Der Politik-Thread

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    • Also erstmal wäre die Frage wichtig, ob Biodiesel überhaut eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichem Diesel darstellt. Was ich nicht so sehe, da es sogar noch weniger nachhaltig ist (siehe Studien des Nabu und WWF) und "saubereren" Treibstoff gegen massenhaft vernichtete Regenwaldflächen tauschen.

      Das ist ein Punkt. Was Chinas Marktgebaren angeht: Sie haben den Kapitalismus studiert und sich zueigen gemacht. Sie gehen in den letzten Jahren ähnlich rücksichtslos vor, wie die westlichen Mächte es ihnen vorgemacht haben. Dadurch entsteht für den Westen (der in sich ja auch deutlich gespaltener ist als noch vor 20-30 Jahren) eine neue Situation: Wir sind nicht mehr die uneingeschränkten und unangefochtenen Platzhirsche auf dem Markt. Während die Sowjetunion gerade mit der Macht der Märkte niedergerungen wurde, hat China diese Waffe selbst in die Hand genommen. Und es kann durchaus sein, dass wir in immer mehr Dingen von dem Wohl und Wehe der Chinesen abhängig sein werden.

      Im speziellen von dir angerissenen Thema - also dem "auf dem Markt Drängen" der Chinesen im Bereich Biodiesel muss ich allerdings passen. Damit habe ich mich noch nicht wirklich auseinander gesetzt. Insofern ist das jetzt nichts, was mich bewegt. ^^
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • Danke.

      Ich sehe es allerdings so, daß China weit über das hinaus geht und hinaus gehen will was der Westen vor gemacht hat. Und das mit einer Politik, die an Rücksichtslosigkeit im In - und Ausland kaum noch zu überbieten ist. Im
      Inland wird dieses nicht nur die Volksgruppe der Uiguren bestätigen, die gerade umerzogen werden. China schüchtert ein und China fordert Unterwerfung. Und in allen autokratischen Gebilden ist eines auf immer gleich -
      der Unterworfene oder der zur Unterwerfung auserkorene muss sich den Lügen des autokratischen Gebildes beugen. Tut er das nicht - dann ist er der Erzfeind. Das gilt für das In - und das Ausland. In China gibt es keine Pause
      für zwei einem autokratischen System immanenten Dinge - Zensur und Propaganda. Glasklar ist, daß die Medien in China komplett gleich geschaltet werden. Gerechtfertigt wird das, weil die Partei es als grosse Tradition
      reklamiert, die Öffentlichkeit zu lenken. Journalisten, die das nicht mit machen wollten, sind längst ihres Berufes "enthoben" worden.
      Der Westen hat sinnigerweise echte Probleme damit, China als Diktatur zu bezeichnen(die Chinesen haben aber nie einen Hehl daraus gemacht). Wir erzählen hier gerne etwas von "Entwicklungsdiktatur". MUHAHA...
      China - das zeigt mir eigentlich dein Beitrag, Tigranes, wird immer noch nicht wahr genommen. Man weiss gar nichts über China. Oder man will es gar nicht wissen. Besonders witzig - geradezu aberwitzig - ist es, daß
      man gerade in Europa Mister Trump und sein Gebaren seziert(mit einigem Recht), aber den Xi Jinping mit offenem Mund zu hört, wie er eine Unwahrheit nach der anderen absondert.
      Herr Jinping predigt auf Konferenzen den Freihandel und ist ein Überprotektionist. Herr Jinping verspricht die Öffnung seines Landes und macht in Realität die Schotten dicht. Herr Jinping schwafelt über die grosse inter-
      nationale Vernetzung und hebt die Verbindung des chinesischen Internets zur Welt auf.

      Ich darf nur hoffen, daß wir aufwachen. In Europa, in Deutschland, in der Welt. China`s Einfluss auf uns nimmt immer weiter zu. Und wer gerne wissen will, wohin das auch führen kann - der kann doch mal die Uiguren fragen.
      Oder gewisse afrikanische Saaten, wo man Infrastrukturmassnahmen fördert, deren vertragliche Intransparenz geradezu sprichwörtlich ist. China antichambriert. China lockt. China droht und China will Abhängigkeit forcieren.

