Der Politik-Thread

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    • Rodi schrieb:

      ich finds krass dass dies nun schon 75 jahre zurück liegt....
      nachhaltig daraus gelernt haben nicht alle davon
      Absolut. Es gibt leider immer noch so viele, die sich und die Mitglieder ihrer sogenannten Rasse für etwas ganz besonderes und (selektiv) andere Menschen für minderwertig halten. Am schlimmsten ist es natürlich weiterhin, wenn deine Haut- und Haarfarbe nicht dem gewünschten Bild entsprechen. Je brauner, desto schmuddeliger, wobei das heutzutage eigentlich mehr politisch gelten sollte.

      Dabei wird man dann nicht müde, sich in seiner Opferrolle zu suhlen, sobald jemand die eigene Geisteshaltung kritisch anspricht. Dann darf man plötzlich nichts mehr sagen, in diesem Land, und steckt sich meist noch selbst in die Nazischublade, obwohl niemand einen auch nur entfernt so bezeichnet hat. Dann ist das Gegenüber schnell wahlweise links, grün oder links-grün, weil man sich die eigenen, fremdenfeindlichen Vorurteile nicht eingestehen kann. Schnell noch ein paar Ausländer aufgezählt, die man persönlich kennt, und schon ist die freundliche Gesinnung erwiesen und man hat die Freikarte zum Hetzen erworben.

      Wir sollten heute eigentlich weiter sein. Der Mensch tritt aber bekanntlich gerne nach unten. Egal ob Flüchtlinge, Hartz4-Empfänger oder ethnische Minderheiten, da wird fleißig gegen gewettert. Alles Schmarotzer und/oder Kriminelle, die uns kleine Leute ausbeuten wollen. Das Ganze wird dann fleißig von Deutschlands nach wie vor größter Tageszeitung mit entsprechender "Berichterstattung" genährt.

      Man wird irgendwann müde, dagegen anzureden. Trotzdem sollte man es immer weiter tun. Ich für meinen Teil gebe jedenfalls grundsätzlich Widerrede, wenn ich derartige Phrasen irgendwo vernehme. Vor allem natürlich hier, denn diese Plattform stelle ich selbst (mit) zur Verfügung. Und auf "meiner" Plattform möchte ich derartiges nicht unwidersprochen lesen.
    • Vor 75 Jahren war der Krieg - zumindest in Europa - beendet. Und halb Europa lag in Trümmern und ganz Deutschland lag in
      Trümmern. Der Krieg - entfesselt von Nazideutschland - hatte die Deutschen quasi ihrer Lebensgrundlagen beraubt und auch
      ihrer moralischen Anerkennung als Volk in der Völkergemeinschaft. Das Volk der Dichter und Denker war im "1000jährigen Reich"
      zum Volk der Richter und Henker verkommen. Zig Millionen Tote, der Völkermord an den Juden - das alles ging auf das Konto
      der Deutschen. Die in vorderster Linie verantwortlichen Adolf Hitler, Josef Göbbels, Heinrich Himmler, Martin Bormann - um
      mal die Prominentesten zu nennen - entzogen sich ihrer Verantwortung und begingen Selbstmord. Andere Kriegsverbrecher und
      Verbrecher an der Menschlichkeit wurden in Nürnberg in verschiedenen Prozessen angeklagt und zum Tode oder zu langen
      Haftstrafen verurteilt.

      In unserer Familie war 1933 - 1945 und die Folgen und Folgejahre immer ein grosses und ein kontroverses Thema. Der Opa
      Väterlicherseits war zu Weimarer Zeit regional führender Zentrumspolitiker gewesen und das bekam ihm unter den Nazis nicht
      gut. Letzten Endes entging er dem Tod wohl nur wegen seiner hohen Kriegsauszeichnungen in Weltkrieg 1. Seine Einstellung gegen
      Nazis und Krieg war auch nach dem Krieg gnadenlos und stand in Kontroverse - beispielsweise - zum Onkel meiner Mutter. Der -
      Berufssoldat - und als Mitglied der so genannten 100.000 Mann Armee der Weimarer Republik vom Reich in die Wehrmacht über-
      nommen, hatte die "ganze Tour" der Nazis mit gemacht. Polenfeldzug, Frankreich. Afrika. Ab 1943 Ostfront. 1945 auf den letzten
      Metern des Krieges von den Russen gefangen worden, sieben Jahre Gefangenschaft. Zurück gekommen und ab 1955 in das so
      genannte "Amt Blank" eingetreten, der Vorläuferinstitution der Bundeswehr. Mein Grossonkel war kein Nazi, aber er war ein
      Militär bis auf die Knochen. Und er bezeichnete als seine "Schönste Zeit" immer noch den Afrikafeldzug, den - Achtung Zitat -
      "ich im Stab des grossen Rommel erleben durfte". Er bezeichnete die Nazis als Tiere, aber beharrte auf der sauberen Wehrmacht.

