohn nicht beteiligt war (sofern er nicht gratis 14 Jahre gearbeitet hat).

      Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass der Papierkram und der Zwang, des Vaters Eigentum teilweise zu "verscherbeln", während gleichzeitig die Firma weiter läuft, emotional ganz schön belastend sind. Aber von den reinen Zahlen her finde ich, dass der Erbe mit der aktuellen Steuerlast und allen dazugehörigen Pflichten und Freiheiten sehr, sehr gut dasteht. Wie gesagt: reichstes 1% läge bei 800.000 €.

      PS:
      Bitte korrigiere ich, falls eine meiner Annahmen falsch war und sich die Sachlage anders darstellt. Meine Bewertung fußt selbstverständlich nur auf den o.g. Annahmen und dem von dir beschriebenen Sachverhalt.
    • Wir hatten einen in der Gemeinde, der hat für eine Versicherung gearbeitet. 40 Stunden pro Woche (Überstunden hat er nach eigenem Dafürhalten nur wenige gemacht und diese immer direkt abgebaut, wenn es ging). Verdienst waren 80.000 Euro.

      Nach den 40 Stunden pro Woche ging er nach Hause und seinen Hobbys nach. Auch am Wochenende machte er dies...er trainierte für den Triathlon, bei dem er regelmäßig mitlief.

      Ein anderer in der Gemeinde hat eine Firma und ein Mehrfamilienhaus.
      In der Firma beschäftigte er mehrere Mitarbeiter. Wenn er abends nach Hause kam (das waren deutlich mehr als 40 Stunden die Woche), dann kümmerte er sich abends noch um die Vermietung.
      Am Wochenende ist die Person platt und ruht sich aus, wenn nicht noch was für die Firma zu tun ist.

      Anstatt Hobbys nachzugehen (Triathlon zu laufen zB), übernimmt er Verantwortung für seine Mitarbeiter, seine Mieter (günstige und korrekte mieten), hat viel Arbeit, hohes Risiko und alles was dazugehört.

      Der "Triathlet", der bei der Versicherung arbeit, keine Verantwortung übernimmt, abends und am Wochenende nicht kaputt ist, sondern Spaß hat, der nicht so hohe Steuern abführt - von denen soziales getan wird-, war/ist immer der lauteste Befürworter, wenn es um die Erbschaftsteuer geht.

      Ich sage jetzt nicht, dass er in Relation zu dem anderen eine faule sau ist oder ein bequemer Mensch ist und einen viel geringeren Beitrag zum Gemeinwohl dieses Landes beiträgt, aber ich finde man sollte schonmal nachdenken, was es eben ausmacht (bevor man sowas sagt), ob man pro Woche 20 Studien mehr oder weniger arbeitet...wieviel Lebensqualität das mehr ist, wenn man nach 40 Studien frei und trotzdem ein gutes Gehalt hat.

      Der Staat hat genug Einnahmen!! Jedes Jahr neue Rekorde. Und daher brauchen wir keine Einnahmen über Erbschaftsteuer. Wir haben allerdings ein ausgabenproblem und da sollte der Staat mal ran, bevor er den Leuten noch mehr in die Tasche greift.

      Und noch was...10 % besitzen soviel wie....ja, das mag sein, aber man sollte umgekehrt mal überlegen, wie hoch der Beitrag dieser 10 % für unser Land ist, wieviele Arbeitsplätze sie anbieten, wieviele ordentliche Wohnungen sie anbieten, wieviele steuern Sie zahlen, wieviel sie spenden.

      und zum Schluss...was haben die Erben mit dem Vermögen, welches sie bekommen zu tun? Das spielt keine Rolle! Wenn jemamd was hat, dann vererbt er das (sowieso schon versteuerte) vermögen, jemandem, der damit definitiv mehr zu tun hat, als der Staat.
    • LinkeKlebe schrieb:

      Oropher schrieb:

      Wer hätte das gedacht:
      Ich hätte dich tatsächlich etwas weiter in der Mitte vermutet.
      Der Kompass ist auch ziemlich unseriös gestaltet. Die Fragen sind tendenziös. Wer kein völliges A#rschloch oder geistig noch im 19. Jh. unterwegs ist, wird automatisch im unteren linken Bereich landen. Über die politische Ausrichtung sagt das aber nichts aus.
      Schade eigentlich, die Grundidee finde ich gut.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • LinkeKlebe schrieb:

      Oropher schrieb:

      Wer hätte das gedacht:
      Ich hätte dich tatsächlich etwas weiter in der Mitte vermutet.

      Ich mich auch.

      Aber at Heart bin ich halt ein alter Hippie. :D:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Präsident), Ich (Vize), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Heimerzheimer (Ehrenmitglied), caprone, Flykai, elkie57, winter, Schwarzwälder GB, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, ManwithnoName, Mittelfeld, effzeh, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, troemmelche71, izeh, BadischerBock, Salival (Klofrau), Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl), lunyTed (Azubi), Kimeo, Olemaus.