      Die Rolle Chinas im Bereich Biodiesel - das war nur mein Aufhänger, Tigranes. Das geht weit über eine Petitesse wie Biodiesel hinaus - siehe oben.
    • BTW: Willkommen zurück, Soll/Ist. Freut mich, dass du wieder da bist.

      Ich nehme China durchaus wahr. Massive Menschenrechtsverletzungen im Inneren und ein Gebaren nach außen, das sich nun sehr wohl an westlichen Vorbildern orientiert - nur eben angepasst an die heutigen Zeiten: weniger Waffengewalt, Raub und Sklaverei, sondern wirtschaftlicher Druck und die feineren - aber dennoch tödlichen - Waffen des Marktes. Man könnte aber auch ein östliches Vorbild benennen, wenn man nicht immer den Westen bemühen will: das imperiale Japan der Vorkriegszeit. Ironischerweise war damals China der Hauptleidtragende.

      Mit China wird auf viele Jahre hinaus nicht gut Kirschen essen sein - ich denke, das ist den allermeisten bewusst. Dem ein oder anderen kommt das aber sicherlich auch gelegen, denn was ist eine Welt ohne Feinde? Und das mit Kanada hat ja nie so wirklich funktioniert. :smile:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tigranes ()

    • Unabhängig von Biodiesel ist zwingend in dringend zu überlegen wie man dem „Drachen“ begegnen sollte.

      Die USA sind in dieser Frage schon deutlich weiter als die EU, denn sie haben erkannt, welche Gefahr aus dem Riesenreich im Osten kommen kann.

      Im Endeffekt ist es so, dass die Chinesen all das machen, was einige in Deutschland den USA (teilweise auch zu Recht) vorwerfen und zwar ganz offen.

      - Sie begehen Landraub und drohen den Nachbarn
      - Sie unterdrücken massiv
      - Minderheiten (christen wie moslems) und stecken diese sogar im Lager zum „Lernen“ (möchte nicht wissen wie es da zugeht)
      - Menschenrechte werden mit Füßen getreten (Medien, Demonstrationen)
      - Andere Länder werden ausgebeutet (in Afrika zb)
      - sie haben die größten Barrieren im Freien Handel und Trump hat recht, wenn er das moniert.
      - und jetzt schaffen sie sich noch eine „Armee von Untertanen“, die niemals widersprechen und alles mitmachen werden...warum? Weil nun ein digitales Punktesystem (sog sozialkreditsystem) in China für jeden Bürger eingeführt wird.
      Hiernach bekommt ein Bürger digital Pluspunkte zb, wenn er in der (richtigen) Partei ist oder sich besonders treu verhält, andere die nicht auf Linie sind verpfeift und Minuspunkte, wenn er gegen die Linie verstößt, demonstriert, den Mund aufmacht und protestiert oder selbst wenn ein Familienangehöriger dies macht!

      Was hat das zur Auswirkung?
      Wenn man nicht genug Punkte in diesem System hat, dann bekommt man keinen Kredit, die Kinder dürfen nicht auf bestimmte Schulen gehen, etc etc.

      Es werden somit Roboter geschaffen!

      China geht hier sehr aggressiv voran und ist eine viel größere Gefahr für den Planeten als zb die USA, da eben keine Demokratie mit Kontrollgremien.

      Es ist daher zwingend an der Zeit zu überlegen, welche Antworten man hat.

      Das geht natürlich nicht, wenn die EU (wie in jedem Thema) auch hier wieder uneins ist.
      Italien möchte sich zB der neuen Seidenstraße anschließen um hieraus wirtschaftliche Vorteile zu generieren. Die anderen EU Staaten sind stinksauer hierüber.