      Das mein Grossvater und mein Grossonkel kontrovers diskutierten, darf als Untertreibung des Jahrhunderts bezeichnet werden.
      Ich kann mich lebhaft daran erinnern, daß der eine den anderen fragte ob er der Meinung sei, daß seine Orden aus dem zweiten
      Weltkrieg etwa weniger wert seien als die anderem aus dem ersten Weltkrieg. Immerhin seien sie auch wegen Tapferkeit vor dem
      Feind verliehen worden. Die Antwort war, daß sie von einem verbrecherischen Regime verliehen worden seien und deswegen gar
      nichts wert seien. Meine Güte, das Geschrei höre ich heute noch. Aber immerhin - sie haben wenigstens diskutiert.

      In anderen Familien, in der deutschen Gesellschaft ist bis Mitte der 60er(mindestens) unendlich viel geschwiegen und verdrängt
      worden. "Der Krieg ist aus. Das ist lange vorbei und wir wollen daran nicht erinnert werden" - das war gängige Doktrin. Schlimm
      für die Gesellschaft, daß man aus Gründen der Wiederinbetriebnahme der Bundesrepublik auf viele angewiesen war, die im Reich
      Schuld auf sich geladen hatten. Und die haben Aufarbeitung der Zustände lange be - und verhindert.

      Ich bin - im eigentlichen Sinne - kein Nachkriegskind. Aber ich bin mit dem Krieg und dem Nachkrieg aufgewachsen. Über die
      Geschichten, aber auch über andere Dinge. Denn man sehen wollte, dann konnte man sehen. In vielen Städten waren immer
      noch die Einschussgarben der MG zu sehen. Es war ein ganz normales Erscheinungsbild in den Orten und Städten, Menschen mit
      einem Bein oder einem Arm zu begegnen. Das waren die Kriegsversehrten. Sie prägten das Bild, man konnte sie nicht verstecken.
      "Was hat der arme Mann?", fragt ich meine Mutter, als ich an ihrem Arm durch eine westdeutsche Mittelstadt ging. "Der war im
      Krieg."....

      1945 - 2020. Wenn jemand 1945 behauptet hätte, daß die Bundesrepublik Deutschland, die Deutschen wieder vereinigt worden
      wären, daß sie ein geachtetes Mitglied der Völkergemeinde geworden wären - man hätte ihn wohl in psyschatrische Behandlung
      geschickt. Deutschland war am Ende - physisch, finanziell und vor allem moralisch. Das wir uns erholen konnten, haben wir den
      ausgestreckten Händen von anderen zu verdanken. Ob die dabei auch andere Motivationen hatten, als zu helfen - das spielt
      nicht die mindeste Rolle. Sie haben geholfen. Und - das sei ruhig erwähnt - die Deutschen haben ihre zweite Chance genützt.
      Sie waren - urdeutsche Tugenden halt - fleissig und organsiert und haben malocht. Die wirtschaftliche Gesundung des Landes
      erscheint - auf Basis 1945 - als im wahrsten Sinne des Wortes - unglaublich. Die Aufarbeitung der Grauen des Krieges - auch sie
      nahm Gestalt an, sicherlich auch ein Verdienst jener Generation, die den Vätern Fragen stellte. Unbequeme Fragen.

      Deutschland hat den Krieg verloren, aber den Frieden gewonnen. Es ist unsere Pflicht, daß wir uns - in Demut - erinnern, was
      Deutsche im Krieg der Welt und den Menschen angetan haben und das nie wieder zu vergessen. Es ist unsere Pflicht, daß wir
      uns - in Dankbarkeit - an die vielen ausgestreckten Hände erinnern, die uns, den Gefallenen und Ausgestossenen der Gemeinschaft
      der Völker wieder aufgeholfen haben. Und es ist unsere Pflicht, daß wir aus Demut und Dankbarkeit Hilfsbereitschaft erwachsen
      lassen und denen helfen, die man heute verfolgt und ausgrenzt.