      Sehr schweres Thema, sehr dringendes Thema, denn wie China mit Andersdenkenden umgeht sieht man in und um das Riesenreich im Osten...und sie breiten sich eben immer mehr aus (über Unternehmenskäufe und wirtschaftlichen „Hilfen“ in anderen Ländern)

      @Klebe, ich habe dich nicht vergessen und werde in jedem Fall antworten.
      Lg

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von MainBock ()

    • Dem „Drachen begegnen“?

      „Gefahr aus dem Riesenreich“?

      Sind wir mittlerweile beim Bild-Niveau angekommen?

      Natürlich brauchen wir über den Punkt Menschenrechte nicht streiten. Das bräuchten wir aber z.B. bei den USA auch nicht ;)

      Und marktwirtschaftlich kann man nur sagen: wir haben Jahrzehnte eine glorreiche Marktwirtschaft, vor allem auch WEGEN des eisernen Vorhangs und der Abgrenzung zum Osten hin gehabt, die „Gegner“ wurden direkt wie indirekt klein gehalten.

      Und jetzt holen die „unverschämten bösen Chinesen“ auch noch in wenigen Jahren massiv auf. Und, Fun Fact am Rande, wirft ihnen das auch noch auf unterschiedlichsten Ebenen (Arbeitsbedingungen, Klima, Umweltschutz, Industriespionage etc.) vor. LOL!
    • „Drachen“ ist doch nicht negativ gemeint.

      Habe einige Bücher zu diesem Thema gelesen (Tigerstaaten/BRIC Staaten) und da werden sie so bezeichnet mit allen positiven und negativen Dingen.

      Wie gesagt, ist nicht despektierlich gemeint.

      Und die anderen Themen sind real und daher muss sich unsere Politik antworten einfallen lassen.

      Da gibt es nichts zu relativieren oder abzutun.
      Und Leute „umzuerziehen“ (nur weil sie einen anderen glauben haben), Punktesysteme einzuführen, um Gegenstimmen mundtot zu machen, Inseln aufzuschütten (in Gewässern, wo gar nicht klar ist, wem die überhaupt gehören) und militärbasen aufzubauen, hat alles nichts damit zu tun, dass man sich ein Stück vom Kuchen zurückholen oder aufholen möchte.
      Man muss nicht immer auf den Westen verweisen...die Dinge gehen nun von China aus oder andere Themen von den Russen. Genauso haben die USA, die Europäer, Afrikaner, nahe Osten und alle anderen ihre Themen, wo falsch oder schlecht agiert worden ist.
    • Das innere Gebaren der Chinesen ist widerlich. Und es ist peinlich, wie müßig viele Politiker auf Staatsbesuch diese Dinge ignorieren.
      Aber es sind eben innere Angelegenheiten. Da sind unsere Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Das muss man leider sagen. Und der übliche wirtschaftliche Druck zieht bei der mittlerweile vermutlich stärksten Wirtschaftsmacht der Welt nicht wirklich.

      Was das außenpolitische Auftreten angeht, so muss man sich eben entscheiden, wie man mit dem neuen Platzhirsch umgehen will. China wird zunehmend die Rolle der Amerikaner übernehmen, sie als führende Macht dieser Welt ablösen. Damit kann man sich arrangieren, im Endeffekt wird man sich damit sogar arrangieren müssen. Wie man mit den Chinesen umgeht, ist das andere. Kann man sich annähern? Kann man hier und da mäßigend einwirken? Kann man Konflikte frühzeitig entschärfen?