      "Deutschland wird leben", sagte mein Grossvater immer. "Wenn es seiner Verantwortung gerecht wird".
    • FC_Gott schrieb:

      focus.de/politik/deutschland/s…tschland_id_11973316.html

      Ein grünes Piep zinkt sein Land an. Sollte die EU dies tatsächlich wagen, dann gibt es den Dexit und dann kann der Laden zumachen. Bei Massenarbeitslosigkeit in den kommenden Jahren geht dies ganz schnell.
      da das grüne piep zu sehen ist schon intressant-ich sehe da erstmal eine schwarze Laie die piept
      Wer Raus geht muss auch wieder reinkommen,das ist der Nachteil derer die Raus gehen(Herbert Wehner)
    • flykai schrieb:

      FC_Gott schrieb:

      focus.de/politik/deutschland/s…tschland_id_11973316.html

      Ein grünes Piep zinkt sein Land an. Sollte die EU dies tatsächlich wagen, dann gibt es den Dexit und dann kann der Laden zumachen. Bei Massenarbeitslosigkeit in den kommenden Jahren geht dies ganz schnell.
      da das grüne piep zu sehen ist schon intressant-ich sehe da erstmal eine schwarze Laie die piept
      deutschlandfunk.de/ezb-urteil-….html?drn:news_id=1128961
    • Bolsonaro ist auf dem besten Weg gerade Brasilien komplett zu zerstören und platt zu machen. :kerze: ;( ;(

      Brasiliens Gesundheitsminister wirft hin

      n-tv.de schrieb:

      Sein Abschied ist bereits der zweite an der Spitze des Gesundheitsministeriums in der Covid-19-Pandemie.
      Präsident Jair Bolsonaro hatte Teichs Vorgänger Luiz Henrique Mandetta wegen Uneinigkeit im Umgang mit
      dem Coronavirus entlassen. Während der rechtspopulistische Politiker das Virus verharmlost, nichts von
      Einschränkungen hält und auf eine Öffnung der Wirtschaft drängt, befürwortete der Mediziner Mandetta
      strenge Maßnahmen im Sinne der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch mit Teich hatte es zuletzt
      Unstimmigkeiten gegeben, vor allem über den Einsatz von Chloroquin in der Covid-19-Behandlung. Bolsonaro
      setzte Teich in dieser Frage unter Druck.
      Quelle: n-tv.de

      Teichs Amtszeit: 16.04.2020 - 15.05.2020...
    • LinkeKlebe schrieb:

      Wenn deutsche Politiker von einer "abscheulichen Tat" sprechen, ist in der Regel mindestens mal ein Mord passiert. In der Türkei reicht es schon, wenn du öffentlich "Bella Ciao" durch den Moschee-Lautsprecher spielst:

      faz.net/aktuell/politik/auslan…-bella-ciao-16780455.html

      So ist das halt, das ist ne abscheuliche Tat aber so ein kleiner Genozid, den leugnen sie lieber noch hundert Jahre später. :facepalm:
      PRO FC, meine Liebe, meine Stadt, meine Partei.

      Skymax (Präsident), Ich (Vize), sharky (Schriftführer), Anfield, grischa, Heimerzheimer (Ehrenmitglied), caprone, Flykai, elkie57, winter, Schwarzwälder GB, Matze86, frankie0815, floedi_82, kölsch, banshee, ManwithnoName, Mittelfeld, effzeh, der Pitter, Hunsrück FC, Je(n)sus, troemmelche71, izeh, BadischerBock, Salival (Klofrau), Rodi, Die_Macht_am_Rhein (Pressesprecher), Hassenichjesehen (Nummerngirl), lunyTed (Azubi), Kimeo, Olemaus.
    • Mal abseits der deutschen Politik:
      Schon krass was gerade in den USA passiert- nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd durch einen Polizisten kommt es seit Tagen zu teils heftigen Aufständen, vor allem in Minneapolis. Dabei wurden auch CNN Reporter verhaftet und Journalisten von der Polizei mit paintball Kugeln beschossen.
      Während Bürgermeister und Gouverneur versuchen die Lage zu beruhigen, befeuert Trump die Lage weiter und droht Militär und Schüsse auf Plünderer an.
      Die aktuellen Bilder zeigen wieder wie zerrissen das Land ist, vermutlich noch zerrissener seit der Trump Administration, und wie alltäglich der Rassismus dort nach wie vor praktiziert wird. Ein Grund mehr im eigenen Land immer wieder gegen sämtliche rassistischen und extremistischen Strömungen vorzugehen.
      ...einem geheimen Labor in Wuhan entflohen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MattEagle ()

    • Was soll man dazu noch sagen... einfach unglaublich! Je mehr man sich mit den Morden (anders kann man es nicht nennen), die von Polizisten an Minderheiten begangen wurden auseinandersetzt, umso verständlicher wird jedenfalls für mich diese Form des Protests. Ähnlich wie im Fall Rodney King. Es fällt mir immer schwerer die Gewalt und die Plünderungen zu kritisieren.