      Wir stehen wieder mal am Scheideweg der Geschichte. Wir leben auf einem Planeten, den wir selbst vernichten. Die globale Verteilung von reich und arm bleibt ein gewaltiger Konfliktherd. Globale Spannungen in dem verzweifelten Versuch, die letzten Ressourcen de Erde zu kontrollieren, sind weiterhin vorprogrammiert und können immer wieder eskalieren. Die scheinbare Entspannung nach dem Ende des Kalten Krieges war trügerisch.
      Eigentlich gibt es keine Alternative zu einem weltweiten Zusammenschluss, zu einer viel engeren transnationalen Zusammenarbeit. Stattdessen bilden sich erneut Machtblöcke und regionale Zusammenschlüsse wie die EU drohen zu scheitern. China spielt dabei eine zentrale Rolle. Der einzige gangbare Weg im Umgang mit dem "Drachen" ist die Annäherung. Alles andere führt langfristig zu einer wie auch immer gearteten Eskalation. Und die will keiner.
      Und für diesen Weg werden wir viele unliebsame Kröten schlucken müssen. Wie es dagegen nicht geht, macht aktuell Trump vor. Aber das gilt bei ihm für alle Bereiche und ist deshalb nur bedingt ein Maßstab.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • Tigranes schrieb:

      Wir stehen wieder mal am Scheideweg der Geschichte. Wir leben auf einem Planeten, den wir selbst vernichten. Die globale Verteilung von reich und arm bleibt ein gewaltiger Konfliktherd. Globale Spannungen in dem verzweifelten Versuch, die letzten Ressourcen de Erde zu kontrollieren, sind weiterhin vorprogrammiert und können immer wieder eskalieren. Die scheinbare Entspannung nach dem Ende des Kalten Krieges war trügerisch.
      Eigentlich gibt es keine Alternative zu einem weltweiten Zusammenschluss, zu einer viel engeren transnationalen Zusammenarbeit. Stattdessen bilden sich erneut Machtblöcke und regionale Zusammenschlüsse wie die EU drohen zu scheitern.
      Das finde ich interessant. Ich bin überzeugt, dass sich das Konzept unabhängiger Staaten in den nächsten 100 Jahren überholen wird. Spätestens dann, wenn wir beginnen auch außerhalb unseres Planeten zu agieren und z.B. Kolonien auf Mond oder Mars aufzubauen oder Bergbau auf Asteroiden zu betreiben. Kaum ein Land ist aktuell in der Lage, so etwas alleine zu bewältigen. Über kurz oder lang werden unsere knappen Ressourcen aber dafür sorgen, dass der Weg zwangsläufig ins All führt. Die ISS und diverse andere Weltraumprojekte zeigen, dass an der Stelle schon heute stark auf internationale Zusammenarbeit gesetzt wird. Und das sind vergleichsweise Peanuts.

      China strebt schon heute stark in diese Richtung und hat aktuell den Mond als Ziel vor Augen. Der Rest der Welt sollte hier besser nicht nur aus der Ferne zuschauen. China ist eines der wenigen Länder, dem ich einen solchen Schritt auch autark zutraue. Und dann verlieren die anderen auf nicht absehbare Zeit komplett den Anschluss.
    • LinkeKlebe schrieb:

      Das finde ich interessant. Ich bin überzeugt, dass sich das Konzept unabhängiger Staaten in den nächsten 100 Jahren überholen wird.
      Meine Hoffnungen gehen generell dahin, und wie gesagt halte ich das auch für den einzig sinnvollen Weg. Aber in den nächsten 100 Jahren sehe ich das nicht. Die Entwicklungsrichtung ist derzeit wieder eine andere. Inwieweit knappe Ressourcen daran etwas ändern können, bleibt abzuwarten. Die Natur des Menschen und der Verlauf der Geschichte lassen leider eher ein Gegeneinander als ein Miteinander erwarten.
      Difficile est satiram non scribere - Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben (Juvenal)
    • Von dem Baumann kommt auch die Aussage:

      Bernd Baumann schrieb:

      Immer noch glauben viele Politiker, dass man die Probleme der Welt löst, indem man sie importiert. Dabei zeigt ein Blick auf die Weltkarte: Deutschland ist nicht einmal ein Viertel so groß wie alleine der Kongo.

      Der Mann ist Wirtschaftswissenschaftler. WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLER :lol:
    • CobyDick schrieb:

      Von dem Baumann kommt auch die Aussage:

      Bernd Baumann schrieb:

      Immer noch glauben viele Politiker, dass man die Probleme der Welt löst, indem man sie importiert. Dabei zeigt ein Blick auf die Weltkarte: Deutschland ist nicht einmal ein Viertel so groß wie alleine der Kongo.
      Der Mann ist Wirtschaftswissenschaftler. WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLER :lol:
      Das ist nicht zum Lachen. Das ist zum Weinen.
    • CobyDick schrieb:

      Der Mann ist Wirtschaftswissenschaftler. WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLER
      Ich kann mir richtig vorstellen, wie er Deutschland mit Zeigefinger und Daumen auf einer Weltkarte vermisst, versucht den Abstand gleich zu halten, dann die Finger über den Kongo legt und ihm plötzlich alles aus dem Gesicht fällt: Deutschland ist ja nur ein Viertel so groß!1!
    • LinkeKlebe schrieb:

      CobyDick schrieb:

      Der Mann ist Wirtschaftswissenschaftler. WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLER
      Ich kann mir richtig vorstellen, wie er Deutschland mit Zeigefinger und Daumen auf einer Weltkarte vermisst, versucht den Abstand gleich zu halten, dann die Finger über den Kongo legt und ihm plötzlich alles aus dem Gesicht fällt: Deutschland ist ja nur ein Viertel so groß!1!
      Und dann stellt er mit Erstaunen fest, dass da trotzdem ungefähr genau so viele Menschen leben wie in seinem Deutschland (ja, es sind ca. 9 Mio mehr)! Das bedeutet ja im Umkehrschluss, dass denen Ihre Grundstücke immer 4x so groß sind wie unsere...und dann macht er sich hoffentlich auf den Weg in den Kongo...
      Flaco + Birger = Europa
    • Neu

      Hallo Klebe,

      sorry für die späte Rückmeldung, aber besser spät als nie :).

      Bei den ersten beiden Punkten sprechen wir irgendwie aneinander vorbei, ich meine es jedenfalls nicht so, wie du es verstehst, belassen wir es hier dabei :).

      Was den Rest angeht, so hole ich nochmal ein wenig aus, um vielleicht verständlicher zu machen, was ich hier meine.

      Eine der Stärken Deutschlands nach dem Krieg war unter anderem eine sehr realistische Politik, die weder zu weit nach links ausgeschwenkt ist noch zu weit nach rechts.

      Dafür sorgten die beiden „Blöcke“ rot/grün (als diese dann dazukamen) und schwarz gelb, die jeweils immer dann stärker wurden, wenn die andere Seite den „Bogen überspannte“ und zu sehr Politik für ihr eigenes Clientel (links wie rechts oder heute Öko) machte.

      Somit war gewährleistet, dass man plus/minus immer irgendwo in der Mitte gewesen ist.

      Keine Partei (denke das sehen wir hier alle so) hat ein Programm mit dem man sich zu 100% identifiziert.

      Jede Partei hat ein paar gute Ideen und Ansätze und ein paar schlechte und die mit der man dann die größten schnittmengen hat, die wählt man dann in der Regel.

      Union - Sicherheit/Wirtschaft/Familien
      SPD - Arbeiter/soziales
      Grüne - Umweltpolitik
      FDP - Wirtschaft/Freiheit
      Linke - Alle sollen in etwa gleich sein/jeder soll Absicherung haben

      Das waren so grob gesagt die großen Themen der einzelnen Parteien.

      Nun kam der erste Bruch bei den Sozialdemokraten nach Schröder.
      Hartz 4 war für viele bei den Genossen nicht sozial genug und damit gingen sie raus zu links, teils zu grün und viele zu den Nichtwählern.

      Damit war das oben beschriebene Gleichgewicht (Parteien halten sich gegenseitig in der Mitte) schon aus den Fugen.

      Merkel kam an die Macht und ist eigentlich seitdem unantastbar, da die Konkurrenz bei den übrigen Parteien einfach fehlt.