      Afroamerikaner werden mittlerweile regelmäßig Opfer von Polizeigewalt und haben nicht den Hauch einer Chance sich auf dem Rechtsweg Gerechtigkeit zu erstreiten. Ich kann es mittlerweile voll verstehen, dass diese Menschen alles rund um die Polizeistation nur noch brennen sehen wollen. Das muss einfach ein Gefühl der Ohnmacht sein, wie wir es hier zum Glück eher weniger kennen. Gleichzeitig sieht man dann noch auf CNN live ein Paradebeispiel von eben dieser Willkür, sowie erste Videos von Verdachtsfällen, wie scheinbar(!!!) Agents Provocateurs da mitmischen, um Stimmung zu machen. Ob diese Videos echt sind und tatsächlich Polizisten beim Vandalismus am Werk sind... keine Ahnung. Wäre aber auch keine Neuigkeit.

      Da wir ja auch in Deutschland mehr oder weniger gut vernetzte rechte Gruppen bei der Polizei haben, gibt mir das sehr zu denken. Die Lage in Hong Kong macht es auch nicht besser, ohne dabei alles in einen Topf werfen zu wollen. Heftige Entwicklungen!
    • Neu

      Ich befürchte, dass dieser Mord, nichts anderes war es, der berühmte Tropfen war. Wäre sowas vor 20 Jahren noch im Sande verlaufen, verbreitet sich dieses Video jetzt in rasender Geschwindigkeit über den ganzen Erdball.
      Und gerade in der USA trifft es auf eine ganz besondere Gemengenlage. Über 40 Millionen (offizielle) Arbeitslose und rund 10 Millionen Illegale, die zum größten Teil auch keinen Job mehr haben, womit soziale Schwierigkeiten einher gehen. Eine nicht unerhebliche Anzahl von rassistischen Gruppierungen, die nun ihre Chancen sehen, als getarnte Protestler die Demonstranten weiter anzuheizen. Dazu eine Bevölkerung, die über alle Maßen bewaffnet ist und und einen Präsidenten, dem jegliches Feingefühl dafür fehlt, die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen.

      Mir schwant da Böses. Und dann bleibt abzuwarten, ob es über den großen Teich schwappen könnte.
      „Mir egal, wer hinter uns Zweiter wird“ Aaron Hunt- November 2018 :thumbsup:
    • Neu

      Bei Rodney King waren die Unruhen aber eher ein lokales Ereignis in LA, während wir jetzt einen landesweiten Protest sehen.

      Mit "rüberschwappen" meine ich, dass Rassismus ja kein alleiniges Problem der USA ist und je nachdem wie sich das dort entwickelt, sich eine Solidaritätsbewegung in Europa entwickeln könnte. Was sodann auch andere Gruppierungen, ob nun diskriminiert oder nicht, zu eigenen Bewegungen bringen könnte.
      Wenn wir da wieder den Bogen zum Fall Rodney King spannen, war es seinerzeit, mangels Internet, nicht ein solch globales Thema, wie es der aktuelle Fall werden könnte. Vor allem was die Verbreitungsgeschwindigkeit- und -anzahl, sowohl des Mordes an sich, als auch die Berichte über die Proteste, angeht, sprechen wir heute von ganz anderen Dimensionen.
      „Mir egal, wer hinter uns Zweiter wird“ Aaron Hunt- November 2018 :thumbsup:
    • Neu

      Ich befürchte, 11880 hat Recht. Meiner Meinung nach bekommt der Fall eine andere Dimension als Rodney King und er kommt zu einer Situation, in der die wirtschaftliche Lage für ganz viele Menschen
      in den USA extrem schwierig ist. So schwierig, wie wir uns das In Deutschland gar nicht vorstellen
      können. Und das alles mit einem Präsidenten, der permanent selber für Brandbeschleuniger sorgt.