      Die Grünen haben in Deutschland einfach in der Breite nicht die Zustimmung (da außerhalb von BaWü zu ideologisch)...die sind ausgereizt, die SPD ist momentan im luftleeren Raum und weiß gar nicht mehr in welche Richtung sie eigentlich soll und die FDP ist ebenfalls eine Partei die deutlich unter 20 % ausgereizt ist.

      Merkel ist clever und sie merkt das natürlich und in ihrer Unantastbarkeit greift sie nun Themen oder sagen wir Grundpfeiler der Union auf und bricht diese.

      Zunächst in der Europapolitik im Umgang mit Griechenland, dann als nächstes bei der Umweltpolitik.
      Und als letztes in der Frage der Migration seit 2015.

      Das sind Themen die man angehen musste, aber eben nicht so wie sie angegangen worden sind (das werden ihr viele Kritiker vor).
      Da könnt ihr „vom anderen Ufer“ (nicht böse gemeint, es soll sich bitte keiner angegriffen fühlen) in diesem Unionsinternen Streit gar nicht wirklich mitreden!!
      Warum?
      Weil ihr die Sachen eben von vorneherein anders seht (von der linken Seite aus).
      Für euch ist es richtig wie in der Unweltpolitik seitens der Regierung agiert wurde (oder sagen wir es so, es geht für euch in die richtige Richtung), genauso in den anderen Themen.

      Aber was ist wenn man es „als CDUler“ eben anders sieht...wenn man gegen das Abschalten der Kraftwerke ist? Gegen die Migration v.a. In 2015 so wie sie von statten ging?

      Es gibt nämlich nicht nur für „eure“ Position Argumente, sondern eben genauso für die „andere Seite“.

      Was ist, wenn man dagegen ist, dass Merkel aus Sicht der CDUler besagtes Gleichgewicht (Grundlage langjähriger Stabilität in Deutschland) aus den Fugen gebracht hat, in dem sie wichtige kernpfeiler der Union über Bord geworfen hat.

      Merkel hat hier großen Schaden angerichtet für das Land, das sage ich nicht, weil ich vieles schlecht finde (persönliche Meinung), sondern weil es einfach nur logisch ist! Alles hat mit Logik zu tun und was hier gemacht worden ist, ist unlogisch, das ist keine rationale Politik, sondern Politik mit dem Herzen und dem Fähnchen.

      Denn, Klebe du hast gefragt, welche Auswirkungen hat das Handeln?

      Thema Migration:

      Ich glaube dass jeder Realo hier weiß, dass es in einigen Ostdeutschen Kommunen Probleme mit rechten (Neonazis) gibt...und dem muss begegnet werden!
      Aber genauso weiß jeder Realo, dass es Straßenzüge gibt, durch die man seine Freundin/Frau heute nicht mehr guten Gewissens laufen lässt.

      Die vielen (teils sehr schweren) Straftaten in gewissen Kreisen sind genauso Realität wie einige (Drecks-) Nazis die wir hier haben, die wir jedoch nicht abschieben können (du hast ja gefragt, was man mit denen machen sollte).

      Die gehören in den Knast und von der Straße weg und zwar sofort, wenn sie einen Ausländer anrühren oder sonstige Straftaten begehen.

      Bei ausländischen Straftätern ist es anders...die müssen abgeschoben werden, wenn sie während eines asylveefahrens scheisse bauen..was ist daran falsch? Auch Mehrfachstraftäter gehören abgeschoben, denn die haben scheinbar kein Interesse hier ein redliches Leben zu führen.

      Auch gehört das Alter von Neuankömmlingen ermittelt...was ist daran falsch? Immerhin zahlen wir Steuerzahler das alles und die Minderjährigen kosten deutlich mehr als volljährige.

      Wenn man dann die „schwarzen Schafe“ ausgesiebt hat (nein das ist nicht die Mehrheit, sondern die Minderheit, die jedoch viele Ressourcen binden), dann wird auch das Misstrauen was viele haben kleiner, dem bin ich mir sicher.

      Zudem muss ein Konzept durchdacht und kommuniziert werden, was man mit den vielen Leuten macht, wenn der Krieg in Syrien zu Ende ist.

      Jemand muss das Land aufbauen! Und dabei sollte man die Leute dort finanziell und Ingenieurtechnisch unterstützen.
      Oder ist das gar nicht der Plan? Sollen sie (oder die meisten) hier bleiben?

      Dann muss das kommuniziert werden.

      Die Leute wollen einfach die Wahrheit wissen und nicht „wir schaffen das“ oder ähnliche Sprüche. Sie wollen auch wissen, was das kostet, denn am Ende wird es durch Leute finanziert, die (mit indirekten Steuern) mehr als das halbe Jahr für den „Staat arbeiten“.

      Genauso beim Thema Umweltschutz bzw. Energiewende“...

      Was wird uns das kosten?
      Wie entwickeln sich die energiekosten für den Bürger und die Unternehmen? Und wie hoch ist der Nutzen für das Weltklima aus unseren Maßnahmen?

      So vieles ist unklar. Wie stellen wir Versorgungssicherheit her (ohne das wir Strom von ausländischen Kraftwerken einkaufen)? Was ist mit den Hunderttausenden Arbeitsplätzen im automobilsektor und Energiesektor?


      Da kommen viele der Leute her, dem bin ich mir sicher, die heute AFD wählen, genauso wie im Sicherheitssektor.
      Denn die Partei, die ihre Interessen vertreten hat, tut das heute nicht mehr (aus ihrer Sicht nicht aus eurer ;) ).

      Zudem...was ist mit der Zinspolitik seitens der EZB? Diese wird mittlerweile politisch gesteuert, denke auch das ist jedem klar).
      Und wird weiß gemacht, dass es keine Inflation gibt und deswegen die Zinsen bei null geladen werden...aber bitte, jeder der eine Miete zahlt, weiß dass das nicht stimmen kann! Die Kosten sind hoch, Geld wird somit weniger wert...und dank lagarde wird dies über weitere Jahre so bleiben.

      Und dann kommt eben die AFD um die Ecke und alle wundern sich, warum die so viele wählen?

      Auch hier sage ich, es ist nur logisch, dass es die AFD gibt, denn sie vertritt die Ecke des Gleichgewichts, die wegen Merkel rausgebrochen ist.

      Und viele denken sich wahrscheinlich...

      „Ja, Höcke ist ein Arschloch und es gibt einige dort - wobei die ja vorher auch schon in anderen Parteien waren - aber in Kernthemen sehe ich mich hier wieder...mehr als in anderen Parteien“.

      Und dass diese Partei nun auf dem Tableau ist, ist Merkels größtes Versagen (von vielen), denn damit wird es schwerer bis fast unmöglich das Land vernünftig zu regieren!

      Daher nochmal und da sehe ich mich mit Boris Palmer (den ich sehr schätze) auf einer Linie...man muss hier sachlich rangehen, man muss überlegen, ob bei bestimmten Themen zwar die Absicht gut gewesen ist, aber die Ausführung schlecht und ob man gewisse Themen nicht leicht korrigieren sollte - auch wenn es gegen die eigene Ideologie geht.Auch das gehört dazu, neben einem berechtigen (aber sachlichen und fairen) Kampf gegen eine Partei, die eigentlich keiner will!

      In dem Sinne
      Vg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MainBock ()

    • Neu

      MainBock schrieb:





      Merkel kam an die Macht und ist eigentlich seitdem unantastbar, da die Konkurrenz bei den übrigen Parteien einfach fehlt.
      Um mal mit einem Mißverständnis aufzuräumen welchem viele Rechtsverdrehten unterliegen

      a) Merkel kam nicht an die "Macht" sie wurde zur Bundeskanzlerin gewählt
      b)Alleinige Macht hat sie als Bundeskanzlerin nicht wirklich^^
      Wer Raus geht muss auch wieder reinkommen,das ist der Nachteil derer die Raus gehen(Herbert Wehner)